5q-minus-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
D46 5q-minus-Syndrom (Myelodysplastisches Syndrom)
ICD-O 9986/3
Q93.5 Sonstige Deletionen eines Chromosomenteils
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Das 5q-minus-Syndrom gehört zur Gruppe der Myelodysplastischen Syndrome (MDS). Es ist zytogenetisch gekennzeichnet durch den Verlust eines Teils des Chromosoms 5 (langer Arm von Chromosom 5 = 5q) und hat daher seinen Namen erhalten.

Knochenmarkhistologie mit den typischen „nicht-lobulierten“ Megakaryozyten beim 5q-minus-Syndrom

Die klinischen Symptome des 5q-minus-Syndroms entsprechen im Wesentlichen denen der Myelodysplastischen Syndrome. Es kommt zur Entwicklung einer Anämie (Blutarmut) und Leukopenie (Mangel an Blutplättchen und weißen Blutzellen), die Thrombozytenzahlen sind dagegen meistens normal oder sogar erhöht. Daraus resultieren die klinischen Beschwerden Schwäche, Abgeschlagenheit, Infektneigung und ggf. Blutungsneigung. Die Knochenmarkuntersuchung zeigt typischerweise Veränderungen in den Megakaryozyten, die insgesamt vermehrt sind, jedoch ungewöhnlich kleine nicht-gelappte Zellkerne aufweisen.

Wie bei allen MDS besteht zwar das Risiko des Übergehens in eine akute myeloische Leukämie, das 5q-minus-Syndrom gilt jedoch als „Niedrigrisiko-MDS“ mit vergleichsweise günstiger Prognose. Es gibt vielversprechende Behandlungsergebnisse mit dem neuen Medikament Lenalidomid (Revlimid), einem Derivat von Thalidomid[1], die auf eine deutliche Verbesserung der Prognose hoffen lassen. Seit 2005 ist Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason durch die FDA zur Behandlung des 5q-minus-Syndroms in den USA zugelassen[2]. Der Zulassungsantrag der Herstellerfirma von Lenalidomid Celgene wurde jedoch im Juni 2008 durch die europäische Arzneimittelagentur negativ begutachtet und daher wieder von Celgene vor dem endgültigen Entscheid zurückgezogen. Die Gutachter der EMEA übten vor allem Kritik an der Qualität der Zulassungsstudie und forderten die Durchführung weiterer Studien vor einem endgültigen Entscheid über die Zulassung[3]. Mittlerweile wurde Lenalidomid auch in Deutschland zur Behandlung des 5q-minus-Syndroms zugelassen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. List, G. Dewald, J. Bennett, A. Giagounidis, A. Raza, E. Feldman, B. Powell, P. Greenberg, D. Thomas, R. Stone, C. Reeder, K. Wride, J. Patin, M. Schmidt, J. Zeldis, R. Knight: Lenalidomide in the myelodysplastic syndrome with chromosome 5q deletion. In: The New England journal of medicine. Band 355, Nummer 14, Oktober 2006, ISSN 1533-4406, S. 1456–1465, doi:10.1056/NEJMoa061292, PMID 17021321.
  2. FDA Approves New Treatment for Myelodysplastic Syndrome (MDS). U. S. Food and Drug Administration (FDA), 28. Dezember 2005, archiviert vom Original am 1. Januar 2006, abgerufen am 22. Februar 2013 (englisch).
  3. New Drugs Online Report for lenalidomide. National Health Service (NHS), abgerufen am 22. Februar 2013 (englisch).
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