100. Deutscher Katholikentag

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Zelte der Kirchenmeile auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz.
Grußbotschaft von Papst Franziskus auf dem Leipziger Markt.
Eine der zahlreichen öffentlichen Diskussions- und Präsentationsveranstaltungen: Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), im Gespräch mit Stephanie Heinrich.

Der 100. Deutsche Katholikentag fand vom 25. Mai bis zum 29. Mai 2016 in Leipzig statt. Gastgeber war das Bistum Dresden-Meißen, das mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) Veranstalter des Katholikentags war. Das Leitwort lautete „Seht, da ist der Mensch“.[1] Insgesamt nahmen rund 40.000 Menschen am Katholikentag teil, deutlich weniger als beim vorangegangenen 99. Deutschen Katholikentag in Regensburg 2014.[2]

Der Katholikentag begann auf dem Leipziger Marktplatz. Dort wurde auf den Leinwänden eine Grußbotschaft von Papst Franziskus eingespielt, die dieser auf Deutsch sprach.[3] Bundespräsident Joachim Gauck war anwesend und wandte sich an die Teilnehmer.

Es gab etwa tausend Angebote wie Gottesdienste, Konzerte, Podiumsdiskussionen und Workshops.[4]

Zentrale Themen des Katholikentags waren Migration und der Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland und Europa.[5][6]

Zahlreiche Veranstaltungen fanden unter freiem Himmel und in der Innenstadt statt. Zu den Orten gehörten die Propsteikirche St. Trinitatis, die Thomaskirche, die Nikolaikirche, die Kongresshalle, das Rathaus, die Reformierte Kirche, das Zeitgeschichtliche Forum, die Moritzbastei, das Gewandhaus und die Oper.

Auch Politiker wie Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Alois Glück (CSU) und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) waren anwesend.[7]

Medial rezipiert wurden die Beschwerden der Alternative für Deutschland (AfD), von den Organisatoren im Gegensatz zu anderen Parteienvertretern nicht zu Gesprächsrunden und öffentlichen Auftritten eingeladen worden zu sein.[8][9] Die Organisatoren des Katholikentags hätten den „Rechtspopulisten keine Plattform“[10] bieten wollen.

Für die Unterbringung der Besucher des Katholikentages wurden zahlreiche Schulen in Leipzig umfunktioniert.[11]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik an der Kirchentagsfinanzierung im öffentlichem Raum.

Kritisiert wurde, dass der Katholikentag als religiöse Veranstaltung zu einem erheblichen Teil mit öffentlichen Mitteln finanziert wurde. So wurde durch das ZdK von der Stadt 1 Million Euro beantragt, beim Freistaat Sachsen 3 Millionen Euro und beim Bund 500.000 Euro.[12][13] Zum Streit über die Zahlungen kam es auch im Stadtrat.[14] Auch übte die Leipziger Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann (Piratenpartei Deutschland) daran Kritik.[15]

Nach der vorläufigen Schätzung des Kultur-Dezernats gaben die rund 40.000 Besucher netto 7,2 Millionen Euro aus. Davon flossen 3,5 Millionen Euro unter anderem in Form zusätzlicher Steuereinnahmen an die Kommune zurück. Durch Mieten, Gebühren und Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit dem Katholikentag angefallen waren, nahm sie zudem weitere 4 Millionen Euro direkt ein.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: 100. Deutscher Katholikentag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leitwort des 100. Katholikentages. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 29. Mai 2016; abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Meldung, welt.de, 28. Mai 2016, abgerufen am 29. Mai 2016
  3. Matthias Drobinski: „Das Staatsschiff ist nicht im Orkan.“. In: Süddeutsche Zeitung vom 26. Mai 2016, abgerufen am 29. Mai 2016
  4. Meldung, sueddeutsche.de, 25. Mai 2016, abgerufen am 29. Mai 2016
  5. domradio.de: Migration, Integration, Fremdenfeindlichkeit, 23. Mai 2016, abgerufen am 28. Mai 2016.
  6. mdr.de: 100. Katholikentag im Zeichen von Flucht und Migration (Memento vom 28. Mai 2016 im Internet Archive), 4. Februar 2016, abgerufen am 28. Mai 2016.
  7. Auf Wiedersehen Leipzig. domradio.de, 29. Mai 2016, abgerufen am 29. Mai 2016
  8. 100. Katholikentag - Leipzig als ein politisches Statement. In: Deutschlandfunk. Abgerufen am 28. Mai 2016.
  9. spiegel.de: „AfD und die Kirchen: Über Kreuz“, 28. Mai 2016, abgerufen am 28. Mai 2016.
  10. Berliner Erzbischof rechtfertigt Entscheidung gegen AfD (Memento vom 26. Mai 2016 im Internet Archive), rbb24, 25. Mai 2016, abgerufen am 30. Mai 2016
  11. LVZ-Online: Exkursion statt Unterricht – 35 Leipziger Schulen werden zum Katholikentag zu Schlafquartieren / Katholikentag / Themenspecials / Specials - LVZ - Leipziger Volkszeitung. In: www.lvz.de. Abgerufen am 3. Juni 2016.
  12. Finanzen Katholikentag Leipzig 2016 / Leipzig rechnet sich Katholikentag schön. In: hpd.de. Abgerufen am 14. Juli 2017.
  13. Kosten des Katholikentags. In: katholikentag.de. Abgerufen am 14. Juli 2017.
  14. Jennifer Stange: Streit über Katholikentag 2016 in Leipzig Teure Toleranz. In: spiegel.de. Abgerufen am 10. Juli 2017.
  15. LVZ-Online: „Jeder soll seine Party selbst bezahlen“ – Drei Monate vor Katholikentag in Leipzig: Kritik an Förderung hält an / Katholikentag / Themenspecials / Specials - LVZ - Leipziger Volkszeitung. In: www.lvz.de. Abgerufen am 3. Juni 2016.
  16. Dirk Anger: Bilanz in Leipzig: Katholikentag spült Geld in die Stadtkasse. In: Westfälische Nachrichten, Online-Fassung vom 8. November 2016; abgerufen am 22. Oktober 2017