2. Buch Samuel

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Nevi’im (Propheten) des Tanach
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Geschichtsbücher des Alten Testaments

Namen nach dem ÖVBE
Eingerückt: Deuterokanonisch (katholisch und orthodox) bzw. Apokryphen (evangelisch)

Das 2. Buch Samuel ist ein biblisches Buch im Tanach. Es wird seit dem Mittelalter in 24 Kapitel unterteilt. In den Ostkirchen heißt es 2. Buch der Königreiche.

Der Prophet Samuel erscheint nur im 1. Buch Samuel; die beiden Bücher Samuel waren einst ein einziges Buch, und so behielten die Teile den Namen bei, nachdem sie aus praktischen Gründen (handhabbare Größe einer Schriftrolle) voneinander getrennt wurden. Hauptfigur dieses Buches ist vielmehr David. Das Buch weist viele Parallelen zum 1. Buch der Chronik auf. Im Gegensatz zu diesem ist es aber merklich kritischer und legt den Schwerpunkt mehr auf die politischen Ereignisse als auf den Kultus. Neben den Erzählungen finden sich auch Psalmen (2. Sam 1,19-27: Davids Klagelied über Saul und Jonatan; 2. Sam 22: Davids Danklied (= Ps. 18, 1-51); 2. Sam 23: Davids letzte Worte).

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Buch Samuel

Das Buch schildert zunächst den Aufstieg Davids als König über Juda und ganz Israel nach Siegen über Rafaiten und Philister. In 2 Sam (7,13 LUT) erhält David durch den Propheten Natan die Zusage Gottes, dass seine Dynastie für immer erhalten bliebe. Die positive Sicht Davids schlägt in 2 Sam 11 um, wo geschildert wird, wie David mit der verheirateten Batseba Ehebruch begeht und deren Ehemann Urija in den Tod schickt.

Dafür wird David von Gott durch Natan zur Rechenschaft gezogen. Es wird angekündigt, dass die Nachkommen Davids durch Gewalt umkommen werden (2 Sam 12,10 LUT). Es folgt eine Geschichte von kriegerischen Geschehnissen, Aufständen und Gewalt: so z. B. 2 Sam 13 die Vergewaltigung von Davids Tochter Tamar durch ihren Halbbruder, den Davidssohn Amnon oder den Aufstand des Sohnes Abschalom gegen seinen Vater und das Ende Absaloms durch Joab.

Im letzten Kapitel (2 Sam 24) bringt David Gott mit einer Volkszählung, die er gegen den Rat Joabs vollzieht, gegen sich auf. Infolgedessen wird das Volk mit einer Pest bestraft, die endet als David auf dem späteren Tempelplatz opfert. Das Buch schließt mit Nachträgen und Davids Vermächtnis.

Das 1. Buch der Könige stellt eine Fortsetzung des Buches Samuel dar.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Dietrich und Thomas Naumann: Die Samuelbücher. Erträge der Forschung 287. Darmstadt 1995.
  • Silvia Schröer: Die Samuelbücher. (Neuer Stuttgarter Kommentar AT 7), Stuttgart 1992.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]