Aït Abdallah

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Aït Abdallah
Wappen fehlt
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Aït Abdallah (Marokko)
Aït Abdallah
Aït Abdallah
Basisdaten
Staat: Marokko
Region: Souss-Massa-Draâ
Provinz: Taroudannt (Provinz)
Koordinaten 29° 49′ N, 8° 46′ W29.814-8.7681600Koordinaten: 29° 49′ N, 8° 46′ W
Einwohner: 2.988 (2004[1])
Höhe: 1600 m
Berglandschaft bei Aït Abdallah nach der winterlichen ‚Regenzeit‘ mit Blick auf das zwischen den Felsen versteckte Nachbardorf Alouss

Aït Abdallah oder Aït Abdullah (Arabisch: ايت عبد الله) ist ein kleiner Berberort und eine Landgemeinde (commune rurale) im Antiatlas in der marokkanischen Region Souss-Massa-Draâ in der Provinz Taroudannt.

Lage[Bearbeiten]

Aït Abdallah liegt etwa 36 km nordöstlich von Tafraoute an der seit etwa 2008 durchgängig asphaltierten Straße nach Igherm (R106) in einer Höhe von ca. 1600 m ü. d. M.. Der etwa 12 km nordöstlich gelegene Berberort Tiguermine gehört zum Gemeindegebiet. Im Frühjahr erhält der Ort manchmal etwas Wasser durch den Bach Assif Oussaka.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Früher wurde auf den ehemals terrassierten, aber kargen und steinigen Böden Gerste angebaut; infolge verminderter oder ganz ausbleibender Regenfälle seit den 1970er Jahren wurde die Landwirtschaft in der Region fast gänzlich aufgegeben. Die Männer suchten Arbeit als Tagelöhner oder Kleinunternehmer in den Städten des Nordens oder in Europa und so leben die Bewohner des Ortes hauptsächlich von Geldtransferleistungen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die meisten Orte in der Region haben eine Jahrhunderte zurückreichende Geschichte, von der jedoch keine schriftlichen Zeugnisse existieren. Die einzigen historischen Quellen sind mündliche Überlieferungen und die jahrhundertealten Agadire, die zum Einen Rückschlüsse auf die Lebensweise der Transhumanz zulassen, zum Anderen auf beständige Rivalitäten und Übergriffe der Dörfer untereinander und von umherziehenden Nomadenstämmen hinweisen.

Die einfachen aus Felsgestein und Lehm erbauten eingeschossigen Häuser mit ihren Dächern aus krummen Arganholzästen mit einer Auflage aus Stroh und Schilf und einer Abdeckung aus Schilfmatten und Erde sind seit den 1960er Jahren sukzessive allesamt aufgegeben und durch neue – in rötlichen Farbtönen gestrichene – Häuser mit Wänden aus Hohlblocksteinen und einem Fundament und Decken aus Beton ersetzt worden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der neue Ort besteht aus rot getünchten Häusern mit Wänden aus Hohlblocksteinen und Treppen sowie Geschossdecken aus Beton und verfügt über keinerlei Sehenswürdigkeiten. Von den Stein- und Lehmhäusern des alten Ortskerns (Assaka) stehen nur noch Ruinen. Der kleine Agadir von Tagadirt befindet sich etwa 3 km entfernt auf einem Hügel oberhalb des Ortes.

Die große Speicherburg von Amzaour (Agadir Zrhenrhine) liegt ca. 5 km weiter nordöstlich ebenfalls auf einer Bergkuppe und ist umgeben von den meist neuen Häusern des Dorfes.

Bei der Ortschaft Tiguermine zweigt eine – bei trockenem Wetter auch mit PKW befahrbare – Piste nach Norden ab, die nach etwa 10 Kilometern nochmals nach Südwesten abzweigt und beim Agadir Tasguent endet. Weitere Agadire finden sich in den nur 4 bis 5 km weiter nördlich gelegenen Berberdörfern Itourhaine (auch Aït Ourhain) und Dou Tagadirt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Popp, Mohamed Ait Hamza, Brahim El Fasskaoui: Les agadirs de l'Anti-Atlas occidental. Atlas illustré d'un patrimoine culturel du Sud marocain. Naturwissenschaftliche Gesellschaft, Bayreuth 2011, ISBN 978-3-939146-07-0
  • Salima Naji: Les greniers collectifs de l'Atlas. Paris 2006

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik Marokko