3. Königlich Bayerische Division

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Die 3. Division, im Ersten Weltkrieg als 3. Infanterie-Division bezeichnet, war ein Großverband der Bayerischen Armee.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedensgliederung 1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1914 war die Division Teil des II. Armee-Korps.

Kriegsgliederung vom 2. August 1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriegsgliederung vom 7. Februar 1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 6. Infanterie-Brigade
    • 17. Infanterie-Regiment „Orff“
    • 18. Infanterie-Regiment „Prinz Ludwig Ferdinand“
    • 23. Infanterie-Regiment „König Ferdinand der Bulgaren“
    • 4. Eskadron/3. Chevaulegers-Regiment „Herzog Karl Theodor“
  • Bayerischer Artillerie-Kommandeur Nr. 3
    • 12. Feldartillerie-Regiment
    • Fußartillerie-Bataillon Nr. 43
  • 2. Pionierbataillon
  • Bayerischer Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 3

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großverband wurde am 27. November 1815 zuerst als Infanterie-Division des Generalkommandos Würzburg gebildet. Im weiteren Verlauf ihres Bestehens änderten sich die Bezeichnungen mehrfach. Vom 1. Juni 1822 bis 30. September 1851 hieß sie 3. Infanterie-Division, anschließend bis 31. März 1872 3. Armee-Division. Zwischenzeitlich führte sie vom 22. April 1859 bis 31. Januar 1869 den Namen Generalkommando Würzburg. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870 nahm sie u.a. an der Schlacht bei Wörth teil. Am 1. April 1872 erhielt die Division ihre letztliche Bezeichnung 3. Division.

Das Kommando stand von 1815 bis 31. März 1901 in Nürnberg und zwischenzeitlich von 1843 bis 1848 in Ansbach. Ab 1. April 1901 befand es sich in Landau in der Pfalz.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Division wurde zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Rahmen der 6. Armee an der Westfront eingesetzt. Sie erlitt in der Schlacht von Messines im Sommer 1917 schwerste Verluste, als am 7. Juni 1917 australische und englische Mineure in den Stollen, die sie unter der bayerischen Stellung auf Höhe 60 gegraben hatten, 19 Minen von insgesamt 26 zündeten. Dies entsprach einer Sprengkraft von 400 Tonnen Ammonal (einer Mischung aus Ammoniumnitrat und Aluminium). Die Detonation war angeblich bis nach London zu hören. Durch die Explosion kamen bis zu 10.000 Soldaten ums Leben.[1][2]

Gefechtskalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1915[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1916[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 23. Juni – Stellungskämpfe in Flandern und Artois
  • 24. Juni bis 7. Juli – Erkundungs- und Demonstrationsgefechte der 6. Armee im Zusammenhang mit der Schlacht an der Somme
  • 7. Juli bis 24. August – Stellungskämpfe in Flandern und Artois
  • 24. August bis 18. September – Schlacht an der Somme
  • ab 1. Oktober – Stellungskämpfe in Flandern und Artois

1917[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 31. Januar – Stellungskämpfe in Flandern und Artois
  • 1. Februar bis 22. März – Stellungskämpfe in Französisch-Flandern und Artois
  • 22. März bis 9. April – Reserve der OHL
  • 9. bis 25. April – Schlacht von Arras
  • 26. April bis 4. Juni – Reserve der OHL
  • 4. bis 8. Juni – Schlacht von Messines
  • 11. Juni bis 15. Juli – Reserve der OHL
  • 16. bis 19. Juli – Stellungskämpfe vor Verdun
  • 19. Juli bis 9. Oktober – Stellungskämpfe in Lothringen
  • 10. bis 18. Oktober – Stellungskämpfe in der Champagne
  • 24. Oktober bis 2. November – Nachhutkämpfe an und südlich der Ailette
  • ab 3. November – Stellungskämpfe nördlich der Ailette

1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 20. März – Stellungskämpfe nördlich der Ailette
  • 21. März bis 6. April – Große Schlacht in Frankreich
  • 7. April bis 8. Juni – Kämpfe an der Avre und bei Montdidier-Noyon
  • 9. Juni bis 7. August – Kämpfe an der Avre und an der Matz
    • 9. bis 13. Juni – Schlacht bei Noyon
  • 8. August bis 3. September – Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise
  • 3. bis 17. September – Kämpfe vor der Siegfriedstellung
  • 18. bis 26. September – Stellungskämpfe in Lothringen
  • 27. September bis 10. Oktober – Stellungskämpfe in der Woëvre-Ebene und westlich der Mosel
  • 11. Oktober bis 11. November – Stellungskämpfe in der Woëvre-Ebene
  • ab 12. November – Räumung des besetzten Gebietes, Rückmarsch durch Lothringen, die Rheinprovinz und die Pfalz in die Heimat

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum[3]
Friedrich Wilhelm Walther von Walderstötten 08. Januar 1869 bis 30. April 1873
Hugo von Diehl 01. Mai 1873 bis 23. Juli 1878
Carl Anton von Weinrich 24. Juli 1878 bis 19. März 1884
Maximilian von Heckel 20. März 1884 bis 5. März 1887
Otto von Parseval 06. März 1887 bis 8. Mai 1890
Karl von Hoffmann 09. Mai 1890 bis 20. Mai 1893
Maximilian Karl Ernst Kühlmann 21. Mai 1893 bis 8. November 1895
Generalleutnant Hermann von Haag 09. November 1895 bis 31. März 1901
Generalleutnant Ludwig von Grauvogl 01. April 1901 bis 4. August 1902
Oskar von Rittmann 05. August 1902 bis 9. April 1905
Generalleutnant Friedrich von Lobenhoffer 10. April 1905 bis 19. Dezember 1909
Generalleutnant Friedrich Kreß von Kressenstein 20. Dezember 1909 bis 13. März 1913
Generalleutnant Otto von Breitkopf 14. März 1913 bis 6. März 1915
Generalleutnant Karl von Wenninger 06. März 1915 bis 5. Juni 1917
Generalleutnant Hugo von Huller 06. Juni 1917 bis 9. Januar 1918
Generalmajor Karl von Schoch 10. Januar 1918 bis 29. Januar 1919

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs, Militär-Verlag, Berlin 1927, S. 61, 90.
  • Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army Which Participated in the War (1914–1918). United States War Office as War Department Dokument Nr. 905, Office of the Adjutant, 1920, S. 80–82.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. James Edmonds (Hg.): History of the Great War, based on official documents. Band 4: Military Operations France and Belgium 1917. Teilband 2: 7 June – 10 November. Messines and Third Ypres (Passchendaele). Macmillan, London 1948. S. 55.
  2. Erster Weltkrieg -- Als eine Explosion 10.000 deutsche Soldaten tötete http://www.n24.de/n24/Wissen/History/d/8432686/als-eine-explosion-10-000-deutsche-soldaten-toetete.html
  3. Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990. ISBN 3-7648-1780-1, S. 663 f.