1. Regionalarmee

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1. Regionalarmee
Aktiv 2. Juli 1942 bis 15. August 1945
Land JapanJapan Japanisches Kaiserreich
Streitkräfte JapanJapan (Kriegsflagge) Japanische Streitkräfte
Teilstreitkraft JapanJapan (Kriegsflagge) Japanisches Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Armee
Stärke 1943 ca. 180.000
1945 ca. 100.000
Stationierungsort Mukden
Spitzname Ei (jap. , „Die Scharfe“)
Schlachten Zweiter Weltkrieg
Oberbefehl
Liste der Oberbefehlshaber

Die 1. Regionalarmee (jap. 第1方面軍, Daiichi hōmen gun; auch , Ei, „Die Scharfe“ genannt) war eine Regionalarmee des Kaiserlich Japanischen Heeres, die vom 2. Juli 1942 bis zum August 1945 aktiv war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1. Regionalarmee wurde am 2. Juli 1942 als Untereinheit der Kwantung-Armee, einer der Hauptarmeen (entspricht Heeresgruppe) des japanischen Heeres, gegründet und erhielt ihr Hauptquartier in Mukden. Ihr Auftrag war es, als militärische Reserve zu dienen und zentrale Garnisonsaufgaben wie die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung im Norden des japanischen Marionettenstaats Mandschukuo zu übernehmen. Diese Aufgaben waren vorher von der Kwantung-Armee übernommen worden, allerdings war deren Personalstärke durch den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg und den Pazifikkrieg derart ausgedünnt worden, dass man beschloss, eine neue, untergeordnete Einheit aufzustellen, deren Einheiten nicht ohne weiteres abgezogen werden konnten. Da ihr Einsatzgebiet seit dem Japanisch-Sowjetischen Neutralitätspakt als wenig gefährlich galt, wurden der 1. Regionalarmee meist nur schlecht ausgebildete Reservisten und frische Rekruten zugeteilt, und auch die Ausrüstung war mangelhaft. Als es im Laufe des Jahres 1945 immer wahrscheinlicher schien, dass die Sowjetunion den Nichtangriffspakt brechen könnte, versuchte man die Armee zwar noch aufzurüsten, jedoch war die allgemeine Versorgungslage in Japan mittlerweile derart schlecht, dass dies nicht ausreichend gelang. Die Soldaten konnten den in der Operation Auguststurm in die Mandschurei eindringenden Sowjets daher kaum noch Widerstand leisten und flüchteten schnell oder kapitulierten massenhaft. Mit der Kapitulation Japans am 15. August 1945 wurde die 1. Regionalarmee aufgelöst, allerdings dauerte es bis in den September hinein, bis alle Einheiten entwaffnet waren. Viele der Soldaten wurden als Kriegsgefangene nach Sibirien deportiert, unter ihnen auch der letzte Befehlshabende Offizier, Kita Seiichi.

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Befehlshabender Offizier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

# Rang Name Kommandoübernahme Verabschiedung Bild
1. Rikugun Taishō Yamashita Tomoyuki 1. Juli 1942 26. September 1944
Yamashita.jpg
2. Rikugun Taishō Kita Seiichi 26. September 1944 September 1945

Stabschef[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

# Rang Name Kommandoübernahme Verabschiedung Bild
1. Rikugun Shōshō Ayabe Kitsuju 1. Juli 1942 7. Dezember 1942
Ayabe Kitsuju.jpg
2. Rikugun Shōshō Shidei Tsunamasa 7. Dezember 1942 16. Oktober 1944
3. Rikugun Shōshō Teragaki Tadao 16. Oktober 1944 1. April 1945
4. Rikugun Shōshō Sakurai Ryōzō 1. April 1945 September 1945

Untergeordnete Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1943[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1. Regionalarmee waren folgende Einheiten unterstellt (Stand 1943):

1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren der 1. Regionalarmee folgende Einheiten unterstellt:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard B. Frank: Downfall: The End of the Imperial Japanese Empire. Random House, New York 1999, ISBN 0-679-41424-X.
  • David Glantz: The Soviet Strategic Offensive in Manchuria, 1945 (Cass Series of Soviet (Russian) Military Experience, 7). Routledge, 2003, ISBN 0-7146-5279-2.
  • Bernard Jowett: The Japanese Army 1931–45 (Volume 2, 1942–45). Osprey Publishing, 1999, ISBN 1-84176-354-3.
  • Victor Madej: Japanese Armed Forces Order of Battle, 1937–1945. Game Publishing Company, 1981
  • Daniel Marston: The Pacific War Companion: From Pearl Harbor to Hiroshima. Osprey Publishing, 2005, ISBN 1-84176-882-0.
  • Tsuyoshi Hasegawa: Racing the Enemy: Stalin, Truman and the Surrender of Japan. Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge, ISBN 0-674-01693-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Yamashita der Familienname, Tomoyuki der Vorname.