99e régiment d’infanterie

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Régiment de Royal Deux-Ponts
99e régiment d' infanterie
99e RI
99e RIA

Interne Verbandsabzeichen
Aktiv 1757 bis 1997
Land Armoiries république française.svg Frankreich
Streitkräfte Flag of France.svg Französische Streitkräfte
Teilstreitkraft Flag of France.svg Armée française de terre
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterieregiment/Gebirgs-Infanterieregiment
Stationierungsort Lyon
Schutzpatron Maurice d'Agaune
Motto Ne Pas Subir
Auszeichnungen Croix de la Légion d’honneur
Croix de guerre 1914–1918
mit zwei Palmenzweigen
Kommandeur
Kommandeur Letzter:
Wichtige
Kommandeure

Jean-Baptiste Donatien de Vimeur de Rochambeau

Das 99e régiment d' infanterie (zeitweise auch 99e régiment d' infanterie alpin[1]) war ein als Régiment de Royal Deux-Ponts[2] aus Ausländern angeworbenes Infanterieregiment im Dienste des Königs von Frankreich und wurde als «Régiment étranger» (Fremdenregiment) bezeichnet.[3] (Der Zusatz Royal sagte aus, dass es ein Regiment der Krone war, der Regimentsinhaber (Colonel) war somit der König selbst und es wurde von einem Colonel en second militärisch geführt.) Aufgestellt im Jahre 1757, wurde es am 1. Januar 1791 in „99e régiment d'infanterie“ (99e RI) umbenannt. Es bestand mit Unterbrechungen bis zu seiner Auflösung im Jahre 1997. Während der Feldzüge der französischen Revolution und des Ersten Kaiserreichs zeichnete es sich besonders aus und fand auch lobende Erwähnung für seine Einsätze in der Endphase des Zweiten Weltkrieges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leibfahne des „Régiment de Royal-Deux-Ponts“
Ordonnanzfahne des deutschen „Régiment de Royal-Deux-Ponts“

Die Geschichte des Regiments begann schon sechs Jahre vor seiner eigentlichen Gründung im März 1751 mit dem Abschluss eines Freundschaftsbundes zwischen dem Königreich Frankreich und dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Im Vertrag vom 7. April 1756 verpflichtete sich Herzog Christian IV. von Zweibrücken-Birkenfeld zur Aufstellung eines « corps de deux mille hommes d’infanterie » (Korps von 2000 Mann Infanterie) für den französischen König; als Gegenleistung wurden Christian Subsidien in Höhe von 80.000 Florins jährlich zugesagt.[4] Aufgrund der Königlichen Verordnung vom 19. Februar 1757, die Aufstellung eines deutschen Infanterieregimentes unter dem Namen Royal Deux-Ponts betreffend wurde das Regiment aufgestellt. Die Verhandlungen am Hofe führte der Zweibrücker Gesandte Georg Wilhelm von Pachelbel, sowie der erste Kommandeur des Regimentes, Karl Christian Wilhelm von Closen. Die Werbung begann bereits im September 1756, am 1. April 1757 trat das «Régiment du Royal-Deux-Ponts» in den Dienst. Es war in den Anfangstagen rund um Homburg und Zweibrücken stationiert. In der Rangliste der Infanterieregimenter wurde ihm die Nummer 91 zugewiesen.

Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des «24e régiment d’infanterie légère» ist untrennbar mit der des «99e régiment d’infanterie» verbunden, da es dessen Namen und Tradition fortführte.

Geschichte bis 1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1757: Aufstellung des Régiment royal Deux-Ponts
  • 1. Januar 1791: Mit Entscheidung der Nationalversammlung verlor es das königliche Attribut und hieß von da an 99e régiment d’infanterie. Am 21. Juli wurde es zu einem französischen Regiment erklärt und verlor den Status eines Fremdenregiments.
  • 1793: Premier amalgame; Umgliederung in
177e demi-brigade aus :
1. Bataillon des 99e régiment d'infanterie (vormals Régiment Royal-Deux-Ponts)
1er bataillon de volontaires du Haut-Rhin
3e bataillon de volontaires du Bas-Rhin

Bei der „Zweiten Zusammenlegung“ wurde das 1. Bataillon und das 2. Bataillon der 177e demi-brigade in die „102e demi-brigade de deuxième formation“ (wurde 1804 zum 102e régiment d'infanterie) und das 3. Bataillon in die „92e demi-brigade de deuxième formation“ (wurde 1804 zum 92e régiment d'infanterie) eingegliedert.

178e demi-brigade aus :
2. Bataillon des 99e régiment d'infanterie
6e bataillon de volontaires du Nord
7e bataillon de volontaires de la Seine-Inférieure

Bei der „Zweiten Zusammenlegung“ wurde sie in die „17e demi-brigade de deuxième formation“ (wurde 1804 zum 17e régiment d'infanterie) eingegliedert.

Geschichte des «24e régiment d’infanterie légère»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mai 1796 : Aufstellung der 24e demi-brigade légère
  • 1803: Umbenennung in 24e régiment d’infanterie légère
  • 1814: Auflösung
  • 1840: Wiederaufstellung
  • 1855: Nachdem die Definition der leichten Infanterie aufgegeben worden war, wurde das 24e IRL in 99e régiment d’infanterie umbenannt.

Organisatorische Ereignisse des 99e RI nach 1855[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1914: Bei der Mobilmachung stellte es sein Reserveregiment, das «299e régiment d'infanterie» auf.
  • 1997: Auflösung in Sathonay-Camp im Département Rhône

Mestres de camp/Colonels/Chefs de brigade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mestre de camp war von 1569 bis 1661 und von 1730 bis 1780 die Rangbezeichnung für den Regimentsinhaber und/oder den tatsächlichen Kommandeur eines Infanterieregiments. Sollte es sich bei dem Mestre de camp/Colonel um eine Person des Hochadels handeln, die an der Führung des Regiments kein Interesse hatte (wie z. B. der König oder die Königin) so wurde das Kommando dem „Mestre de camp lieutenant“ (oder „Mestre de camp en second“) respektive dem Colonel-lieutenant oder Colonel en second überlassen. Die Bezeichnung Colonel wurde von 1721 bis 1730, von 1791 bis 1793 und ab 1803 geführt, von 1793 bis 1803 verwendete man in der französischen Armee die Bezeichnung Chef de brigade. Ab 1791 gab es keine Regimentsinhaber mehr.

  • 1781 : Marquis de Custine – Colonel
  • 1791: Louis-Amable de Prez – Colonel
  • 1792: Jean-Christophe Wisch – Colonel (**)
  • 12. März bis 7. Oktober 1793: Jean François Leval – Colonel (**);
  • 1793: Élie Lafont – Chef de brigade (*)
  • 1796: Pierre-Joseph Petit – Chef de brigade
  • 26. Mai 1798: Georges Mouton – Chef de brigade
  •  ?
  • 21. August 1863 bis 6. August 1870: Louis Albert Chagrin de Saint-Hilaire – Colonel
  • 1870–1876: François Gouzil – Colonel
  • 1898–1902:Charles Anglade – Colonel
  • 1905–1908: Joseph Louis Alphonse Baret – Colonel
  • Januar bis November 1914: Paul Joseph Hyacinthe Mignot – Lieutenant-colonel Mignot (**)
  • 1916–1923 : Colonel Borne
  • September 1939 : Colonel Lacaze

Offiziere mit einem Stern markiert, erreichten später den Rang eines Général de brigade – mit zwei Sternen markiert den Rang eines Général de division

Der Regimentskommandeur Colonel Wisch wurde am 2. März 1792 verwundet.

Garnisonen von 1871 bis 1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1871–1873 : Nîmes
  • 1873 : Gap, Embrun, Briançon
  • 1874 : Montélimar
  • 1875–1885 : Lyon, Vienne
  • 1885–1889 : Lyon, Romans
  • 1889–1893 : Lyon
  • 1893–1896 : Gap, Mont-Dauphin
  • 1896–1902 : Lyon, Bourgoin
  • 1902–1905 : Gap, Mont-Dauphin, Ubaye et Queyras
  • 1905–1914 : Lyon, Vienne

Gefechtskalender des Régiment Royal Deux-Ponts, dann 99e RI (1757–1803)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siebenjähriger Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. März 1780 wurde das Regiment dem Expeditionscorps zugewiesen, das den Unabhängigkeitsbestrebungen der britischen Kolonien in Nordamerika zu Hilfe gesandt wurde. Diese insgesamt 6000 Mann standen unter dem Kommando von Jean-Baptiste-Donatien de Vimeur, comte de Rochambeau. Am 4. April 1780 in Brest eingeschifft, erreichte das Regiment mehr als drei Monate später Newport. Kommandeur war der Graf von Zweibrücken-Forbach. Die Einheit setzte sich zu 60 % aus Deutschstämmigen und zu 40 % aus Elsaß-Lothringern zusammen.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober 1781 spielten die Grenadiere des Regiment Deux-Ponts eine wichtige Rolle bei der Eroberung der Redoute Nr. 9, einer Schlüsselstellung im Abwehrsystem der britischen Festung Yorktown (Virginia), deren Kapitulation am 19. Oktober erfolgte. Das Regiment, das entscheidend am Ausgang der Schlacht teilgenommen hatte, verließ Nordamerika im Juli 1783.

Revolutionskriege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Armée du Nord :

Bei der «Armée de Moselle» :

Bei der «Armée de Sambre-et-Meuse» :

Bei der «Armée d'Italie» :

  • 16. April 1794 : Gefecht an der Ponte-di-Nova
  • 26. Mai 1794 : Gefecht bei Sotta
  • 21. September 1794 : Gefecht bei la Rochetta
  • 22. November 1795 : Schlacht bei Loano
  • Italienfeldzug 1796–1797 :
Gefecht bei Voltri, Schlacht bei Millesimo, Schlacht bei Dego und Schlacht bei Montenotte, Gefecht bei Fombio, Schlacht bei Borghetto

Bei der «Armée de Sambre-et-Meuse» :

  • 1796: Feldzug in Deutschland:
Schlacht bei Limburg und Schlacht bei Altenkirchen, Gefecht bei Neuhof

Bei der «Armée d'Italie» :

Gefechtskalender des 24e régiment d' infanterie legere (1796–1814 und 1840–1855)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Aus Gründen der besseren Übersicht ist auf einen Fließtext zugunsten einer chronologischen Reihenfolge verzichtet worden)

Kriege der Révolution und des Empire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der «Grande Armée» :

Napoleon in der Schlacht bei Regensburg

1840–1855[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wieder als 99e RI[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweites Kaiserreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belagerung von Puebla, Schlacht bei Aculcingo (hier erhielt es Das Kreuz der Ehrenlegion verliehen)
6. August 1870: Schlacht bei Wörth
September 1870 : Schlacht bei Sedan

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Kriegsausbruch lag das Regiment in Lyon und Vienne in Garnison. Es gehörte zur 55e Brigade d'Infanterie; in der 28e Division d'Infanterie; im 14e Corps d'Armée.

1914

1915

1916

1917

1918

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1939 wurde in Lyon und Modane das Regiment unter der Bezeichnung 99e RIA (régiment d'infanterie alpine, 99. Gebirgs-Infanterieregiment) wieder aufgestellt. Kommandeur war der Colonel Lacaze. Es gehörte zur «28e DIAlp» (Division d'infanterie alpine - 28. Gebirgsdivision) und wurde an der Grenze zu Italien eingesetzt. Vom November 1939 bis zum April 1940 lag es dann im nördlichen Elsaß. Kurzzeitig in die Region Poligny verlegt, wurde es am 18. Mai 1940 zum le Chemin des Dames kommandiert, wo es bereits 23 Jahre zuvor gekämpft hatte. Nach dem Waffenstillstand wurde die Einheit aufgelöst, um im Dezember 1944 an der Alpenfront neu aufgestellt zu werden. Die Kämpfe im Rahmen der Widerstandsarmee «Ain-Jura» sind auf der Fahne des Regiments verewigt.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1945 und 1968 war der Fortbestand der Einheit ungewiss. Einmal in Regiments- dann wieder nur in Bataillonsstärke gab es die meisten seiner Angehörigen an das «25e bataillon de chasseurs à pied» (25. Bataillon Jäger zu Fuß) ab, das 1954 für den Feldzug in Tunesien aufgestellt wurde. Im November 1954 stellte das Regiment für den Einsatz in Algerien ein Marschbataillon auf, das «99e bataillon d' infanterie marche algerienne» 99e BMIA – 99. Algerien-Infanterie-Marschbataillon, das im September 1955 zu einem kurzen Einsatz in Marokko kam. Am 1. Oktober 1955 wurde es zur Aufstellung des «15e bataillon de chasseurs alpins» (15e BCA – 25. Alpenjägerbataillon) verwendet. Mit diesem Datum endete das Engagement des 99e RI in Nordafrika. Von da an agierte das « neuf-neuf » in der Hauptsache nur noch als Ausbildungseinheit für die nach Algerien bestimmten Soldaten, sowie als Unterstützungsverband für die «8e région militaire» (8. Militärregion).

Am 1. Oktober 1968 wurde die Rumpfeinheit zum letzten Male in den Sollbestand versetzt und als «99e régiment d’infanterie» aktiviert. Durch die neue Aufgabenstellung wurde es aus der Gebirgstruppe herausgelöst. Im Jahre 1978 führte es die Aufstellung eines gekaderten Reserveregiments, des «299e régiment d'infanterie» durch. Zwischen 1982 und 1986 wurden mehrere Detachemnts in den Libanon abgestellt. Zwischen 1992 und 1993 führte es seinen letzten Auslandseinsatz in Bosnien durch. Ende Mai 1997 wurde das Regiment im Zuge der Verkleinerung des Heeres und dem Wegfall der Wehrpflicht aufgelöst.

Am 31. Mai 1997 wurde das «99e RI» -umgangssprachlich « neuf-neuf » oder auch « régiment de Lyon » genannt, aus der «Ordre de bataille de l’armée de terre» (Schlachtordnung der französischen Armee) gestrichen. Vom Königreich bis zur 5. Republik, hatte das «Royal-Deux-Ponts» dann «99e RI» seine Spuren auf den Schlachtfeldern ganz Europas, in Nordamerika, in Nordafrika und in Mexiko hinterlassen. Es hatte in zwei Weltkriegen gekämpft und war an Sicherungsmissionen im Libanon und auf Neukaledonien beteiligt.

Regimentsfahne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fahne des Regiments trägt auf der Rückseite in goldenen Lettern die Namen der Schlachten, in denen des Regiment ehrenvoll gekämpft hat.[6]:

99e régiment d'infanterie de ligne - drapeau.svg

Uniformen des Ancien Régime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahnenband

ist mit dem Croix de la Légion d’honneur für die Eroberung einer feindlichen Standarte 1862 bei Aculcingo, Mexiko;
mit dem Croix de guerre 1914–1918 als Auszeichnung für zwei ehrenvolle Erwähnungen im Armeebefehl
und mit der Fourragère in den Farben des Croix de guerre 1914–1918 dekoriert

Devise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ne Pas Subir
Nichts hinnehmen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Drumm: Das Regiment Royal Deux-Ponts. Deutsches Blut auf fürstlichen Befehl in fremdem Dienst und Sold. Zweibrücken 1936.
  • Charles Pierre Victor Pajol: Les guerres sous Louis XV. Band 7. Paris 1887, S. 7 (online bei archive.org).

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 99. Gebirgs-Infanterieregiment
  2. «Königliches Infanterieregiment Zweibrücken»
  3. der Zusatz «allemand» wurde im allgemeinen Gebrauch nicht verwendet.
  4. Helge Siefert: Grenzüberschreitungen – Madame de Pompadour und ihre direkte und indirekte Einflußnahme, in: Xavier Salmon (Hrsg.): Madame de Pompadour und die Künste. Hirmer, München 2002, ISBN 3-7774-9410-0, S. 391.
  5. ein Reserveregiment
  6. Décision n°12350/SGA/DPMA/SHD/DAT du 14 septembre 2007 relative aux inscriptions de noms de batailles sur les drapeaux et étendards des corps de troupe de l'armée de terre, du service de santé des armées et du service des essences des armées, Bulletin officiel des armées, n°27, 9 novembre 2007.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg: