2A65

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2A65


2A65-Haubitze aka Msta-B im Artilleriemuseum in Sankt-Petersburg

Allgemeine Angaben
Herstellerland: UdSSR
Entwickler/Hersteller: ZKB „Titan“
Entwicklungsjahr: Von 1976 bis 1986
Produktionsstart: 1987
Stückzahl: mindestens 1200
Waffenkategorie: Haubitze
Mannschaft: 8
Technische Daten
Gesamtlänge: 11400…12700 mm
Rohrlänge: 7200 mm
Kaliber:

152 mm

Gewicht Einsatzbereit: 7000 kg
Kadenz: bis 7 Schuss/min
Höhenrichtbereich: -3…+70 Winkelgrad
Seitenrichtbereich: -27…+28

152-mm-Haubitze 2A65 aka Msta-B, laut dem GRAU Index2А65, in der NATO-Klassifikation – M1987 – 152-mm-Haubitze sowjetischer Produktion, ist u. a. im Einsatz der russischen Streitkräfte und einiger weiterer ehemaligen Republiken der Sowjetunion. Ihr Konzept umfasst die Zerstörung taktisch-atomarer Angriffsziele, Artillerie und Mörserbatterien, Panzern und anderer gepanzerter Fahrzeuge, die Zerstörung von Schützengräben und ähnlicher Verteidigungsstellungen, Soldaten, Gefechtsständen, Flugabwehr- und schließlich Raketenabwehrsystemen.

Für die Koordination der automatisierten Kontrolle der Feuerleitanlagen der 2A65-Haubitzen innerhalb der Artilleriedivision, wurden spezielle Systeme unter der Bezeichnung „Falzet“ und „Kapustin“ entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2A65-Haubitze wurde unter der Leitung des Chefkonstrukteurs Georgij Sergeev, innerhalb der speziellen Konstruktionsabteilung des Rüstungsbetriebes, ehemals „Barrikade“, heute „ZKB Titan“ genannt, entwickelt.

Die Forschung und Entwicklung der 2A65-Haubitze aka Msta-B begann im Jahr 1976. Das Ziel der Entwicklung bestand in der Erhöhung folgender Werte: der Reichweite der Geschosse, der Feuerrate, des vertikalen Winkels der Zielerfassung, der Effektivität der Geschosswirkung während des Einschlags, Manövrierbarkeit und anderer Eigenschaften im Vergleich zu Haubitzen wie den M1937, D-1 und D-20, die sich im Einsatz der Streitkräfte der Sowjetunion befunden haben.

Ein besonderes Augenmerk wurde während der Entwicklung auf die Feuergenauigkeit gelegt, die durch bestimmte Änderungen der Konstruktion bewerkstelligt werden konnten. Die Konstruktion der wichtigsten Komponenten der Haubitze soll die Stabilität während des Abfeuerns gewährleisten. Während der Entwicklungsetappe der Haubitze wurden bereits die dazugehörigen Geschosse in die Entwicklung implementiert, dazu gehörten u. a. die Ermittlung derer optimalen geometrischen Form und weiterer Konstruktionsparameter. Das führte zur Verbesserung der aerodynamischen Eigenschaften der Geschosse mit Streumunition und ihrer Stabilität während der Flugbahn, trotz der beträchtlichen Länge der Geschosse.

Im Jahr 1986 wurde die 152-mm-Haubitze 2A65 aka Msta-B in den Dienst der Streitkräfte der Sowjetunion gestellt.

Die Serienfertigung begann im Jahr 1987.

In der Haubitze konnten u. a. folgende konstruktive Ziele erreicht werden:

  • Die Mündungsbremse mit drei Kammern erreicht eine Effektivität von bis zu 63 %;
  • ein schneller Mechanismus der Zielerfassung erlaubt die Möglichkeit einer vertikalen Zielerfassung bis zu 70° mit einer horizontalen Anvisierung bei einer Neigung von 5°;
  • automatische Verhinderung der Federwege bei einer Spreizung der Holme im Gefechtszustand.

Design und Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haubitze 2A65 besitzt die gleiche Konstruktion wie die 152-mm-Haubitze der Selbstfahrlafette 2S19 aka Msta-S, mit der Haubitze 2A64. Der Unterschied liegt in der Entweichung der Pulvergase nach dem Abfeuern im Lauf bei der 2A64.

Die Haubitze 2A65 ist nach einem klassischen Schema einer Artilleriewaffe konstruiert: Sie ist mit einer Dreikammer-Mündungsbremse und einem halbautomatischen vertikalen Verschluss ausgestattet. Die Länge des Rohrers beträgt 53 Kaliberlängen. Über dem Lauf ist eine hydropneumatische Rückstoßbremse angebracht (d. h. die Bremse besitzt ein flüssiges Medium zum Aufnehmen der Rückstoßkräfte). Für den Schutz der Soldaten vor Projektilen und Granatsplittern von vorn wurde eine Schutzschild installiert. Des Weiteren kann die Haubitze durch ein Überlagerungsgetriebe mit zwei Geschwindigkeiten angehoben, gedreht und ausbalanciert werden. Auf dem unteren Teil der Lafette befindet sich eine Bettung in Form einer Platte, auf die sich das Geschütz mithilfe eines hydraulischen Hebers absenkt, wenn die Haubitze von einer transportablen in den Gefechtszustand überführt wird. An den Enden der Holme sind jeweils Rollen montiert, mit deren Hilfe die Haubitze in jede beliebige Position gedreht werden kann, ohne die Stellung der Holme im Winkel von 52° verändern zu müssen.

Für die Erhöhung der Feuerrate und um das Bedienungspersonal zu verringern, wurde die 2A65-Haubitze mit einem federgetriebenen halbautomatischen Lademechanismus ausgestattet, der die Geschosse in den Lauf schiebt. Verwendet können nicht nur eigens für die 2A65 bzw. 2S19 (2A64) entworfene 152-mm-Geschosse, sondern auch Geschosse der D-20, M1937 und der Haubitze auf der 2S3 Selbstfahrlafette.

Als reguläres Zugfahrzeug kommt der Ural-4320 in der Armeeausführung mit der Achsformel 6x6 zum Einsatz. Die Federung der Haubitze erlaubt eine Zuggeschwindigkeit von 80 km/h auf der Straße, im Gelände sind es 20 km/h.

Im Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingesetzt wurde die 2A65 Haubitze u. a. in folgenden militärischen Konflikten bzw. Kriegsschauplätzen:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Н. Шунков; Энциклопедия артиллерии особой мощности, Минск, Харвест; 2004, 448 Seiten; Библиотека военной истории, ISBN 985-13-1462-5
  • Е. И. Трембач, К. П. Есин, А.Ф. Рябец, Б.Н. Беликов; «Титан» на Волге. От артиллерии к космическим стартам; Под общей ред. В. А. Шурыгина; Волгоград, 2000, 176 Seiten; ISBN 5-93567-014-3
  • 2А65 ТО. Часть 1. Техническое описание, 152-мм гаубица 2А65. Техническое описание и инструкция по эксплуатации; Москва, 1991; Военное издательство Министерства обороны СССР

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 2018. 1. Auflage. Routledge, London 2018, ISBN 978-1-85743-955-7, S. 187 (englisch, Stand: Januar 2018).
  2. The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 2018. 1. Auflage. Routledge, London 2018, ISBN 978-1-85743-955-7, S. 189 (englisch, Stand: Januar 2018).
  3. The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 2018. 1. Auflage. Routledge, London 2018, ISBN 978-1-85743-955-7, S. 194 (englisch, Stand: Januar 2018).
  4. The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 2018. 1. Auflage. Routledge, London 2018, ISBN 978-1-85743-955-7, S. 198 (englisch, Stand: Januar 2018).
  5. The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 2018. 1. Auflage. Routledge, London 2018, ISBN 978-1-85743-955-7, S. 206 (englisch, Stand: Januar 2018).
  6. The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 2018. 1. Auflage. Routledge, London 2018, ISBN 978-1-85743-955-7, S. 208 (englisch, Stand: Januar 2018).
  7. The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 2018. 1. Auflage. Routledge, London 2018, ISBN 978-1-85743-955-7, S. 210 (englisch, Stand: Januar 2018).
  8. The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 2018. 1. Auflage. Routledge, London 2018, ISBN 978-1-85743-955-7, S. 185, 186 (englisch, Stand: Januar 2018).
  9. Militärische Waffentechnik in Tschetschenien (1999–2000). Вестник ПВО. Abgerufen am 7. Dezember 2015.
  10. An Examination of Arms & Munitions in the Ongoing Conflict in Ukraine // Armament Research Services
  11. Irak hat Waffen im Wert von 1 Milliarde US-Dollar gekauft. Lenta.ru. 30. Juli 2014. Abgerufen am 7. Dezember 2015.
  12. Dmitrij Litowkin: In großer Anzahl, dringend und teuer. Взгляд. 1. August 2014. Abgerufen am 7. Dezember 2015.
  13. 152-mm-Haubitze 2A65 in Syrien