3. Sinfonie (Mendelssohn)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Sinfonie Nr. 3 in a-Moll op. 56, die „Schottische“ (MWV N 18), von Felix Mendelssohn Bartholdy ist eine romantische Sinfonie in vier Sätzen. Die Aufführungsdauer beträgt ca. 40 Minuten.

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 1829 bereiste der damals 20-jährige Mendelssohn zum ersten Mal die britischen Inseln. Nach einer Reihe erfolgreicher Konzertauftritte in London machte er sich im Juli in Begleitung seines Freundes Karl Klingemann nach Schottland auf, um Stätten der Erinnerung an Maria Stuart, die nördlichen Highlands und die Hebriden zu besuchen. Die düstere Natur des Landes zog Mendelssohn unmittelbar an. Seine Eindrücke verarbeitete er musikalisch in der Ouvertüre Die Hebriden und in der 3. Sinfonie, zu der er noch 1829 erste Skizzen notierte.

Dennoch beschäftigte ihn dieses Werk am längsten von all seinen Sinfonien: Erst 1842, also dreizehn Jahre später, vollendete er das Werk. Es ist damit die letzte von Mendelssohns fünf Sinfonien, erhielt aber dennoch eine niedrigere Nummerierung, da die früher entstandene „Italienische“ und die „Reformationssinfonie“ erst später veröffentlicht wurden.

Die Uraufführung fand am 3. März 1842 im Leipziger Gewandhaus unter der Leitung des Komponisten statt.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andante con moto – Allegro un poco agitato
  2. Vivace non troppo
  3. Adagio
  4. Allegro vivacissimo – Allegro maestoso assai

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, Pauken und Streicher.

Werkbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mendelssohn verwendet für seine Komposition ein klassisch besetztes Orchester, versucht aber den traditionellen viersätzigen Aufbau der klassischen Sinfonie teilweise zu überwinden, indem er die vier Sätze attacca (also ohne Pause) musizieren lässt und den sinfonischen Zyklus so zu einer Einheit verbindet.

Der erste Satz steht in Sonatensatzform und beginnt mit einer langsamen Einleitung, die Mendelssohn noch 1829 in Schottland als Skizze notiert hatte. Der eigentliche Kopfsatz in schnellem Tempo ist in düster-melancholischem Moll gehalten.

Auf ihn folgt als zweiter Satz ein Scherzo, der sich in seiner Pentatonik an folkloristische Vorbilder anlehnt, ohne jedoch originale schottische Melodien direkt zu zitieren.

Der darauf folgende kantable langsame Satz ist wiederum in Sonatensatzform gehalten.

Der Schlusssatz beginnt mit einem markanten Hauptthema der Violinen mit scharfen Doppelpunktierungen, das sich durch den ganzen Satz zieht und das Finale des Werks zu einer ausgelassen-festlichen Apotheose werden lässt.

Hörproben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufnahme des Fuldaer Symphonischen Orchesters (2003), Quelle: http://www.musopen.com.

1. Satz: Andante con moto – Allegro un poco agitato
2. Satz: Scherzo: Vivace non troppo
3. Satz: Adagio
 
4. Satz: Allegro vivacissimo – Allegro maestoso assai

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Falke: Felix Mendelssohn-Bartholdy: Dritte Symphonie. Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-3715-4.
  • Rudolf Kloiber: Handbuch der klassischen und romantischen Symphonie. 2. erweiterte Auflage. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1976, ISBN 3-7651-0017-X.
  • Wulf Konold: Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 Schottische. In: ders. (Hrsg.): Lexikon Orchestermusik Romantik I–R. Schott/Piper, Mainz/München 1989, ISBN 3-7957-8227-9, S. 471–475.
  • Wulf Konold: Die Symphonien Felix Mendelssohn Bartholdys. Untersuchungen zu Werkgestalt und Formstruktur. Laaber-Verlag, Laaber 1992, ISBN 3-89007-232-1, S. 213–354.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mendelssohn, 3. Sinfonie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien