1271

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Staatsoberhäupter · Nekrolog

1271
Gregor X.
Teobaldo Visconti wird als Gregor X. Papst.
Die Kämpfe im Orient im Jahr 1271: Kreuzfahrer (grün), Mameluken (gelb) und Mongolen (rot)
Der Kreuzzug des Prinzen Eduard erreicht das Heilige Land.
Marco Polo in China (Abb. in dem Buch Il milione, 1298–1299)
Marco Polo bricht mit Vater und Onkel nach China auf.
1271 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 719/720 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1263/64
Buddhistische Zeitrechnung 1814/15 (südlicher Buddhismus); 1813/14 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 66. (67.) Zyklus

Jahr des Metall-Schafes 辛未 (am Beginn des Jahres Metall-Pferd 庚午)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 633/634 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 649/650
Islamischer Kalender 669/670 (Jahreswechsel 8./9. August)
Jüdischer Kalender 5031/32 (6./7. September)
Koptischer Kalender 987/988
Malayalam-Kalender 446/447
Seleukidische Ära Babylon: 1581/82 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1582/83 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 1309
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1327/28 (Jahreswechsel April)

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik und Weltgeschehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzzug des Prinzen Eduard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krak des Chevaliers
  • 21. Februar: Die Belagerung der Kreuzfahrerburg Krak des Chevaliers durch Baibars, den Sultan der Mamluken, beginnt.
  • Baibars, Sultan der Mamluken in Ägypten, erobert auf seinem Feldzug gegen die Kreuzfahrerstaaten in der Levante Jaffa, Ramla und am 18. Mai schließlich Antiochia am Orontes.
  • Baibars beendet die Assassinenherrschaft auf Masyaf und nimmt die Belagerung von Tripolis auf.
  • 8. April: Baibars erobert die strategisch wichtige Festung Krak des Chevaliers von den Hospitalitern.
  • 9. Mai: Das unter dem Befehl des englischen Kronprinzen Edward befindliche Teilheer des Siebten Kreuzzugs erreicht nach einem kurzen Abstecher nach Zypern Akkon und zwingt kurz darauf die Mamluken unter Baibars zur Aufgabe der Belagerung von Tripolis.
  • 12. Juni: Baibars zieht drohend nach Akkon, zieht dann aber in Richtung Ägypten weiter.
  • Juli: Ein mamlukischer Invasionversuch auf Zypern wird bei Limassol zurückgeschlagen, nachdem die muslimische Flotte auf ein Riff gelaufen ist.
  • Oktober: Abaqa, der zweite mongolische Ilchan von Persien, entsendet ein Heer zur Unterstützung der Christen, das unter dem Feldherrn Samagar in die Gegend um Aleppo einfällt. Das Heer ist jedoch zu schwach, um einer Gegenoffensive Baibars standzuhalten und zieht sich bis Dezember wieder hinter den Euphrat zurück.

Zweite Reise der Polos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niccolò und Maffeo Polo mit Gregor X.
Le livre des Merveilles du Monde, Handschrift des 14. Jahrhunderts

Nach zweieinhalbjährigem vergeblichem Warten auf die Wahl eines neuen Papstes beschließen Niccolò und Matteo Polo, ohne päpstlichen Segen eine zweite Reise in den Osten zu Großkhan Kublai zu unternehmen. Da Niccolòs Frau in der Zwischenzeit gestorben ist, nimmt er seinen 17-jährigen Sohn Marco auf die Reise mit. Die Polos machen zunächst in Akkon Halt und besorgen sich in Jerusalem mit Einverständnis des päpstlichen Legaten Tebaldo Visconti etwas Öl von der Lampe des Jesusgrabes. Mit einem Schreiben des Kardinallegaten an den Großkhan versehen, das die redlichen Bemühungen der Polos um die Erfüllung von dessen Aufträgen bestätigt und ihr teilweises Misslingen mit der nach wie vor andauernden Sedisvakanz begründet, machen sich die drei Venezianer auf den Weg nach Ayas. Unterwegs erfahren sie, dass der Legat mittlerweile am 1. September als Gregor X. zum Papst gewählt worden ist und reisen auf dessen Aufforderung nach Akkon zurück. Der Heilige Vater händigt ihnen Briefe an den Großkhan aus und gibt ihnen wenigstens zwei zufällig in Akkon weilende Dominikanerbrüder namens Niccolò da Vicenza und Guglielmo da Tripoli auf den Weg mit, die jedoch bereits in Armenien wieder umkehren. Die drei Venezianer führen ihre Reise auf Pferden und Kamelen fort und machen sich über Täbris, Saveh, die Oasenstadt Yasd und Kerman auf den Weg nach Hormus.

Mongolenreiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiliges Römisches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung der Ermordung Berthos II. (von C. Sonnetzer)
  • 18. April: Bertho II. von Leibolz, Fürstabt des Klosters Fulda, wird aus Rache für die Hinrichtung Hermanns von Ebersberg im Vorjahr von mehreren Rittern unter Beteiligung des buchonischen Ritters Giso von Steinau in der von Bertho erbauten Fuldaer Jakobskapelle der alten Abtsburg während der Feier der heiligen Messe ermordet. Der Konvent wählt unverzüglich Bertho III. von Mackenzell zum neuen Abt, der sofort mit der Verfolgung der Verschwörer beginnt.

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dom von Cosenza

Auf der Rückreise vom Siebten Kreuzzug stürzt die hochschwangere französische Königin Isabella von Aragón bei Cosenza in Kalabrien vom Pferd. Am 28. Januar stirbt sie an den Folgen dieses Unfalls und der dadurch provozierten Frühgeburt. Das Kind überlebt nicht. Philipp der Kühne lässt seiner Gemahlin im Dom von Cosenza ein Grabmal errichten.

Nach seiner Rückkehr in Paris lässt Philipp die mitgeführten Gebeine seines Vaters Ludwig IX. am 22. Mai in der Kathedrale von Saint-Denis beisetzen. Während des Trauerzugs durch Italien werden mehrere Wunder festgehalten, die der Heiligsprechung Ludwigs 17 Jahre später dienen.

Krönung Philipps III.

Am 15. August wird Philipp III. in der Kathedrale von Reims zum König von Frankreich gekrönt. Die Krönungsprozession führt an ihrer Spitze erstmals das Schwert Joyeuse Karls des Großen mit, was eine Tradition begründet.

Philipps Onkel Alfons von Poitiers und seine Frau Johanna von Toulouse, die sich noch auf dem Rückweg vom Kreuzzug befinden, sterben im Abstand von einem Tag am 21. bzw. 20. August in Corneto bei Siena. Mit ihrem Tod werden ihre Besitzungen, die Grafschaft Poitou, die Grafschaft Toulouse und die Markgrafschaft Provence, zu Krondomänen.

England/Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ermordung von Henry of Almain 1271

Henry of Almain, Neffe des englischen Königs Henry III., wird am 13. März von Guy und Simon de Montfort dem Jüngeren aus Rache für seinen Seitenwechsel im Zweiten Krieg der Barone beim Kirchgang in Viterbo ermordet. Die Mörder können entkommen und werden entkommuniziert. Simon stirbt noch im selben Jahr.

Stadtrechte und urkundliche Ersterwähnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaft und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Kommentar zu Johannes de Sacroboscos De Sphaera bemerkt Robertus Anglicus, Astronomielehrer an der Pariser Universität, dass es den artefices horologiorum bisher nicht gelungen sei, eine den Erfordernissen der Astronomie entsprechende Uhr mit einer Welle herzustellen, die sich an einem Volltag genau einmal dreht.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caerphilly Castle

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buddhismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. September soll der japanische Mönch und Gelehrte Nichiren in Tatsunokuchi hingerichtet werden, da jedoch der Legende nach ein Komet am Himmel erscheint, lässt man von seiner Hinrichtung ab. Den Lehren des Nichiren-Buddhismus zufolge erreicht Nichirens Wirken an diesem Tag einen Wendepunkt. In Schulen wie der Nichiren-Shōshū, wie auch aus der ihr hervorgegangenen Sōka Gakkai, wird gelehrt, dass Nichiren gar seine Identität als Buddha an diesem Tag offenbart. Die Nichiren-Shū hingegen verehrt Nichiren als eine Verkörperung des Bodhisattva Jōgyō.

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tebaldo Visconti, bisher Archidiakon von Lüttich, wird am 1. September nach einer Sedisvakanz von 2 Jahren und neun Monaten, der längsten seit 307, vom Kardinalskollegium als Nachfolger des am 29. November 1268 verstorbenen Clemens IV. zum Papst gewählt. Zum Zeitpunkt seiner Wahl befindet sich Teobaldo, der nie zuvor zum Priester geweiht worden ist, noch mit dem Heer Eduards I. von England auf dem Siebten Kreuzzug in Palästina. Er nimmt den Namen Gregor X. an.

Der Dominikaner Petrus von Dacien kehrt nach Schweden zurück, wirkt zunächst als Lektor in Skänninge und Västerås und wird später Prior des Klosters in Visby, wo er 1289 stirbt.

Der Dominikaner Dietrich von Freiberg wird Lektor des Freiberger Konvents.

Geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geburtsdatum gesichert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 4. Januar: Isabella von Aragón, Prinzessin von Aragonien, Königin von Portugal und Franziskanerin, Heilige der katholischen Kirche († 1336)
  • 13. März: Guta von Habsburg, Königin von Böhmen († 1297)
  • 14. März: Stephan I., Herzog von Niederbayern († 1310)
  • 8. September: Karl Martell, Titularkönig von Ungarn († 1295)
Codex Manesse: König Wenzel II. von Böhmen
  • 27. September: Wenzel II., König von Böhmen, Herzog von Krakau und König von Polen († 1305)
  • 5. November: Ghazan Ilchan, mongolischer Ilchan von Persien († 1304)

Genaues Geburtsdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gestorben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstes Halbjahr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von Walter de la Wyle in der Kathedrale von Salisbury
Philipp III. und seine Ritter halten Totenwache am Sterbebett der Königin Isabella; Darstellung aus dem 14. Jh.

Zweites Halbjahr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 17. August: Rhys Fychan, walisischer Lord von Deheubarth
  • 20. August: Johanna, Gräfin von Toulouse und Markgräfin der Provence (* 1220)
  • 21. August: Alfons von Poitiers, Graf von Poitiers und Toulouse (* 1220)

Genaues Todesdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gestorben um 1271[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: 1271 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien