Weihnachten

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Fra Bartolommeo: Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben (um 1490; Alte Pinakothek, München)
Weihnachtsgottesdienst in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale am 7. Januar 2016
Michael Rieser: Am Abend vor Christi Geburt (1869)

Weihnachten, auch Weihnacht, Christfest oder Heiliger Christ genannt, ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Festtag ist der 25. Dezember, der Christtag, auch Hochfest der Geburt des Herrn (lat. Sollemnitas in nativitate Domini), dessen Feierlichkeiten am Vorabend, dem Heiligen Abend (auch Heiligabend, Heilige Nacht, Christnacht, Weihnachtsabend), beginnen. Er ist in vielen Staaten ein gesetzlicher Feiertag. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen Ländern kommt als zweiter Weihnachtsfeiertag der 26. Dezember hinzu, der auch als Stephanstag begangen wird.

Weihnachten ist mit Ostern und Pfingsten eines der drei Hauptfeste des Kirchenjahres. Die weihnachtliche Festzeit beginnt liturgisch mit der ersten Vesper von Weihnachten am Heiligabend (siehe dazu auch Christvesper) und endet in den evangelischen Kirchen mit Epiphanias,[1] in der ordentlichen Form des römischen Ritus der katholischen Kirche mit dem Fest Taufe des Herrn am Sonntag nach Erscheinung des Herrn. In der altkatholischen Kirche und der außerordentlichen Form des römischen Ritus endet die Weihnachtszeit mit dem Ritus der Krippenschließung am Fest der Darstellung des Herrn am 2. Februar, umgangssprachlich Mariä Lichtmess oder auch nur Lichtmess genannt. Der erste liturgische Höhepunkt der Weihnachtszeit ist die Mitternachtsmesse in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember (siehe Christmette).

Als kirchlicher Feiertag ist der 25. Dezember seit 336 in Rom belegt. Wie es zu diesem Datum kam, ist ungeklärt. Diskutiert wird eine Beeinflussung durch den römischen Sonnenkult: Kaiser Aurelian hatte den 25. Dezember 274 als reichsweiten Festtag für Sol Invictus festgelegt; zwischen diesem Sonnengott und „Christus, der wahren Sonne“ (Christus verus Sol) zogen frühe Christen Parallelen.[2]

Christen und Nichtchristen feiern Weihnachten heute meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken; dieser Brauch wurde seit 1535 von Martin Luther als Alternative zur bisherigen Geschenksitte am Nikolaustag propagiert, um so das Interesse der Kinder auf das Fest der Geburt Christi zu lenken.[3] In katholischen Familien fand die Kinderbescherung weiterhin lange Zeit am Nikolaustag statt. Hinzu kamen alte und neue Bräuche verschiedener Herkunft, zum Beispiel Krippenspiele seit dem 11. Jahrhundert, zudem der geschmückte Weihnachtsbaum (16. Jahrhundert), der Adventskranz (1839) und der Weihnachtsmann (19. Jahrhundert). Dieser löste in manchen Regionen das Christkind und den Nikolaus als Gabenbringer für die Kinder ab. Viele Länder verbinden weitere eigene Bräuche mit Weihnachten. Der Besuch eines Gottesdienstes am Heiligen Abend ist für viele Menschen Teil der Festtradition.

Etymologie

Die Geburt Jesu Christi, Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg (12. Jahrhundert)

Der Ausdruck „Weihnachten“ geht auf eine adjektivische Wendung wîhe naht oder ze (den) wîhen nahten zurück, deren frühester Beleg sich in der Predigtsammlung Speculum ecclesiae (um 1170) findet.[4]

„diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si diu wîhe naht.“

„Die Gnade kam zu uns in dieser Nacht: daher heißt sie die heilige Nacht.“

Aus der gleichen Zeit stammen die Verse aus einem Langgedicht des bayerischen Dichters Spervogel (um 1190)[5]:

„Er ist gewaltic unde starc, / der ze wîhen naht geborn wart. / daz ist der heilige Krist.“

„Er ist gewaltig und stark, der zur heiligen Nacht geboren ward: das ist der heilige Christ.“

Der Ausdruck blieb dabei bis ins 13. Jahrhundert auf den oberdeutschen Bereich beschränkt und ist in den mitteldeutschen Dialekten erst seit dem Ende jenes Jahrhunderts als wînahten belegt. Daneben begegnet christtag als Synonym im mitteldeutschen Raum von Thüringen und Oberhessen über Westfalen bis nach Luxemburg und Lothringen. Im Mittelniederdeutschen finden sich stattdessen zunächst die Wörter kersnacht „Christnacht“ und kerstesmisse „Christmesse“ (vgl. englisch Christmas), erst ab 1340 winachten (m.). Im östlichen Norddeutschland hat sich das mnd. jûl noch in neuerer Zeit als Jul erhalten.[4]

Das Adjektiv althochdeutsch und altsächsisch wîh, mittelhochdeutsch wîch wird über germanisch *wīʒja, wīhaz ‚heilig, geweiht, numinos‘ aus der indogermanischen Wortwurzel *ueik ‚aus-, absondern, weihen‘ abgeleitet und ergab im Neuhochdeutschen ein inzwischen ungebräuchliches weich ‚heilig‘. Seinerseits von diesem Adjektiv wurde das schwache Verb wîhen (ahd. und mhd. gleichlautend, von germanisch *wīʒjan, wīhijaną) und schließlich das neuhochdeutsche weihen abgeleitet. Eine Substantivierung des Adjektivs ergab altsächsisch und althochdeutsch wîh ,Tempel‘, altenglisch wēoh, wīg ,Götterbild‘ und altnordisch ,Heiligtum, Tempel, Gerichtsstätte‘ (vgl. die nordische Gottheit ). Darüber hinaus ist wîh vermutlich mit lateinisch victima ‚Opfertier‘ und altlitauisch viešpilas ,heiliger Berg‘ verwandt.[6] Das zweite Wortglied nahten knüpft zum einen an die alte Zeiteinteilung vom Tag mit Beginn der Nacht an (vgl. englisch fortnight „vierzehn Tage“), zum anderen verweist der Plural auf mehrere Feiertage – vielleicht mit Bezug auf die altkirchliche Tradition der „zwölf Weihnachtstage“ vom 25. Dezember bis Epiphanias am 6. Januar. Das zusammengesetzte Wort kann also mit „heilige Nacht“, beziehungsweise eher als „die heiligen Nächte“ übersetzt werden.

Verschiedene Autoren äußerten die Vermutung, dass der Name vorchristlichen Ursprungs sei. In seiner Chronik „aller Teutschen Völcker“ (1538) mutmaßte der lutherische Publizist Sebastian Franck, dass neben anderen Institutionen „auch die Faßnacht / Weinnacht“ und weitere mehr „von den Heyden in das Christenthumb ist kommen“.[7] Die Brüder Grimm gehen in ihrem Deutschen Wörterbuch von der Existenz eines „mehrtägigen mittwinterfests“ der heidnischen Germanen aus, das sie insbesondere durch Beda Venerabilis belegt sehen, der vom Weihnachtsfest geschrieben hatte: „ipsam noctem nunc nobis sacrosanctam tunc gentili vocabulo módra nect i. e. matrum noctem appellabant“ („dieselbe Nacht, die für uns heute die allerheiligste heißt, benannten die Heiden damals mit dem Namen módra nect, d. h. Nacht der Mütter“).[8] Die resultierende „mutternacht“ verbanden die Lexikographen dann in freilich spekulativer Weise mit dem polytheistischen Kult der matronae oder matres.[9] In den Zusammenhang dieses Festes stellen die Grimms auch die in Teilen der Germania, darunter auch der niederdeutsche Raum, ererbte Bezeichnung Jul.[10] Für eine vorchristliche Etymologie spreche zudem sowohl das verwendete Adjektiv wîh, das kaum in christlichen Gebrauch übergegangen sei, als auch der zweite Wortteil nahten, der auf die mit der Nacht beginnende Zählweise der Tage bei den Germanen verweise.[11]

Da die ersten Belege für das Wort erst aus dem 12. Jahrhundert stammen, nehmen viele spätere Forscher an, dass der Begriff christlichen Ursprungs ist. In Frage käme eine Lehnübersetzung des lateinischen nox sancta aus den Gebeten der lateinischen Christmette unter Verwendung des volkssprachlichen Wortschatzes. Daneben zieren einige Volksetymologien die Geschichte des Begriffs. Martin Luther dachte an neuhochdeutsch wiegen und leitete ein Wygenachten ab‚ „da wir das kindlein wiegen“ oder nahm eine Verbindung zum Collectiva bezeichnenden Präfix ge- an: „wigenachten, gevater mit vater, nam ge propositum semper significat collectionem: gewitter“.[12] Das unpersönliche Verb weihnachten geht erst auf Theodor Storm zurück. In seinem Gedicht vom Knecht Ruprecht heißt es in den Anfangs- und Schlusszeilen:

Von drauß’ vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr![13]

Biblische Grundlagen

Hauptartikel: Weihnachtsgeschichte
Die Engel verkünden den Hirten die Geburt Christi, Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg (12. Jahrhundert)
Anbetung der Hirten, Relief im Dom zu Trier (um 1740)

Die überwiegende Mehrheit in der historischen Jesusforschung kommt zu dem Schluss, dass Jesus von Nazaret geboren wurde und als Mensch in seiner Zeit gelebt hat. Seine Geburt in Bethlehem wird in zwei der vier Evangelien erzählt: Matthäus und Lukas stellen ihrem Evangelium jeweils unabhängig voneinander eine Kindheitsgeschichte voran. Die Erzählungen wollen aus nachösterlicher Sicht deutlich machen, dass Jesus Christus von Anfang an, bereits als neugeborenes Kind, der Sohn Gottes und der verheißene Messias war.[14]

Lukas und Matthäus

Die heute geläufigere Darstellung stammt aus dem Lukasevangelium:

„In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. / So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.“

Lk 2,1–7 EU

Es folgt bei Lukas die Verkündigung an die Hirten (Lk 2,8–20 EU) und die Darstellung Jesu im Tempel entsprechend jüdischer Vorschrift (Lk 2,21–40 EU). Vorausgegangen war die Verkündigung Jesu an Maria und parallel dazu die Verkündigung und die Geburt von Johannes dem Täufer (Lk 1,3–80 EU).

Das Matthäusevangelium spricht nach dem Stammbaum Jesu (Mt 1,1–17 EU) eher beiläufig von der Geburt Jesu Christi, und zwar in Zusammenhang mit dem Zweifel Josefs an seiner Vaterschaft, dem ein Engel im Traum den Hinweis auf die Bedeutung des Kindes der Maria gab (Mt 1,18–25 EU). Es stellt die Verehrung des Neugeborenen durch die Sterndeuter dar (Mt 2,1–12 EU) und im Anschluss die Flucht nach Ägypten, den Kindermord des Herodes und die Rückkehr von Josef mit Maria und dem Kind nach Nazaret (Mt 2,13–23 EU).

Johannesevangelium und Paulus

Im Evangelium nach Johannes und in den Briefen des Paulus wird die Geburt nicht geschildert, sondern die Geburt, sein öffentliches Auftreten und sein Tod am Kreuz werden vorausgesetzt. Das Johannesevangelium deutet in theologisch-dichterischer Redeweise die Menschwerdung des Gottessohnes:

„Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. / Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. / Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“

Joh 1,9–14 EU

Auch Johannes der Täufer bezeugt und bekräftigt als „Vorläufer Jesu“ diese Aussage in Joh 1,6–8 EU und 1,15 EU.

Bei Paulus wird der Glaube an Jesus Christus nicht in erzählerischer Form dargestellt, sondern theologisch verdichtet. Die Menschwerdung des Gottessohnes wird als Kenosis, als „Entäußerung“ und „Erniedrigung“ gepredigt, so im Brief an die Philipper:

„Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: / Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, / sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. / Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. / Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, / damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu / und jeder Mund bekennt: ‚Jesus Christus ist der Herr‘ – zur Ehre Gottes, des Vaters.“

Phil 2,5–11 EU

Theologische Aussage

Das populäre „Maria legte das Kind in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war“ (Lk 2,7 EU) entspricht somit dem Satz des Johannesevangeliums „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11 EU) und der „Inkarnation“ und „Entäußerung“, dem „Den-Menschen-gleich-Werden“ der paulinischen Theologie (Phil 2,7 EU). Die Aussagen der Evangelien zur Geburt kennzeichnen die gesamte Sendung Jesu Christi als Gottes Heilstat zur Erlösung der Menschen durch seinen Sohn, von Jesu Geburt bis zu seiner Hinrichtung am Kreuz: „Schon in der Geburt ist (oder: wird) hier Jesus der Sohn Gottes“, betonen Matthäus und Lukas, indem sie ihrem Evangelium die weihnachtliche Vorgeschichte voranstellen.[15]

Geschichte

Das Geburtsdatum Jesu Christi wird im Neuen Testament nicht genannt und war dem Urchristentum, das die Todestage seiner Märtyrer beging, unbekannt. In Ermangelung weiterer biographischer Daten wurde das Fest der Geburt des Heilands aus dem Tag der Kreuzigung Christi ermittelt. Der Todestag war aus dem Johannesevangelium als der Tag vor Pessach bekannt, der 14. Nisan. Um das Jahr 200 n. Chr. setzte der Kirchenschriftsteller Tertullian[16] diesen 14. Nisan des jüdischen Lunisolarkalenders mit dem 25. März des römischen Solarkalenders gleich, der zudem der Frühlingstagundnachtgleiche entsprach und von den frühen Christen mit dem ersten Schöpfungstag identifiziert wurde. Nach August Strobel liegt der tiefere Sinn dieses Datums in einer jüdischen Haggada, die auch Isaak, das Vorbild Christi in der frühen Kirche, am 14. Nisan geboren sein lässt. Erst später wurde Ostern und damit auch dem angenommenen Sterbetag Jesu ein bewegliches Datum zugeordnet, während der 25. März zum Fest der Verkündigung des Herrn wurde.

In den ältesten christlichen Kalendern, zum Beispiel im Osterkanon (De pascha computus aus dem Jahre 222) des Hippolyt von Rom, wurde auch Jesu Geburt auf seinen Todestag am 14. Nisan und damit auf den 25. März gelegt.[17] Dagegen bezeichnete die bis 221 n. Chr. reichende Weltchronik (Χρονογραφίαι, Chronographíai) des Julius Africanus den 25. März als Tag der Passion und der Empfängnis Mariens, woraus sich bei einer exakt neunmonatigen Schwangerschaft als Tag der Geburt bereits der 25. Dezember ergab. Zugrunde lag beiden Datierungen die enge Verknüpfung der Menschwerdung Christi mit seiner Passion, die sich letztlich in der symbolischen Identifikation der beiden Geschehnisse niedergeschlagen hätte. Etwa 200 Jahre später wusste Augustinus zu berichten:

Denn er [Jesus] soll an demselben 25. März empfangen worden sein, an dem er auch gelitten hat; der Schoß der Jungfrau, in dem er empfangen wurde und in dem keiner der Sterblichen gezeugt wurde, entspricht dem neuen Grab, in dem er begraben wurde und in das kein Mensch je gelegt wurde, weder vor ihm noch danach. Aber geboren wurde er gemäß der Überlieferung am 25. Dezember.[18]

Clemens von Alexandria berichtet (wiederum zu Beginn des 3. Jahrhunderts) von verschiedenen Daten, an denen in Ägypten die Geburt Jesu Christi gefeiert wurde. So begingen einige das Fest am 25. Pachon (also dem 20. Mai des römischen Kalenders), andere um den 25. Pharmouthi (den 20. April), wieder andere begingen die Taufe Christi am 15. oder 11. Tybi, also am 10. oder 6. Januar.[19] Auf eine Feier der Geburt Jesu Christi im Frühsommer deutet auch die Ordnung des Kirchenjahrs in einigen orientalischen Kirchen hin. Dort war für den Dienstag, Mittwoch und Donnerstag der dritten Woche nach Ostern jeweils die gleiche Leseordnung vorgeschrieben wie zu Weihnachten, so bei den Armeniern die vom 5. und 6. Januar, in der georgischen Kirche die vom 25. und 26. Dezember. In der altpalästinensischen Kirche gab es also vielleicht eine Zeit, in der die Geburt Jesu Christi Mitte Mai gefeiert wurde. Eine auf der Brust getragene Reliquienkapsel (Enkolpion) im Museum von Konstantinopel stellt eine Krippe dar und verweist in der Beischrift auf den 25. Pachon. Die Abschrift einer altpalästinensischen Liturgie führt die Weihnachtsliturgie für den 16. bis 28. Mai auf.[20]

Ähnliche Überlegungen wie in der westlichen Kirche könnten letztlich auch in den orientalischen Kirchen zu einem allerdings differierenden Weihnachtsdatum geführt haben, indem der 14. Nisan im griechischsprachigen Osten des Reichs mit dem 14. Tag des dort gebräuchlichen Frühlingsmonats Artemision gleichgesetzt wurde, der im römischen Kalender dem 6. Mai entsprach, was wiederum – als Datum der Empfängnis aufgefasst – ein Geburtsdatum am 6. Januar, also das Epiphanie-Fest ergab.[21] Der 6. Januar ist als Weihnachtstag aus dem Zypern, Armenien und Mesopotamien des 4. Jahrhunderts belegt. Die gelehrte Pilgerin Egeria beschrieb 385 in ihrem Reisebericht eine besondere Feier in der Geburtskirche mit nächtlichem Gottesdienst zu Betlehem, die ebenfalls um Epiphanias stattfand.[22][23]

Der 25. Dezember in den Quellen

Der Kirchenvater Hippolyt (170–235) schrieb in seinem Danielkommentar IV.23.3., Jesu Geburt „geschah acht (Tage) vor den Kalenden des Januar an einem Mittwoch, als Augustus herrschte das zweiundvierzigste Jahr habend“, was nach römischer Zählweise der 25. Dezember war.[24] Sollte das Datum nicht auf zuverlässiger Tradition beruhen, sondern angenommen sein, könnte es daher kommen, dass Jesus vom Tempel seines Leibes sprach (Joh 2,21 EU) und die Gläubigen eine Verbindung zur Grundlegung des zweiten Jerusalemer Tempels im Jahr 516 v. Chr. (Haggai 2,18) und der Tempelweihe (Chanukka) des Jahres 164 v. Chr. sahen, die beide am 24. Kislew stattfanden, was je nach Jahr dem 25. Dezember entsprechen kann.[25]

Der 25. Dezember als Tag der Geburt Jesu Christi wurde ausdrücklich erstmals von Furius Dionysius Filocalus in seinem Chronograph von 354 genannt, der auf römischen Quellen aus dem Jahre 336 beruht, ein Jahr vor dem Tod Konstantins und zu einer Zeit des Aufschwungs des Christentums. Ein Verzeichnis der römischen Konsuln enthält den Eintrag: „Christus ist während des Konsulats von C. Augustus und L. Aemilianus Paulus am 25. Dezember, einem Freitag, dem 15. Tag des Mondalters geboren“. In dieser römischen Quelle, die einige innere Widersprüche aufweist, ist das Datum auch als liturgischer Festtag zu verstehen, so dass das Jahr 354 zum terminus ante quem für das westkirchliche Weihnachtsfest am 25. Dezember wird.[23] Laut der Weihnachtshomilie des Hieronymus (347–420) soll das Fest in Rom von Anfang an am 25. Dezember begangen worden sein.

Die afrikanische Kirche scheint den 25. Dezember schon früh gefeiert zu haben. Augustinus (354–430) warf den Donatisten vor, bei der Feier der Epiphanie abzuweichen[26], was manche mittels eines argumentum e silentio vermuten lässt, dass der 25. Dezember bereits vor dem donatistischen Schisma 311 in Afrika der Weihnachtstermin gewesen sei. Ältestes Zeugnis ist eine überlieferte Predigt des Optatus von Mileve aus der Zeit um 360 über den Kindermord in Betlehem. Für Oberitalien ist das Datum für das Ende des 4. Jahrhunderts unter anderem durch Filastrius von Brescia[27] belegt. Die Synode von Saragossa bezeugte in can. 4 das Datum für das Jahr 380 in Spanien. Für Gallien gibt es für diese Zeit noch keinen Beleg. Erst im 6. Jahrhundert nennt es Gregor von Tours.[28]

Für das Jahr 380 ist die Feier am 25. Dezember durch Gregor von Nazianz in Konstantinopel belegt. Seine Predigten zu Weihnachten und Epiphanie richteten sich gegen arianische und apollinaristische Lehren und betonten das trinitarische Bekenntnis von Nicäa. Um das Jahr 383 feierte auch Gregor von Nyssa das Weihnachtsfest am 25. Dezember in Kappadokien.[23] Mit dem Weihnachtsfest (bezeichnet als θεοφάνεια, theopháneia „Erscheinen Gottes“) gedachte Gregor der Geburt Christi, während das Epiphaniefest (genannt τὰ φῶτα, ta phôta „die Lichter“) – wie bis heute in der Ostkirche – sich mit der Taufe verband.[29] In Ägypten ist das Weihnachtsfest am 25. Dezember ab 432 nachgewiesen, wohl in der Auseinandersetzung mit Nestorius eingeführt. In Jerusalem wurde es erst im 6. Jahrhundert unter Justinian gefeiert. Während alle anderen Kirchen den 25. Dezember für Weihnachten übernahmen, hält die armenische Kirche am 6. Januar als Geburtsfest Jesu fest.[30]

Im deutschsprachigen Raum wurde Weihnachten zum ersten Mal in den Synodalbeschlüssen der Bairischen Synode erwähnt, deren Datierung aber nicht gelungen ist. Nach dem Stil der Veröffentlichung der Beschlüsse wird die Mitte des 8. Jahrhunderts angenommen. Dort wird eine Fastenzeit vor Weihnachten angeordnet.

Ursprung des Festdatums

Ebenso unsicher wie sein genauer historischer Anfang bleibt auch die Begründung der Wahl des 25. Dezembers als Datum für das Fest. In jüngerer Zeit wurden mindestens drei Hypothesen über den Ursprung des römischen Festdatums vertreten:

  • Die zunächst von Louis Duchesne, später auch von Hieronymus Engberding, Leonhard Fendt und August Strobel vertretene Berechnungshypothese stützt sich auf die von alten jüdischen Schriften vertretene Vorstellung, dass große Patriarchen am selben Tag des Jahres starben, an dem sie geboren wurden. Denn Gott billige nur das Vollkommene, lasse seine hervorragenden Verkünder auf Erden also nur volle Lebensjahre leben. Das galt insbesondere für Isaak, der für Christen Jesu Vorbild wurde. Auch für Jesus wären Anfang und Ende seines irdischen Lebens demnach auf das gleiche Datum gelegt worden, nämlich den 14. Nisan des Jahres 30, der dem 25. März entsprochen hätte. Dabei müsse man jedoch seinen Lebensanfang mit der Empfängnis Mariens gleichsetzen. Das habe den 25. Dezember als Geburtstermin ergeben, der demnach organisch aus dem Passionsbericht des Johannes hervorgegangen wäre. Der heidnische Sol Invictus sei erst eine sekundäre Begründung und nicht der primäre Anstoß für die Wahl des Datums gewesen.[31][32]
Sol Invictus Mithras im Mithrasrelief von Neuenheim (2. Jahrhundert; Badisches Landesmuseum, Karlsruhe)
Christus mit den Insignien des Sonnengotts, Mosaik aus der Nekropole unter dem Petersdom in Rom (3. Jahrhundert)
  • Nach einer zuerst von Hermann Usener[33] vertretenen Hypothese ist das Weihnachtsdatum als Reaktion auf den kultisch begangenen Geburtstag des römischen Reichsgottes Sol Invictus entstanden, den Kaiser Aurelian im Jahre 274 auf die Wintersonnenwende am 25. Dezember legte; am selben Tag des Jahres soll auch die Geburt des Mithras gefeiert worden sein. Das würde zu einer Einführung um 300 führen.[34] Hierzu passen ungefähr zeitgleiche Vergleiche von Christus und der Sonne und die Tatsache, dass „die Weihnachtsfeier in Rom aufkommt, als der Sonnenkult seinen Höhepunkt erreicht“.[35] Die Vorstellung Christi als des wahren „Sol invictus“, des Siegers über den Tod, konnte zudem auch zu einer harmonischen Ordnung des Kalenders systematisiert werden: Danach war das Sonnenjahr so geordnet, dass zur Zeit der Herbsttagundnachtgleiche am 24. September die Verkündigung und Empfängnis Johannes des Täufers, zur Sommersonnenwende am 24. Juni dessen Geburt, zur Frühlingstagundnachtgleiche die Empfängnis Jesu und zur Wintersonnenwende seine Geburt stattfanden.
  • Der evangelische Kirchenhistoriker Hans Lietzmann erweiterte die These seines Lehrers Usener dahingehend, dass das Weihnachtsfest als Dankgebet der Kirche für den Sieg Kaiser Konstantins aufgekommen sei.[36] Diese Vermutung würde zu einem Übergang vom Sol- zum Christus-Kult in der persönlichen und offiziellen Religionsausübung des Kaisers passen, auf die Teile der historischen Forschung im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 313 hingewiesen haben.[37] Als Schwierigkeit dieser Hypothese ergibt sich, dass der 25. Dezember in Konstantinopel, der neuen Residenzstadt Konstantins, erst um 380 angenommen wurde.

Da das Geburtstagsfest des Sol Invictus im frühen 4. Jahrhundert allgemein bestens bekannt war, kann angenommen werden, dass die Übereinstimmung des Datums von christlicher Seite gewollt war. Ein unbekannter christlicher Autor aus dem 12. Jahrhundert schrieb dazu ausdrücklich:

„Die Heiden pflegen nämlich am 25. Dezember das Fest des Geburtstages der Sonne zu feiern und zu ihren Ehren Lichter zu entzünden. Zu diesen Riten luden sie oft auch Christen ein. Da nun die Lehrer der Kirche sahen, dass sich viele Christen zur Teilnahme an diesen Festen verleiten ließen, beschlossen sie, fortan am selben Tag das Fest der wahren Geburt zu begehen.“[38]

Daher wird oft angenommen, dass der Feiertag des Sol Invictus bewusst übernommen und „christianisiert“ worden sei. Auch die Ersetzung des Sabbats durch die christliche Feier des Sonntags, der 321 von Konstantin dem Großen als „verehrungswürdiger Tag der Sonne“ durch Erlass zum öffentlichen Ruhetag erklärt wurde, ist als Anlehnung an den Sonnenkult gedeutet worden. Die offizielle Benennung des Tages (dies solis), den die Christen meist als „Tag des Herrn“ (dies dominica) feierten, verwies explizit auf den römischen Sonnenkult. Papst Julius I., der in Rom von 336 bis 352 n. Chr. amtierte, verfügte urkundlich, diese Feierlichkeiten durch ein christliches Fest zu ersetzen.[39]

Die Frage nach der Kontinuität zwischen der römischen Sol-Verehrung und dem christlichen Kult spielt in der Gegenwart auch in Auseinandersetzungen um das Christentum eine gewisse Rolle. Für Christentumsgegner wie Karlheinz Deschner ist die Übereinstimmung des Weihnachtstags mit dem Festtag des Sol Invictus ein Argument für die Einschätzung des Christentums als synkretistisch. Vertreter dieser Position versuchen so aufzuzeigen, dass das frühe nachapostolische Christentum Elemente älterer heidnischer Religionen übernommen und miteinander verschmolzen haben.

Sowohl die Berechnungshypothese als auch die mit Sol invictus verknüpfte Hypothese lassen Fragen offen, zum Beispiel die, mit welcher Berechtigung der üblicherweise maßgebliche Geburtstermin durch den Termin der Empfängnis ersetzt wurde. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die kunstreiche Berechnung des Geburtsdatums nur dazu diente, die Übernahme eines nichtchristlichen Festdatums zu verdecken. Wenn so der Einfluss des spätantiken Kontextes in der (freilich weitgehend an der patristischen Diskussion orientierten) Berechnungshypothese minimiert wird, dann räumt die Hypothese vom Ursprung im Sol-invictus-Fest der kulturellen Umgebung des frühen Christentums einen größeren Einfluss auf die Kirche ein, als die Zeitgenossen ihn wohl zugegeben hätten. Allerdings ist in der Geschichte des Christentums die Methode nicht ungewöhnlich, andere Religionen zu überwinden, indem deren Feste umfunktioniert wurden. Auf Berührungspunkte zwischen dem Sonnenkult der Spätantike und einem sich allmählich institutionalisierenden Christuskult wurde in der neueren Literatur hingewiesen.[40] Im Falle der Umfunktionierung des Sol-invictus-Festes zum Weihnachtsfest wäre der Sehnsucht, dass die Dunkelheit der Wintersonnenwende überwunden werden möge, eine christliche Form gegeben worden.

Außerchristliche Vorläufer und Parallelen

Mythologische Motive im östlichen Mittelmeerraum

Die Erziehung des Dionysos, römisches Fresko, um 20 n. Chr. (heute im Museo Nazionale Romano)

Das Motiv der göttlichen Zeugung großer Männer und Heroen lag dem Christentum religionsgeschichtlich voraus. Aus ihm ergab sich gewissermaßen logisch der Glaube an eine Jungfrauengeburt, die sich im alten Iran als jungfräuliche Empfängnis des endzeitlichen Retters Saoschjant[41] sowie implizit im Danae-Mythos und den Zeugungslegenden um Platon oder Alexander den Großen findet.[42] Immer blieb es dabei freilich bei einer leibhaftig vorgestellten Empfängnis des jeweiligen Gottessohns, der nicht immer als Erlöser der Welt vorgestellt wurde. Auch jungfräuliche Göttinnen waren der vorchristlichen Antike durchaus bekannt, so wenn Hera ihre Unberührtheit alljährlich durch das Bad in einer heiligen Quelle erneuert.[43] Ähnliches gilt von der ägyptischen Göttin Anat.

Isis mit dem Horusknaben, Bronzestatuette (um 660 v. Chr.; Walters Art Museum, Baltimore)

Die Vorstellung der alljährlichen Wiedergeburt eines Gottes war ebenfalls aus der ägyptischen und griechischen Mythologie bekannt und verband sich darin mit dem Jahreszeiten- und Vegetationszyklus, so namentlich in den Mythen um Osiris und Dionysos. Aufbauend auf der kretischen Fassung seines Mythos, in der Dionysos (auch Zagreus genannt) als Sohn des Zeus oder des Hades und der Persephone auftrat, handelte vor allem die orphische Mythologie von Geburt, Tod und Auferstehung des Gottes.[44][45] Laut einem der Orphischen Hymnen ist Dionysos einst nach Zeus’ Willen zu Persephone hinabgestiegen und soll nun von neuem freudig auferstehen.[46] Der Beiname des Gottes in diesem Hymnos, Liknítes (Λικνίτης), wird dabei verschiedentlich als „der in der Getreideschwinge“[47][45] oder „der in der Wiege“ übersetzt.[48]

Geburt des Dionysos auf dem Berg Nysa, Mosaik im „Haus des Aion“, Paphos (4. Jahrhundert n. Chr.)

Zur Geburt eines göttlichen Kindes kam es auch im Rahmen der Mysterien von Eleusis, die vielleicht selbst als ursprüngliches Neujahrsritual anzusprechen sind: In dem Ausruf „einen heiligen Sohn hat die Herrin geboren, Brimo den Brimos“ kulminierte dort ein nächtliches Ritual.[49] Carl Gustav Jung und Karl Kerényi wiesen auf die archetypische Qualität des „Kindgottes“ hin, der gemäß der dialektischen Formel „kleiner als klein, doch größer als groß“ in enger Beziehung zum erwachsenen Helden stehe. Mit der anfänglichen Verlassenheit des Kindes, seinem „unansehnlichen Beginnen“, ist dabei dennoch die „geheimnisvolle und wunderbare Geburt“ und die „Unüberwindlichkeit des Kindes“ verbunden.[50]

Die genannten Jahreszeiten- und Vegetationsmythen, die sich so ähnlich um Adonis oder Attis rankten, verbanden sich später mit dem von Osten eindringenden Mithraismus, der selbst in Phanes und Aion verschiedene mit dem Sonnenlauf verknüpfte mythische Figuren bereithielt. Wenn der zyprische Bischof Epiphanios von Salamis[51] im 4. Jahrhundert n. Chr. vom Geburtsfest des Aion, des Sohns der jungfräulichen Persephone Kore, berichtet, welches man in Alexandria an Epiphanias (also in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar) gefeiert haben soll, so handelt es sich wohl um eine synkretistische Vorstellung[52], die vielleicht auch schon gnostische und christliche Elemente miteinbezog.[53] Aus früherer Zeit wird ein Geburtsfest des ägyptischen Nilgotts Osiris am 6. Januar berichtet, daneben ein Fest zu Ehren des Dionysos auf der Insel Andros am selben Tag.[54] Die Höhlengeburt des orphischen Dionysos[45] findet sich nicht allein im ägyptischen Aion-Kult wieder, sondern auch im Glauben an eine Geburtshöhle Jesu Christi in Betlehem (über der sich seit Konstantin die Geburtskirche befindet) und folglich in der byzantinischen Ikonenmalerei.[55] Ob das Weihnachtsfest als Übernahme solcher älterer Vorstellungen oder als Verdrängung der parallelen Kulte zu deuten ist, bleibt umstritten. Die Beeinflussung der christlichen Ikonographie durch die antiken Darstellungen des Dionysos, von Isis, Osiris und ihrem gemeinsamen Sohn Horus scheint aber immerhin plausibel.

Jüdische und pagane Prophetie

Benjamin West: The Golden Age (1776; Tate Britain, London)
Junge Schwedinnen feiern das Luciafest

Beim Propheten Jesaja 7,14 heißt es im griechischen Text der Septuaginta mehrdeutig, dass eine „Jungfrau“ (παρθένος auch „junge Frau“, Jes 7,14 LXX) gebären wird; der masoretische Text spricht eindeutig von einer jungen Frau (עלמה, Jes 7,14 OT). Im frühchristlichen Palästina wurden diese Formulierungen als Weissagungen der Geburt Jesu Christi aufgefasst. Später hat Albertus Magnus diese Stelle gar zur Berechnung der Geburtsstunde Jesu herangezogen. Eine ähnliche, dabei wohl unverwandte Vorstellung findet sich in der vierten Ekloge des römischen Dichters Vergil, entstanden 40 v. Chr., wo er die Rückkehr einer Jungfrau und die himmlische Geburt eines neuen Menschengeschlechts als unmittelbar bevorstehend ankündigt:

iam redit et Virgo, redeunt Saturnia regna;
iam nova progenies caelo demittitur alto.
Schon kehrt wieder Astraea, es kehrt Saturnus' Regierung:
Neue Geburten entsteigen nun bald dem erhabenen Himmel.[56]

Vergil bezog sich hier auf eine erhoffte Wiederkehr des goldenen Zeitalters unter Kronos’ Regierung. Die Jungfrau Astraea stand dabei für die göttliche Gerechtigkeit oder Dike. Im 3. Jahrhundert n. Chr. deutete der christliche Theologe Lactantius die beiden Verse als Weissagung der Geburt Christi.

Das altgermanische Mittwinterfest

Dass sich der Ursprung des Weihnachtsfestes mit einem germanischen Mittwinter- oder Julfest verbinden ließe, ist eher unwahrscheinlich, da das Geburtsfest in den Zentren der kirchlichen Welt bereits bestand, als die Missionierung Mittel- und Nordeuropas noch bevorstand. Überschneidungen im Weihnachtsbrauchtum sind dagegen gut denkbar bis plausibel. Dass es für den Mittwinter bei den Nordgermanen Feste gab, ist überliefert. Umstritten ist aber, zu welcher Zeit sie stattfanden und welchen Inhalt sie hatten. Der isländische Mönch Snorri Sturluson berichtet, dass der erste christliche König Norwegens Håkon der Gute ein Fest namens hoggunott oder haukunott von Mitte Januar auf den 25. Dezember habe verlegen lassen.[57] Dies wird zuweilen so gedeutet, dass der christliche König die übliche mittwinterliche Einladung an seine Adligen auf den Weihnachtstag vorverlegt habe; der Text ist diesbezüglich aber nicht eindeutig. Snorri berichtet auch von einem durch Odin eingesetzten rituellen Opfergelage („Jul trinken“), das regelmäßig zur Julzeit stattgefunden habe.[58]

Aus dem volkstümlichen Brauchtum lässt sich rekonstruieren, dass dieses Mittwinterfest zugleich ein Toten- und Fruchtbarkeitsfest war, an dem der Perchta, den Matronen oder Müttern geopfert wurde und maskierte junge Männer als vermeintliche Totengeister gleichermaßen Schrecken verbreiteten und durch Tanzen die Natur neu beleben sollten (vgl. Perchtenlauf).[59] Das schwedische Luciafest am 13. Dezember fiel ursprünglich – bis das Land im Jahr 1752 vom julianischen zum gregorianischen Kalender wechselte – auf den Tag der Wintersonnenwende. Typische Sonnenwendbräuche sind auch in Süddeutschland mit dem Gedenktag der heiligen Lucia von Syrakus verbunden (vgl. das Lucien-Häuschen-Schwimmen im oberbayerischen Fürstenfeldbruck).

Chanukka

Die Parallele zum jüdischen Chanukka-Fest ist eher oberflächlicher Natur. Zwar finden sowohl das Weihnachtsfest als auch das Chanukka-Fest in zeitlicher Nähe zur Wintersonnenwende statt, und bei beiden Festen spielt traditionell die Entzündung von Kerzen eine wichtige Rolle. Gemeinsamkeiten hinsichtlich des Festanlasses gibt es jedoch nicht: Das Chanukka-Fest erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr., das Weihnachtsfest hingegen an die Geburt Jesu. Gleichwohl gibt es bei Juden, die sich seit dem 18. Jahrhundert an das Christentum assimilierten, synkretistische Vermischungen beider Feste, scherzhaft auch „Weihnukka“ genannt.[60]

Die Reise der Weisen im Albani-Psalter, englische Buchmalerei (12. Jahrhundert; Dombibliothek Hildesheim)

Der Stern von Betlehem

Der Stern von Betlehem oder Weihnachtsstern und die Reise der Weisen aus dem Morgenland hat seit längerem die Neugier der Forschung beflügelt. So vermutete der klassische Philologe und Religionsforscher Albrecht Dieterich eine Beziehung der biblischen Magoi zu der Reise des armenischen Königs Trdat I. im Jahre 66 n. Chr. (also vor der Abfassungszeit des Matthäusevangeliums) nach Rom, wo er Kaiser Nero als neuer Vasall zu huldigen gedachte. Unter dem lateinischen Namen Tiridates wurde Trdat von Plinius dem Älteren als „Magus“ bezeichnet.[61] Trdat kehrte auf anderem Wege in ihre Heimat zurück, wie auch die Magier im Evangelium. Dieterich meint, der Verfasser des Evangeliums könnte sich dieses Ereignisses als Vorbild bedient haben, zumal 66 n. Chr. auch der Halleysche Komet sichtbar war.[62]

Der Astrologie- und Astronomiehistoriker Franz Boll wies zudem darauf hin, dass die Episode mit dem Stern als Wundergeschichte angelegt sei und sich an damalige Vorstellungen angelehnt habe, dass mit der Geburt eines Menschen ein Stern am Himmel erscheine, der mit jenes Tod wieder erlösche. Der Stern war nach antiker Vorstellung umso größer und heller, je bedeutender der betreffende Mensch in seinem Leben werde.[63] Daneben hat es bei anderen Forschern verschiedene Versuche einer astronomischen und auch astrologische Deutung des Sterns von Betlehem gegeben. Diskutiert wurden in dieser Hinsicht Supernovaerscheinungen, Kometen oder auch bedeutungsvolle Planetenkonstellationen.

Verbote

Im Jahr 1659 wurde in Massachusetts ein Gesetz verabschiedet, das das Feiern von Weihnachten unter Strafe stellte. Dieses Weihnachtsverbot war auf den Einfluss anglo-amerikanischer Puritaner zurückzuführen, die das Weihnachtsfest als „unbiblisch“ ansahen. Bereits 1644, zur Zeit Oliver Cromwells, hatte ein Beschluss des englischen Parlaments das Feiern von Weihnachten verboten. Nach Ansicht der reformierten Puritaner war das Geburtsdatum Jesu in den Schriften der Bibel nicht genannt, Weihnachten selbst galt als heidnisches Fest. Hinzu kam, dass Weihnachten zu jener Zeit oft in Verbindung mit ausgelassenen Feiern und Alkoholkonsum stand. Die Feier des Weihnachtsfestes verschwand jedoch nicht gänzlich, es bildete sich bald eine Bewegung heraus, die das Brauchtum zu bewahren, reinigen und abzumildern suchte. Um 1750 enthielt das verbreitetste Gesangsbuch in Neuengland auch Weihnachtslieder und um 1760 herum führten die meisten Kalender den 25. Dezember als Weihnachtsfest auf. Das Weihnachtsverbot in Massachusetts musste 1681 auf Druck der englischen Regierung wieder aufgehoben werden, jedoch wurde Weihnachten erst 1856 ein staatlicher Feiertag in den Vereinigten Staaten.[64] Die in Neuengland lebenden Unitarier lehnten noch bis ins 19. Jahrhundert das Feiern von Weihnachten ab.[65]

In Somalia wurde im Dezember 2015 das Weihnachtsfest mit der Begründung verboten, es handle sich um ein muslimisches Land, das „null Toleranz“ gegenüber nicht-islamischen Festen habe. In Brunei verbot die Regierung Weihnachtsschmuck und das Singen von Weihnachtsliedern, da das Fest den muslimischen Glauben gefährde. Die Regierung von Tadschikistan verbot Weihnachtsbäume, Feuerwerk, Festessen und Bescherung am „Fest der Liebe“.[66]

Liturgie und Brauchtum

Die Weihnachtszeit im Kirchenjahr

Der Weihnachtsfestkreis besteht aus der Adventszeit und der Weihnachtszeit.[67] Nach dem letzten Sonntag des Kirchenjahres beginnt mit dem ersten Adventssonntag auch das neue Kirchenjahr. Die Weihnachtszeit beginnt mit der ersten Vesper am Heiligen Abend und endet je nach Konfession am Fest der Erscheinung des Herrn (am 6. Januar) oder am Fest der Taufe des Herrn (am Sonntag nach dem 6. Januar). Der achte Tag oder der Oktavtag, wird im Alpengebiet auch als Ebenweihtag bezeichnet, die katholische Kirche feiert an diesem Tag das Hochfest der Gottesmutter und die Beschneidung des Herrn.

Abweichend von diesem in vielen westlichen Kirchen geltenden Brauch hat der vor allem im Bistum Mailand gepflegte ambrosianische Ritus auch in der Liturgiereform der römisch-katholischen Kirche die Regelungen des Ambrosius beibehalten. Dort beginnt die Adventszeit mit dem 11. November, einem Quatembertag, wodurch sich sechs statt vier Adventssonntage ergeben, und die Weihnachtszeit endet am 2. Februar mit dem Fest der Darstellung des Herrn (volkstümlich auch Mariä Lichtmess genannt). Damit hat sich dort die Tradition bewahrt, dass Buß- und Fastenzeiten sowie die weihnachtliche und die österliche Freudenzeit in Anlehnung an Jesu Rückzug in die Wüste (40 Tage; Mt 4,2 EU), die Sintflut (40 Tage; Gen 7,4.12 EU), Noahs Warten in der Arche auf dem Ararat (40 Tage; Gen 8,6 EU), Israels Exodus (40 Jahre; Ex 16,35 EU) jeweils 40 Tage dauern. Im Brauchtum zeigen sich die Unterschiede darin, dass Christbaum und Krippe bis zum 6. Januar oder bis zum 2. Februar stehenbleiben.

Am Fest der Darstellung des Herrn klingt die Weihnachtszeit nach. Das zeigt sich unter anderem in den liturgischen Perikopen des Tages, die in den westlichen Kirchen gleich sind. In der alttestamentlichen Lesung (Mal 3,1–4 EU) klingt die Adventszeit nach, die Epistel (evangelisch Hebr 2,14–18 LUT, katholisch Hebr 2,11–12.13c–18 EU) blickt bereits auf den Karfreitag, das Evangelium (evangelisch Lk 2,22–24(25–35) LUT, katholisch Lk 2,22–40 EU) schließt unmittelbar an das Weihnachtsevangelium an.

Römisch-katholisch

Bereits Gregor der Große kannte drei heilige Messen am Weihnachtsfest. Die Titelkirchen Roms feierten dagegen anfangs nur zwei heilige Messen: eine nächtliche in Verbindung mit der Matutin und das Hochamt am folgenden Tag. Bereits das Capitulare lectionum aus der Mitte des 6. Jahrhunderts enthält bei allen drei Weihnachtsmessen die klassische Abfolge der Lesungen aus dem Propheten Jesaja, aus den Paulusbriefen und das Evangelium. Diese Ordnung war bis weit ins Mittelalter üblich, örtlich bis ins 18. Jahrhundert.

Johann Ludwig Ernst Morgenstern: Das Innere der Domkirche in Frankfurt, erleuchtet beim Fest der Christmette, Stich (1808)

Die älteste dieser Messen ist die Festmesse des Tages (in die), die bereits von Ambrosius und von Papst Coelestin I. Anfang des 5. Jahrhunderts erwähnt wird. Stationskirche war St. Peter im Vatikan, seit dem 12. Jahrhundert Santa Maria Maggiore. Die zweite Messe war eine wohl aus Jerusalem übernommene Mitternachtsmesse (in nocte, volkstümlich Christmette genannt wegen der Verbindung mit der Matutin). Die Stationskirche der Mitternachtsmesse war die Marienbasilika auf dem Esquilin, (S. Maria Maggiore). Dorthin wurde im 11. Jahrhundert auch die Tagesmesse verlegt, denn die Kirche beherbergt in der Krypta eine Nachbildung der Geburtsgrotte. Eine dritte Messe kam im Morgengrauen (mane in aurora, volkstümlich aufgrund des Evangeliums von der Anbetung der Hirten „Hirtenmesse“ genannt) in der byzantinischen Hofkirche Santa Anastasia auf dem Palatin – „eventuell aus Höflichkeit gegenüber dort residierenden [byzanzinischen] Beamten“ – hinzu.[68] Dort wurde am 25. Dezember das Patrozinium ihrer heiligen Anastasia gefeiert. Diese päpstliche Stationsliturgie führte dazu, dass drei Messen mit unterschiedlichen Messformularen am selben Tag gefeiert werden. Die Texte stammen von Gregor dem Großen. So kam die Weihnachtsliturgie als Ganzes in den gallisch-fränkischen Norden. Karl der Große erklärte sie dann für verbindlich.

Im 11. Jahrhundert tauchen in Frankreich erstmals szenische Darstellungen im Gottesdienst auf, sogenannte Weihnachtsspiele. Franz von Assisi stellte in Greccio eine Krippe mit einem lebenden Ochsen und Esel auf, verlas in der Messe das Evangelium und hielt eine Predigt. Kaiser Joseph II. verbot die Krippenspiele in der Messfeier, die deshalb zum häuslichen Brauchtum wurden.

Liturgisch beginnt die Weihnachtszeit mit der ersten Vesper von Christi Geburt am 24. Dezember und endet am Fest der Taufe Christi am ersten Sonntag nach Epiphanias. Die Lesungstexte schreiten in den Messen fort. In der Messe am Heiligen Abend steht noch die Erwartung im Vordergrund (Jes 62,1–5 EU; Apg 13,16–26 EU und Mt 1,1–25 EU). In der Christmette wird die Freude ausgedrückt (Jes 9,1–6 EU; Tit 2,11–14 EU und Lk 2,1–14 EU). Die Hirtenmesse am Morgen handelt von der Hoffnung auf Erlösung durch die Menschwerdung (Jes 62,11 f. EU, Tit 3,4–7 EU und Lk 2,15–20 EU). Das Hochamt bzw. die Tagesmesse hat Gottes Heilsplan zum Gegenstand, wie er im Prolog des Johannesevangeliums (Joh 1,1–18 EU) zum Ausdruck kommt; vorausgehende Lesungen sind Jes 52,7–10 EU und Hebr 1,16 EU.

Das Weihnachtsfest erhielt in der Liturgie ab dem 8. Jahrhundert eine Oktav, in der aber die in diese Zeit fallenden und zu dem Zeitpunkt bereits bestehenden Heiligenfeste erhalten blieben.[69] Es sind die Feste der Comites Christi (lat. „Begleiter Christi“), nämlich des Stephanus (26. Dezember), Johannes des Evangelisten (27. Dezember) und der unschuldigen Kinder (28. Dezember). Seit 1970 begeht die römisch-katholische Kirche den Oktavtag (Neujahr) als Hochfest der Gottesmutter Maria. Bis 1969 wurde am Oktavtag von Weihnachten das Fest der Beschneidung des Herrn begangen.

Im Kirchenjahr sind auf den Termin des Weihnachtsfestes hingeordnet das Fest der Verkündigung des Herrn am 25. März, neun Monate vor Weihnachten, und das Fest der Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni, sechs Monate vor Weihnachten, damit wird die Datierung aus Lk 1,26 EU aufgegriffen, wonach Maria „im sechsten Monat“ der Schwangerschaft ihrer Verwandten Elisabeth mit Jesus schwanger wurde. Auch der Martinstag am 11. November hat Bezug zu Weihnachten: an diesem Tag begann im Mittelalter die ursprünglich sechswöchige Fastenzeit zur Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, die später auf die vier Wochen des Advents beschränkt wurde.[70]

Evangelisch

In den deutschen evangelischen Kirchen beginnt das Weihnachtsfest wie auch in den anderen Westkirchen am 24. Dezember mit dem Sonnenuntergang. Die am späten Nachmittag oder frühen Abend gefeierte Christvesper kennt als liturgische Texte die Weissagungen des Alten Testaments (Mi 5,1–3 LUT; Jes 9,5–6a LUT und Jes 11,1–2 LUT) und die Geburtsgeschichte des Lukasevangeliums. Dazwischen singt die Gemeinde Weihnachtslieder.

Um „nächtlichen Unfug“ zu unterbinden, verlegte man die Christmette, die im Zentrum von Weihnachten steht, in den frühesten Morgen des Festtages (oft um 4 Uhr) oder ersetzte sie durch die vorabendliche Vesper. Die behördlichen Reserven gegen den Gottesdienst um Mitternacht führten bis ins 18. Jahrhundert zu Konflikten. Die Zahl der Gemeinden, in denen heute der Nachtgottesdienst abgehalten wird, nimmt wieder zu. Das Evangelische Gottesdienstbuch von 1999 nahm dafür ein eigenes Formular auf. Eine Besonderheit des evangelischen Weihnachtsfestes, die bis in die Reformationszeit zurückreicht, ist es, das Weihnachtsfest auch auf den zweiten (früher gar den dritten) Weihnachtstag auszudehnen. Viele Kirchenordnungen regelten, dass auch am zweiten Feiertag über die Geburt Jesu zu predigen sei. Das Evangelische Gottesdienstbuch bietet dafür zwei Formulare, „Christfest I“ und „Christfest II“, die aber austauschbar sind. Das Fest des Erzmärtyrers Stephanus kann in einem Abendgottesdienst berücksichtigt werden. Der Neujahrstag kann auch als Tag der Beschneidung und Namensgebung Jesu begangen werden.[71]

Die reformierten Kirchen lehnten das Weihnachtsfest früher ab. Deshalb gibt es keine reformierten liturgischen Besonderheiten; sie übernahmen schließlich in vielen Fällen lutherische und unierte Traditionen. In Finnland und Estland wird am Heiligen Abend der „Weihnachtsfrieden“ ausgerufen. Früher erhielten Menschen, die während des Weihnachtsfriedens in Finnland eine Straftat begingen, eine doppelt so hohe Strafe wie üblich.[72]

Amerikanische Lutheraner, Episkopalisten und Methodisten benutzen das Common Lectionary, welches von der Consultation on Common Texts erstellt worden ist. Danach werden folgende Texte verwendet: JesLUT, TitLUT, Lk 2,1–20 LUT oder: Jes 52 LUT, HebrLUT und Joh 1,1–14 LUT oder: Jes 62 LUT, TitLUT und Lk 2,1–20 LUT. Bei den aktiven Gemeindemitgliedern der Anglikaner bildet die Kommunion in der mitternächtlichen Eucharistiefeier den Höhepunkt. Während das frühere Book of Common Prayer am Heiligen Abend nur in einigen Gebeten auf das Weihnachtsfest hinwies, wird in den heute gebräuchlichen Agenden, wie dem Common Worship aus dem Jahre 2000, das Weihnachtsereignis ins Zentrum der Schriftlesung und der Gebete gerückt.

Orthodox

Die Anbetung durch die Weisen, byzantinische Elfenbeinschnitzerei des 6. Jahrhunderts (British Museum, London)
Die Geburt Jesu Christi, moderne rumänische Ikone

Die östlichen Kirchen stellten von jeher die Theophanie, heute Epiphanie, am 6. Januar in den Mittelpunkt. Sie ist älter als das Weihnachtsfest. Die Predigten Gregors von Nazianz aus den Jahren 380 und 381 markieren den Übergang vom Gesamtfest Epiphanie zu den beiden Festen Weihnachten – mit dem Schwerpunkt der Geburt einschließlich der Anbetung durch die Weisen – und Epiphanie, das nun exklusiv auf die Taufe Jesu im Jordan bezogen wird. Antiochien übernahm kurze Zeit später das Weihnachtsfest, wie eine Predigt des Johannes Chrysostomos aus dem Jahre 386 belegt. Die Jerusalemer Kirche lehnte das Weihnachtsfest bis ins 6. Jahrhundert ab. Die armenische Kirche hat es bis heute nicht übernommen, sondern hält am umfassenden Festtermin vom 6. Januar fest.

In den übrigen orthodoxen Kirchen wird das Weihnachtsfest heute zwar einheitlich am 25. Dezember begangen, es ergeben sich aber Unterschiede durch den unterschiedlichen Umgang mit der Kalenderreform Papst Gregors aus dem Jahr 1582, die erst nur in der katholischen, dann auch von den protestantischen Kirchen übernommen wurde. Erst der 1923 von dem serbischen Mathematiker Milutin Milanković entwickelte neujulianische Kalender ermöglichte eine partielle Angleichung der Festdaten in Ost und West. Die orthodoxen Glaubensgemeinschaften sind in dieser Frage nach wie vor gespalten. Den neujulianische Kalender – der ebenso wie der gregorianische Kalender die Ungenauigkeit des alten julianischen Kalenders beheben soll – haben seit 1924 die orthodoxen Kirchen von Konstantinopel (das Ökumenische Patriarchat), Alexandria, Antiochien, Rumänien, Bulgarien, Zypern, Griechenland (mit Ausnahme der Klöster auf dem Berg Athos), Albanien und die syrisch-orthodoxe Kirche übernommen. Die Orthodoxe Kirche Finnlands hatte schon 1921 den gregorianischen Kalender übernommen. Andere altkalendarisch ausgerichtete Teilkirchen halten bis heute für alle kirchlichen Feiertage am julianischen Kalender fest, darunter die russische, weißrussische, ukrainische, serbische, mazedonische, georgische und jerusalemitische Kirche, sowie die Autonome Mönchsrepublik Heiliger Berg. Sie begehen alle festliegenden Feiertage im Zeitraum der Jahre 1900 bis 2100 jeweils 13 Tage später als die westlichen Kirchen und die orthodoxen Neukalendarier. Weihnachten wird von ihnen daher am 7. Januar des gregorianischen Kalenders gefeiert.

Das vorweihnachtliche Fasten, das weniger streng ist als das Fasten vor Ostern, beginnt bei den Orthodoxen bereits 40 Tage vor Weihnachten. Ab dem 13. Dezember wird es strenger und erreicht seinen Höhepunkt am 24. Dezember. Es handelt sich dabei aber nicht um eine liturgische Adventszeit. Während dieser Zeit wird die Liturgie Schritt für Schritt mit weihnachtlichen Motiven angereichert. Die beiden letzten Sonntage vor Weihnachten sind den Ahnen Christi gewidmet. Am 24. Dezember wird die Vesper mit acht Schriftlesungen gefeiert, die alle auf Jesus als Erfüllung der Prophezeiungen hinweisen. Auf die Vesper folgt die Taufliturgie des Basilius, ein Hinweis auf den Satz: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt“ (Ps 2,7 EU). Die Lesungen bestehen aus Hebr 1,1–12 EU und Lk 2,1–20 EU. Die große Komplet geht in den Frühgottesdienst über. Beide zusammen gelten als „Nachtwache“, in der die Geburt Christi nach Mt 1,18–25 EU verkündet wird. Zur Matutin wird der gesamte Kanon Christus ist geboren gesungen, und die Gläubigen beten vor der Ikone der Geburt Jesu.

Die Liturgie des Weihnachtstages befasst sich mit dem Besuch der Sterndeuter und hebt die Herrschaft Christi hervor. Dafür wird die Chrysostomus-Anaphora verwendet. Das Evangelium aus Mt 2,1–12 EU widmet sich dem Besuch der Sterndeuter. Mit dem zweiten Weihnachtsfeiertag beginnt die sechstägige Nachfeier mit der Synaxis der Theotokos (Zusammenschau der Gottesgebärerin), einem Fest der Marienverehrung.[73] Am 1. Januar begeht die Orthodoxie das Hochfest der Beschneidung des Herrn.[74]

Wirtschaftliche Aspekte

Das Urbild des modernen Weihnachtsmanns in einer Illustration von Thomas Nast (1863)

In der Literatur wird auch Kritik an dem Weihnachtsfest in heutiger Gestalt geübt, das durch religionsfremde Motive und Erscheinungsformen „verunreinigt“ sei. Die Kritik lässt sich im Wesentlichen auf die Schlagworte Profanierung, Kommerzialisierung sowie Hektik und Stress konzentrieren.[75]

Unter dem Gesichtspunkt einer Profanierung wird vor allem vorgetragen, das Weihnachtsfest sei entchristlicht und zu einem Familienfest für jedermann geworden. Der theologische Gehalt gehe dabei über weite Strecken verloren, stattdessen nähmen Kitsch und Sentimentalität zu. In Bezug auf die „Kommerzialisierung“ wird die in die Adventszeit und oft noch darüber hinaus zurückreichende Ankurbelung des Umsatzes mit Weihnachtsmotiven in den Kaufhäusern und der Werbung beklagt. Die Zeit des Weihnachtsgeschäftes ist im Einzelhandel die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Die Saison wird mittlerweile oft bereits Ende August, Anfang September mit dem Verkauf von traditionellem Weihnachtsgebäck wie Spekulatius, Oblatenlebkuchen, Stollen und Dominosteinen eröffnet.[76] Das mittelständische Handelsunternehmen Käthe Wohlfahrt betreibt seit über 50 Jahren und inzwischen in mehreren Städten Deutschlands und einiger Nachbarländer sowie in den Vereinigten Staaten einen ganzjährigen Handel mit Weihnachtsartikeln.[77]

Feiertagsregelungen

Die Weihnachtsfeiertage sind gesetzliche Feiertage im Dezember oder Januar. Je nach Land ist die Festlegung der Anzahl der Feiertage unterschiedlich.

Kulturelle Aspekte

Ikonographie

Die Geburt Christi, byzantinische Elfenbeinschnitzerei (10. Jahrhundert; Walters Art Museum, Baltimore)

Die christliche Ikonographie entwickelte ihre Motive zunächst aus den Erzählungen des Matthäus- und Lukasevangelium sowie aus den apokryphen Kindheitsevangelien. Hinzu kamen viele Legendentexte verschiedener Herkunft. Seit den Darstellungen in den Katakomben im 3. Jahrhundert bis weit in die Renaissance wurde die Geburtsszene mit der Verkündigung an die Hirten und der Anbetung der Magier verbunden. Der Stall kommt im 4. Jahrhundert hinzu. Sehr früh schon thematisieren die Bilder die besondere Beziehung Jesu zu Maria, zum Beispiel das erste Bad oder die das Jesuskind stillende Mutter, wobei über Maria ein Stern steht (Domitilla- und Priscilla-Katakomben, spätes 3. Jahrhundert). Die früheste künstlerische Darstellung der Geburt Jesu Christi stammt aus der Zeit um 320.[78] Dort ist die Krippe der Form eines Altares angeglichen.

Giotto: Die Geburt Jesu, Fresko in der Cappella degli Scrovegni, Padua (um 1305)

Zu einem neuen Thema führte die Entdeckung der Geburtsgrotte durch die heilige Helena und die Erbauung der Geburtskirche durch Kaiser Konstantin. Schon seit dem frühen 4. Jahrhundert befinden sich Ochs und Esel auf den Bildern, die auf Jesaja 1,3 verweisen: „Der Ochs kennt seinen Besitzer, der Esel seine Krippe“. Sie und die Magier auf demselben Bild bedeuten, dass sowohl die höchsten als auch die niedrigsten Lebewesen das Kind anbeten. Auch symbolisierte der Ochs als reines Tier das jüdische Volk, das an das Gesetz gebunden ist, der Esel als unreines Tier die heidnischen Völker unter der Last des Heidentums. Es gibt bildliche Darstellungen lediglich mit dem Kind in der Krippe und den beiden Tieren; die Unverzichtbarkeit von Ochs und Esel wird im Sinn der Logos-Theologie gedeutet als Hinweis auf die Ankunft des Logos in die Welt der Aloga, der Logos-losen.

In den byzantinischen Darstellungen sind auch die beiden Hebammen Zelomi und Salome dargestellt, die in der christologischen Auseinandersetzung der damaligen Zeit die wirkliche menschliche Geburt Jesu betonen sollen. Die an der jungfräulichen Geburt Jesu zweifelnde Salome will diesen Umstand mit ihrer Hand untersuchen, welche dann zur Strafe verdorrt. Die Berührung des Jesusknaben heilt sie wieder.[79] Dieses Thema ist im 5. und 6. Jahrhundert ein beliebtes Motiv der östlichen Kunst und ist auf der linken vorderen Ciboriumssäule des Markusdoms in Venedig, die aus Konstantinopel geraubt wurde, dargestellt.[80]

Die Gattung der Biblia pauperum („Armenbibel“) weist in ihren Bezügen eine ganze Reihe von Anspielungen auf:

  • Gemäß dem Bild von der Wurzel Jesse (Dan 2,45 LUT) ist Maria der unbehauene Berg, die Geburtshöhle ihr Schoß. „Ohne Zutun eines Menschen brach ein Stein los.“ Weihnachten wird mit Ostern in Beziehung gesetzt. Die Höhle ist auch Sinnbild seines Grabes. Der Kirchenvater Irenäus verglich die Menschwerdung Christi mit seiner Höllenfahrt zwischen Tod und Auferstehung.[81]
  • Als Präfiguration der Jungfräulichkeit Mariens gilt der brennende Dornbusch (ExEU). So wie die Flamme den Dornbusch nicht verzehrte, so versehrte die Empfängnis nicht die Jungfräulichkeit.[82] Walter Felicetti-Liebenfels beschreibt eine Ikone im Sinaikloster aus dem 14. Jahrhundert, auf der Maria selbst in den brennenden Dornbusch gestellt ist.[83] Auch der grünende Aaronstab ((Num 17,23 EU)) steht für die Jungfräulichkeit, da Aarons Stab Blüten trug, ohne gepflanzt worden zu sein.
  • Die Darstellung Gideon mit dem Vlies (Ri 6,37 EU) war das Zeichen der Berufung Gideons zur Rettung seines Volkes und symbolisierte das Wirken des Heiligen Geistes an Maria. Auch Ezechiel vor der verschlossenen Pforte (Hes 44,2 EU) steht als Symbol für die Jungfräulichkeit Mariens.

Diese vier Präfigurationen wurden bereits im 9. Jahrhundert in der byzantinischen Kunst entwickelt und kamen später auch ins Abendland. Sie finden sich auf Tafelbildern des 15. Jahrhunderts, wo sie um die Darstellung der Geburt Christi herum gruppiert werden, so zum Beispiel auf der Mitteltafel des Flügelaltars im Kloster Sams.[84]

Albrecht Altdorfer: Die Anbetung der heiligen drei Könige (um 1530–1535; Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main)
Duccio di Buoninsegna: Die Geburt Christi (1308–1311; National Gallery of Art, Washington)

Auch die antike Ikonographie der Mysterienkulte, die ebenfalls die Geburt eines Gottes kannten, hatte Einfluss auf die frühen christlichen Darstellungen, wie gewisse Parallelen zu antiken Darstellungen der Geburt Alexanders oder des Dionysos zeigen.[85] Auf einem Elfenbeinrelief um 550 zeigt die Hebamme Salome Maria ihre verdorrte Hand. Die Haltung Mariens, liegend, halb aufgerichtet mit der linken Hand am Kinn ist sehr ähnlich der halb liegenden und halb sitzenden Semele bei der Geburt des Dionysos auf einer Elfenbeinpyxis in Bologna.

Matthias Grünewald: Isenheimer Altar (1512–1516; Musée d’Unterlinden, Colmar)
Francisco de Goya: Sagrada Familia (um 1787; Prado, Madrid)

Am Anfang fehlt auf vielen Bildern Maria, häufiger noch Josef. Die Jungfrau Maria wurde erst zum zweiten Schwerpunkt, als das Konzil von Ephesus sie 431 als „Gottesgebärerin“ bezeichnete. In der byzantinischen Ikonographie kommt den beiden Geburtshelferinnen eine besondere Bedeutung zu, die das Kind baden und die Einmaligkeit der Jungfrauengeburt Marias bezeugen. Meist liegt Maria auf einer Liege (κλίνη), was den menschlichen Geburtsvorgang betonen soll. Die Szene wird oft in einer Grotte dargestellt. Josef ist, einer Überlieferung folgend, meist wesentlich älter als Maria und steht schützend im Hintergrund. Frühchristliche und byzantinische Bilder der Geburt Christi sind wesentlich seltener als die mit Sterndeutern und Hirten, also der Epiphanie. Typisch für den byzantinischen Einfluss in Italien ist das Bild von Duccio di Buoninsegna. Der Unterschied zur rein byzantinischen Darstellung liegt in der Darstellung der persönlichen Beziehungen der Personen auf dem Bild untereinander. Die wachsende Marienfrömmigkeit und die franziskanische Spiritualität führten später dazu, dass bereits in der Hochgotik die frühere etwas distanzierte Darstellung zwischen Maria und dem Jesuskind einer innigeren Verbindung zwischen beiden wich und einer natürlicheren Darstellung Platz machte. Damit änderte sich auch die Rolle Josefs, der eine aktivere Rolle zugewiesen bekam. Typisch für diese Darstellungsweise ist die Anbetungsszene von Giotto di Bondone.

Im 14. Jahrhundert häufen sich Darstellungen, in denen Maria und Josef beiderseits des Kindes auf dem Boden sitzen. Am Ende des 14. Jahrhunderts fließen genrehafte Motive in das Bildmaterial ein. Josef bereitet für Mutter und Kind ein Essen, oder er wärmt sich die Hände an einem Ofen. Auch das Herstellen von Windeln oder das Trocknen von Windeln durch Josef wird darstellenswert. In der Spätgotik ist nicht mehr die Darstellung der Kindheitsgeschichte als solche Ziel der Darstellung, sondern die meditative Betrachtung der Menschwerdung. Es bildet sich eine Tendenz zum Andachtsbild heraus. Der Anbetungstypus entwickelt sich bis zum 16. Jahrhundert zum vorherrschenden Motiv. Ein besonderer Höhepunkt ist das theologisch-spekulativ ausgestaltete Geburtsbild (auch „Weihnachtsbild“ oder „Menschwerdung Christi“) von Matthias Grünewald auf der zweiten Schauseite des Isenheimer Altars und die Anbetung der Sterndeuter von Albrecht Altdorfer.

Musik

Die weihnachtliche Kirchenmusik hat ihren Ursprung in der Ausgestaltung der drei heiligen Messen, die an diesem Tag gefeiert werden dürfen; eigene Hymnen und Responsorien sind bereits aus frühchristlicher Zeit bekannt. Daneben spielte das „Gloria in excelsis Deo“ der Engel bei den Hirten auf dem Felde eine Rolle, von dem das Lukasevangelium (Lk 2,14 EU) berichtet.

Weihnachtslieder

Hauptartikel: Weihnachtslied
In dulci jubilo“ im Klug’schen Gesangbuch (1533)
Martin Luthers „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ (1567)

Seit dem Mittelalter bildete sich im westlichen Christentum ein Bestand an volkstümlichen Weihnachtsliedern heraus, die meist im liturgischen Bereich verblieben, also keine ,Hausmusik‘ waren. Von besonderem Interesse sind dabei deutsch-lateinisch textierte Lieder, die aus der Kombination der Gottesdienstsprache mit einigen deutschen Worten oder Strophen hervorgingen. Ein ähnliches Beispiel bilden die Leisen, in denen nur der griechische Abschlussvers Kyrie eleison („Herr, erbarme dich“) erhalten blieb. Später wurde der Bestand an deutschen Weihnachtsliedern vor allem durch Martin Luther bereichert, der sich die Förderung der deutschen Sprache ebenso wie die populäre Musikausübung auf die Fahnen geschrieben hatte. Von ihm stammt eine Neutextierung der alten Melodie „Gelobet seist du, Jesu Christ“ (Strophen 2–7) sowie Text und Melodie der Lieder „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ und „Vom Himmel kam der Engel Schar“.

Mit Versionen in etwa 300 Sprachen und Dialekten hat das 1818 erstmals aufgeführte Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ die größte Verbreitung gefunden; der Text stammt von Joseph Mohr, die Melodie von Franz Xaver Gruber. Ebenfalls weltweit bekannt ist das Lied „O du fröhliche“ (Text: Johannes Daniel Falk und Heinrich Holzschuher, um 1815; Melodie nach dem italienischen Marienlied „O sanctissima, o purissima, dulcis virgo Maria“). Im englischsprachigen Raum reicht das Singen von Christmas carols bis ins Mittelalter zurück. Als traditionelles Weihnachtslied ist das seit dem 16. Jahrhundert belegte „We Wish You a Merry Christmas“ hervorzuheben.

In den volkstümlichen Weihnachtsliedern des 19. Jahrhunderts zeigte sich eine Tendenz zur inhaltlichen Abschwächung der christlichen Botschaft, die teilweise bis zu einer pantheistischen Überhöhung der Weihnachtsstimmung vorstieß. So schrieb der Leipziger Lehrer Ernst Anschütz 1824 das bittere Liebesleidlied „O Tannenbaum“ von August Zarnack – das in seinem Text auf ein Volkslied aus dem 16. Jahrhundert zurückging – zum Weihnachtslied um. Daneben dominiert häufig die Darstellung der Vorfreude auf das Fest den dogmatischen Gehalt der (sonst gut christlichen) Lieder wie in dem Adventslied „Lasst uns froh und munter sein“ oder in „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ (1854). Das freudige Winterlied „Jingle Bells“ (um 1850), das ohne jeden Bezug auf das Weihnachtsfest ist, wurde allerdings erst sekundär als Weihnachtslied verwendet. Der überlieferte Bestand an Weihnachtsliedern, die ursprünglich nur im Kontext von Kirche und Familie gesungen wurde, gehörte bald auch zum Repertoire der Straßenmusikanten. Im letzten Jahrhundert begannen dann auch Kaufhäuser sowie Funk und Fernsehen sie zur Einstimmung und gezielten Werbung einzusetzen.

Bei „Hohe Nacht der klaren Sterne“ handelt es sich um ein nationalsozialistisches „Weihnachtslied“, das 1936 von Hans Baumann, damals Referent der Reichsjugendführung, veröffentlicht wurde. Dieses intentional antichristliche Lied sollte Lieder wie „Stille Nacht, heilige Nacht“ verdrängen.[86] Auch die DDR lieferte mit Liedern wie „Tausend Sterne sind ein Dom“ (1946) des Komponisten Siegfried Köhler, „Sind die Lichter angezündet“ (1950) und dem Adventslied „Vorfreude, schönste Freude“ (1970) Beispiele nichtchristlicher Weihnachtslieder.

Klassische Musik

Besondere weihnachtliche Kompositionen sind zum Teil bis heute bekannt und beliebt, zum Beispiel die Weihnachtshistorie von Heinrich Schütz oder Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, ferner die auf Weihnachten bezogenen Teile des Messiah von Georg Friedrich Händel. Auch Carl Heinrich Graun, Joseph Rheinberger, Engelbert Humperdinck, Hector Berlioz, Camille Saint-Saëns, Frank Martin und Giselher Klebe haben Weihnachtsmusik verfasst. Vom Barock bis ins 21. Jahrhundert wurden Weihnachtskantaten komponiert.

Populäre Musik

Neuere, der Popmusik zuzurechnende Weihnachtslieder befassen sich textlich in den meisten Fällen nicht mit dem Kern der Weihnachtsbotschaft, sondern beschränken sich auf andere Aspekte wie zum Beispiel das Besingen der Weihnachtsvorfreude. Vielfach ist den Stücken leicht anzumerken, wie sie das spezifisch Christliche bewusst zugunsten einer weltanschaulichen Unbestimmtheit ausklammern (wie zum Beispiel in den seit 1993 alljährlich unter dem Titel The Spirit of Christmas erscheinenden Alben). Häufig sind es nur noch reine Winterlieder (wie Irving Berlins „White Christmas“ [1942] und „Let It Snow! Let It Snow! Let It Snow!“ [1945] von Frank Sinatra) oder sogar Liebeslieder (wie „Last Christmas“ [1984] der Popband Wham!), in denen lediglich einige Klangeffekte zum Einsatz kommen, die gemeinhin mit der Weihnachtszeit assoziiert sind (Schlittenglöckchen, Chöre, Orgeln usw.).

Literatur

In der Literatur der christlich geprägten Welt wird das Weihnachtsfest, die Weihnachtsgeschichte, die Weihnachtszeit oder auch die Vorweihnachtszeit seit Jahrhunderten thematisiert, sei es nur am Rande als zeitlicher Fixpunkt eines sonst fiktiven Ereignisses, das dadurch einen bestimmten Beiklang erhält, oder als allegorische Darstellung eines jeweils aktuellen Zeitgeschehens in familiären oder auch gesellschaftlichen Zusammenhängen. Das kann dann als ernsthafte Auseinandersetzung mit der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte und den daraus hervorgegangenen Festbräuchen, aber auch als kritische, sich an den Auswüchsen der Feierlichkeiten reibende Polemik nachzulesen sein.

Bühnenbild aus dem Ballett Der Nussknacker (1892) von Pjotr Tschaikowsky nach der Erzählung Nußknacker und Mausekönig (1816) von E. T. A. Hoffmann

Beispielhaft seien Klassiker wie die Märchen A Christmas Carol (1843; dt. „Eine Weihnachtsgeschichte“) von Charles Dickens oder Bergkristall (1845, 1853) von Adalbert Stifter genannt. Neben den märchenhaft besinnlichen Erzählungen und Romanen dieser Tradition hat sich die Spannbreite der Genres seit Mitte des 20. Jahrhunderts unter anderem auch um satirische Erzählungen wie Nicht nur zur Weihnachtszeit (1952) von Heinrich Böll bis hin zu Kriminalromanen mit Titeln wie Blutiges Fest[87] oder Eiskalte Weihnachten (beide 1993)[88] erweitert.

Sehr zahlreich sind die sich von vorneherein an Kinder und Jugendliche wendenden Geschichten, angefangen mit Klassikern wie Nußknacker und Mausekönig (1816) von E. T. A. Hoffmann und Peterchens Mondfahrt (1912) von Gerdt von Bassewitz über Weihnachten im Stall (1961) von Astrid Lindgren bis hin zu den neueren Erzählungen Das Weihnachtsgeheimnis (1992) und Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort (1993) von Jostein Gaarder. Während das letztgenannte Buch von Jostein Gaarder die Thematik mit durchaus tragischen Ausblicken auf Leben und Tod auslotet, geht es vielen Kinder- und Jugendbuchautoren zumeist schlicht darum, die kindlichen Erwartungen an das „Gabenfest“ mit dem „eigentlichen“ Sinn weihnachtlicher Nächstenliebe zu kontrastieren; in den Bilderbüchern für die ganz jungen Leser bzw. Zuhörer rückt dann nicht selten anstelle des Christkindes oder des Nikolaus der allgemein zum Werbe- und Gabenträger gewordene Weihnachtsmann in den Vordergrund.

Medien

Einzelne Forschungen befassen sich mit der journalistischen Wahrnehmung des Weihnachtsfestes in Zeitungen und Zeitschriften der Bundesrepublik. Edgar Sebastian Hasse untersuchte in seiner theologischen Studie Weihnachten in der Presse[89] die Frage anhand von elf verschiedenen publizistischen Einheiten – darunter Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Bild, Stern, Spiegel, Focus, Bravo und Playboy – über einen Zeitraum von 50 Jahren. Weihnachten stellt sich in den Printmedien von 1955 bis 2005 als Assemblage von Genuss und Geschenken dar. Das christliche Themenspektrum kommt in den Medien um die Hälfte weniger vor als die Themen des Konsums, der Bescherung und Kulinaria. Das Paradigma der Menschwerdung verschwindet immer mehr. Spezifisch weihnachtliche Themen verlieren in Zeitungen und Zeitschriften in den vergangenen 50 Jahren an Gewicht. Sie werden zunehmend durch andere, nicht weihnachtlich konnotierte Themen ersetzt.

Fernsehen

Auf zwei Trickfilme mit dem Titel The Spirit of Christmas (1992 und 1995) geht die Zeichentrick-Fernsehserie South Park (seit 1997) von Trey Parker und Matt Stone zurück. Der darin inszenierte Zweikampf zwischen Jesus und dem Schnee- bzw. Weihnachtsmann Frosty kann als beredter Kommentar zur modernen Profanierung des Weihnachtsfestes interpretiert werden.

Siehe auch

 Portal: Weihnachten – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Weihnachten

Literatur

Weblinks

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 Wikisource: Weihnachten – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Weihnachten – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Weihnachten – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Evangelisches Gottesdienstbuch, Ergänzungsband, S. 155.
  2. Vgl. Mal 3,20 EU
  3. Rudolf Öller: 2004 Martin Luthers Christkind. In: Welt der Naturwissenschaften, Ausgabe Dezember 2004. Dieser Aufsatz beruht zum Teil wörtlich (ohne Quellenangabe) auf: Manfred Becker-Huberti: Feiern – Feste – Jahreszeiten. Lebendige Bräuche im ganzen Jahr. Herder Verlag, Sonderausgabe, Freiburg im Breisgau 2001, ISBN 3-451-27702-6, S. 149ff.; vgl. S. 104f., S. 53f., S. 66f. (erste Auflage 1998, mit anderer Seitenzählung).
  4. a b Weihnacht, Weihnachten. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1961 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
  5. Karl Lachmann, Moriz Haupt (Hrsg.): Des Minnesangs Frühling. S. Hirzel, Leipzig 1857, S. 28.
  6. Oskar Schade: Altdeutsches Wörterbuch. Band 2, Halle an der Saale 1882, S. 1150 f.; Alf Torp, Hjalmar Falk: Wortschatz der germanischen Spracheinheit. In: August Fick et al. (Hrsg.): Wörterbuch der Indogermanischen Sprachen. Dritter Teil. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 41909, S. 408 f.; Friedrich Kluge, Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 23. Auflage. De Gruyter, Berlin und New York 1995, S. 881 f.; Vladimir Orel: A Handbook of Germanic Etymology. Brill Verlag, Leiden und Boston 2003, ISBN 90-04-12875-1, S. 465.
  7. Sebastian Franck: Germaniae chronicon. Westermair, Wörd 1538, Ds. 36b.
  8. Friedrich Kluge: Angelsächsisches Lesebuch. Niemeyer, Tübingen 1888, 2, 12, zitiert nach Grimm und Grimm: Deutsches Wörterbuch, s. v. „Weihnachten“, 8.
  9. Vgl. zum gesamten Zusammenhang den Artikel zum altskandinavischen Kalender.
  10. Belegt sind die Formen mittelniederdeutsch jûl, altnordisch jól, schwedisch und dänisch jul, altenglisch ʒéol, ʒeohhol und englisch yule sowie die Monats- oder Jahreszeitnamen gotisch jiuleis, altenglisch ʒiuli, ʒéola und altnordisch ýlir. Vgl. Grimm und Grimm: Deutsches Wörterbuch, s. v. „Weihnachten“, 1 und 8.
  11. „Nec dierum numerum, ut nos, sed noctium computant.“ Tacitus, Germania 11, zitiert nach Grimm und Grimm: Deutsches Wörterbuch, s. v. „Weihnachten“, 8.
  12. Martin Luther: Werke. Weimar 1883–1929, 37, 48 sowie Tischreden 2, 521, beides zitiert nach Grimm und Grimm: Deutsches Wörterbuch, s. v. „Weihnachten“, 8.
  13. Thedor Storm: Sämmtliche Schriften. Band 1, G. Westermann, 1868, S. 137.
  14. Johannes Riedl: Die Vorgeschichte Jesu. Die Heilsbotschaft von Mt 1–2 und Lk 1–2. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 1968, S. 7–13; Dietrich Wiederkehr: Entwurf einer systematischen Christologie. In: Johannes Feiner, Magnus Löhrer (Hrsg.): Mysterium Salutis. Grundriss heilsgeschichtlicher Dogmatik. Band III/I, Benziger Verlag, Einsiedeln, Zürich und Köln 1970, S. 477–648, hier S. 533.
  15. Dietrich Wiederkehr: Entwurf einer systematischen Christologie. In: Johannes Feiner, Magnus Löhrer (Hrsg.): Mysterium Salutis. Grundriss heilsgeschichtlicher Dogmatik. Band III/I, Benziger Verlag Einsiedeln, Zürich und Köln 1970, S. 477–648, hier S. 533. Das gesamte Zitat lautet: „Die Inkarnationschristologie des NT hat nun, vor allem in den ‚Kindheitsgeschichten‘ von Mt und Lk, die Erhellung des vorösterlichen Weges Jesu noch weiter zurückgetrieben bis auf die Geburt Jesu: Schon in der Geburt ist (oder: wird) hier Jesus der Sohn Gottes. Wir haben damit noch einen weitern Schritt vor die einzelnen Akte Jesu als Gottessohn zurückgetan, dadurch erlangt die Existenz und Wirklichkeit Jesu als solche noch mehr eigenes Gewicht. Noch bevor er als Sohn handelt, ist er es schon von seiner Geburt an.“
  16. Adversus Iudaeos, Nr. 8.
  17. Strobel 1962, S. 183 ff. (Hippolyt kannte also das Datum des 25. Dezember als Tag der Geburt Jesu Christi noch nicht. Eine entsprechende Stelle in seinem Danielkommentar ist als spätere Interpolation erwiesen.)
  18. Augustinus, Sermones 202, zitiert und übersetzt nach Andrew McGowan: How December 25 Became Christmas. Biblical Archaeology Society. Abgerufen am 8. Januar 2017.
  19. Stromata I, 21, zitiert nach Cyril Charles Martindale: Eintrag „Christmas“, in: The Catholic Encyclopedia. Band 3, Robert Appleton Company, New York 1908.
  20. Kluge.
  21. Andrew McGowan: How December 25 Became Christmas. Biblical Archaeology Society. Abgerufen am 8. Januar 2017.
  22. M. L. McClure und Charles L. Feltoe (Hrsg.): The pilgrimage of Etheria. Society for promoting Christian knowledge / The Macmillan company, London und New York [1919], S. 52 f.
  23. a b c Cyril Charles Martindale: Eintrag „Christmas“, in: The Catholic Encyclopedia. Band 3, Robert Appleton Company, New York 1908.
  24. Hippolytus: Kommentar zum Buche Daniel (Εις τον Δανιηλ). Hrsg. von Gottlieb Nathanael Bonwetsch, Hans Achelis. J. C. Hinrichs, Leipzig 1897, S. 243 abgerufen am 29. Januar 2018 (pdf; 46 MB).
  25. In den Jahren 8 und 5 v. Chr. fiel das Chanukkafest auf die Zeit um den 25. Dezember http://www.hagalil.com/kalender/, aufgerufen am 29. Januar 2018.
  26. Augustinus, Sermones 202.
  27. Diuersarum hereseon liber, cap. 140.
  28. Fränkische Geschichte 10, 31.
  29. Hans Förster: Die Anfänge von Weihnachten und Epiphanias: eine Anfrage an die Entstehungshypothesen. Mohr Siebeck, Tübingen 2007, S. 205.
  30. Kirchenkalender: Auflistung der Fest- und Gedenktage der Armenischen Kirche nach dem Gregorianischen Kalender., Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, abgerufen am 23. März 2018; Weihnachten bei den Armeniern Հայկական Սուրբ Ծնունդ. In: Armenier in Rhein-Main, abgerufen am 8. Januar 2014.
  31. Louis Duchesne: Origines du culte chrétien. Études sur la liturgie latine avant Charlemagne. Paris 1902, S. 262 ff.; Hieronymus Engberding: Der 25. Dezember als Tag der Feier der Geburt des Herrn. In: Archiv für Liturgiewissenschaft 2 (1952), S. 25 ff.; Leonhard Fendt: Der heutige Stand der Forschung über das Geburtsfest Jesu am 25. XII. und über Epiphanias. In: Theologische Literaturzeitung 7 (1953), S. 1 ff.; Strobel 1962.
  32. Eine ausführliche Darstellung und Diskussion der Berechnungshypothese ebenso wie der Sol-Invictus-Hypothese (bei ihr „History of Religions hypothesis“ nach dem deutschen Ausdruck „apologetisch-religionsgeschichtliche Hypothese“, S. 127) findet sich bei Susan K. Roll: Toward the Origins of Christmas. Kok Pharos, Kampen (Niederlande) 1995, S. 87–164.
  33. Hermann Usener: Das Weihnachtsfest (= Religionsgeschichtliche Untersuchungen, erster Teil). Verlag von Friedrich Cohen, Bonn 21911; ders.: Sol Invictus (= Rheinisches Museum für Philologie, Band 60). Sauerländer, Frankfurt am Main 1905.
  34. Josef Andreas Jungmann: Der Gottesdienst der Kirche. Tyrolia-Verlag, Innsbruck et al. 1955, S. 299.
  35. Susan K. Roll: Artikel „Weihnachten I“, in: LThK3 10, Sp. 1017–1020, hier Sp. 1017.
  36. Hans Lietzmann: Geschichte der alten Kirche. de Gruyter, Berlin et al. 1932.
  37. Rudolf Leeb: Konstantin und Christus. Die Verchristlichung der imperialen Repräsentation unter Konstantin dem Großen als Spiegel seiner Kirchenpolitik und seines Selbstverständnisses als christlicher Kaiser. De Gruyter, Berlin und New York 1992, S. 9 ff.; Elisabeth Herrmann-Otto: Konstantin der Große. Primus Verlag, Darmstadt 2007, S. 56 f.; Klaus Martin Girardet: Der Kaiser und sein Gott. De Gruyter, Berlin und New York 2010, S. 24f.
  38. Syrischer Scholiast des Dionysius bar Salibi = CIL 1, S. 338.
  39. Feierten die alten Römer auch Weihnachten? In: Was ist was, abgerufen am 11. Januar 2016; Rolf Maag: Die wahre Geschichte von Weihnachten. In: 20 Minuten, 24. Dezember 2012; Warum ist Weihnachten am 25. Dezember? In: Schweizer Radio und Fernsehen, 25. Dezember 2015.
  40. Martin Wallraff: Christus verus Sol. Sonnenverehrung und Christentum in der Spätantike. Aschendorff, Münster 2001, S. 200 f.; Rudolf Leeb: Konstantin und Christus. Die Verchristlichung der imperialen Repräsentation unter Konstantin dem Großen als Spiegel seiner Kirchenpolitik und seines Selbstverständnisses als christlicher Kaiser. De Gruyter, Berlin und New York 1992, S. 23–28.
  41. Gerhard Delling: Parthenos. In: Gerhard Kittel (Hrsg.): Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament, Band 5. Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 828.
  42. Martin Dibelius: Jungfrauensohn und Krippenkind. Carl Winter, Heidelberg 1932, S. 25–35 und 44 ff.
  43. Pausanias, Beschreibung Griechenlands II, 36, 2.
  44. Diodorus Siculus, Historische Bibliothek V, 75.4.
  45. a b c Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen. Band 1: Die Götter- und Menschheitsgeschichten. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2007, S. 197–201.
  46. Orphischer Hymnos 46, in: Die Hymnen des Orpheus, griechisch und deutsch. In dem Versmaaße des Urtextes zum erstenmale ganz übersezt von David Karl Philipp Dietsch. I. I. Palm und Ernst Enke, Erlangen 1822, S. 115. Vgl. Plutarch: Von Isis und Osiris 365a (= 35).
  47. Walter F. Otto: Dionysos. Mythos und Kultus. V. Klostermann, Frankfurt am Main 1933, S. 76 ff.
  48. Jarl Fossum: The Myth of the Eternal Rebirth. Critical Notes on G. W. Bowersock, „Hellenism in Late Antiquity“. In: Vigiliae Christianae, Bd. 53, Nr. 3 (August 1999), S. 305–315, hier S. 308; Eduard Norden: Die Geburt des Kindes. Geschichte einer religiösen Idee. B. G. Teubner, Leipzig und Berlin 1924, S. 36.
  49. Fossum: The Myth of the Eternal Rebirth, S. 310; Michael Janda: Eleusis. Das indogermanische Erbe der Mysterien. Institut für Sprachwissenschaft, Innsbruck 2000, S. 63 f., 302 ff.
  50. Carl Gustav Jung, Karl Kerényi: Einführung in das Wesen der Mythologie. Gottkindmythos. Eleusinische Mysterien. Pantheon Akademische Verlagsanstalt, Amsterdam und Leipzig 1941, S. 44 f., 124–134.
  51. Panarion (auch Adversus haereses) LI, 22, 8-10.
  52. Norden: Die Geburt des Kindes, S. 33 ff.; Hugo Rahner: Griechische Mythen in christlicher Deutung. Zürich 1945, S. 1 f., 145 ff.; Fossum: The Myth of the Eternal Rebirth.
  53. Hermann Usener: Das Weihnachtsfest (= Religionsgeschichtliche Untersuchungen, erster Teil). Friedrich Cohen, Bonn 21911, S. 27 ff.
  54. Plutarch, Von Isis und Osiris 355 E (= 12); Plinius der Ältere, Naturalis historia II, 231. Vgl. Norden: Die Geburt des Kindes, S. 33 ff.
  55. Fossum: The Myth of the Eternal Rebirth, S. 308 f., 315.
  56. Vergil, Vierte Ekloge, v. 6 f. (deutsche Übersetzung von Christian Nathanael von Osiander).
  57. Snorris Königsbuch. Heimskringla, übersetzt von Felix Niedner. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf und Köln 1965.
  58. Hanns Bächtold-Stäubli et al. (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. De Gruyter, Berlin und New York 1987, Band 9, s. v. „Weihnacht“ I, Sp. 867 ff.
  59. Zu denken ist hier an das sogenannte „gotische Weihnachtsspiel“, das Konstantin VII. (r. 912–959) in De ceremoniis aulae Byzantinae beschrieben hat.
  60. „Happy Weihnukka“ auf Russisch. In: Zentralrat der Juden in Deutschland (Hrsg.): Zukunft. 4, Nr. 11, 26. November 2004. Abgerufen am 25. Dezember 2010.
  61. Plinius: Naturgeschichte. Übersetzt von Johann Daniel Denso, Rostock und Greifswald 1765. Dreyßigstes Buch, zweytes Kapitel, S. 564 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche) „Tyridat, ein Magier, war zu ihm gekommen, welcher das ganze armenische Siegesgepränge mit sich schleppte, und also den Landschaften beschwerlich fiel. […] Er hatte ihn auch zu magischen Mahlzeiten eingeweihet: doch ob ihm Nero gleich sein Reich wiedergab, hat er doch diese Kunst von ihm zu erhalten nicht vermogt.“ Vgl. das Original der Naturalis historia, liber XXX: „Magus ad eum Tiridates venerat Armeniacum de se triumphum adferens et ideo provinciis gravis. […] Magos secum adduxerat, magicis etiam cenis eum initiaverat; non tamen, cum regnum ei daret, hanc ab eo artem accipere valuit.“
  62. Albrecht Dieterich: Die Weisen aus dem Morgenlande; in: Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde des Urchristentums 3 (1902), S. 1–14, hier S. 9, Digitalisat.
  63. Franz Boll: Der Stern der Weisen. In: Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde des Urchristentums 18 (1917), S. 40–48, hier S. 44, mit vielen Nachweisen aus der antiken Literatur.
  64. Massachusetts Foundation for the Humanities: Christmas Celebration Outlawed.
  65. Mark W. Harris: The A to Z of Unitarian Universalism. The Scarecrow Press, 2009, ISBN 978-0-8108-6817-5, S. 110.
  66. Marie-Therese Helmschmied: „Diese Länder haben 2015 Weihnachten verboten“. In: Die Welt, 23. Dezember 2015.
  67. Unser Kirchenjahr . Katholisch.de, abgerufen am 6. Januar 2018.
    Liturgischer Kalender. Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, archiviert vom Original am 14. Dezember 2001; abgerufen am 6. Januar 2018.
    Karl-Heinrich Bieritz: Das Kirchenjahr: Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart. Bearbeitet von Christian Albrecht. C.H.Beck, München, 9. Auflage, 2014, ISBN 978-3-406-65900-3, S. 105ff. (Vorschau bei Google-Books).
  68. B. Kranemann: Artikel Weihnachten. In: Lexikon des Mittelalters, Bd. 8, 2109 f.
  69. Philipp Harnoncourt: Weihnachtsoktav. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche (LThK). 3. Auflage. Band 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001.
  70. Werner Mezger: „Brenne auf, mein Licht…“ Zur Entwicklung, Funktion und Bedeutung der Brauchformen des Martinstages. In: Werner Groß, Wolfgang Urban (Hrsg.): Martin von Tours. Ostfildern 1997, S. 273–350, hier S. 277. Zitiert nach: Martin Happ: Alte und neue Bilder vom heiligen Martin. Brauchtum und Gebrauch seit dem 19. Jahrhundert. Köln,Weimar und Berlin 2006, S. 237.
  71. Liturgisches Kalendarium zum Evangelischen Gottesdienstbuch. Präsidium der Union Evangelischer Kirchen in der EKD und die Kirchenleitung Vereinigter Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, 2006, archiviert vom Original am 19. Mai 2012; abgerufen am 25. Dezember 2010 (PDF; 605 kB).
  72. Turku – Stadt des finnischen Weihnachtsfriedens. FinnContact, abgerufen am 25. Dezember 2010.
  73. Konrad Onasch: Das Weihnachtsfest im orthodoxen Kirchenjahr. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1958.
  74. Hochfest – Beschneidung des Herrn. Russische Gedächtniskirche. Abgerufen am 25. Dezember 2010.
  75. Susan K. Roll: Weihnachten / Weihnachtsfest / Weihnachtspredigt. In: Theologische Realenzyklopädie 35. De Gruyter, Berlin und New York 2003, S. 453–468, hier: S. 463 ff.; Ingeborg Weber-Kellermann: Das Weihnachtsfest. Eine Kultur- und Sozialgeschichte der Weihnachtszeit. Bucher, Luzern und Frankfurt am Main 1978; ISBN 3-7658-0273-5; S. 223
  76. dpa: Im Handel ist bald Weihnachten: Die Nachfrage nach Zimtsternen und Lebkuchen steigt. In: Der Tagesspiegel, 28. August 2015, abgerufen am 19. April 2017
  77. Susanne Gilg: Wenn Weihnachten nie aufhört. In: Südkurier, 18. Dezember 2010, abgerufen am 19. April 2017; Weihnachten das ganze Jahr. In: WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 12/2003, Seite 35, abgerufen am 19. April 2017
  78. Deichmann 1967, Nr. 772.
  79. Apokryphes Protoevangelium des Jakobus 19,3.
  80. Weigel 1997.
  81. Konrad Onasch: Das Weihnachtsfest im orthodoxen Kirchenjahr; Berlin: Evangelisch Verlags-Anstalt, 1958; S. 177 ff.
  82. Schiller 1966, Abb. 171.
  83. Walter Felicetti-Liebenfels: Geschichte der byzantinischen Ikonenmalerei. Von ihren Anfängen bis zum Ausklange, unter Berücksichtigung der Maniera greca und der italo-byzantinischen Schule. Urs-Graf-Verlag, Bern-Olten 1956, S. 53.
  84. Henrik Cornell: The Iconography of the Nativity of Christ. Uppsala 1924, Abb. 46.
  85. Schmid 1890, S. 94; Weitzmann 1951, S. 38 ff.
  86. Michael Fischer: Hohe Nacht der klaren Sterne. In: Populäre und traditionelle Lieder. Historisch-kritisches Liederlexikon. 2007, abgerufen am 26. Dezember 2010.
  87. Stephen Laws: Blutiges Fest. Roman. München 1993, ISBN 3-426-70005-0.
  88. Richard Dalby (Hrsg.): Eiskalte Weihnachten. Geschichten von Mord und Totschlag. München 1993, ISBN 3-426-67025-9.
  89. Edgar Sebastian Hasse; Johanna Haberer, Friedrich Kraft, Ronald Uden (Hrsg.): Weihnachten in der Presse: komparative Analysen der journalistischen Wahrnehmung des Christfestes anhand der „Weihnachtsausgaben“ ausgewählter Tageszeitungen und Zeitschriften (1955 bis 2005) (Studien zur christlichen Publizistik, 19). Christliche Publizistik Verlag, Erlangen 2010, ISBN 978-3-933992-20-8. Zugleich Greifswald, Univ., Diss., 2005
  90. komparativ = vergleichend, siehe: Komparation