1999 (Album)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
1999
Studioalbum von Prince
Veröffentlichung 27. Oktober 1982
Aufnahme 14. Januar 1982 – 14. August 1982
Label Warner Bros. Records
Format Doppelalbum, LP, CD
Genre R&B, Dance, Funk, Pop, Rock, Rockabilly
Anzahl der Titel 11
Laufzeit 70:33 (Doppelalbum, CD)
40:08 (LP)
62:16 (erste CD-Edition)

Besetzung

  • Prince – Alle Songs wurden von ihm produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen. Seine Bandmitglieder ergänzten die Aufnahmen folgendermaßen:[1][2]
  • Lisa ColemanBacking Vocals in 1999, Little Red Corvette, Delirious, Automatic, Free
  • Wendy Melvoin – Backing Vocals in Free
  • Jill Jones – Backing Vocals in 1999, Automatic, Free, Lady Cab Driver
  • Vanity – Backing Vocals in Free
  • Dez Dickerson – Backing Vocals in 1999, Little Red Corvette und Gitarre Little Red Corvette
  • Lisa Coleman, Brown Mark, Peggy McCreary, Carol McGovney, Jamie Shoop und „Poochie and the Count“ – Backing Vocals und Handclaps in D.M.S.R.
  • Toningenieur – Peggy McCreary
  • zweiter Toningenieur – Don Batts
  • Mastering – Bernie Grundman
  • Fotografie – (nicht erwähnt)
  • Persönliches Management von Prince – Bob Cavallo, Joe Ruffalo, Steve Fargnoli
Produktion Prince
Studio Uptown (Minneapolis)
Sunset Sound Studio (Los Angeles)
Chronologie
Controversy
(1981)
1999 Purple Rain
(1984)
Singleauskopplungen
24. September 1982 1999
9. Februar 1983 Little Red Corvette
17. August 1983 Delirious
August 1983 Automatic
23. November 1983 Let’s Pretend We’re Married

1999 ist das fünfte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien am 27. Oktober 1982 als Doppelalbum bei dem Label Warner Bros. Records. Mit diesem Album gelang Prince im Jahr 1983 der Crossover in den USA; 1999 war sein erstes Album, das die Top Ten der US-amerikanischen Hitparade erreichte und sich über vier Millionen Mal verkaufen konnte. Zudem enthält das Album mit Little Red Corvette seinen ersten Top Ten Single-Hit in den USA. Die 1999-Tournee war kommerziell ebenfalls erfolgreich und spielte damals 10 Millionen US-Dollar ein.

Als Gastsängerinnen wirken auf dem Album unter anderem Jill Jones, Lisa Coleman, Wendy Melvoin und Vanity mit. Die Musik von 1999 zählt zum Genre R&B, Dance, Funk, Pop, Rock und Rockabilly. Musikkritiker bewerteten das Doppelalbum zum Teil sehr positiv und im Jahr 2008 wurde 1999 in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1982 begann Prince mit den Aufnahmen für das Album 1999. Die meisten Songs nahm er in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) im Sunset Sound auf, wobei er bei fast jedem Song einen Linn LM-1 Drumcomputer benutzte, der damals neu auf den Markt kam. Der Linn-LM-1-Drumcomputer ermöglichte Prince, seine Songs und Alben schneller als zuvor in den Jahren aufzunehmen. Als Toningenieurin wirkte unter anderem Peggy McCreary mit.[3] Parallel zu den Albumaufnahmen von 1999 arbeitete Prince auch an Alben seiner damaligen Nebenprojekte der Bands The Time und Vanity 6.

Am 14. Januar 1982 nahm Prince im Sunset Sound den Song International Lover auf, den er ursprünglich auf dem Album What Time Is It? (Erstveröffentlichung: August 1982) von The Time platzierten wollte. Er entschied sich später aber um.[4] Den ersten Song, den Prince gezielt für das Album 1999 einspielte, war Anfang des Jahres 1982 All the Critics Love U in New York. Das exakte Aufnahmedatum ist der Öffentlichkeit zwar nicht bekannt, aber er nahm das Stück in seinem damaligen privaten Heimstudio namens Kiowa Trail Home Studio in Chanhassen (US-Bundesstaat Minnesota) auf, als er in dieser Zeit mit seiner Controversy-Tour unterwegs war.[3] Vom 25. März 1982 bis zum 9. April war Prince wieder im Sunset Sound beschäftigt und nahm am 30. März 1982 Let’s Pretend We’re Married auf.[4]

Von dem 20. April 1982 bis zum 10. Mai mietete Prince für drei Wochen erneut das Sunset-Sound-Studio und spielte unter anderem sechs weitere Songs für das Album 1999 ein; am ersten Tag nahm er D.M.S.R. auf, wobei Carol McGovney und Jamie Shoop, die damals für Prince’ Management arbeiteten, sowie Peggy McCreary die Backing Vocals übernahmen. Am 25. April spielte Prince das Stück Free ein und die Backing Vocals singen Jill Jones, Lisa Coleman, Vanity und Wendy Melvoin. Einen Tag später nahm Prince How Come U Don’t Call Me Anymore? auf. Als er diesen Song einspielte hatte er ein wenig Alkohol getrunken. Prince hatte McCreary beauftragt, ihm zur Aufnahme des Songs eine Flasche Wein zu bringen, um für das Liebeslied in die geeignete Stimmung zu gelangen. Gemäß McCreary habe Prince „wirklich hervorragende Laune“ gehabt und man könne „seine Füße auf den Klavierpedalen hören“.[5] How Come U Don’t Call Me Anymore? platzierte Prince als B-Seite von der im September 1982 veröffentlichten Singleauskopplung von 1999. Am 28. April nahm er Something in the Water (Does Not Compute) auf und am 2. Mai Automatic, wobei Jones und Coleman die Backing Vocals singen. Als sechsten Song spielte Prince am 9. Mai 1982 Delirious im Sunset Sound ein.[4]

Am 20. Mai 1982 nahm Prince Little Red Corvette in seinem privaten Tonstudio Kiowa Trail Home Studio in Chanhassen auf.[6] Little Red Corvette war Prince’ erster Song, den er mit einem 24-Mehrspurrekorder aufnahm.[4] Zudem spielte er im Sommer 1982 den Song Horny Toad ein,[7] der im August 1983 als B-Seite von der Singleauskopplung Delirious veröffentlicht wurde.

Im Juli 1982 mietete Prince für wenige Tage erneut das Sunset Sound in Los Angeles und nahm am 7. Juli den Song Lady Cab Driver auf,[2] die Backing Vocals singt Jill Jones. Im Gegensatz zu den anderen Songs vom Album 1999 spielte Prince bei Lady Cab Driver herkömmliches Schlagzeugspiel und benutze kein Linn LM-1.[8] Zudem überarbeitete er einige Songs und konzentrierte sich dabei auf Soundeffekte; er fügte Free ein Intro mit marschierende Stiefeln sowie ein schlagendes Herz hinzu, ergänzte bei Lady Cab Driver Straßenverkehrslärm und bei Delirious ein plapperndes Baby.[9]

Während der Albumaufnahmen beschloss Prince, 1999 als Doppelalbum veröffentlichen zu wollen, worüber sich die Chief Executive Officer bei Warner Bros. Records skeptisch zeigten; sie argumentierten, der Verkaufspreis für ein Doppelalbum könnte für potenzielle Kaufinteressenten zu teuer sein.[10] Prince’ damalige Manager Bob Cavallo und Steve Fargnoli gelang es aber, Warner vom Gegenteil zu überzeugen. Cavallo beschrieb Prince’ Reaktion so: „Er brüllte uns an, und dann verschwand er wieder nach Minneapolis und nahm weiter auf“.[11]

Am 7. August 1982 nahm Prince im Kiowa Trail Home Studio in Chanhassen mit dem Titelstück 1999 den letzten Song für das Album auf.[12] Die ersten Strophen sangen Prince, Dez Dickson und Lisa Coleman ursprünglich gemeinsam ein. Als Prince den Song abmischte entschied er sich aber dafür, die einzelnen Gesangsspuren voneinander zu trennen, sodass jeder eine einzelne Strophe singt.[8]

Die Abschlussarbeiten für das Album 1999 beendete Prince vom 10. August bis zum 14. August 1982 im Sunset Sound in Los Angeles.[4] Toningenieurin Peggy McCreary beschrieb die Zusammenarbeit mit dem Musiker als überwiegend „anstrengend“, weil Prince ein „Workaholic“ gewesen sei und auch „morgens um vier“ gearbeitet habe. Der Druck sei „unglaublich“ gewesen.[13] Keyboarder Doctor Fink sagte über die Albumaufnahmen nach Prince’ Tod im Jahr 2016: „Für 1999 habe ich so gut wie gar nichts eingespielt. Dez Dickerson spielte ein bißchen Gitarre in Little Red Corvette und es gab ein paar Backgroundsänger, aber das meiste hat Prince selbst eingespielt. Er konnte alles alleine machen.“[14]

Als Prince im Januar 1983 eine vierwöchige Pause seiner 1999-Tour durch die USA einlegte, flog er nach Los Angeles und nahm am 7. Januar 1983 im Sunset Sound eine Maxi-Single von Little Red Corvette auf.[15] Den Song Irresistible Bitch spielte er am 16. September 1983 im Sunset Sound ein. Ursprünglich nahm Prince das Stück im Jahr 1981 auf, überarbeitete es aber vollständig.[16] Irresistible Bitch wurde im November 1983 als B-Seite der Single Let’s Pretend We’re Married veröffentlicht.

Gestaltung des Covers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gestaltung des Schallplattencovers hat Prince selbst entworfen und zum ersten Mal gab er der Farbe Purple eine größere Bedeutung;[17] das Cover ist in einem violetten Farbton gehalten, mit einer Vielzahl von kleinen weißen Punkten. Es enthält lediglich die Aufschriften „1999“ und „Prince“, wobei in dem Buchstaben „i“ seines Namens die Ergänzung „and the Revolution“ in winzigen Buchstaben in Spiegelschrift gelesen werden.[18] 1999 ist das erste Prince-Album, das kein Porträtfoto von ihm auf der Vorderseite zeigt. Zudem sind auf der LP-Innenhülle und im CD-Begleitheft erstmals die Songtexte abgedruckt.[19] Ferner ist ein Bild von Prince, nackt auf dem Bauch in einem Bett liegend, zu sehen. Lediglich eine Bettdecke bekleidet seinen Unterkörper.

Das Cover der Single-LP hingegen, das ein Foto von Prince in einem Zimmer stehend zeigt, enthält nicht die Ergänzung „and the Revolution“.[20]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikalischer Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album 1999 ist vom Einsatz des Drumcomputers Linn LM-1 und von dominanten Synthesizer-Klängen geprägt. Dennoch kombiniert Prince erneut verschiedene musikalische Stilrichtungen miteinander; beispielsweise sind das Titelstück sowie D.M.S.R. und Lady Cab Driver dem Genre Funk und Dance zuzuordnen, Little Red Corvette ist aus dem Bereich Pop, Delirious besitzt einen Ansatz von Rockabilly und International Lover ist eine R&B-Ballade.[19][21][22]

Text und Gesang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar schildert Prince im Titelstück Ängste vor Atomkriegen,[23] doch dieses apokalyptische Thema ist für das Album nicht repräsentativ. In den Liedtexten befasst sich Prince überwiegend mit sexuellen Themen. Diesen gewinnt Prince jedoch – anders als bei seinen vorangegangenen Alben – gelegentlich eine humoristische Komponente ab. Beispielsweise handelt der Song Little Red Corvette nicht von einem Sportwagen, sondern von einer Vagina.[24] Autos, Pferde und Jockeys dienen in diesem Fall als Lustmetapher. Let’s Pretend We’re Married ist eine augenzwinkernde Hymne auf anonymen Sex. Bei den Songs Automatic und Lady Cab Driver hingegen beschäftigt sich Prince mit der Thematik Dominanz und Unterwerfung.[11]

Neben seinem charakteristischen Falsettgesang benutzt Prince auf dem Album 1999 auch tiefere Stimmlagen. Durch den Einsatz elektronischer Geräte klingt seine Stimme im Titelstück zuweilen verfremdet.[19]

Titelliste und Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelliste
  1. 1999 – 6:18
  2. Little Red Corvette – 4:55
  3. Delirious – 3:58
  4. Let’s Pretend We’re Married – 7:21
  5. D.M.S.R. – 8:16
  6. Automatic – 9:28
  7. Something in the Water (Does Not Compute) – 4:01
  8. Free – 5:06
  9. Lady Cab Driver – 8:18
  10. All the Critics Love U in New York – 5:58
  11. International Lover – 6:37
Autor aller Songs ist Prince

1999 erschien in den USA am 27. Oktober 1982 als Schallplatten-Doppelalbum mit elf Songs, am 7. März 1983 wurde aber auch eine Single-LP mit sieben Songs veröffentlicht[25][12] – die vier Songs D.M.S.R., Automatic, All the Critics Love U in New York und International Lover wurden gestrichen. Die ersten CD-Pressungen des Albums enthalten den Song D.M.S.R. nicht, spätere CD-Pressungen enthalten dagegen alle elf ursprünglichen Titel.

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von dem Album wurden fünf Singles ausgekoppelt. Das Titelstück 1999 erschien am 24. September 1982 als Single-Edit-Version, die 3:36 Minuten lang ist. Der Song der B-Seite How Come U Don’t Call Me Anymore? war zuvor unveröffentlicht.[26] Die Single Little Red Corvette wurde am 9. Februar 1983 ausgekoppelt und ist 3:08 Minuten lang, als B-Seite dient All the Critics Love U in New York, das auf 3:15 Minuten gekürzt wurde.[27]

Delirious wurde am 17. August 1983 als dritte Single veröffentlicht. Der Song erschien ebenfalls in einer gekürzten Single-Edit-Version mit einer Länge von 2:56 Minuten und als B-Seite ist das zuvor unveröffentlichte Stück Horny Toad vorhanden.[28] Die Single-Version von Automatic ist auf 3:38 Minuten gekürzt und wurde im August 1983 nur in Australien ausgekoppelt.[29] Something in the Water (Does Not Compute) dient als B-Seite. Let’s Pretend We’re Married erschien am 23. November 1983 und die Single-Version ist auf 3:40 Minuten gekürzt. Irresistible Bitch ist der dritte Song, der zuvor unveröffentlicht war und als B-Seite einer Single diente. Let’s Pretend We’re Married wurde in Europa nicht ausgekoppelt.[30]

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prince veröffentlichte mit 1999, Little Red Corvette, Let’s Pretend We’re Married und Automatic vier Musikvideos zu Songs des Albums 1999. Die Musikvideos 1999, Let’s Pretend We’re Married und Automatic wurden Anfang November 1982 in Minneapolis (US Bundesstaat Minnesota) im Minneapolis Armory gedreht. In den Videos zu 1999 und Let’s Pretend We’re Married ist Prince mit seiner damaligen Begleitband zu sehen, wie er die Songs auf einer Bühne vorträgt. Regisseur der Videos war der britische Filmregisseur Bruce Gowers.[31] Im Video zu 1999 ist auch Jill Jones zu sehen. 1999 war im Dezember 1982 eines der ersten Musikvideos eines schwarzen Künstlers, das auf dem Musiksender MTV gezeigt wurde.[32] Das Musikvideo zu Automatic ist über acht Minuten lang und endet mit einer Bondage-Szene zwischen Prince, Lisa Coleman und Jill Jones. Regisseur ist abermals Bruce Gowers.[31]

Ende Januar 1983 produzierte Regisseur Brian Greenberg ein Musikvideo zum Song Little Red Corvette, das während der Proben zur 1999-Tour in Lakeland (US-Bundesstaat Florida) im Lakeland Civic Center gedreht wurde und Prince zeigt, wie er den Song mit seiner damaligen Begleitband im Playback-Gesang vorträgt.[31][33] Zur Singleauskopplung Delirious wurde kein Musikvideo produziert.

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diverse Musiker nahmen Coverversionen von Songs des Albums 1999 auf, wobei das Titelstück am häufigsten neu interpretiert wurde. Beispielsweise wurde 1999 von Big Audio Dynamite (1990), Gary Numan (1992), Bif Naked (1999), Matthew Good (1999) und Party Animals (2005) neu eingespielt. Little Red Corvette wurde unter anderem von Sandra Bernhard (1987), Bob Belden (1993) und Paul Kelly (2001) gecovert. Das Royal Philharmonic Orchestra interpretierte im Jahr 1995 sowohl 1999 als auch Little Red Corvette. Den Song Let’s Pretend We’re Married interpretierten Tina Turner (1983) und School of Fish (1991). Delirious nahm Jazzmusiker David Helbock (2012) neu auf.[34][35][36]

Die B-Seiten How Come U Don’t Call Me Anymore? und Irresistible Bitch wurden ebenfalls gecovert; How Come U Don’t Call Me Anymore? nahmen Stephanie Mills (1983), Joshua Redman (1998), Alicia Keys (2001) und Bilal (2001) neu auf. Irresistible Bitch wurde von Mellow Man Ace (1999) interpretiert.

Tournee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Setlist der 1999-Tour vom
11. November 1982 bis 10. April 1983[37]
  1. Controversy
  2. Let’s Work
  3. Do Me, Baby
  4. D.M.S.R.
  5. With You (als Instrumentalversion gespielt)
  6. How Come U Don’t Call Me Anymore?
  7. Lady Cab Driver
  8. Automatic
  9. International Lover
  10. 1999
Autor aller Songs ist Prince
Prince im Jahr 1983

Die 1999-Tour begann am 11. November 1982 in Chattanooga (US-Bundesstaat Tennessee) und endete am 10. April 1983 in Chicago (US-Bundesstaat Illinois).[26] Die Tournee fand ausschließlich in den USA statt, umfasste 83 Konzerte und spielte zehn Millionen US-Dollar ein.[38] Das Motto einiger Konzerte lautete „The Triple Threat“; Prince’ Nebenprojekte Vanity 6 und The Time traten als Vorgruppe auf, wobei Vanity 6 für zirka 20 Minuten und The Time für zirka 40 Minuten spielte. Anschließend folgte Prince als Headliner für 60 bis 75 Minuten.[39][40] Prince’ Begleitband bestand aus folgenden sechs Mitgliedern:[37]

  • Dez Dickerson (bürgerlich: Desmond D’andrea Dickerson) – Gitarre
  • Brown Mark (bürgerlich: Mark Brown) – E-Bass
  • Lisa ColemanKeyboard
  • Doctor Fink (bürgerlich: Matthew Robert Fink) – Keyboard
  • Bobby Z. (bürgerlich: Robert B. Rivkin) – Schlagzeug
  • Jill JonesBacking Vocal bei der Vorgruppe Vanity 6 und Gastsängerin des Songs 1999

Brown Mark, Lisa Coleman, Doctor Fink und Bobby Z. waren von 1983 bis 1986 auch Mitglieder von Prince and the Revolution.

Den Song Little Red Corvette nahm Prince erst im Jahr 1983 in die Setlist auf, nachdem dieser in der US-Singlehitparade erfolgreich war. Delirious spielte er bei der 1999-Tour dagegen nur sporadisch.[37] Im Jahr 1983 traten während der Tournee Spannungen zwischen Prince und den Bandmitgliedern auf; Gitarrist Dez Dickerson war bei einigen Soundchecks nicht anwesend und The Time trat seltener als Vorgruppe bei der 1999-Tour auf – eine offizielle Erklärung gab es dazu nicht.[37] Zudem kam es zwischen Prince und der Band Vanity 6 zu Spannungen.[37] Außerdem ließ sich Prince zunehmend von seinem persönlichen Bodyguard Charles Huntsberry (* 1941; † 2. April 1990)[41] – Spitzname „Big Chick“ – abschirmen.[42]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiken zum Album 1999 fielen teilweise sehr positiv aus.[19] Das US-Musikmagazin Rolling Stone wählte Prince zum „Rock-Künstler des Jahres 1982“;[43] über das Album schrieb Michael Hill, Prince schaffe „den Energielevel der Songs stets aufrechtzuerhalten und zudem einfallsreiche Schockmomente und Überraschungen einzubauen.“[21] Außerdem meinte er: „Nach Disko, Punk und New Wave endlich wieder scharfer Stoff“.[44] Hill gab dem Album vier von fünf Sternen.[45] Der Musikjournalist Mikal Gilmore von der US-Tageszeitung Los Angeles Herald-Examiner befand aufgrund der Mixtur der verschiedenen musikalischen Stilrichtungen, Prince bewege „sich selbstbewusst und gelungen zwischen pulsierendem Funk und kunstvollem Pop hin- und her“.[45][21] Tony Michell von dem britischen Musikmagazin Sounds war ähnlicher Meinung und lobte, der Musikstil des Albums hebe Prince „über die herkömmliche Kategorisierung hinaus“.[45] Die Chicago Sun-Times mutmaßte: „Bedenkt man, daß Prince das Zeug zu einem der größten Stars in der Musikgeschichte hat, so scheint er noch auf dem Weg nach oben zu sein“.[25] Miles Davis schrieb in seiner Autobiografie (1990) über Prince’ Musik, dass diese „die aufregendste“ gewesen sei, die er im Jahr 1982 gehört habe.[46]

1982 gab Prince lediglich ein Interview, um Musikpromotion für das Album 1999 zu machen. Dieses Interview erschien am 21. November 1982 in der überregionalen US-Tageszeitung Los Angeles Times und wurde von Robert Hillburn geführt. Prince präsentierte sich sehr wortkarg, nutzte aber die Gelegenheit, um auf einige Gerüchte einzugehen, die damals in der Öffentlichkeit über ihn kursierten. Unter anderen sagte er: „Erstens, ich heiße wirklich Prince“ und hob hervor, den Namen „nicht erfunden“ zu haben. „Zweitens, ich bin nicht schwul. Und drittens, ich bin nicht Jamie Starr“. Jamie Starr war ein damaliges Pseudonym von Prince, was er aber in den 1980er Jahren absichtlich dementierte. Interviews gab Prince erst wieder im Jahr 1985.[45]

Nach Prince’ Tod im April 2016 rezensierten die Musikjournalisten Albert Koch und Thomas Weiland von der deutschen Musikzeitschrift Musikexpress das Album 1999 und gaben mit fünfeinhalb von sechs möglichen Sternen fast die Höchstpunktzahl. Sie schrieben unter anderem, Prince erreiche „volle Betriebstemperatur“. Viele Songs des Albums klingen „wegen seiner Bezüge zu New Wave und punkigem Funk“ immer „noch sehr aktuell“.[47]

Charts und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen [48][49]
DE AT CH UK US
1982 1999 51
(3 Wo.)
28
(25 Wo.)
7
(162 Wo.)

Die Höchstplatzierung in den genannten Ländern erzielte 1999 im Mai 2016 nach Prince’ Tod. Im Jahr 1982 konnte sich das Album in der Schweizer Hitparade nicht platzieren, 1983 erreichte es in den USA Platz 9 und im Jahr 1985 Platz 30 in Großbritannien. 1999 wurde international mehrfach mit Gold- und Platinstatus ausgezeichnet:

  • CA: 1x Gold für 50.000 verkaufte Exemplare am 1. Oktober 1983[50]
  • US: 4x Platin für 4.000.000 verkaufte Exemplare am 24. März 1999[51]
  • UK: 1x Platin für 300.000 verkaufte Exemplare am 17. Oktober 2008[52]

Im Jahr 2008 wurde 1999 in die Grammy Hall of Fame aufgenommen[53] und im Jahr 2012 wählte das US-Musikmagazin Rolling Stone das Album auf Platz 163 der 500 besten Alben aller Zeiten.[54]

Jahr Titel Chartpositionen [48][49]
DE AT CH UK US
1982 1999 25
(8 Wo.)
44
(12 Wo.)
1983 Little Red Corvette 54
(11 Wo.)
6
(22 Wo.)
1999
re-entry
12
(15 Wo.)
Delirious n.v. 8
(18 Wo.)
Automatic
(nur in Australien ausgekoppelt)
n.v. n.v. n.v. n.v. n.v.
Let’s Pretend We’re Married
(nicht in Europa ausgekoppelt)
n.v. n.v. n.v. n.v. 52
(10 Wo.)
1984 1999 / Little Red Corvette
(Wiederveröffentlichung als double-A-Side)
2
(11 Wo.)
n.v.
1998 1999 (Album Version)
(Wiederveröffentlichung als CD-Single)
86
(4 Wo.)
10
(9 Wo.)
40
(1 Wo.)
2016 1999
(Wiedereinstieg postum)
75
(1 Wo.)
49
(1 Wo.)
27
(2 Wo.)
Little Red Corvette
(Wiedereinstieg postum)
70
(1 Wo.)
20
(2 Wo.)

Der Titelsong 1999 wurde im September 1982 in den USA als Vorabsingle ausgekoppelt und konnte zunächst Platz 44 der US-Hitparade erreichen. Mit der zweiten Singleauskopplung Little Red Corvette konnte Prince im Jahr 1983 den ersten Top-Ten-Hit seiner Karriere in den USA verzeichnen. Durch den Erfolg von Little Red Corvette kehrte die Single 1999 in die Charts zurück und erreichte Platz zwölf. In England erreichte 1999 im Jahr 1985 für 200.000 verkaufte Exemplare Silberstatus.[52]

Im Jahr 2010 wählte das US-Musikmagazin Rolling Stone die 500 besten Songs aller Zeiten, in der es Little Red Corvette auf Platz 109 und 1999 auf Platz 215 schaffte.[55]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Begleitheft der CD 1999 von Prince and the Revolution, Warner Bros. Records, 1982
  2. a b Nilsen (1999), S. 279.
  3. a b Nilsen (1999), S. 98.
  4. a b c d e Nilsen (1999), S. 262.
  5. Nilsen (1999), S. 99.
  6. Tudahl (2018), S. 5.
  7. Horny Toad. In: Princevault.com. 29. November 2017, abgerufen am 30. März 2018 (eng).
  8. a b Nilsen (1999), S. 100.
  9. Nilsen (1999), S. 101.
  10. Nilsen (1999), S. 101–102.
  11. a b Hahn (2016), S. 84.
  12. a b 1999. In: Princevault.com. 12. März 2018, abgerufen am 30. März 2018 (eng).
  13. Nilsen (1999), S. 99–100.
  14. Azhar (2016), S. 23.
  15. Tudahl (2018), S. 4–5.
  16. Tudahl (2018), S. 163.
  17. Nilsen (1999), S. 103.
  18. Greenman (2017), S. 89.
  19. a b c d Seibold (1991), S. 51.
  20. Albumcover der Vinyl-Single-LP 1999 von Prince, Warner Bros. Records, 1983
  21. a b c Hahn (2016), S. 85.
  22. Hill (1989), S. 155.
  23. Hahn (2016), S. 126.
  24. Marc Deckert: Lasst uns ausflippen. In: Sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 30. März 2018.
  25. a b Ewing (1994), S. 43.
  26. a b Uptown (2004), S. 37.
  27. Uptown (2004), S. 41.
  28. Uptown (2004), S. 45.
  29. Automatic. In: Princevault.com. 24. November 2017, abgerufen am 30. März 2018 (eng).
  30. Uptown (2004), S. 46.
  31. a b c Uptown (2004), S. 622.
  32. Mischke (1994), S. 44.
  33. Little Red Corvette. In: Princevault.com. 22. Dezember 2017, abgerufen am 30. März 2018 (englisch).
  34. Discover the original. In: Coverinfo.de. Abgerufen am 30. März 2018 (Bei "Suche" Prince eingeben).
  35. Prince auf WhoSampled
  36. SecondHandSongs – a cover songs database. In: Secondhandsongs.com. 2018, abgerufen am 30. März 2018 (englisch).
  37. a b c d e Uptown (2004), S. 38.
  38. Tudahl (2018), S. 59.
  39. Uptown (2004), S. 37. u. S. 43.
  40. Uptown (2004), S. 38.
  41. Charles Huntsberry (1941–1990). In: IMDb.com. 2018, abgerufen am 30. März 2018 (englisch).
  42. Ewing (1994), S. 46.
  43. Hill (1989), S. 167.
  44. Mischke (1989), S. 107.
  45. a b c d Nilsen (1999), S. 109.
  46. Greenman (2017), S. 156. („His shit was the most exciting music I was hearing in 1982.“)
  47. ME-Redaktion: Aus dem grossen Prince-Special – Alle Alben im Überblick. In: Musikexpress.de. 22. Mai 2016, abgerufen am 30. März 2018.
  48. a b Chartquellen: DE AT CH US
  49. a b Prince in den Official UK Charts (englisch)
  50. musiccanada.com. 2018, abgerufen am 30. März 2018 (englisch).
  51. Draper (2016), S. 37.
  52. a b Certified Awards Search. British Phonographic Industry, 2018, abgerufen am 30. März 2018 (englisch).
  53. Grammy Hall of Fame. In: Grammy.com. 2018, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  54. Rolling Stone: 500 Greatest Albums of All Time. In: Rollingstone.com. 31. Mai 2012, abgerufen am 30. März 2018 (englisch).
  55. Rolling Stone: 500 Greatest Songs of All Time. In: Rollingstone.com. 7. April 2011, abgerufen am 30. März 2018 (englisch).