1018

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender

| 10. Jahrhundert | 11. Jahrhundert | 12. Jahrhundert |
| 980er | 990er | 1000er | 1010er | 1020er | 1030er | 1040er |
◄◄ | | 1014 | 1015 | 1016 | 1017 | 1018 | 1019 | 1020 | 1021 | 1022 | | ►►

Staatsoberhäupter · Nekrolog

1018
Karte der Nieder- und Oberlausitz
Mit dem Frieden von Bautzen zwischen Boleslaw Chrobry und Heinrich II. werden die Lausitz und das Milzenerland polnisch.
1018 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 466/467 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1010/11
Buddhistische Zeitrechnung 1561/62 (südlicher Buddhismus); 1560/61 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 61. (62.) Zyklus

Jahr des Erde-Pferdes 戊午 (am Beginn des Jahres Feuer-Schlange 丁巳)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 380/381 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 396/397
Islamischer Kalender 408/409 (Jahreswechsel 19./20. Mai)
Jüdischer Kalender 4778/79 (12./13. September)
Koptischer Kalender 734/735
Malayalam-Kalender 193/194
Seleukidische Ära Babylon: 1328/29 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1329/30 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 1056
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1074/75 (Jahreswechsel April)

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik und Weltgeschehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bulgarien/Byzantinisches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basileios in der Rüstung eines Generals, ihm zu Füßen acht Figuren in unterwürfiger Proskynese; Nachbildung einer Buchmalerei aus einem Psalter, 11. Jahrhundert

Zar Iwan Wladislaw von Bulgarien stirbt Anfang des Jahres während der Belagerung von Dyrrhachium, die genauen Umstände seines Todes sind unbekannt. Er wird von seinem ältesten Sohn Presian II. beerbt. Doch schon im Februar erobert der byzantinische Kaiser Basileios II. Kastoria und mehrere andere Städte und schließlich auch die bulgarische Hauptstadt Ohrid und unterwirft das bulgarische Reich. Presian und seine Brüder werden nach der Unterwerfung als Würdenträger am Hof von Konstantinopel aufgenommen, wobei Presian den hohen Titel eines Magistros erhält. Auch Maria, die Witwe des Zaren Iwan Wladislaw, wird zusammen mit ihren Kindern Basileios in Ohrid übergeben. Bulgarien wird dem Reich eingegliedert, womit sich die byzantinische Grenze weit nach Nordwesten verschiebt.

Süditalien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italien um 1000

Ostfränkisch-deutsches Reich/Osteuropa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bericht über die Eheschließung Odas mit Bolesław I. in der Chronik Thietmars von Merseburg (Faksimile). Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Msc. R 147, Blatt 176 b
  • 3. Februar: Der Frieden von Bautzen wird durch die Hochzeit von Boleslaw Chrobry mit Oda, der jüngsten Schwester von Markgraf Hermann I. von Meißen aus dem Geschlecht der Ekkehardiner, besiegelt. In Begleitung von Hermann und Bolesławs Sohn Otto reist Oda zur Burg Cziczani, Residenz der Piasten in der Niederlausitz. Nach diesem Friedensschluss wendet sich Bolesław nach Osten und erobert mit seinem Heer im Sommer Kiew. Dort setzt er seinen Verbündeten Swjatopolk I. neuerlich als Großfürst der Kiewer Rus ein. Swjatopolks Halbbruder Jaroslaw I. kann zwar nach Nowgorod fliehen, seine weiblichen Verwandten und ein großer Goldschatz fallen jedoch in die Hände des polnischen Herzogs.
  • Februar: Die Liutizen fallen im Reich der Abodriten ein. Deren Fürst Mistislaw muss in den sächsischen Bardengau fliehen.
Ort des Reichstages von 1018 am Mainufer in Offenbach-Bürgel
  • Juni: Heinrich II. hält den “Reichstag” in Bürgel (korrekt: Reichsversammlung) am Mainufer ab. In seinem Gefolge befinden sich neben Kaiserin Kunigunde und dem Reichskanzler und Erzbischof von Mainz Erkanbald eine große Anzahl von Fürsten. Unter anderem wird über die Ehe des reich begüterten Grafen Otto von Hammerstein mit Irmingard von Verdun beraten. Die beiden stehen nach kanonischem Recht in einem zu nahen Verwandtschaftsverhältnis und sind deshalb schon früher im Jahr auf Initiative des Mainzer Erzbischofs Erkanbald wegen Inzests exkommuniziert worden. In Bürgel wird schließlich die Unrechtmäßigkeit der Ehe festgestellt. Otto unterwirft sich zwar vordergründig dem Spruch, hält aber faktisch an seiner Ehe fest.

Skandinavien/Britische Inseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1016/1018: Malcolm II. von Schottland besiegt Truppen des englischen Kleinkönigreichs Northumbria in der Schlacht bei Carham. Hauptgrund für die Schlacht sind Streitigkeiten wegen der Region Lothian. Nach der Schlacht ist der größte Teil von Schottland unter der Kontrolle der schottischen Könige, auch wenn sich die Wikinger noch in Ross-shire, Caithness, Sutherland, und auf den Äußeren Hebriden behaupten können.

Iberische Halbinsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Valencia wird Abd ar-Rahman IV. von einigen Berberführern zum Kalifen erhoben, nachdem im Kalifat von Córdoba die Hammudiden unter Ali ibn Hammud an-Nasir an die Macht gekommen sind. Zwar kann er sich mit dem muslimischen Statthalter von Saragossa und dem Grafen von Barcelona verbünden, doch die Hammudiden halten sich an der Macht in Córdoba. Bei einem Angriff auf Granada wird Abd ar-Rahman von seinen Berbertruppen im Stich gelassen, besiegt und bei Guadix auf der Flucht ermordet. Doch auch Ali ibn Hammud an-Nasir wird noch im gleichen Jahr von einem Sklaven ermordet. Nachfolger wird sein Bruder al-Qasim al-Ma'mun, der bisherige Statthalter in Sevilla.

Arabische Halbinsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • um 1018: Im Jemen erlischt die Dynastie der Ziyadiden mit der Ermordung des letzten Herrschers durch den Hofsklaven Nafīs. Nafīs übernimmt die Regierung, sieht sich jedoch schnell der Konkurrenz seines Bruders Nadschah gegenüber.

Urkundliche Ersterwähnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bulgarisch-orthodoxe Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Eroberung Bulgariens reorganisiert der byzantinische Kaiser Basileios II. die Bulgarisch-orthodoxe Kirche. Das bisherige Patriarchat wird in ein Bistum umgewandelt. Nachdem der Patriarch vertrieben worden ist, errichtet der Kaiser, ohne die bestehende Autokephalie anzutasten, das Erzbistum von Ohrid und ganz Bulgarien. Das Erzbistum bleibt formal von der byzantinischen Reichskirche unabhängig, jedoch werden die Bischöfe vom byzantinischen Kaiser ernannt. Der erste von Kaiser Basileios II. ernannte Erzbischof Johannes I. Debranin ist noch ein Slawe, danach erfolgt jedoch eine kontinuierliche Hellenisierung.

Bauwerke und Grundbesitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirchenhierarchie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oliva-Statue in Vic

Geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geburtsdatum gesichert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genaues Geburtsdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren um 1018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gestorben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Todesdatum gesichert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung des Bischofs Thietmar von Merseburg auf dem Stadtbrunnen in Tangermünde

Genaues Todesdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markgraf Heinrich I., der Starke (Ausschnitt aus dem Babenberger-Stammbaum, Stift Klosterneuburg)

Gestorben um 1018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1015/1018: Adelheid von Vilich, erste Äbtissin der von ihren Eltern gegründeten Benediktinnerinenabtei Vilich bei Bonn
  • nach dem 22. Februar 1017: Wigo, Bischof von Brandenburg
  • spätestens 1018: Poppo (V.), Abt von Lorsch und Fulda

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: 1018 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien