2e régiment d’infanterie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Régiment de Picardie
2e régiment d’infanterie

Insigne régimentaire du 2e Régiment d’Infanterie.jpg

Verbandsabzeichen des 2e régiment d’infanterie
Aktiv 1780 bis 1962
Staat Blason France moderne.svg Flag of France.svg Frankreich
Streitkräfte Blason France moderne.svg Flag of France.svg französische Armee
Teilstreitkraft Infanterie
Typ Regiment
Standort letzte Garnison: Aumale (Algerien)
Schutzpatron Saint-Maurice d’Agaune
Motto Au plus près

Das 2e régiment d’infanterie war ein Infanterieregiment, aufgestellt im Königreich Frankreich und im Dienst während des Ancien Régime (danach mit einigen Unterbrechungen) bis zur Auflösung 1962.

Vor der Einführung der Nummerierung der Regimenter am 1. Januar 1791 führte es in der königlich französischen Armee zuletzt den Namen Régiment de Picardie.

Aufstellung und signifikante Änderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1780 : Das Régiment de Provence[1] wurde in Régiment de Picardie umbenannt.
  • 1791 : Umbenennung in: 2e régiment d’infanterie

  • 1793 : Erste Heeresreform Das Regiment wurde als 1er bataillon (ci-devant Picardie) zur 3e demi-brigade de bataille und als 2e bataillon (ci-devant Picardie) zur 4e demi-brigade de bataille abgestellt. Damit endet der zunächst der Regimentsverband und auch die Traditionslinie
  • 1803 : Umbenennung der „2e demi-brigade d’infanterie de ligne“[2] in 2e régiment d'infanterie de ligne (de facto Weiterführung der Regimentstradition)

  • 1814 : während der Restauration umbenannt in Régiment de la Reine
  • 1815 : während der Herrschaft der Hundert Tage wieder umbenannt in 2e régiment d’infanterie de ligne
  • 16. Juli 1815 : Ebenso wie die versammelte Napoleonische Armee wurde das Regiment in Bléré (Département Indre-et-Loire) aufgelöst.
  • 11. August 1815 : Aufstellung der 2e légion de l'Aisne[3]
  • 23. Oktober 1820 : die 2e légion de l'Aisne wurde in Calais in 2e régiment d’infanterie de ligne umbenannt.
  • 1882 : Umbenennung in 2e régiment d’infanterie.
  • 1914 : Bei der Mobilisierung stellte das Regiment sein Reserveregiment, das 202erégiment d'infanterie auf.
  • 1920 : Aufgelöst.
  • 1939 : Wiederaufstellung als 2e régiment d’infanterie.
  • 1940 : Aufgelöst.
  • 1944 : Wiederaufstellung als 2e régiment d’infanterie.
  • 1945 : Aufgelöst.
  • 1956 : Wiederaufstellung als 2e régiment d’infanterie.
  • 1962 : Aufgelöst.

Mestres de camp/Colonels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mestre de camp war von 1569 bis 1661 und von 1730 bis 1780 die Rangbezeichnung für den Regimentsinhaber und/oder für den mit der Führung des Regiments beauftragten Offizier. Die Bezeichnung „Colonel“ wurde von 1721 bis 1730, von 1791 bis 1793 und ab 1803 geführt.

Nach 1791 gab es keine Regimentsinhaber mehr.

Sollte es sich bei dem Mestre de camp/Colonel um eine Person des Hochadels handeln, die an der Führung des Regiments kein Interesse hatte (wie z. B. der König oder die Königin), so wurde das Kommando dem „Mestre de camp lieutenant“ (oder „Mestre de camp en second“) respektive dem „Colonel-lieutenant“ oder „Colonel en second“ überlassen.

  • 1780: Mestre de camp Marc-Antoine, Comte de Lévis-Lugny.
  • 1791: Colonel Charles Léon du Cavigny
  • 1791: Colonel François-Richer Drouet
  • 1792: Colonel Henri Nadot-Fontenay

(…)

  • 1. Januar 1803: Colonel Pierre-Guillaume Pouchin de la Roche
  • 1805: Colonel Jacques Delga
  • 1809: Colonel Félix Victor Charles Emmanuel de Wimpffen
  • 1813: Colonel Jean Veran André
  • 1813: Colonel Charles Louis Sébastien Staglieno
  • 1814: Colonel Jean Corvinus
  • 1814: Colonel Jean Tripe
  • 1830: Colonel Augustin Pierre de Martimprey
  • 1847: Colonel François Certain de Canrobert
  • 1870: Colonel Amédée Henri Charles de Saint-Hillier
  • 1879–1882: Colonel Théophile Gasser
  • 1909: Colonel François Collas
  • ...
  • 1939: Colonel De Chaine de Bourmont
  • 1944–1945: ?
  • 1956–1962: ?

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regiment führte pro Bataillon eine Fahne, bis zur Revolution zusätzlich eine sogenannte Leibfahne des Regimentsinhabers (Drapeau colonelle) die sich immer bei der 1. Kompanie – der Leibkompanie befand. Sie bestand aus einem weißen Fahnenblatt mit einem (in den Konturen dunkler abgestickten) weißen Kreuz.

Uniformierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsatzgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regiment war in den folgenden Kriegen eingesetzt:

Expedition nach Nordafrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Juli 1664 wurde das, nur noch aus vier Kompanien bestehende Regiment (nach dem Ende des Krieges gegen Spanien war massiv abgrüstet und Personal reduziert worden) in Toulon eingeschifft. Der Verband stand unter dem Kommando von François de Bourbon-Vendôme, duc de Beaufort und bestand noch aus dem Régiment de Normandie, Régiment de Picardie, Régiment de Navarre und Régiment Royal des Vaisseaux. Am 22. Juni erschien die kleine Flotte an der algerischen Küste und besetzte die Stadt Jijel. Diese Expedition wurde allerdings zu einem totalen Misserfolg. Krankheiten dezimierten die Truppe dermaßen, dass der duc d Beaufort schließlich den Rückzug befehlen musste. Jijel wurde am 5. Oktober verlassen und die Rückfahrt nach Toulon angetreten.

Reunionskrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1681 lag das Regiment in Breisach in Garnison, als König Louis XIV. beschloss, Straßburg zu annektieren. „Picardie“ stellte ein Detachement von 300 Mann, ebenso das Régiment d’Orléans, das Régiment Royal und das Régiment d’Artois, die am 3. Oktober gemeinsam in die Stadt einrückten.

Holländischer Krieg (1672 bis 1678)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfälzischer Erbfolgekrieg (1688 bis 1697)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1688 stand das Regiment bei der Belagerung von Philippsburg. Am 6. Oktober konnte es zusammen mit dem Régiment de Jarzé das Fort am Rhein einnehmen.

Spanischer Erbfolgekrieg (1701 bis 1714)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polnischer Thronfolgekrieg (1733 bis 1738)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreichischer Erbfolgekrieg (1740 bis 1748)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • im März 1742 verließ das Regiment im Brigadeverband mit dem Régiment d’Appelgrehn Strasbourg und traf am 1. April in Donauwörth ein.

Siebenjähriger Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1757: Schlacht bei Hastenbeck – im Brigadeverband mit dem Régiment de La Marine
1760: Gefecht bei Korbach

Revolutionsarmee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlacht bei Stockach
Zweite Schlacht um Zürich

Kaiserliche Armee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlacht bei Aspern,
Schlacht bei Wagram
Erste Schlacht bei Polozk
Schlacht an der Beresina
  • 1813 : Feldzug in Deutschland
Schlacht um Dresden
Völkerschlacht bei Leipzig (siehe auch→ Französische Schlachtordnung bei Leipzig)
  • 1814 : Feldzug in Frankreich
Schlacht bei La Rothière
  • 1815 : Feldzug in Belgien
Schlacht bei Ligny
Schlacht bei Waterloo

In der Napoleonischen Armee sind folgende Regimentskommandeure gefallen oder verwundet worden:

  • Chef de brigade Perrin : verwundet am 12. Mai 1800
  • Colonel Delga : an seinen Verwundungen verstorben am 6. Juli 1809
  • Colonel Emmanuel Félix de Wimpffen : Verwundet am 18. August 1812 bei Polotzk
  • Colonel Staglieno : Verwundet am 18. Oktober 1813

Verwundete und gefallene Offiziere:

  • gefallen : 40
  • an ihren Verwundungen verstorben : 19
  • verwundet : 149[4]

Königliche Armee 1815–1848[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefechte bei Bar-T'outa am 15. und am 18. April 1843

Zweites Kaiserreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1870 war das Regiment in Tours stationiert.

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1870 gehörte das Regiment zur Armée du Rhin. Zusammen mit dem 63e régiment d’infanterie und dem 10e bataillon de chasseurs à pied (Commandant Schenk) bildete es die 1. Brigade unter Général Doens. Diese bildete, zusammen mit der 2. Brigade (Général Micheler), zwei Batterien zu je vier Mitrailleuses und einer Pionierkompanie die 3. Infanteriedivision unter Général de division Merle de Labruguière de Laveaucoupet im 2. Armeekorps von Général de division Frossard.

  • Am 6. August kämpfte das Regiment in der Schlacht bei Spichern. Der Regimentskommandant, der Colonel Amédée Henri Charles de Saint-Hillier wurde in dieser Schlacht an der Spitze seines Regiments so schwer verwundet, dass er noch am gleichen Tag an diesen Verletzungen verstorben ist.

Am 16. August 1870 wurde aus nachkommenden Einberufenen ein viertes Bataillon gebildet. Nach dem Verlassen des Rekrutendepots wurde es in das „5e régiment de marche“ (5. Marschregiment) eingestellt. Dieses gehörte zur 1. Brigade der 1. Division im 13. Armeecorps.[5]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Kriegsbeginn lag das, aus drei Bataillonen bestehende Regiment in Granville (Manche) und Querqueville in Garnison. Es gehörte zur 40. Brigade in der 20. Infanteriedivision des 10. Armeekorps.

1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1915[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1916[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1917[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

am 9. September 1939 wurde das Regiment unter dem Kommando von Colonel De Chaine de Bourmont neu aufgestellt und gehörte zur 20. Infanteriedivision. Die Aufstellung erfolgte durch das „Centre mobilisateur d'infanterie 44“ in Rennes. Das Regiment war als „Réserve A RI type NE“ klassifiziert. Es kämpfte bis zum Waffenstillstand im Rahmen seiner Möglichkeiten und ging nach der französischen Kapitulation unter. Weitere Informationen liegen nicht vor.

Im Zuge des Vormarsches der alliierten Truppen in Frankreich 1944 wurde es kurzzeitig wieder reaktiviert, aber gleich nach Kriegsende wieder entlassen.

Algerienkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einigen Umbenennungen, Zusammenlegungen und Auflösungen wurde das Regiment ein letztes Mal 1956 aktiviert, um im Algerienkrieg eingesetzt zu werden. Stationiert war es in Aumale (heute Sour El Ghozlane)[6]. Das 2°RI stellte hier vor seinem Abzug 1962 zwei Einheiten aus lokalen Kräften auf, (Unités de la Force locale de l'ordre Algérienne) das 466°UFL-UFO und das 467°UFL-UFO. Diese Einheiten bestanden zu 10 % aus der Stadtbevölkerung und zu 90 % aus der Landbevölkerung (franz.: Militaires Musulmans) und dienten in der Übergangszeit bis zur Unabhängigkeit der provisorischen, algerischen Regierung.

Kaserne des Regiments in Granville[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzte Kaserne des Regiments auf französischem Boden war die „Caserne de Roc“ in Granville (Manche)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Befehl 153 F vom 11. September 1918, haben die Angehörigen des Regiments (auch bei einer Wiederaufstellung) das Recht erhalten, die Fourragère in den Farben des Croix de guerre 1914–1918 zu tragen.

Das Fahnenband ist mit dem Croix de guerre 1914–1918 ausgezeichnet. Verliehen anlässlich zweier lobender Erwähnungen im Armeebefehl – für das 1. und 2. Bataillon am 17. Dezember 1914 und für das 3. Bataillon am 15. Juni 1915. Croix de guerre 2 p.png

Regimentsfahne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Rückseite der Regimentsfahne sind (seit Napoleonischer Zeit) in goldenen Lettern die Feldzüge und Schlachten aufgeführt, an denen das Regiment ruhmvoll teilgenommen hat.[7][8][9]

In seiner Geschichte führte das Regiment nacheinander gut ein Dutzend verschiedene Fahnen

Devise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Au plus près
(So nahe [am Feind] wie möglich)

Bekannte Angehörige des Regiments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cinquième abrégé de la carte du militaire de France, sur terre et sur mer – Depuis novembre 1737, jusqu’en décembre 1738, Lemau de la Jaisse, Paris 1739
  • État militaire de France pour l’année 1760, par les sieurs de Montandre-Longchamps, troisième édition, chez Guyllin, Paris 1760
  • Chronique historique-militaire, Pinard, tomes 4, 5 et 7, Paris 1761, 1762 et 1764
  • À partir du Recueil d’historiques de l’infanterie française (Général Andolenko – Eurimprim 1969)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fahnen des 2° régiment d'infanterie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über dieses Régiment de Provence gibt es keine Informationen. Es bestand nur von 1776 bis 1780
  2. die mit dem vormaligen 2e regiment d'infanterie nichts mehr zu tun hatte
  3. um sich von dem napoleonischen Geist abzusondern, wurden die Regimenter jetzt als „Legion de…“ bezeichnet.
  4. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1@2Vorlage:Toter Link/napoleon-et-la-grande-armee.com napoleon-et-la-grande-armee.com
  5. Opération du 13e corps d'armée (France) durant le „Siège de Paris (1870)“ par le Général Vinoy, S. 7 & 15
  6. nicht zu verwechseln mit Aumale (Seine-Maritime)
  7. « Décision n°12350/SGA/DPMA/SHD/DAT du 14 septembre 2007 relative aux inscriptions de noms de batailles sur les drapeaux et étendards des corps de troupe de l’armée de terre, du service de santé des armées et du service des essences des armées, Bulletin officiel des armées, n°27, 9 novembre 2007 » (deutsch: „Bestimmung n°12350/SGA/DPMA/SHD/DAT vom 14. September 2007 über das Aussehen der Inschriften auf den Fahnen und Standarten der Truppenkörper des Heeres, des Sanitätsdienstes und der Treibstoffversorgungsbranche. Veröffentlicht mit dem offiziellen Armeebulletin Nr. 27 vom 9. November 2007“)
  8. « Arrêté relatif à l’attribution de l'inscription AFN 1952–1962 sur les drapeaux et étendards des formations des armées et services, du 19 novembre 2004 (A) NORDEF0452926A Michèle Alliot-Marie » (deutsch: „Auftrag AFN 1952–1962 über die Zuweisung der Inschriften auf den Fahnen und Standarten der Formationen der Armee und der Dienste vom 19. November 2004 (A) NORDEF0452926A Michèle Alliot-Marie“)
  9. Dies gilt auch für bereits aufgelöste Einheiten, da sie (theoretisch) jederzeit wieder in den aktiven Dienst genommen werden können