11. Internationale Sechstagefahrt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flexenpass, eine der Schwierigkeiten am zweiten Tag

Die 11. Internationale Sechstagefahrt fand vom 26. bis zum 31. August 1929 in Mitteleuropa statt. Bereits 1927 war entschieden worden, dass anlässlich des 25-jährigen Bestehens der FICM die Internationale Sechstagefahrt 1929 als Etappenfahrt von München nach Genf durch fünf Länder ausgetragen werden soll. Damit wurde von der Regel abgewichen, dass die Siegernation jeweils im Folgejahr den Wettkampf ausrichten konnte. Es gewann zum sechsten Mal in Folge die britischen Trophy-Mannschaft. In der Silbervasenwertung konnte das britische Team den fünften Sieg in Folge feiern.

Wettkampf[Bearbeiten]

Die Wettkampfstrecke hat eine Länge von rund 1700 Kilometer. Insgesamt schrieben sich 175 Fahrer aus 13 Nationen ein. Die größten Kontingente bildeten die Briten mit 62 Fahrern und die Deutschen mit 52 Fahrern. Eingeschrieben hatten sich auch zehn Frauen aus Großbritannien, Deutschland und Österreich. Um die Trophy-Wertung kämpften Mannschaften aus Großbritannien, Deutschland, Schweden und der Schweiz. In der Silbervasen-Wertung traten jeweils zwei Teams aus Großbritannien, Deutschland, Niederlande, Österreich und der Schweiz sowie jeweils ein Team aus Frankreich, Irland, Dänemark, Schweden und Italien an.

Aus Deutschland nahmen neben dem Trophy-Team (Hans Soenius (BMW), Ernst Jakob Henne (BMW), R. Trapp (Victoria)), den beiden Silbervasen-Teams (Max Polster (D-Rad), Erich Pätzold (NSU) und Kurt Friedrich (DKW) sowie Paul Rüttchen (Standard), Julius von Krohn (Zündapp) und Georg Thumshirn (Ardie)) elf Fabrikmannschaften am Wettbewerb teil.

Im Gegensatz zu früheren Regelungen erfolgte bei der Abschlusskontrolle der Maschinen nicht mehr die Kontrolle der Funktionsfähigkeit aller Bauteile des Motorrads. Es wurde nur noch überprüft, ob die beim Start mit entsprechenden Plomben versehene Bauteile vorhanden und die Plomben selber unversehrt waren.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit wurde auf 40 km/h festgesetzt.

1. Tag[Bearbeiten]

Die erste Tagesetappe führte über 334 Kilometer von München nach Partenkirchen. Die Mittagspause war in Oberau. Schwierigste Abschnitte waren die Auffahrten am Ettaler Sattel (Oberau–Ettal) und die Kesselbergstraße. Von den 175 Fahrer gingen 168 an den Start der ersten Etappe.

Acht Fahrer schieden auf der ersten Etappe aus, darunter einige Schweizer.

2. Tag[Bearbeiten]

Die zweite Etappe führte über 240 Kilometer von Partenkirchen nach Feldkirch in Österreich. Es waren der Zirler Berg, der Fernpass, der Flexenpass und der Arlbergpass zu befahren.

Es kam zu Ausfällen von einigen Fahrern.

Bei der Organisation machten sich Mängel bemerkbar. So war das Gepäck der Fahrer noch nicht am Zielort eingetroffen und die Wertung des ersten Tages wurde erst am Abend des zweiten bekanntgegeben.

3. Tag[Bearbeiten]

Am dritten Tag führte die Strecke über 318 Kilometer über den Klausenpass und dem St. Gotthardpass nach Pallanza.

Durch den Ausfall des Niederländers P. J. Nortier wurde das Silbervasenteam gesprengt. Der Britin Edyth Foley fuhr ein Radfahrer ins Motorrad. Beim Sturz zog sie sich Verletzungen am Knie und an der Hand zu. Am Abend musste sie die Weiterfahrt aufgeben. Damit platzte das britische Silbervasenfrauenteam.

In der Trophywertung führen strafpunktfrei die britische und die schwedische Mannschaft. Die deutsche Trophy-Mannschaft liegt mit 10 Strafpunkten auf Platz 3. Die Mannschaften aus Italien und der Schweiz sind bereits aus dem Rennen.

In der Silbervasenwertung liegen Großbritannien, Schweden und Deutschland strafpunktfrei auf dem ersten Platz. Danach folgen die Mannschaften aus Frankreich und Österreich mit 10 Strafpunkten.

4. Tag[Bearbeiten]

Die vierte Tagesetappe führte über 328 Kilometer nach Moûtiers in Frankreich. Die Strecke führte von Pallanza über Adorna und Oropa ins Aostatal. Über den Kleinen Sankt Bernhard wurde Frankreich erreicht. Es starteten noch 154 Fahrer.

5. Tag[Bearbeiten]

Die fünfte Etappe führt über 269 Kilometer von Moutiers nach Chamonix. Zur Tagesetappe starteten noch 137 Fahrer.

6. Tag[Bearbeiten]

Am letzten Wettkampftag war die rund 200 Kilometer lange Strecke von Chamonix über Lausanne nach Genf zu bewältigen. Es waren noch die Pässe Col des Montets und Col de la Forclaz zu bewältigen. Auf einem 6,5 Kilometer langen Rundkurs Circuit de Meyrin fand der Abschlusstest als Geschwindigkeitsprüfung über eine Stunde statt.

Endergebnis[Bearbeiten]

Trophy-Wertung
Platz Team Strafpunkte
1. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Geoff Butcher (Rudge-Withworth)
George Rowley (A.J.S.)
Freddie Neill (Matchless)
0

Alle anderen Teams in der Trophy-Wertung fielen aus.

Silbervase-Wertung
Platz Team Strafpunkte
1. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich A
L. A. Welch (Royal Enfield)
A. R. Edwards (Levis)
H. S. Perrey (Ariel)
0
2. Irland 1922Irischer Freistaat Irischer Freistaat
Carvill (Triumph)
Stewart (Royal Enfield)
McKee (Sunbeam)
20
3. FrankreichFrankreich Frankreich
Lavalette (Peugeot)
Bernhard (Gnome & Rhone)
Henri Naas (Gnome & Rhone)
24
4. NiederlandeNiederlande Niederlande
Dolk (FN)
H. Vintges (FN)
M. Flinterman (FN)
38
5. OsterreichÖsterreich Österreich
Hugo Höbel (Puch)
Siegfried Cmyral (Puch)
Oswald (Puch)
57

Die weiteren Teams in der Silbervasen-Wertung, darunter das britische Frauenteam (Marjorie Cottle, Edyth Foley, Louise MacLean) und das schwedische Team fielen aus.

Von den 119 Fahrern im Ziel waren 39 strafpunktfrei. 34 Fahrer gewannen eine Goldmedaille, davon waren 22 Briten. Sechs britische Fahrerinnen (Marjorie Cottle, Louise MacLean, Fay Taylour, B. Lermitte, C Herbert und M. Newton) gewannen eine Silbermedaille. Die deutsche Fahrerin Hanni Köhler erhielt eine Bronzemedaille.

Die Fabrikwertung gewann in der Klasse bis 250 cm³ Puch, in der Klasse bis 350 cm³ A.J.S. und in den Klassen bis 500 cm³ und 750 cm³ Rudge-Whitworth.

Die Organisation der Veranstaltung wurde stark kritisiert. So wichen die zwischenzeitlich bekanntgegebenen Ergebnisse stark vom Endergebnis ab. Unter anderem waren Fahrer als ausgefallen gemeldet worden, die dann dennoch in die Endwertung kamen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]