1K ZX Chess

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1K ZX Chess
PublisherSinclair
Leitende EntwicklerDavid Horne
Erstveröffent-
lichung
1982
PlattformSinclair ZX81
GenreComputerschach
ThematikSchach
SpielmodusEinzelspieler
SteuerungTastatur
MediumKassette
SpracheEnglisch

1K ZX Chess ist ein Schachprogramm, welches 1982 für den Heimcomputer Sinclair ZX81 erschien. Es galt 33 Jahre lang als kleinstes Schachprogramm der Welt (672 Byte), ehe es 2015 von BootChess (487 Byte) abgelöst wurde.[1]

Gameplay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David Hornes Computerschach beachtet weitgehend die allgemein üblichen Regeln des Spiels. Jedoch mussten aufgrund des sehr geringen Arbeitsspeichers Kompromisse eingegangen werden. So fehlen die Rochade, En passant und die Umwandlung. (Später erschien eine erweiterte Version für den Timex Sinclair 1000 mit allen Regeln.[2])

Das Schachbrett und die Schachfiguren werden nicht etwa mit Pixelgrafik, sondern mittels Buchstaben und einigen Symbolen aus dem Zeichensatz dargestellt.

Die KI spielt immer mit Weiß und hat zwei mögliche Eröffnungszüge. Die Entscheidung für den nächsten Zug trifft sie jeweils, indem sie in jeder Situation alle Möglichkeiten für den nächsten einzelnen Zug simulierte und bewertete. Dieser Prozess wird auch am Bildschirm visualisiert.[3]

Rezensionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Popular Computing Weekly urteilte 1982, 1K ZX Chess seine eine der interessantesten ZX-Cassetten der letzten Wochen. Es bemängelte zwar die Einschränkungen bzgl. Rochade, en passant und Umwandlung und sieht die Anwendung eher bei Schacheinsteigern, lobt aber die Anzeige der gerade durch den Computer überprüften möglichen Spielzüge und die Fähigkeiten des Programmierers, ein Schachprogramm so klein halten zu können.[3]

Sinclair User zeigte sich 1983 ebenso beeindruckt von der geringen Größe und lobte die Geschwindigkeit sowohl beim Laden als auch beim Kalkulieren der Spielzüge.[4]

Home Computing Weekly beurteilte das Spiel mit drei von fünf Sternen; es kritisierte die verwirrende Oberfläche, lobte aber, dass es durchaus gedanklicher Anstrengungen bedürfe, den Computer zu schlagen.[5]

Schachexperte Tim Harding schrieb 1985 in einem Buch zu Computerschach, dass der Entwickler „eine Art Genie“ („some sort of genius“) sein müsse. Der Computer sei zwar einfach zu schlagen, das Programm sei aber eine fantastische technische Leistung.[6]

Retrogaming Times Monthly beschrieb 1K ZX Chess 2009 als größte Spielprogrammierleistung der Geschichte;[7]; in Kuro5hin wurde es 2001 gar als „das großartigste je geschriebene Programm“ bezeichnet.[8]

Retrogamer wählte 1K ZX Chess 2014 unter die 10 besten ZX81-Programme.[9]

Der Autor des heutigen Rekordhalters BootChess, Olivier Poudade, lobte den Code von 1K ZX Chess; es sei ihm zunächst unmöglich erschienen, ein noch kleineres Programm zu schreiben. Er gab an, einige Methoden übernommen zu haben, weil er sie nicht besser habe machen können.[10]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Titel ist eines der wenigen ZX81-Programme, die ohne die quasi obligatorische Erweiterung des RAM auskommen. Der Programmierer David Horne veröffentlichte den Quelltext im britischen Computermagazin Your Computer in einer Reihe von Artikeln zwischen 1982 und 1983. Das Spiel wurde vollständig in Maschinensprache geschrieben.[11][12][13][14][15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 33 year old ZX81 1K ZX Chess world record broken. In: Retro Games Collector. 28. Januar 2015, abgerufen am 25. Mai 2019 (britisches Englisch).
  2. 1K ZX Chess - Chessprogramming wiki. Abgerufen am 28. Mai 2019.
  3. a b Duncan Scot: 1K ZX Chess. In: Popular Computing Weekly. 15. Juli 1982, S. 12 (englisch, archive.org [abgerufen am 21. April 2021]).
  4. John Gilbert: Sinclair acts to improve the standard of its named software. In: Sinclair User. März 1983, S. 62–63 (englisch, archive.org [abgerufen am 21. April 2021]).
  5. Ray Elder: Which ZX81 programs are best? In: Home Computing Weekly. 8. März 1983, S. 21–22 (archive.org [abgerufen am 21. April 2021]).
  6. Tim Harding: The New Chess Computer Book. Hrsg.: Jill Price, David N. L. Levy (= Pergamon Chess Series). 2. Auflage. Pergamon Press, 1985, ISBN 978-1-4831-4032-2, S. 161 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Mark Sabbatini: The Thrill of Defeat: Catching the 1k Bug. In: Retrogames Times Monthly. Januar 2009, abgerufen am 21. April 2021 (englisch).
  8. The greatest program ever written. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Kuro5hin. 10. August 2001, archiviert vom Original am 14. März 2002; abgerufen am 21. April 2021 (englisch).
  9. Retro Gamer Team: Top Ten ZX 81 Games. In: retrogamer.net. 3. Februar 2014, abgerufen am 25. Mai 2019 (englisch).
  10. Chris Stokel-Walker: The bitter rivalry behind the world’s smallest chess program. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Kernelmag. 20. September 2015, archiviert vom Original; abgerufen am 21. April 2021 (englisch).
  11. Your Computer Magazine (December 1982). Dezember 1982 (archive.org [abgerufen am 28. Mai 2019]).
  12. Your Computer Magazine (January 1983). Januar 1983 (archive.org [abgerufen am 28. Mai 2019]).
  13. Your Computer. IPC Electrical-Electronic Press, Februar 1983 (archive.org [abgerufen am 28. Mai 2019]).
  14. Full ZX-81 Chess in 1K. Abgerufen am 28. Mai 2019.
  15. ZX81 tape 1K ZX Chess by Sinclair Research. Abgerufen am 28. Mai 2019.