360° (wissenschaftliches Journal)

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360° – Das studentische Journal für Politik und Gesellschaft
360° studentisches Journal für Politik und Gesellschaft Logo.svg
Beschreibung deutsches gesellschaftswissenschaftliches Journal
Erstausgabe 2005
Erscheinungsweise halbjährlich
Verkaufte Auflage 1.600 Exemplare
Weblink www.journal360.de
ISSN (Print)

360° – Das studentische Journal für Politik und Gesellschaft ist ein halbjährlich erscheinendes gesellschaftswissenschaftliches Journal, das 2005 von der gleichnamigen interdisziplinären Studierendeninitiative gegründet wurde. Herausgeber ist der als gemeinnützig anerkannte dreihundertsechziggrad e. V. mit Sitz in Münster. Als bundesweite Studierendeninitiative ist er dezentral organisiert, mit größeren Redaktionsgruppen in Berlin, Frankfurt, Leipzig, Münster und Marburg und Mitarbeitern an rund 20 weiteren Universitätsstandorten.[1] Alle Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig.

Der Vereinsvorstand sitzt zurzeit in Frankfurt und Leipzig, die Chefredaktion hat von Berlin nach Münster und Leipzig gewechselt (Stand 1. Halbjahr 2016). Die Zeitschrift erscheint in einer Auflage von 1.600 Exemplaren und wird neben der eigenen Website über den regulären Buchhandel vertrieben. Je Exemplar wird eine Schutzgebühr von 6,80 € erhoben.[1] Seit Ende 2015 kooperiert 360° mit dem Verlag Barbara Budrich, über den die digitale Gesamtausgabe und einzelne Artikel vertrieben werden.[2]

Editorisches Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Textausschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Modell US-amerikanischer Law Reviews inspiriert, veröffentlicht 360° wissenschaftliche Artikel und Essays von Studierenden nach dem Ausschreibungsprinzip. Unter dem Leitthema der jeweilig geplanten Ausgabe ruft die Redaktion zur Einsendung von Typoskripten auf, die auch „nicht genannte[n] Aspekt[e der Ausschreibung] ausleuchten und in Randbereiche vorstoßen“ dürfen. Die Redaktion ist „für außergewöhnliche Interpretationen des Ausschreibungsthemas und ganz spezielle Untersuchungsansätze nicht nur offen, sondern wünscht sich diese ausdrücklich“.[3]

Fotoausschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2007 ruft die Bildredaktion auch zur Einsendung von themenbezogenen Fotostrecken auf. 360° hat seitdem auch international ausgezeichnete studentische Fotoarbeiten erstveröffentlicht, unter anderem Gewinnerarbeiten des Canon ProfiFoto Förderpreises, der PGB Photo Awards oder des Deutschen Jugendfotopreises.[4][5][6] Die Fotostrecke „Kashmir – Valley of tears“ aus der Ausgabe 1/2009 war außerdem bei den Sony World Photography Awards 2009 und bei den New York Photo Awards 2009 nominiert.[7]

Redaktionelle und Gastbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Redaktion rollt die Schwerpunkte jeder Ausgabe in einem Grundlagenartikel, dem „Aufschlag“ auf. Beim „Nachschlag“ werden Experten, öffentliche Personen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen und von Forschungs- und Lehreinrichtungen weltweit um prägnante Statements zu einer das Titelthema zuspitzenden Frage gebeten. Neben den Beiträgen der Studierenden besprechen ein, höchstens zwei Gastautoren ausgewählte Aspekte des Themas aus Forschungs- und/oder Lehrsicht. Im Experteninterview der jeweiligen Ausgabe werden Begriffe, Kontexte und dahinterliegende Zusammenhänge hinterfragt. Interviewt wurden bisher unter anderem Gudrun Wacker, Dieter Oberndörfer, Gesine Schwan, Karl-Rudolf Korte, Ulrich Herbert, Hans Joachim Gießmann, Susanne Buckley-Zistel, Jutta Allmendinger, Amir Hassan Cheheltan, Konrad Schily, Joseph Vogl, Anna Bergmann, Joseph Vogl und Guillaume Paoli. Ein Glossar erklärt zentrale und kontextbezogen missverständliche Begriffe aus den Fachgebieten der jeweiligen Redakteure, Autoren oder Interviewpartner.

Jede Ausgabe enthält zudem den sogenannten „Nachschlag“, bei dem Wissenschaftler, Experten und andere Personen des öffentlichen Lebens zu einer jeweils wechselnden Frage kurze Stellungnahmen abgeben. Mitgewirkt haben bisher neben vielen anderen Otfried Höffe, Michael Hartmann, Ortwin Renn, Andrea Marlen Esser, Martin Sonneborn, Hubertus Buchstein, Dieter Oberndörfer, Heidrun Friese, Jürgen Kaube, William Dutton und Heinrich August Winkler.

Auf der 360°-Website sind der Grundlagenartikel der jeweiligen Ausgabe, die Experteninterviews sowie je nach Ausgabe weitere Inhalte zum kostenlosen Download verfügbar. Artikel, die aus heftdramaturgischen oder Platzgründen nicht in die jeweilige Ausgabe aufgenommen werden können, ergänzen die Printausgabe als Online-Supplement.

Selbstverständnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

360° versteht sich als Schnittfläche von Hochschule und Öffentlichkeit. Das Journal will das wissenschaftliche Potenzial von Studierenden über die Grenzen der Universität hinaus zugänglich machen und dabei nicht bei der schlichten Reproduktion einschlägiger Lehrmeinungen stehenbleiben. Von studierender Seite aus soll ein Beitrag zum gesellschaftspolitischen Diskurs über nachwirkend aktuelle Themen geleistet werden. Der Redaktion ist dabei an der Präsentation relevanter Erkenntnisse gelegen, die den Lesern nützlich sind und über schlichte Information hinausgehen.

Inhaltliche Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das editorische Konzept richtet sich nach der Überzeugung, dass die Expertise der einzelnen Wissenschaften und Fachbereiche in einen Gesamtkontext überführt werden muss, um soziale Phänomene verstehen und erklären zu können. 360°-Autoren sollen die Bandbreite des Themenspektrums der jeweiligen Ausgabe, aber auch die Bandbreite des möglichen und sinnvollen wissenschaftlichen Zugangs lesbar machen. Leser ohne spezifische Fachkenntnisse sollen im Journal veröffentlichte Texte verstehen und abgebildete Prozesse nachvollziehen können. Die anvisierte Leserschaft reicht deshalb von Oberstufenschülern über Studenten aller Fachrichtungen bis hin zu Lesern im Post-Doktoranden-Alter.

Gestalterische Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um eine bestmögliche Vermittlung der Inhalte zu erreichen, verfolgt 360° einen journalistischen Grundsätzen folgenden Schreibstil. Von den wissenschaftlichen Texten wird gefordert, die Lesemotivation fachunkundiger Leser bei der Aufbereitung im Blick zu haben und den Text auch dramaturgisch zu prüfen. 360° arbeitet dabei für wissenschaftliche Journale ungewöhnlich mit textstilistischer, fotografischer und illustrativer Gestaltung, wie man sie vornehmlich von Publikumszeitschriften, Special-Interest-Titeln und Nachrichtenmagazinen kennt. Gleichwohl verlangt die Redaktion bei allen Einsendungen Quellenangaben und Abstracts, die wie in wissenschaftlichen Zeitschriften üblich ebenfalls im Heft veröffentlicht werden.

Transdisziplinarität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spektrum der angesprochenen Disziplinen ist ausdrücklich nicht auf die Sozialwissenschaften beschränkt. Jede zielführende Perspektive ist im Rahmen des Ausgabenthemas willkommen. Studierende ausdrücklich aller akademischen Disziplinen sind aufgerufen, dem Call for Student Papers zur jeweiligen Ausgabe mit thematisch relevanten Texten zu folgen. Einreichungen in englischer Sprache sind möglich.[8] Der Umgang mit graphischer Gestaltung, Illustration und Fotografie trägt diesem Verständnis Rechnung.

Auswahlverfahren und Lektoratsprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den eingereichten Beiträgen wird lediglich eine Auswahl fundierter und argumentativ stringenter Arbeiten in Artikel und Essays konvertiert. 360° veröffentlicht im Gegensatz zu anderen studentischen Fachzeitschriften keine Seminararbeiten oder unbearbeitete Auszüge aus Seminar- oder Abschlussarbeiten. Bereits vor der Einsendung müssen die Autoren ihre Texte entsprechend der Autorenrichtlinien des Journals aufbereiten.[9] Nach Bewerbungsschluss wählt die Redaktion aus den Einsendungen die Beiträge aus, die für eine Veröffentlichung in Frage kommen.

Im Lektoratsprozess wird jeder Text von Autor und Redaktion bis zur Publikationsreife aufbereitet. Zwischen den Lektoratsphasen wird der Text zusätzlich mindestens einem, in der Regel zwei Dozenten oder hochschulexternen Wissenschaftlern anonym zur Begutachtung vorgelegt. Beiträge von Gastautoren werden von der Redaktion in einem vereinfachten Lektoratsprozess ebenfalls gemeinsam mit dem Autor diskutiert und aufbereitet, um gerade auch anerkannte Experten von studentischer Seite kritisch zu würdigen und Autorität als Argument nicht gelten zu lassen. Auch innerhalb der Redaktion wird, etwa beim Grundlagenartikel des jeweiligen Themenhefts, nach dem Autor-Lektor-Prinzip gearbeitet.

Wissenschaftlicher Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wissenschaftliche Beirat setzt sich aus ausgewählten Professoren, Dozenten und hochschulexternen Wissenschaftlern zusammen. Die Beiratsmitglieder begutachten die eingereichten Beiträge der studentischen Autoren nach der ersten Lektoratsphase und unterstützen die Redaktion außerdem in Sachfragen. Dem interdisziplinären Gedanken des Journals folgend werden die eingereichten Beiträge nicht durchgängig Beiratsmitgliedern vorgelegt, die im Fachgebiet des jeweiligen Autors tätig sind.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: „Liebe“, „Mensch und Macht“
  • 2016: „Mythen“, „Trauma“
  • 2015: „Freiheit“, „Hinter den Kulissen“
  • 2014: „Digitalisierung“, „Risiko“
  • 2013: „Das Böse“, „Glauben / Wissen“
  • 2012: „Grenzen“, „Fortschritte“
  • 2011: „Orient“, „Beziehungsweisen“
  • 2010: „Wovon leben wir“, „Bilden“
  • 2009: „Krieg und Frieden“, „Leitbild Nachhaltigkeit“
  • 2008: „Wer hat die Macht“, „Deutschland“
  • 2007: „Migration“, „Die Zukunft Europas“
  • 2006: „China“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mediadaten (PDF) auf der 360°-Website.
  2. 360° – Das studentische Journal für Politik und Gesellschaft. In: budrich-journals.de. Abgerufen am 16. Mai 2016.
  3. Häufig gestelle Fragen. 360°-Website
  4. 360°-Ausgabe 2/2007, S. 62
  5. 360°-Ausgabe 2/2008, S. 36ff.
  6. 360°-Ausgabe 1/2009, S. 62ff.
  7. Website des Fotografen Andy Spyra
  8. 360°-Website: Häufig gestellte Fragen
  9. Publizieren. 360°-Website. Abgerufen am 23. Mai 2016.