6. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 68

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6. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 68
Aktiv 5. Mai 1860 bis Januar 1919
Land Königreich Preußen
Streitkräfte Preußische Armee
Truppengattung Infanterie
Unterstellung VIII. Armee-Korps
Historische Stationierungsorte Koblenz
Soldaten des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68 vor der Koblenzer Hauptwache (1911)

Das 6. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 68 war ein Infanterieverband der Preußischen Armee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kaserne des Regiments auf der Karthause

Der Verband wurde am 5. Mai 1860 (Stiftungstag) errichtet und ging im Zuge der Roonschen Heeresreform und -vermehrung aus dem Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 28 hervor. Stab, I. und II. Bataillon waren in Koblenz, das Füsilier-Bataillon in Köln stationiert. Am 7. Mai 1861 erhielt es die Bezeichnung 6. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 68. Im März 1864 bezog das Regiment Luxemburg als neue Garnison. Von 1868/71 lagen Teile in Jülich, 1887/94 in Diez. Ansonsten lag das Regiment bis 1918 in Koblenz und Ehrenbreitstein, auch in der Festung Ehrenbreitstein, ab 1894 dann komplett in Koblenz. Ab 1902 bezog das III. Bataillon die neu errichtete Erbgroßherzog-Friedrich-Kaserne vor dem Fort Großfürst Konstantin auf der Karthause; die übrigen beiden Bataillone lagen in der Spitzberg-Kaserne und in der Feste Kaiser Alexander.

Rechts: Tambour und Melder des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68, 1917

Deutscher Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Regiment am 5. Mai 1866 anlässlich des Deutschen Krieges den Mobilmachungsbefehl erhalten hatte, verlegte der Verband über Konz nach Köln und von dort zum Versammlungspunkt des VIII. Armee-Korps nach Halle (Saale), wo es Ende des Monats eintraf. Mit der 15. Division nahm es bei der Elbarmee an den Schlachten von Münchengrätz und Königgrätz teil.

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der 15. Division im VIII. Armee-Korps Gefecht bei Bertaucourt les Thennes, Schlachten bei Amiens und an der Hallue, Gefecht bei Sapignies, Schlacht bei Bapaume, Gefecht bei Tertry-Poeuilly, Schlacht bei St. Quentin und Einschließung von Metz.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs machte das Regiment am 2. August 1914 mobil. Als Teil der 30. Infanterie-Brigade der 16. Division nahm es am Aufmarsch in Luxemburg teil.

1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 22. bis 23. August --- Schlacht an der Maas (Neufchâteau-Donchery)
  • 30. August bis 5. September --- Verfolgungskämpfe von der Maas zur Marne (3. September bei Somme-Py)
  • 06. bis 12. September --- Schlacht an der Marne (6. September bei Vitry-le-François)
  • 13. September bis 19. Dezember --- Stellungskämpfe in der Champagne/Souain
  • 20. bis 30. Dezember --- Schlacht bei Souain
  • ab 31. Dezember --- Stellungskämpfe in der Champagne

1915[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 7. Januar 1915 --- Stellungskämpfe in der Champagne
  • 08. bis 13. Januar --- Schlacht bei Perthes-lès-Hurlus
  • 14. Januar bis 19. Februar --- Stellungskämpfe in der Champagne
  • 20. Februar bis 20. März --- Winterschlacht in der Champagne
  • 21. bis 31. März --- Stellungskämpfe in der Champagne
  • 01. bis 13. April --- Ruhe bei Sedan und Briey
  • 13. Mai bis 19. Juni --- Schlacht bei La Bassée und Arras (Loretto/Vimy-Höhe)
  • 20. bis 30. Juni --- Ruhe
  • ab 30. Juni --- Kämpfe an der Aisne (Laon, Chemin des Dames)

1916[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 28. Juli --- Kämpfe an der Aisne (Laon, Chemin des Dames)
  • 29. Juli bis 25. August --- Schlacht an der Somme/Thiepval
  • 25. August bis 1. September --- Ruhe bei Laon
  • 01. September bis 4. Oktober --- Stellungskämpfe bei la-Ville-aux-Bois
  • 04. bis 30. Oktober --- Kämpfe an der Somme
  • 04. bis 15. November --- Kämpfe an der Aisne/Pommieres
  • ab 25. November --- Stellungskämpfe am oberen Styr-Stochod/Wolhynien

1917[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 19. Mai --- Stellungskämpfe am oberen Styr-Stochod/Wolhynien
  • 23. Mai bis 4. Juni --- Reserve
  • 05. bis 10. Juni --- Reserve in Dun-sur-Meuse
  • 10. bis 23. Juni --- Reserve in Lille
  • 25. Juni bis 3. September --- Kämpfe in Flandern/Wytschaetebogen
  • 03. bis 28. September --- Ruhe in Brügge
  • 04. bis 19. Oktober --- Kämpfe in Flandern/Poelkapelle-Westrosebeke
  • 19. Oktober bis 17. November --- Ruhe in Antwerpen
  • ab 21. November --- Abwehrkämpfe in Flandern/Becelaere

1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 17. Januar --- Abwehrkämpfe in Flandern/Becelaere
  • 18. Januar bis 18. Februar --- Ruhe in Gent
  • 19. Februar bis 4. April --- Stellungskämpfe in Flandern/Passendale
  • 09. bis 18. April --- Schlacht bei Armentières
  • 19. April bis 2. Mai --- Stellungskämpfe in Nordfrankreich
  • 03. bis 11. Mai --- Ruhe in Emmerin
  • 14. Mai bis 4. Juli--- Abwehrkämpfe an der Lys
  • 04. bis 14. Juli --- Ruhe in Lille
  • 15. Juli bis 4. August --- Abwehrkämpfe an der Lys
  • 30. August bis 2. September --- Schlacht bei Hendecourt
  • 03. bis 10. September --- Kämpfe bei Arleux
  • 10. bis 27. September --- Ruhe in Lille
  • 27. September bis 6. November --- Abwehrkämpfe in der Hermann-Schelde Stellung
  • 06. bis 11. November --- Reserve

3.832 Angehörige des Regiments sind in diesem Krieg gefallen.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende traten die Reste des Regiments ab 19. November 1918 von Lüttich aus den Rückmarsch in die Heimat an. Hier wurde es ab 9. Dezember 1918 in Bramsche bei Osnabrück zunächst demobilisiert und im Januar 1919 schließlich aufgelöst. Aus Teilen bildete sich eine Sicherheitskompanie, die im Freiwilligen-Bataillon Rheinland tätig war und im Oktober 1919 als III. Bataillon in das Reichswehr-Infanterie-Regiment 19 übernommen wurde.[1]

Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 4. Kompanie des 16. Infanterie-Regiments.

Regimentschefs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum[2]
General der Infanterie Albert von Barnekow 14. September 1872 bis 24. Mai 1895
Ferdinand von Rumänien 27. Januar 1899 bis 27. August 1916

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum[3]
Oberst Albert von Barnekow 01. Juli 1860 bis 8. Januar 1864
Oberstleutnant/
Oberst
Wilhelm Karl Friedrich von Gayl 09. Januar 1864 bis 4. März 1867
Oberst Bernhard von Schkopp 04. April 1867 bis 17. Juni 1869
Oberst Julius von Sommerfeld 18. Juni 1869 bis 15. Dezember 1870
Oberst Adolf Karl von Hertzberg 16. Dezember 1870 bis 3. Juli 1872
Oberstleutnant/
Oberst
Wilhelm von Kienitz 18. Juli 1872 bis 12. April 1878
Oberstleutnant/
Oberst
Emil Fischer 13. bis 19. April 1878 (mit der Führung beauftragt)
Oberst Emil von Fischer 20. April 1878 bis 5. Dezember 1883
Oberst Ferdinand von Esebeck 06. Dezember 1883 bis 13. Juli 1885
Oberst Gustav Ludwig Ahlborn 14. Juli 1885 bis 18. August 1888
Oberst August Schultze 19. August 1888 bis 14. Oktober 1889
Oberst Wilhelm von Arentsschildt 15. Oktober 1889 bis 26. Januar 1893
Oberst Eduard Sperling 27. Januar 1893 bis 17. Oktober 1895
Oberst Ernst Schuler von Senden 18. Oktober 1895 bis 15. Februar 1899
Oberst Adolf von Kries 16. Februar 1899 bis 21. April 1902
Oberst Vincentius de Paula von Brixen 22. April 1902 bis 9. April 1906
Oberst Theodor Claassen 10. April 1906 bis 26. Januar 1909
Oberst Max Stumpff 27. Januar 1909 bis 26. Januar 1912
Oberst Erich von Pochhammer 27. Januar 1912 bis 26. August 1914
Oberst Alfred Dieterich 27. August bis 23. Dezember 1914
Oberstleutnant Karl Anders 24. Dezember 1914 bis 16. März 1915
Oberstleutnant Friedrich Müller 17. März 1915 bis 29. Juli 1917
Oberstleutnant Viktor Bauernstein 30. Juli 1917 bis 23. März 1918
Major Heinrich von Kummer 24. März bis 13. April 1918
Oberstleutnant Emil Lange 14. April 1918 bis 23. Januar 1919

Gedenkplatte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Koblenzer Hauptfriedhof erinnert eine Platte in der Ehrenhalle des Ehrenhains für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs an die Toten des Regiments.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-14-4, S. 127.
  • Friedrich Bertkau: Geschichte des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68. Groos, Koblenz 1908.
  • Fritz Pafferath: Die Geschichte des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68 im Weltkriege 1914–1918. Auf Veranlassung des Vereins der Offiziere des ehemaligen Infanterie-Regiments Nr. 68 hrsg. v. Fritz Pafferath. Druck und Verlag von Franz Weber, Berlin 1930.
  • Manfred Böckling: Diese neue Unterbringung war ein wesentlicher Fortschritt. Die Erbgroßherzog-Friedrich-Kaserne vor dem Fort Konstantin. In: Fort Konstantin. Historischer Ort mit Zukunft. Zum 20-jährigen Bestehen des Vereins PRO KONSTANTIN (1993–2013), Hrsg.: PRO KONSTANTIN e. V. Gesamtredaktion: Sebastian Gleixner, Garwain Verlag, Koblenz 2013, ISBN 978-3-936436-24-2, S. 67–82.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-14-4, S. 127.
  2. Günter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 2: Die Stellenbesetzung der aktiven Infanterie-Regimenter sowie Jäger- und MG-Bataillone, Wehrbezirkskommandos und Ausbildungsleiter von der Stiftung bzw. Aufstellung bis 1939. Biblio Verlag. Osnabrück 1992. ISBN 3-7648-1782-8. S. 185.
  3. Günter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 2: Die Stellenbesetzung der aktiven Infanterie-Regimenter sowie Jäger- und MG-Bataillone, Wehrbezirkskommandos und Ausbildungsleiter von der Stiftung bzw. Aufstellung bis 1939. Biblio Verlag. Osnabrück 1992. ISBN 3-7648-1782-8. S. 185–187.