4-Tage-Woche

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Die 4-Tage-Woche ist ein Vorschlag zur Reduzierung der Anzahl an Arbeitstagen in einer Woche von fünf auf vier.

Begründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Befürworter der 4-Tage-Woche argumentieren, dass Mitarbeiter durch die damit einhergehenden längeren Erholungspausen in Form von längeren Wochenenden motivierter und produktiver arbeiten könnten.[1]

Auch hätten Bürger mehr Zeit für andere alltägliche Angelegenheiten, wenn sie nur noch vier Tage in der Woche einer festen Erwerbsarbeit nachgehen müssten.[2] Eine 5-Tage-Woche sei für viele Menschen nicht vereinbar mit den Anforderungen des modernen Alltags.[3]

2020 schlug die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern die Einführung einer 4-Tage-Woche vor, um die Work-Life-Balance und den Tourismus nach der COVID-19-Pandemie zu fördern.[4]

Forschung und Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen einer Studie aus Island sollten 2500 Bürger fünf Jahre lang bei gleichbleibender Bezahlung statt fünf nur vier Tage lang in der Woche arbeiten. Die Teilnehmer hatten mehr Zeit für sich und nahestehende Personen, waren glücklicher und litten weniger häufig unter Stress.[5]

Das neuseeländische Nachlassplanungsunternehmen Perpetual Guardian testete 2018 eine 4-Tage-Woche und meldete einen Produktivitätsanstieg von 20 % sowie ein geringeres Stressniveau und eine größere Arbeitszufriedenheit bei seinen Mitarbeitern.[6] Laut dem Gründer des Unternehmens bringe die verkürzte Arbeitswoche „keine Nachteile“ mit sich. Später im selben Jahr führte Perpetual Guardian die 4-Tage-Woche dauerhaft ein.[6]

2019 experimentierte Microsoft Japan mit der 4-Tage-Woche und gab an, dass die Produktivität um 40 % zunahm und die Stromkosten um 23 % sanken.[6]

Situation in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Teilzeitmodell ist es Arbeitnehmern möglich, ihre Arbeitszeit auf 80 % zu reduzieren.[2] Auf wie viele und welche Wochentage diese verteilt werden soll, muss im Konsens mit dem Arbeitgeber vereinbart werden.[2] Außerdem besteht die Möglichkeit, die Arbeitsstunden auf weniger Tage zu verteilen.[2]

Derzeit (Stand: 2021) haben in Deutschland lediglich vereinzelte Unternehmen aus Bayern eine 4-Tage-Woche standardmäßig eingeführt.[7]

Die Partei Die Linke forderte 2020 eine 30-Stunden-Woche als Vollzeitnorm und begründete dies damit, dass durch die Digitalisierung viel menschliche Arbeit überflüssig werden wird.[3] Die Gesamtmenge an Arbeit werde also kleiner, während im Gegenzug die Produktivität der verbliebenen Arbeit steige.[3]

Kritiker merkten an, dass viele Arbeitsmarktexperten davon ausgehen, dass die Digitalisierung langfristig nicht zu weniger, sondern lediglich zu anderer Arbeit führen wird.[3]

Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Toluna gaben 55 % der Befragten an, dass sie im Gegenzug für eine 4-Tage-Woche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen würden.[2]

In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus dem Jahr 2020 mit 1640 Teilnehmern befürworteten 61 % der Befragten eine 4-Tage-Woche eher oder voll und ganz.[8]

In einer von Citrix beauftragen OnePoll-Umfrage vom September 2019 mit 500 deutschen Arbeitnehmern gaben 66 % an, dass sie bei gleicher Entlohnung nur vier Tage in der Woche arbeiten würden.[9] 87 % hielten eine Einführung der 4-Tage-Woche in naher Zukunft allerdings für unwahrscheinlich.[9]

Einer von Unique Research für die Tageszeitung Heute durchgeführten Umfrage aus Österreich mit rund 800 Teilnehmern nach sind 46 % der Befragten für die Einführung einer 4-Tage-Woche, während 45 % sie ablehnen.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 4-Tage- vs. 5-Tage-Woche: Vor- und Nachteile im Check. In: Gründer.de. 9. Juli 2021, abgerufen am 10. August 2021 (deutsch).
  2. a b c d e Süddeutsche Zeitung: Tipps für das Arbeitszeitmodell Vier-Tage-Woche. Abgerufen am 10. August 2021.
  3. a b c d Linken-Vorstoß: Die Vier-Tage-Woche für alle - ein Traum - DER SPIEGEL. Abgerufen am 10. August 2021.
  4. Jacinda Ardern flags four-day working week as way to rebuild New Zealand after Covid-19. In: www.theguardian.com. The Guardian, 20. Mai 2020, abgerufen am 10. August 2021 (englisch).
  5. Luisa Jacobs: "Die Viertagewoche könnte auch in Deutschland funktionieren". In: www.zeit de. Die Zeit, 8. Juli 2021, abgerufen am 10. August 2021.
  6. a b c Naomi Xu Elegant: Unilever is experimenting with a 4-day work week. In: www.fortune.com. Fortune, 1. Dezember 2020, abgerufen am 10. August 2021 (englisch).
  7. Vier-Tage-Woche: Das Arbeitsmodell für die Zukunft? 15. Juli 2021, abgerufen am 10. August 2021.
  8. Mehrheit der Bundesbürger ist für Vier-Tage-Woche. In: www.zeit.de. Die Zeit, 19. August 2020, abgerufen am 10. August 2021.
  9. a b Citrix-Umfrage: Vier-Tage-Woche in Deutschland beliebt aber unwahrscheinlich - Citrix Germany. Abgerufen am 12. August 2021.
  10. Kontrast Redaktion: Neue Umfrage: Österreicher wollen 4-Tage-Woche. In: Kontrast.at. 20. Juli 2020, abgerufen am 12. August 2021 (deutsch).