1938

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Staatsoberhäupter · Wahlen · Nekrolog · Kunstjahr · Literaturjahr · Musikjahr · Filmjahr · Rundfunkjahr · Sportjahr

1938
Einmarsch deutscher Truppen in Innsbruck am 13. März 1938
Die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler vollziehen den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.
Brennende Synagoge in Siegen
Während der Novemberpogrome werden im gesamten Deutschen Reich bei Übergriffen auf jüdische Einrichtungen 400 Menschen ermordet.
Otto Hahn
Professor Otto Hahn entdeckt gemeinsam mit seinem Assistenten Fritz Straßmann am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin die Kernspaltung.
1938 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 1386/87 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1930/31 (10./11. September)
Baha'i-Kalender 94/95 (20./21. März)
Bengalischer Solarkalender 1342/43 (Jahresbeginn 14. oder 15. April)
Buddhistische Zeitrechnung 2481/82 (südlicher Buddhismus); 2480/81 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 77. (78.) Zyklus

Jahr des Erde-Tigers 戊寅 (seit 31. Januar, davor Feuer-Büffel 丁丑)

Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch'e 27
Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1300/01 (Jahreswechsel April)
Dangun-Ära (Korea) 4271/72 (2./3. Oktober)
Iranischer Kalender 1316/17 (um den 21. März)
Islamischer Kalender 1356/57 (3./4. März)
Japanischer Kalender 昭和 Shōwa 13;

Kōki 2598

Jüdischer Kalender 5698/99 (25./26. September)
Koptischer Kalender 1654/55 (10./11. September)
Malayalam-Kalender 1113/14
Minguo-Kalender (China) Jahr 27 der Republik
Seleukidische Ära Babylon: 2248/49 (Jahreswechsel April)

Syrien: 2249/50 (Jahreswechsel Oktober)

Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2480/81 (1. April)
Tibetischer Kalender 1684
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1994/95 (April)

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik und Weltgeschehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Deutsche Reich und dessen Expansion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Anschluss“ Österreichs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
LKW mit Anhängern Schuschniggs (Plakatfotos), Wahlaufruf für die Unabhängigkeit
  • 24. Februar: Kurt Schuschnigg beschwört in einer öffentlichen Rede die Unabhängigkeit Österreichs. Am 9. März gibt er bekannt, dass am 13. März eine Volksabstimmung über die österreichische Unabhängigkeit abgehalten werden soll, ein Coup, der nicht mit seinem Kabinett abgesprochen ist. Adolf Hitler befiehlt daraufhin die Mobilmachung der für den Einmarsch vorgesehenen 8. Armee und weist Arthur Seyß-Inquart am 10. März an, ein Ultimatum zu stellen und die österreichischen Parteianhänger zu mobilisieren. Die Volksabstimmung wird daraufhin abgesagt.
  • 11. März: Der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg tritt nach einem Ultimatum Adolf Hitlers zurück. „Vor der Gewalt weiche“ er eher, als einen Kampf zu beginnen, erklärt Schuschnigg in einer Rundfunkansprache. Der Nationalsozialist Arthur Seyß-Inquart bildet eine neue Regierung.
Zivilisten begrüßen die einmarschierende Wehrmacht.
Rede Hitlers in Wien
  • 15. März: Adolf Hitler hält vor zehntausenden jubelnden Menschen eine Rede auf dem Heldenplatz: „Als Führer und Kanzler der deutschen Nation und des Reiches melde ich vor der deutschen Geschichte nunmehr den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich.“
  • 18. März: Kardinal Theodor Innitzer befürwortet in einer feierlichen Erklärung, die er mit Heil Hitler! unterzeichnet, den Anschluss Österreichs.
Stimmzettel zu Reichstagswahl und Volksabstimmung
Sudetenkrise und Zerschlagung der Tschechoslowakei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Konrad Henlein
Staatspräsident Beneš 1938
  • 24. April: Konrad Henlein präsentiert in Karlsbad das Karlsbader Programm mit acht Forderungen an die tschechoslowakische Regierung. In den nächsten zwei Wochen schließen sich weitere Volksgruppen diesen Forderungen an. Ministerpräsident Milan Hodža zeigt sich kompromissbereit, während Staatspräsident Edvard Beneš die Forderungen ablehnt.
  • 21. Mai: Die tschechoslowakische Regierung ordnet eine partielle Mobilmachung der Truppen an.
  • 28. Mai: In Erwartung eines baldigen Angriffs auf die Tschechoslowakei und eine mögliche Reaktion Frankreichs weist Adolf Hitler den Generalinspektor für den Straßenbau Fritz Todt an, gegenüber der französischen Maginotlinie eine deutsche Festungslinie zu errichten. Als Fertigstellungstermin für die veranschlagten 5000 Betonwerke wird der 1. Oktober anberaumt. Am 14. Juni bekommt Todt von Hitler die Vollmacht, nach eigenem Ermessen Materialien und Arbeiter für das Bauvorhaben zu requirieren. Die Organisation Todt beginnt mit dem Bau des später so genannten Westwalls.
  • 1. Juni: Hermann Göring schlägt bei einer Unterredung mit dem ungarischen Botschafter Döme Sztójay vor, Ungarn solle ebenfalls Gebietsansprüche an die Tschechoslowakei stellen.
  • 17. Juni: Hermann Göring schlägt bei einer Unterredung mit dem polnischen Botschafter Józef Lipski vor, Polen solle ebenfalls Gebietsansprüche an die Tschechoslowakei stellen.
  • 17. September: Auf Befehl Hitlers wird das Sudetendeutsche Freikorps gegründet, das in den folgenden Wochen auf dem Höhepunkt der Sudetenkrise staatliche Einrichtungen der Tschechoslowakei überfällt.
  • 3. September: Hitler erteilt der Wehrmacht die Weisung sich am 27. September für den Angriff auf das Sudetenland bereitzuhalten.
  • Anfang September: In einem internen Schreiben schlägt Edvard Beneš vor, Deutschland einen Teil des Sudetenlandes abzutreten und gleichzeitig einen großen Teil der in der Tschechoslowakei verbleibenden deutschsprachigen Bevölkerung, nach Benešs überschlägigen Berechnungen etwa 2,2 Mio. Personen, zwangsauszusiedeln.
  • 7. September: The Times schlägt in einem Leitartikel die Abtretung des Sudetenlandes vor.
  • 28. September: Als Adolf Hitler einer Konferenz in München zur friedlichen Beilegung der Sudetenkrise zustimmt, bricht die Septemberverschwörung innerhalb der Wehrmacht in sich zusammen.
Chamberlain mit dem Text des Münchner Abkommens, Flughafen Heston, 30. September 1938
  • 30. September: Die Regierungschefs von Großbritannien, Frankreich, Italien und dem Deutschen Reich unterzeichnen das Münchener Abkommen. Unter Vermittlung des italienischen Diktators Benito Mussolini geben der britische Premierminister Neville Chamberlain und der französische Ministerpräsident Édouard Daladier ihre Zustimmung zur Eingliederung des Sudetenlandes in das Deutsche Reich. Die Tschechoslowakei ist zu diesem Treffen nicht eingeladen. Das Abkommen stellt einen Höhepunkt der britischen Appeasement-Politik dar.
Sudetendeutsche beseitigen einen tschechoslowakischen Grenzpfahl
  • 1. Oktober: Wehrmachttruppen marschieren in das Sudetenland ein. Gleichzeitig besetzt Polen das Olsagebiet um Teschen.
  • 5. Oktober: Edvard Beneš tritt als Staatspräsident zurück und fliegt wenige Tage später nach London.
  • 6. Oktober: Die Slowakei erklärt ihre Autonomie innerhalb der Tschechoslowakei.
  • 31. Oktober: Hitler erlässt eine Richtlinie zur endgültigen Zerschlagung der Tschechoslowakei und Abtrennung der Slowakei.
Die Verhandlungsführer in Wien von links: František Chvalkovský, Galeazzo Ciano, Joachim von Ribbentrop, Kálmán Kánya
Ungarische Truppen besetzen Lučenec.
Stimmzettel zur Ergänzungswahl im Sudetenland
Innenpolitik und Judenverfolgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nach dem Novemberpogrom wird eine Kolonne Juden zur Schutzhaft ins KZ Dachau gebracht, Baden-Baden, November 1938

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Baumann

Spanischer Bürgerkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowjetunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nikolai Bucharin und Alexei Iwanowitsch Rykow 1938 vor der Prozessverhandlung

Weitere Ereignisse in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Japanisch-Chinesischer Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häuserkämpfe in Tai’erzhuang

Weitere Ereignisse in Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 17. Mai: Der Naval Expansion Act ermöglicht die Erhöhung der Flottenausgaben der USA um 1 Milliarde Dollar innerhalb von 10 Jahren.
  • 28. Juli: Die brasilianische Polizei erschießt im nordöstlichen Bundesstaat Sergipe in einem Feuergefecht mit Cangaceiros den bekannten Bandenführer Virgulino Ferreira da Silva, genannt „Lampeão“, seine Frau Maria Bonita und weitere neun Gefolgsleute. Das letzte Mitglied dieser Banden Gesetzloser wird im Jahr 1940 getötet, womit die Zeit der später heroisierten Cangaços endet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaft und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aviation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturwissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige technische Errungenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 22. Oktober: Unter Zuhilfenahme einer mit einem Tuch elektrisch aufgeladenen Metallplatte, Schwefelpuder, staubfeinen Bärlappsporen und einer Wachsplatte führt Chester Carlson die erste Fotokopie (Trockenkopie) durch.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildende Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kunstjahr 1938
Handzettel zur Ausstellung in der Galerie Beaux-Arts, Paris

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Literaturjahr 1938

Musik und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Musikjahr 1938

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obelisk von Montevideo

Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katastrophen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgeführt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Sportjahr 1938

Nobelpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preis Person Land Begründung für die Preisvergabe Bild
Nobelpreis für Physik Enrico Fermi
(1901–1954)
Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien „für die Bestimmung von neuen, durch Neutronenbeschuss erzeugten radioaktiven Elementen und die in Verbindung mit diesen Arbeiten durchgeführte Entdeckung der durch langsame Neutronen ausgelösten Kernreaktionen Enrico Fermi
Nobelpreis für Chemie Richard Kuhn
(1900–1967)
(verliehen 1939)
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich (geboren in Wien, Österreich-Ungarn) „für seine Arbeiten über Carotinoide und Vitamine Richard Kuhn
Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Corneille Heymans
(1892–1968)
(verliehen 1939)
BelgienBelgien Belgien „für die Entdeckung der Rolle des Sinus- und Aortenmechanismus bei der Atemregulierung“ Corneille Heymans
Nobelpreis für Literatur Pearl S. Buck
(1892–1973)
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten „für ihre reichen und echten epischen Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biographischen Meisterwerke“ Pearl S. Buck
Friedensnobelpreis Office international Nansen pour les réfugiés
(gegr. 1930; aufgelöst 1939)
SchweizSchweiz Schweiz (Internationales Nansen-Amt für Flüchtlinge)

Geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Januar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Langella 2007
Juan Carlos I., 2009
Adriano Celentano
Beatrix der Niederlande, 2008

Februar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

István Szabó (2004)

März[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kito Lorenc
Lynn Margulis (2005)
Rudolf Nurejew, 1973
Fritz Pleitgen, 2007

April[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jerry Brown (2009)
Kofi Annan, 2003
Claudia Cardinale, 2009
Larry Niven

Mai[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juni[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helga Königsdorf
Paul Verhoeven, 2011
Götz George, 2009
Klaus Töpfer, 2009

August[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helen Caldicott, 2007
Otto Rehhagel
Kenny Rogers, 2006

September[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Bötsch, 1990
Romy Schneider, 1965
Wim Kok, 2011

Oktober[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurt Wüthrich, 2005
Heinz Fischer, 2011
Christiane Hörbiger, 2009

November[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königin Sophia von Spanien

Dezember[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carlos Garnett (2011)
Heino, 2013
Robert E. Kahn
Rolf Wolfshohl (2008)

Genaues Geburtsdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gestorben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Januar/Februar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papageientulpen von Christian Rohlfs

März/April[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabriele D’Annunzio
Edmund Husserl, 1900

Mai/Juni[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanō Jigorō
Carl von Ossietzky als Häftling des NS-Regimes im KZ Esterwegen (1934)
Ernst Ludwig Kirchner, 1919

Juli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria von Rumänien

August[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

September/Oktober[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bart de Ligt
Ernst Barlach

November/Dezember[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wassili Konstantinowitsch Blücher (1923)

Genaues Todesdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: 1938 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien