20-Röhren-Brunnen

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20-Röhren-Brunnen

Der 20-Röhren-Brunnen ist eine Brunnenanlage in der rheinland-pfälzischen Ortsgemeinde Altleiningen im nordöstlichen Pfälzerwald. Der Brunnen wurde vermutlich um das Jahr 1600 gebaut und diente ursprünglich der Wasserversorgung der oberhalb gelegenen Burg Altleiningen. Seine heutige Form erhielt er im Jahr 1855.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des Brunnens fließt der Eckbach, der seine eigentliche Quelle vier Kilometer aufwärts hat und ein linker Nebenfluss des Rheins ist. Er nimmt das ablaufende Wasser des 20-Röhren-Brunnens auf, der heute den größten Teil der Wasserführung des Baches liefert. Am Brunnen vorbei führt der 23 Kilometer lange Eckbach-Mühlenwanderweg, der von der Eckbachquelle in Hertlingshausen bachabwärts bis nach Dirmstein in die Rheinebene führt.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Brunnen wird von der stärksten Spaltenquelle der Pfalz gespeist. Das Wasser tritt aus einer Verwerfungsspalte hervor und wird zunächst in zwei großen Brunnenkammern gefasst, um dann aus 20 parallel angeordneten Röhren hervorzuquellen. Die Menge des Wasserflusses wird mit einem für die Entstehungszeit sehr gut durchdachten System der Aufstauung des Grundwassers gesteuert.[1]

Über dem Brunnen befindet sich eine denkmalgeschützte Inschriftentafel aus Sandstein aus dem Jahre 1855, als die Anlage ihre heutige Gestalt erhielt; sie wurde auch nach einer grundlegenden Erneuerung mit teilweiser Neugestaltung in den 1980er Jahren wieder eingebaut. Die Tafel gibt einen gedachten Dialog zwischen Wanderer (W) und Brunnen (B) wieder:[1]

Siehe, Wanderer:
Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle!

W.: Ja, Brünnlein, du hast Wassers die Füll;
Gibst Jedem zu trinken, der da will.
B.: Der reiche Gott hat mirs gegeben;
Machs mir nur nach, so wirst du leben!
W.: Was bleibt dann aber mir zuletzt?
B.: Ein Wasser, das ewig dich ergötzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Brunnen wurde im Auftrag der Leininger Grafen angelegt, um die Wasserversorgung ihrer Stammburg Altleiningen zu verbessern und auf Dauer sicherzustellen. Belege für das genaue Baujahr sind nicht bekannt, Historiker vermuten die Zeit um 1600.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daniel Häberle: Der Brunnen von Altleiningen. In: Leininger Geschichtsblätter. 7, 1908, S. 1–2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ortsgemeinde Altleiningen: Der 20-Röhren-Brunnen. Abgerufen am 24. Oktober 2011 (Linkkorrektur am 5. August 2012).

Koordinaten: 49° 30′ 40″ N, 8° 4′ 50″ O