15-cm-Kanone 39

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15-cm-Kanone 39
Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: 15-cm-Kanone 39
Herstellerland: Deutsches Reich
Entwickler/Hersteller: Krupp, Essen
Entwicklungsjahr: 1938
Produktionszeit: 1939 bis 1942
Stückzahl: 61
Technische Daten
Rohrlänge: 7,868 m
Kaliber:

14,91 cm

Kaliberlänge: L/55
Kadenz: 2 Schuss/min
Höhenrichtbereich: −3° bis +45 Winkelgrad
Seitenrichtbereich: Lafette 60°, Plattform 360°

Die 15-cm-Kanone 39 war eine Feldkanone der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese von Krupp im Auftrag des türkischen Heeres entwickelte Kanone wurde infolge des Kriegsbeginns in nur zwei Exemplaren an die Türkei geliefert. Die restlichen wurden vom deutschen Heer übernommen und auf den Produktionslinien in Essen weiter für die Wehrmacht produziert, die sie in den Artillerieabteilungen 511, 620, 680, 767 und 800 in Dienst stellte.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Auftrag war sie eine Doppelzweckwaffe: Als schweres Feldgeschütz und zur Küstenverteidigung. Deshalb wurde eine Kombination aus Spreizlafette und einer Neuerung eingesetzt: Eine transportable, drehbare Grundplatte auf welche die Lafette aufgesetzt werden konnte, um den Schwenkbereich von 360° zu gewährleisten, was zur Küstenverteidigung sehr nützlich war. Die Kanone war voll feldverwendungsfähig und wurde in drei Lasten (Grundplatte, Lafette und Rohr) im motorisierten Zug gefahren. Die Drehscheibenplattform war für die meisten Einsatzzwecke eigentlich nicht nötig, sie wurde hauptsächlich zur Küstenverteidigung benutzt. Für diesen Fall waren an den Holmenden kleine Rollenwagen befestigt welche auf der Drehscheibenplattform liefen und den vollen Schwenkbereich ermöglichten. Im Normalfall wurde die geschlossene Spreizlafette auf die drehbare Grundplatte gesetzt und die ganze Kanone konnte mit einer Handkurbelvorrichtung bewegt werden. Diese Plattform erregte die Aufmerksamkeit vieler Konstruktionsabteilungen, im Besonderen der amerikanischen. Dieser diente sie als Grundlage für den "Kelly-Mount", der in den 155 mm Gun M1 benutzt wurde.[1] Die Geschosse der Sprenggranate wogen 43 Kilogramm und erreichten eine maximale Schussweite von 24,7 km. Die Lebensdauer eines Rohres betrug ungefähr 3000 bis 5000 Schuss.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen des erheblichen logistischen Aufwandes aufgrund der eigentlich geringen Stückzahl wurde es in späteren Kriegsjahren meist als Küstengeschütz verwandt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Terry Gander, Peter Chamberlain: Enzyklopädie deutscher Waffen. 1939–1945. Spezialausgabe, 2. Auflage. Motorbuchverlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02481-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chris Bishop (Hrsg.): Waffen des Zweiten Weltkriegs. Weltbild, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-5385-9, S. 134.