22. Division (Deutsches Kaiserreich)

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Die 22. Division, für die Dauer des mobilen Verhältnisses auch als 22. Infanterie-Division bezeichnet, war ein Großverband der Preußischen Armee.

Gliederung[Bearbeiten]

Das Kommando befand sich in Kassel und die Division war Teil des XI. Armee-Korps.

Friedensgliederung 1914[Bearbeiten]

Kriegsgliederung bei Mobilmachung 1914[Bearbeiten]

Kriegsgliederung vom 29. Mai 1918[Bearbeiten]

  • 43. Infanterie-Brigade
    • 2. Kurhessisches Infanterie-Regiment Nr. 82
    • Infanterie-Regiment „von Wittich“ (3. Kurhessisches) Nr. 83
    • 1. Ober-Elsässisches Infanterie-Regiment Nr. 167
    • 6. Eskadron/Kürassier-Regiment „Kaiser Nikolaus I. von Russland“ (Brandenburgisches) Nr. 6
  • Artillerie-Kommandeur Nr. 22
    • 1. Kurhessisches Feldartillerie-Regiment Nr. 11
    • Fußartillerie-Bataillon Nr. 50
  • Pionier-Bataillon Nr. 128
  • Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 22

Geschichte[Bearbeiten]

Die Division wurde nach dem Deutschen Krieg im Oktober 1866 gebildet. Unterstellt waren ihr überwiegend Truppenteile, die durch Übernahme vormals kurhessischer Einheiten gebildet wurden.

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten]

Die Division wurde zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges von Hermann von Gersdorff in den Schlachten von Weißenburg und Wörth geführt. Am 22. September ging das Kommando an Ludwig von Wittich über. Unter ihm nahm die Division an den Kämpfen von Artenay, Châteaudun, Loigny und Orléans teil. Im Januar 1871 folgten die Kämpfe in der Schlacht bei Le Mans.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Mit der Mobilmachung am 2. August 1914 übernahm Generalmajor Karl Dieffenbach den Befehl über die Division, die dem XI. Armee-Korps unterstellt war. Mit diesem ging es bis zur Eroberung Namurs westwärts. Ende August wurden die hieran beteiligten Korps, neben dem XI. Armee-Korps war es auch das Garde-Reserve-Korps, an die Ostfront verlegt. Dort nahm die Division an der Schlacht an den Masurischen Seen teil.

Nun wurde die Division nach Krakau verlegt und nahm an der Belagerung der Festung Iwangorod teil. Im Winter 1914/15 lagerte die Division an der Rawka, wo ihr Kommandeur am 18. April 1915 zum Generalleutnant befördert wurde. Am 2. Juni 1915 wurde die Division für selbstständig erklärt und der 11. Armee unter Generaloberst August von Mackensen zugeteilt, kämpfte bei Lubakzow, überquerte den San bei Sieniawa und rückte bis Pinsk vor. Erst am Styr begann für sie der Stellungskrieg. Nach der russischen Offensive verbrachte sie den Winter 1915/16 in Wolhynien. Ende März 1916 wurde die Division der 8. Armee Otto von Belows in Kurland unterstellt und blieb bis Ende Juni bei Mitau.

Während der Brussilow-Offensive wurde die Division der neugebildeten Angriffsgruppe von der Marwitz in Ostgalizien zugeteilt. Als sich die Division am 20. Juli 1916 zusammen mit der k.u.k. 1. Armee unter dem Generalobersten Paul Puhallo von Brlog zwischen Lipa und Styr zurückzog, wurde General Dieffenbach mit dem Oberbefehl über diese Armee beauftragt.

Nachdem der Rückzug zum Stehen gebracht wurde, blieb die um zwei k.u.k. Infanterie-Truppendivisionen verstärkte Division als Korps Dieffenbach bis Mitte Dezember in ihrer ostgalizischen Stellung. Dort kämpfte sie bis Oktober 1917.

Dann wurde sie an die Westfront verlegt, wo sie bis zum 25. Mai 1918 vor Verdun in Stellungskämpfe verwickelt war. Es folgten die Rückzugs- und Stellungskämpfe in Nordfrankreich und Belgien und schließlich ab 12. November 1918 der Rückmarsch nach Deutschland.

Kommandeure[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum[1]
Generalmajor/Generalleutnant Hermann von Gersdorff 30. Oktober 1866 bis 6. August 1870
Generalmajor Otto Bernhard von Schkopp 07. August bis 19. September 1870 (mit der Führung beauftragt)
Generalmajor Ludwig von Wittich 20. September 1870 bis 17. März 1872
Generalleutnant Wilhelm zu Mecklenburg 25. März 1872 bis 12. November 1873
Generalmajor Hugo von Thile 13. bis 24. November 1873 (mit der Führung beauftragt)
Generalmajor/Generalleutnant Hugo von Thile 25. November 1873 bis 13. Januar 1874
Generalleutnant Heinrich von Blumenthal 18. Januar 1874 bis 13. Februar 1881
Generalleutnant Ernst von Unger 15. Februar 1881 bis 22. November 1886
Generalleutnant Hans von Passow 23. November 1886 bis 16. Juni 1889
Generalleutnant Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen 17. Juni 1889 bis 21. September 1893
Generalleutnant Bernhard von Sachsen-Meiningen 22. September 1893 bis 21. März 1895
Generalmajor Paul von Collas 22. März bis 17. April 1895 (mit der Führung beauftragt)
Generalleutnant Paul von Collas 18. April 1895 bis 9. September 1898
Generalleutnant Friedrich Leopold von Preußen 10. September 1898 bis 6. Juni 1900
Generalleutnant Oskar von Rabe 07. Juni 1900 bis 16. Januar 1903
Generalleutnant Josias von Heeringen 17. Januar 1903 bis 23. Juni 1906
Generalleutnant Karl von Plettenberg 24. Juni 1906 bis 11. April 1910
Generalleutnant Eberhard von Claer 12. April 1910 bis 13. Juni 1911
Generalleutnant Carl von Oertzen 14. Juni bis 17. Dezember 1911
Generalleutnant Otto Liman von Sanders 18. Dezember 1911 bis 7. Dezember 1913
Generalleutnant Hugo von Freytag-Loringhoven 08. Dezember 1913 bis 1. August 1914
Generalmajor Karl Dieffenbach 02. August 1914 bis 16. Dezember 1916
Generalmajor Kurt Kruge 17. Dezember 1916 bis August 1917
Generalleutnant Otto Neubaur 25. August 1917 bis 20. Dezember 1918

Literatur[Bearbeiten]

  • Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs, Militär-Verlag, Berlin 1927, S. 67, 121.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 119.