3G-Regel

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Die 3G-Regel ist eine Regelung zum präventiven Infektionsschutz durch Vorlage eines Impf-, Genesenen- oder Testnachweises (Geimpft, genesen, getestet – 3G).[1]

Sie gehört in Deutschland seit dem 15. September 2021 zum Katalog der besonderen Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 und ist im Infektionsschutzgesetz (IfSG) gesetzlich geregelt.[2]

Mittlerweile gibt es darüber hinaus einige weitergehende Regeln, die etwa nur geimpfte und genesene Personen erlauben (2G) oder zusätzliche / besondere Testnachweise („plus“) erfordern.

Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die besonderen Schutzmaßnahmen (§ 28a IfSG) sind zulässig, um die Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) zu verhindern.

Medienberichten zufolge geht es angesichts einer stagnierenden Impfquote bei den Zugangsbeschränkungen jedoch nicht primär um den Infektionsschutz von Besuchern der betreffenden Veranstaltungen, sondern darum, den „Druck auf Impfunwillige“ zu erhöhen,[3] vor allem zusammen mit einer gleichzeitigen (und mittlerweile zurückgenommenen) Abschaffung kostenloser Tests für Ungeimpfte.[4][5][6][7][8]

Entgegen einer Empfehlung des Deutschen Ethikrats zur Prüfung einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen gibt es in der Bundesrepublik Deutschland für eine solche hingegen bislang keine politische Mehrheit.[9]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 3G-Regel: Bei der 3G-Regel ist der Zutritt zu bestimmten Einrichtungen und die Inanspruchnahme bestimmter Dienstleistungen auf Personen beschränkt, die entweder vollständig geimpft oder von COVID-19 genesen sind oder die einen negativen Antigen-Schnelltest vorlegen können, der nicht älter als 24 Stunden ist. Die Testpflicht soll die Isolierung infizierter Personen ermöglichen und Ansteckungsketten unterbrechen.[10]
  • 3G-plus-Regel: 3G plus ist eine verschärfte Variante der 3G-Regelung: Sie besagt, dass ausschließlich Geimpfte, Genesene und PCR-Getestete Zutritt zu einem bestimmten Ort erhalten. Ein vergleichsweise unzuverlässiger Antigen-Schnelltest für Ungeimpfte reicht nicht aus.[11][12]
  • 2G-Regel: Bei der 2G-Regel ist der Zutritt zu bestimmten Einrichtungen und die Inanspruchnahme bestimmter Dienstleistungen auf Personen beschränkt, die entweder vollständig geimpft oder von COVID-19 genesen sind. Allen ungeimpften Personen wird der Zutritt verwehrt, unabhängig davon, ob sie ein negatives Ergebnis eines Tests auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorlegen könnten (indirekte Impfpflicht).[13][14] Zusätzlich entfallen Auflagen, etwa die Belegungsgrenze, Abstandsregeln, zum Teil auch die Maskenpflicht. In SARS-CoV-2-Proben mit niedrigen Viruslasten werden Infektionen nicht zuverlässig erkannt. Deshalb seien Infizierte trotz negativen Tests nicht sicher auszumachen.[15]
„2,5 G-Regel“ (Uni Salzburg)
  • 2G-plus-Regel: Bei der sogenannten 2G-plus-Regel wird für Geimpfte und Genesene zusätzlich eine Testpflicht eingeführt, wenn sie beispielsweise an Großveranstaltungen teilnehmen wollen, um Corona-Infektionen auch bei Geimpften und Genesenen aufzuspüren.[16] Seit dem 24. November 2021 ermöglicht § 3 Abs. 2 Satz 2 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung eine 2G-plus-Regel.[17][18][19]
  • 1G-Regel: Die 1G-Regel gewährt Zutritt nur für getestete Personen. Zur Begründung führen Virologen an, 2G gebe eine „Scheinsicherheit“, da sich auch Geimpfte und Genesene infizieren und das Virus übertragen können.[20] Verschiedene Krankenhäuser wendeten die 1G-Regel seit Sommer 2021 aufgrund ihres Hausrechts an.[21][22] Eine Testpflicht für Geimpfte und genesene Personen widersprach nach Ansicht des Freistaats Sachsen der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung. Dort würden beide Gruppen per se als getestet gelten. Da es sich um eine bundesrechtliche Regelung handelt, könne diese nicht durch ein auf Landesrecht beruhendes Modellprojekt wie vom Landkreis Bautzen beabsichtigt ausgehebelt werden.[23] Seit dem 24. November 2021 gilt eine bundesgesetzliche 1G-Regelung für Besucher von Krankenhäusern sowie Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen (§ 28b Abs. 2 IfSG).[24][25]

Impf-, Genesenen-, Testnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Analoge Impfdokumentation über eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2

Die erforderlichen Nachweise können in Papierform, etwa mit einem gelben Impfausweis oder durch digitale Zertifikate erbracht werden[26] und sind bei Einlass von dem Veranstalter oder Betreiber zu kontrollieren. Verstöße von Besuchern und Veranstaltern werden in der Regel als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet.

Rechtsgrundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ermächtigung der Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verpflichtung zur Vorlage eines Impf-, Genesenen- oder Testnachweises konnte für die Dauer der Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite durch eine Landesbehörde in Form einer Allgemeinverfügung oder durch eine Landesregierung in Form einer Rechtsverordnung angeordnet werden.[27]

Rechtsgrundlage für eine behördliche Anordnung war in dieser Zeit § 28a Abs. 1 Nr. 2a, Abs. 3 Satz 1, § 28 IfSG, für entsprechende Verordnungen der Landesregierungen § 28a Abs. 1 Nr. 2a, Abs. 5, § 32 IfSG. Örtlich begrenzte Anordnungen der für den Vollzug des Infektionsschutzgesetzes zuständigen Behörden (Landkreise und kreisfreie Städte) können weiter gehen als die Bestimmungen in einer landesweit einheitlich geltenden Rechtsverordnung.

§ 28a Abs. 1 Nr. 2a IfSG war durch das Aufbauhilfegesetz 2021 mit Wirkung zum 15. September 2021 nach Beratung im federführenden Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in das Infektionsschutzgesetz eingefügt worden.[28]

Zuvor war bereits auf einer Bund-Länder-Konferenz am 10. August 2021 beschlossen worden, dass die Länder im Sinne der 3G-Regel (Zutritt nur für geimpfte, genesene oder getestete Personen) durch entsprechende Verordnungen oder Verfügungen spätestens ab dem 23. August 2021 für alle Personen, die weder vollständig Geimpfte noch Genesene sind, eine Pflicht zur Vorlage eines negativen Antigen-Schnelltests, der nicht älter ist als 24 Stunden oder eines negativen PCR-Tests, der nicht älter ist als 48 Stunden, vorsehen.[29] Tests sollen Voraussetzung sein für

  1. Zugang als Besucher zu Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe
  2. Zugang zur Innengastronomie
  3. Teilnahme an Veranstaltungen und Festen (z. B. Informations-, Kultur- oder Sportveranstaltungen) in Innenräumen
  4. Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen (z. B. Friseur, Kosmetik, Körperpflege)
  5. Sport im Innenbereich (z. B. in Fitness-Studios, Schwimmbädern oder Sporthallen)
  6. Beherbergung: Test bei Anreise und zwei Mal pro Woche während des Aufenthalts.

Seit einer Gesetzesänderung mit Wirkung zum 24. November 2021[30] können unabhängig von einer durch den Deutschen Bundestag festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite die Verpflichtung zur Vorlage von Impf-, Genesenen- oder Testnachweisen sowie an die Vorlage solcher Nachweise anknüpfende Beschränkungen des Zugangs in Betrieben, Gewerben, Einrichtungen, Angeboten, Veranstaltungen, Reisen und Ausübungen durch Landesverordnung bestimmt werden, die spätestens zum 19. März 2022 wieder außer Kraft treten muss (§ 28aAbs. 7 Satz 1 Nr. 4, Abs. 10 IfSG). Der Deutsche Bundestag kann die Frist einmalig um bis zu drei Monate verlängern.

Unmittelbar geltendes Bundesrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit einer Änderung des § 28b IfSG zum 24. November 2021 gilt unabhängig von einer durch den Deutschen Bundestag festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite bundesweit einheitlich und unmittelbar kraft Gesetzes bis zum 19. März 2022, einmalig verlängerbar durch Beschluss des Deutschen Bundestages um bis zu drei Monate, die 3G-Regel am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln des Luftverkehrs, des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs, im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten außerdem die Pflicht zum Angebot von Homeoffice.[31]

Ebenfalls seit dem 24. November 2021 erlaubt es § 28c Satz 2 IfSG, besondere Regelungen in der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung nur für Personen vorzusehen, bei denen von einer Immunisierung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 auszugehen ist und die zusätzlich ein negatives Ergebnis eines Tests auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorlegen können (2G-Plus-Regel).

Rechtliche Voraussetzungen (Indikatoren)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besondere Schutzmaßnahmen sind insbesondere an dem Schutz von Leben und Gesundheit und der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems auszurichten (§ 28a Abs. 3 Satz 1 IfSG).

Dabei gehört die Nachweispflicht wie die Maskenpflicht, ein Abstandsgebot im öffentlichen Raum oder die Verarbeitung von Kontaktdaten zu den „präventiven Schutzmaßnahmen“, Zutrittsbeschränkungen dagegen zu den „weitergehenden Schutzmaßnahmen“ (§ 28a Abs. 3 Satz 2, 3 IfSG). Wesentlicher Maßstab für die weitergehenden Schutzmaßnahmen ist insbesondere die Anzahl der in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) in ein Krankenhaus aufgenommenen Personen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Hospitalisierungsrate).

Außerdem sollen die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz), die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten und die Anzahl der gegen die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) geimpften Personen berücksichtigt werden (§ 28a Abs. 3 Satz 4 und 5 IfSG).

Die Länder können die Indikatoren landesweit oder regional differenziert auch statt bezogen auf 100 000 Einwohner bezogen auf das Land oder die jeweilige Region als Maßstab verwenden und gewichten (§ 28a Abs. 3 Satz 8 IfSG).

3G-Schutzmaßnahmen sollen nach dem Willen des Gesetzgebers „insbesondere auch mit Blick auf das konkrete Infektionsgeschehen und die Eingriffsintensität verhältnismäßig sein. Es ist jeweils durch den Verordnungsgeber eine sorgfältige Abwägung auf Grundlage der verfassungsrechtlichen Vorgaben einschließlich der Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung durchzuführen.“[32]

Verfassungsrechtliche Zulässigkeit einer 2G-Regelung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine gerichtliche Klärung, ob eine Ungleichbehandlung von Geimpften und Genesenen einerseits und Ungeimpften andererseits durch behördliche Anordnung oder Rechtsverordnung verfassungsrechtlich gerechtfertigt ist, steht noch aus.[33]

Während bei Geltung der 3G-Regel auch Ungeimpften der Zutritt zu bestimmten Einrichtungen und die Inanspruchnahme bestimmter Dienstleistungen möglich ist, gilt dies bei Anwendung der 2G-Regel nicht. Sofern wissenschaftlich festgestellt wird, dass Geimpfte (und Genesene) nicht mehr infektiös sind, könnten diesen gegenüber durch staatliche Maßnahmen wohl allenfalls Infektionsschutzmaßnahmen mit geringerer Eingriffsintensität als gegenüber Ungeimpften zulässig sein und sie beispielsweise von der Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung oder der Einhaltung eines Abstandsgebots in geschlossenen Räumen befreit werden. An die Rechtfertigung einer Differenzierung bei Maßnahmen, die die Freiheitsrechte der Ungeimpften erheblich beeinträchtigen, sind hohe Anforderungen zu stellen. Die Ungleichbehandlung von Ungeimpften im Privatrechtsverkehr wirft mit Blick auf die Privatautonomie und das Hausrecht hingegen keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken auf.[34]

Für Personen, für die keine Impfempfehlung vorliegt oder die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können, erhöht sich die Intensität des Eingriffs dadurch, dass es diesen nicht durch eigenes Verhalten möglich ist, die Voraussetzungen für einen Zutritt zu Veranstaltungen und Gastronomie in Innenräumen zu schaffen. Daraus folgen im Vergleich zu freiwillig ungeimpften Personen deutlich erhöhte Anforderungen an die Verhältnismäßigkeit.[35]

Umsetzung in einzelnen Bundesländern (Beispiele)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die infektionsschutzgesetzlichen Vorgaben haben die einzelnen Bundesländer in unterschiedlichen Regelungssystemen umgesetzt. Dabei setzt die Geltung der 3G-Regelung als „niederschwellige Schutzmaßnahme“ nicht überall das Überschreiten einer bestimmten 7-Tage-Inzidenz bzw. das Erreichen einer Warn- oder Alarmstufe voraus. Unabhängig vom Bestehen einer Warnstufe können Veranstalter oder Betreiber von Einrichtungen in manchen Bundesländern kraft ihres Hausrechts den Zutritt auf Personen beschränken, die einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen (2-G-Option).

Baden-Württemberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Baden-Württemberg liegt die sog. Basisstufe vor, solange die Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz landesweit unter 8 liegt und die Auslastung der Intensivbetten (AIB) mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten die absolute Zahl von 390 unterschreitet.[36] Der Zutritt zu Veranstaltungen wie Theater-, Opern- und Konzertaufführungen, Filmvorführungen, Stadt- und Volksfesten, Stadtführungen und Informations-, Betriebs-, Vereins- sowie Sportveranstaltungen ist nicht-immunisierten Besuchern in der Basisstufe nur nach Vorlage eines Antigen- oder PCR-Testnachweises gestattet (3G). In der Warnstufe müssen Nicht-Immunisierte einen PCR-Testnachweis vorlegen (3G plus). In der Alarmstufe ist der Zutritt nicht-immunisierten Besuchern nicht gestattet (2G).[37] Auf das Erreichen oder Überschreiten einer bestimmten Anzahl an Neuinfektionen kommt es für die Geltung der 3G-Regelung auch in der Basisstufe nicht an.

Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überschreitet im Gebietsbereich einer Kreisverwaltungsbehörde die Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen den Wert von 35, so darf im Hinblick auf geschlossene Räume der Zugang zu öffentlichen und privaten Veranstaltungen bis 1 000 Personen in nichtprivaten Räumlichkeiten nur durch Anbieter, Veranstalter, Betreiber, Besucher, Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige erfolgen, soweit diese geimpft, genesen oder getestet sind (3G). Für den Zugang zu Messen, Volksfesten, Clubs, Diskotheken, Bordellbetrieben sowie vergleichbaren Freizeiteinrichtungen und zu Veranstaltungen mit mehr als 1 000 Personen gilt diese Beschränkung ohne Rücksicht auf die 7-Tage-Inzidenz.[38][39]

Anbieter, Veranstalter oder Betreiber von Einrichtungen oder Veranstaltungen können freiwillig den Zugang nur Geimpften und Genesenen gestatten (freiwilliges 2G) oder den Zugang von dem Nachweis eines PCR-Tests, PoC-PCR-Tests oder eines Tests mittels weiterer Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik, der vor höchstens 48 Stunden durchgeführt wurde, abhängig machen (freiwilliges 3G plus).[40]

Niedersachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zutritt zu Sitzung, Zusammenkunft oder Veranstaltung in geschlossenen Räumen mit mehr als 25 gleichzeitig anwesenden Teilnehmern, die Nutzung einer Beherbergungsstätte, die Entgegennahme einer Dienstleistung eines Betriebs der körpernahen Dienstleistungen mit Ausnahme von medizinisch notwendigen körpernahen Dienstleistungen sowie die Nutzung von Sportanlagen in geschlossenen Räumen, einschließlich Fitnessstudios, Kletterhallen, Schwimmhallen und ähnlichen Einrichtungen wie Spaßbädern, Thermen und Saunen sowie der jeweiligen Duschen und Umkleiden ist auf geimpfte, genesene und getestete Personen beschränkt (3-G-Regelung), wenn mindestens die Warnstufe 1 in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt gilt.[41] Warnstufe 1 wird festgestellt , wenn der Leitindikator ,Hospitalisierung‘ und mindestens ein weiterer Indikator einen bestimmten Wertebereich erreicht. Für die 7-Tage-Inzidenz gilt dabei ein Wert von 35 bis höchstens 100.

Veranstalter sowie Betreiber einer Einrichtung oder eines Betriebs können unabhängig von den Warnstufen im Rahmen der Privatautonomie den Zutritt auf Personen einschließlich der dienstleistenden Personen beschränken, die einen Impfnachweis oder Genesenennachweis vorlegen (2-G-Regelung).[42]

Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sachsen gilt seit dem 8. November 2021 das 2G-Modell landesweit und verpflichtend, solange aufgrund der Bettenauslastung der Krankenhäuser die „Vorwarnstufe“ (bzw. „Überlastungssstufe“) greift. Die Maßnahme findet Anwendung in der Innengastromie, bei Veranstaltungen und Festen in Innenräumen, im Kultur- und Freizeitbereich, in Diskotheken und Bars und bei Großveranstaltungen. Überall dort haben fortan vorerst nur Geimpfte und Genesene, nicht aber negativ Getestete Zugang. Ausgenommen sind Kinder und Jugendliche sowie Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.[43] In jedem Landkreis werden mindestens drei Kontrollteams mit Vertretern von Polizei, Ordnungsamt und Gesundheitsamt eingesetzt und müssen Pflege- und Altenheime künftig Auskunft über die Impfquote geben.[44]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der 3. COVID-19-Maßnahmenverordnung werden die „Nachweise über eine geringe epidemiologische Gefahr“ in § 1 Abs. 2 legaldefiniert.[45]

Als Nachweise über eine geringe epidemiologische Gefahr gelten danach ein

  1. 1G-Nachweis: Nachweis über eine mit einem zentral zugelassenen Impfstoff gegen COVID-19 erfolgte Zweitimpfung, wobei diese nicht länger als 360 Tage zurückliegen darf und zwischen der Erst- und Zweitimpfung mindestens 14 Tage verstrichen sein müssen; Impfung ab dem 22. Tag nach der Impfung bei Impfstoffen, bei denen nur eine Impfung vorgesehen ist, wobei diese nicht länger als 270 Tage zurückliegen darf; Impfung, sofern mindestens 21 Tage vor der Impfung ein positiver molekularbiologischer Test auf SARS-CoV-2 bzw. vor der Impfung ein Nachweis über neutralisierende Antikörper vorlag, wobei die Impfung nicht länger als 360 Tage zurückliegen darf, oder weitere Impfung, wobei diese nicht länger als 360 Tage zurückliegen darf und zwischen dieser und einer Impfung im Sinne der mindestens 120 Tage oder mindestens 14 Tage verstrichen sein müssen;
  2. 2G-Nachweis: 1G-Nachweis oder ein Genesungsnachweis über eine in den letzten 180 Tagen überstandene Infektion mit SARS-CoV-2 oder eine ärztliche Bestätigung über eine in den letzten 180 Tagen überstandene Infektion mit SARS-CoV-2, die molekularbiologisch bestätigt wurde, oder Absonderungsbescheid, wenn dieser für eine in den letzten 180 Tagen vor der vorgesehenen Testung nachweislich mit SARS-CoV-2 infizierte Person ausgestellt wurde;
  3. 2,5G-Nachweis: 1G- oder 2G-Nachweis oder ein Nachweis einer befugten Stelle über ein negatives Ergebnis eines molekularbiologischen Tests auf SARS-CoV-2, dessen Abnahme nicht mehr als 72 Stunden zurückliegen darf;
  4. 3G-Nachweis: 1G-, 2G- oder 2,5G-Nachweis oder ein Nachweis einer befugten Stelle über ein negatives Ergebnis eines Antigentests auf SARS-CoV-2, dessen Abnahme nicht mehr als 24 Stunden zurückliegen darf.

Seit dem 8. November 2021 haben dort, wo bislang 3G galt, nur noch geimpfte und genesene Personen Zutritt (2G).[46]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die 3G-Regel: Geimpft, Genesen, Getestet. Bundesgesundheitsministerium, 13. Oktober 2021.
  2. vgl. Art. 12 des Gesetzes zur Errichtung eines Sondervermögens "Aufbauhilfe 2021" und zur vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wegen Starkregenfällen und Hochwassern im Juli 2021 sowie zur Änderung weiterer Gesetze (Aufbauhilfegesetz 2021 - AufbhG 2021) vom 10. September 2021, BGBl. I S. 4147
  3. Spahn will mehr Druck auf Ungeimpfte: Immer mehr Bundesländer kippen Anspruch auf Lohnerstattung. Der Tagesspiegel, 10. September 2021.
  4. Thomas Denzel: Kostenpflichtige Tests - höhere Impfquote? tagesschau.de, 22. Oktober 2021.
  5. 3G-Regel in Bamberg eingeführt: Steigt damit die Impfbereitschaft? infranken.de, 4. September 2021.
  6. Kostenlose Corona-Tests – aber nur für Geimpfte und Genesene? Westdeutscher Rundfunk, 7. November 2021.
  7. für Österreich: Österreich: 3G erhöht die Impfbereitschaft. apotheke adhoc.de, 12. November 2021.
  8. für Italien: Dominik Straub: Wie Italiens strenge 3G-Regel am Arbeitsplatz die Impfbereitschaft erhöht. Der Standard, 20. Oktober 2021.
  9. Janina Hirsch: Deutschland debattiert aktuell: Muss es eine Impfpflicht geben? Südwest Presse, 13. November 2021.
  10. vgl. Gregor Waschinski, Maike Teigheder: An der Kapazitätsgrenze: Deutschland hat ein Coronatest-Problem. Handelsblatt, 2. April 2020.
  11. 3G plus wird ausgeweitet: Was die neu Regel bedeutet. Berliner Morgenpost, 5. November 2021.
  12. SARS-CoV-2: Schnelltests nur bedingt zuverlässig. Universität Würzburg, 1. Juli 2021.
  13. Stephan Rixen: Rechtmäßigkeit und Semantik der Impfpflicht. Zur aktuellen Diskussion über eine Pflicht zur COVID-19-Impfung. 28. Juli 2021.
  14. vgl. Deutscher Hotel- und Gaststättenverband: Übersicht 2G in den Bundesländern. Stand 1. November 2021.
  15. SARS-CoV-2: Schnelltests nur bedingt zuverlässig. Universität Würzburg, 1. Juli 2021.
  16. Nadja Tausche: Was 2G plus ist - und was es bringen könnte. Süddeutsche Zeitung, 12. November 2021.
  17. vgl. Art. 20a des Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze anlässlich der Aufhebung der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite: Änderung der COVID-19-SchutzmaßnahmenAusnahmenverordnung, Bericht des Haushaltsausschusses BT-Drs. 20/78 vom 16. November 2021, S. 39.
  18. Bericht des Haushaltsausschusses BT-Drs. 20/89 vom 17. November 2021, S. 23.
  19. Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze anlässlich der Aufhebung der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 22. November 2021, BGBl. I S. 4906
  20. „Echte Sicherheit gibt es nur mit 1G“: Virologen warnen vor 2G-Boomerang-Effekt. focus.de, 6. November 2021.
  21. vgl. Thorsten Gütling: 1G im Klinikum Bayreuth: Testpflicht für Geimpfte und Genesene. Bayerischer Rundfunk, 31. August 2021.
  22. Für Besuchende: 1G in den Krankenhäusern Borna und Zwenkau. Sana Kliniken Leipziger Land, 12. November 2021.
  23. 1G-Modell: Freistaat gibt Landkreis Bautzen einen Korb. Alles-Lausitz.de, 15. November 2021.
  24. vgl. Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze anlässlich der Aufhebung der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite Beschlussempfehlung des Hauptausschusses. BT-Drs. 20/78 vom 16. November 2021, S. 16 ff.
  25. Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze anlässlich der Aufhebung der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 22. November 2021, BGBl. I S. 4906
  26. Geimpft, getestet, genesen. Bundesministerium für Gesundheit, 15. Oktober 2021.
  27. vgl. Das Infektionsschutzgesetz als Rechtsgrundlage für die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, Sachstand vom 12. März 2020, S. 6 f., 12 f.
  28. vgl. Art. 12 des Aufbauhilfegesetzes 2021 vom 10. September 2021, BGBl. I S. 4147
  29. vgl. Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 10. August 2021 TOP 2: Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie, Ziff. 4, S. 4 f.
  30. Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze anlässlich der Aufhebung der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 22. November 2021, BGBl. I S. 4906
  31. Homeoffice-Pflicht gilt wieder: Was bedeutet das? NDR, 19. November 2021.
  32. vgl. Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss). zum Entwurf eines Gesetzes zur Errichtung eines Sondervermögens „Aufbauhilfe 2021“ und zur vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wegen Starkregenfällen und Hochwassern im Juli 2021 sowie zur Änderung weiterer Gesetze (Aufbauhilfegesetz 2021 – AufbhG 2021), BT-Drs. 19/32275 vom 3. September 2021, S. 27 f. „Zu Nummer 4“
  33. Christoph Kehlbach, Hermine Kühl: 2G in Baden-Württemberg - was ist rechtlich möglich? SWR, 10. September 2021.
  34. Fragen zur verfassungsrechtlichen Zulässigkeit von Ungleichbehandlungen von geimpften gegenüber ungeimpften Personen. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, Ausarbeitung vom 25. Januar 2021, S. 11.
  35. Verfassungsrechtliche Bewertung des Ausschlusses Ungeimpfter von Veranstaltungen und in der Gastronomie Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, Ausarbeitung vom 17. August 2021, S. 8 f.
  36. § 1 Abs. 2 der Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 (Corona-Verordnung – CoronaVO) vom 15. September 2021 (in der ab 28. Oktober gültigen Fassung).
  37. § 10 Abs. 1 Nr. 1–3 iVm. § 1 Abs. 2 Corona-Verordnung – CoronaVO in der ab 28. Oktober gültigen Fassung.
  38. § 3 Abs. 1, Abs. 2 der Vierzehnten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (14. BayIfSMV) vom 1. September 2021 (BayMBl. Nr. 615) BayRS 2126-1-18-G, zuletzt geändert durch § 1 der Verordnung vom 9. November 2021 (BayMBl. Nr. 776).
  39. Begründung der Vierzehnten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 1. September 2021, BayMBl. 2021 Nr. 616 vom 1. September 2021.
  40. § 3a der 14. BayIfSMV.
  41. § 8 Abs. 1 iVm. § 3 Abs. 2 der Niedersächsischen Verordnung über infektionspräventive Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen Varianten (Niedersächsische Corona-Verordnung) vom 24. August 2021, zuletzt geändert durch Verordnung vom 9. November 2021 (Nds. GVBl. S. 721).
  42. § 1 Abs. 3 Niedersächsische Corona-Verordnung.
  43. https://www.coronavirus.sachsen.de/amtliche-bekanntmachungen.html#a-11343
  44. Daniel Schinzig: Sachsen führt 2G-Modell ein: Welche Folgen hat das für NRW? In: wa.de. 7. November 2021, abgerufen am 8. November 2021.
  45. Verordnung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Verbreitung von COVID-19 ergriffen werden (3. COVID-19-Maßnahmenverordnung – 3. COVID-19-MV) RIS, abgerufen am 10. November 2021.
  46. Aktuelle Schutzmaßnahmen: Informationen zu FFP2 Maskenpflicht, Abstandsregeln und weiteren Maßnahmen. Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, abgerufen am 14. November 2021.