55 Tage in Peking

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel55 Tage in Peking
Originaltitel55 Days at Peking
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1963
Länge155 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieNicholas Ray
DrehbuchRobert Hamer,
Philip Yordan,
Bernard Gordon
ProduktionSamuel Bronston
MusikDimitri Tiomkin
KameraJack Hildyard,
Manuel Berenguer
SchnittRobert Lawrence
Besetzung

55 Tage in Peking ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahr 1963. Der Monumentalfilm behandelt den Boxeraufstand in Peking um die Jahrhundertwende, wurde aber beinahe vollständig in Spanien gedreht. Das Budget von 17 Millionen Dollar zeigt sich vor allem in den imposanten Bauten, den aufwendig inszenierten Schlachten und der prachtvollen Ausstattung.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Peking des Jahres 1900 bahnt sich eine Krise an: Kaiserin Tzu-Hsi versucht, der fremdenfeindlichen Bewegung der Boxer Einhalt zu gebieten, welche sich bis in die Umgebung der Stadt Peking ausgebreitet haben und Angriffe auf chinesische Christen und Ausländer verüben. Im Diplomatenviertel berät man währenddessen besorgt, wie die eigenen Leute im Falle einer Eskalation aus der Stadt zu evakuieren wären.

Die Situation eskaliert, als die Boxer am 20. Juni 1900 auf offener Straße den deutschen Botschafter ermorden, nachdem die Kaiserin dem Druck nachgegeben hat. So stürmen nun die Boxer mit Hilfe der kaiserlichen Armee gegen das Diplomatenviertel an, wo sich die rund 500 Europäer verschanzt haben, befehligt vom englischen Gesandten Arthur Robertson und dem amerikanischen Major Lewis. Es folgt ein listenreicher Verteidigungskrieg, darin eingebettet die Erzählung einiger Einzelpersonen und deren Schicksale, wie das der Baronin Natalie Ivanoff und der oben Erwähnten. Obwohl sich das Blatt einige Male wendet, behalten die rund 20.000 Chinesen die Oberhand und stoßen mit der Zeit unter großen Verlusten immer weiter vor. Doch nach 55 Tagen endet die Belagerung, da die alliierten Truppen der vereinigten acht Staaten endlich eintreffen und Peking binnen kurzer Zeit einnehmen. Es folgt ein triumphaler Einzug der britischen, russischen, japanischen, amerikanischen, deutschen, französischen, italienischen und österreichischen Truppen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Actionprofi Andrew Marton (Der längste Tag) inszenierte die eindrucksvollen Schlachten, die Dimitri Tiomkin mit grandioser Musik adelte.“

TV-Spielfilm

„Bemerkenswert an diesem in der Handlung frei erfundenen Heldenepos in Starbesetzung sind nur die großartig inszenierten Kampfszenen und die Kameraarbeit.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde für zwei Oscars in den Kategorien „Beste Titelmusik“ (So Little Time) und „Beste Filmmusik“ nominiert. Die Titelmusik der deutschen Fassung wurde gesungen vom Botho-Lucas-Chor.

Historischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus historischer Sicht kann der Film kritisiert werden, da die Belagerten recht einseitig als grundsätzlich rechtschaffen, tapfer und standhaft, die Chinesen hingegen als verschlagene Feinde dargestellt werden. Historische Hintergründe des Boxeraufstandes, wie innerchinesische Spannungen zwischen Mandschu-Dynastie (Qing-Dynastie) und etwa Han-Chinesen, aber auch Auftreten und Verhalten der „Fremden“ – Europäer, Amerikaner und Japaner – bleiben unkommentiert. Es ist und bleibt eine „Hollywood-Produktion“, die den Anspruch historischer Objektivität nicht erhebt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nicholas Ray beendete den Film nicht, er erlitt vor Ende der Dreharbeiten einen Herzanfall. An seiner Stelle ließ Produzent Samuel Bronston den Film von Andrew Marton und Guy Green fertigstellen.
  • Um die unzähligen chinesischen Statisten zu erhalten, sandte die Filmgesellschaft Leute aus, die in ganz Spanien so viele Chinesen wie nur möglich anwarben. Die Folge davon war, dass die meisten Chinarestaurants während der Dreharbeiten geschlossen wurden.
  • Da aus politischen Gründen nicht in Peking gedreht werden konnte, wurde in der Umgebung Madrids eine Replikation der Stadt um 1900 auf einer Fläche von 243.000 Quadratmetern aufgebaut.
  • Die Kostüme der Kaiserin, Prinz Tuans und anderer in der Szene im königlichen Gericht sind Originale, die von einer reichen florentinischen Familie geliehen wurden.
  • Der spätere japanische Filmregisseur Jūzō Itami spielt in diesem Film eine Nebenrolle.
  • Bereits ein Vierteljahrhundert zuvor befasste sich der deutsche Film Alarm in Peking mit derselben Thematik.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b 55 Tage in Peking. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins; abgerufen am 20. April 2017.