1095

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender

| 10. Jahrhundert | 11. Jahrhundert | 12. Jahrhundert |
| 1060er | 1070er | 1080er | 1090er | 1100er | 1110er | 1120er |
◄◄ | | 1091 | 1092 | 1093 | 1094 | 1095 | 1096 | 1097 | 1098 | 1099 | | ►►

Staatsoberhäupter · Nekrolog

1095
Papst Urban II. auf der Synode von Clermont
Papst Urban II. ruft auf der
Synode von Clermont
zum ersten Kreuzzug auf.
Koloman
Koloman wird
König von Ungarn.
1095 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 543/544 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1087/88
Buddhistische Zeitrechnung 1638/39 (südlicher Buddhismus); 1637/38 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 63. (64.) Zyklus

Jahr des Holz-Schweins 乙亥 (am Beginn des Jahres Holz-Hund 甲戌)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 457/458 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 473/474 (um den 21. März)
Islamischer Kalender 487/488/489 (10./11. Januar // 30./31. Dezember)
Jüdischer Kalender 4855/56 (2./3. September)
Koptischer Kalender 811/812
Malayalam-Kalender 270/271
Seleukidische Ära Babylon: 1405/06 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1406/07 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 1133
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1151/52 (Jahreswechsel April)

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik und Weltgeschehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Päpstliche Synoden und Kreuzzugsidee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. bis 5. März: An der von Papst Urban II. einberufenen Synode von Piacenza nehmen rund 4.000 Kleriker, darunter etwa 200 Bischöfe, und 30.000 Laien teil. Urban will mit der großen Versammlung vor zahlreichen kirchlichen und weltlichen Würdenträgern seine Autorität nach dem Ende des Investiturstreits unterstreichen, insbesondere gegenüber dem Kaiser Heinrich IV. unterstützenden Gegenpapst Clemens III. und seinen Anhängern. Das im Nachhinein bedeutsamste Ereignis der Synode von Piacenza ist das Erscheinen eines Gesandten des byzantinischen Kaisers Alexios I., das eine Annäherung Roms an Byzanz signalisiert. In Piacenza berichten die Byzantiner von der Bedrohung ihres Reiches durch die Seldschuken, erinnern daran, dass Jerusalem von den Moslems besetzt ist und bitten um Hilfe aus der lateinischen Welt.
  • 18. bis 28. November: Die Synode von Clermont thematisiert die Zerrüttung der Kirche und damit auch des politischen Systems in Europa durch das Schisma und den Investiturstreit. Im Verlauf der Synode verkündet Urban eine Reihe von Reformgesetzen, die die Rechte weltlicher Herrscher innerhalb der Kirche einschränken sollen. So untersagt er die Laieninvestitur und den Lehnseid von Klerikern gegenüber weltlichen Mächten. Darüber hinaus verschärft Urban die Verordnungen über den Zölibat, bekräftigt das Verbot der Simonie sowie des Tragens von Waffen durch Priester und verkündet Bestimmungen über die Fastenzeiten. Außerdem wird der Bann gegen den ehebrecherischen König Philipp I. von Frankreich bekräftigt.
  • 27. November: Im französischen Clermont ruft Papst Urban II. in einer dramatisierenden Rede zu einer bewaffneten Pilgerfahrt zur Befreiung der Heligen Stätten im Heiligen Land auf. Angeblich wird bereits zu diesem Zeitpunkt das spätere Motto der Kreuzzüge – Deus lo vult! (Gott will es!) – geprägt. Von einem „Kreuzzug“ spricht er nicht – diese Bezeichnung kommt erst im späten 12. Jahrhundert auf. Adhemar de Monteil, Bischof von Le Puy, der später zum Führer des Zugs ernannt wird, kniet in einem zuvor besprochenen Auftritt unmittelbar nach dem Ende der Rede vor Urban nieder und bittet als Erster um die Erlaubnis, ziehen zu dürfen. Urbans Aufruf zum Kreuzzug und zur Einigung der christlichen Welt ist auch eine Kampfansage an den am kaiserlichen Hof befindlichen Gegenpapst Clemens III., der in den nächsten Jahren viel an Unterstützung verliert.

Iberische Halbinsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich von Burgund, Graf von Portugal

Osteuropa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundliche Ersterwähnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geburtsdatum gesichert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genaues Geburtsdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren um 1095[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf II., Graf von Berg († 1160)
  • Baldwin de Redvers, englischer Adliger, der als Erster gegen König Stephan rebellierte († 1155)
  • Heloisa, Ehefrau des Philosophen und Theologen Peter Abaelard und Äbtissin des Frauenkonvents Le Paraclet († um 1164)
  • Wilhelm III. Talvas, Graf von Ponthieu, Herr von Montgommery, Graf von Alençon († 1172)

Gestorben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Todesdatum gesichert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genaues Todesdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Guido I., Herr von Montlhéry und Bray-sur-Seine
  • Shen Gua, chinesischer Naturwissenschaftler, Mathematiker, Geologe, Feldherr, Diplomat, Erfinder des Kompasses für die Navigation (* 1031)
  • Nizār ibn al-Mustansir, nizaritischer Imam (* 1045)
  • Ruben, erste Fürst von Kleinarmenien (* 1025)
  • Tutusch I., seldschukischer Herrscher von Damaskus
  • Al-Mutamid, Herrscher des Taifa-Reiches Sevilla bis 1091 (* 1040)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: 1095 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien