Ağrı (Provinz)

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Ağrı
Nummer der Provinz: 04
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Über dieses Bild
Landkreise
Ağrı districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 39° 34′ N, 43° 13′ OKoordinaten: 39° 34′ N, 43° 13′ O
Provinzhauptstadt: Ağrı
Region: Ostanatolien
Fläche: 11.376 km²
Einwohnerzahl: 542.255[1] (2016)
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Musa Işın[2]
Sitze im Parlament: 4
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0472
Kennzeichen: 04
Website
www.agri.gov.tr (Türkisch)

Ağrı (armenisch Աղրի, kurdisch Agirî) ist eine Provinz im äußersten Osten der Türkei.

Ihre Hauptstadt heißt ebenfalls Ağrı. Zur Zeit der Osmanen hieß die Stadt Şarbulak, was „fließende Quelle“ bedeutet. 1927 wurde der Name in Karaköse geändert, was entweder auf den osmanischen Eroberer 1507 Karagöz Bey oder auf Kara Kilise (dt: „schwarze Kirche“) zurückgeht. Seit 1938 tragen Stadt und Provinz ihren heutigen Namen nach dem Berg Ararat (Ağrı Dağı).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Ağrı grenzt im Osten an den Iran, im Norden an die Provinzen Kars und Iğdır, im Westen an die Provinzen Muş und Erzurum und im Süden an die Provinzen Van und Bitlis. Die Provinz Ağrı hat eine Fläche von 11.376 km² und besteht nahezu zur Hälfte aus Bergen. Der Große Ararat (Büyük Ağrı Dağı) ist mit 5137 m der höchste Berg der Türkei. Ihm verdankt die Provinz ihren Namen. Der kleine Bruder des Großen Ararat ist der Kleine Ararat (Küçük Ağrı Dağı) (3896 m). Andere hohe Berge sind der Süphan Dağı (4058 m), der Aşağı Dağı (3270 m), der Karadağ Dağı (3243 m) und der Aladağ Dağı (3250 m). Der wichtigste See in der Provinz Ağrı ist der 2241 m hoch gelegene Balık Gölü („Fischsee“).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ağrı liegt an der Verbindungsstelle zwischen Kaukasus, Kleinasien und dem Iran. Es finden sich hier Spuren der Hethiter, der Hurriter und der Urartäer (vgl. Anzavurtepe). Die Urartäer hatten die Gegend um den benachbarten Van-See zum Zentrum ihrer Kultur gemacht. Die Kimmerer behaupteten sich auch eine zeitlang hier (archäologische Spuren fehlen allerdings), bis das Gebiet unter die Herrschaft der Meder kam, die um etwa 550 v. Chr. von den Persern verdrängt wurden. 200 Jahre später eroberte Alexander der Große diese Gegend. Spätestens nach dem Tod von Alexander besiedelten Armenier diese Gegend und hielten sich bis in die Gegenwart. Nach Jahrhunderten abwechselnder Herrschaften kam Ağrı 1071 n. Chr. unter die Herrschaft der Seldschuken. Ab diesem Zeitpunkt waren Turkmenen bzw. Türken hier präsent. Im 16. Jahrhundert wurde Ağrı von den Osmanen erobert. Ağrı wurde zum Schauplatz von Kriegen der Osmanen gegen Perser und Russen. Im Ersten Weltkrieg wurde Ağrı von den Russen besetzt und erst 1920 wieder geräumt. Seit 1923 ist Ağrı Teil der Türkei. Zwischen 1927 und 1930 gab es mehrere kurdische Aufstände, die teilweise von der Xoybûn organisiert wurden (Ararat-Aufstand). Die Türkei konnte den Aufstand erst nach einer Grenzverschiebung in Absprache mit dem Iran beenden. In den 1980er Jahren gab es hier auch Kämpfe zwischen der Armee und der PKK.

1920 wurde ein Teil der Provinz Erzurum abgespaltet und unter dem Namen Bayazıt eigenständige Provinz. Im November 1926 wurde Karaköse Provinzhauptstadt und 1938 Stadt und Provinz in Ağrı umbenannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der İshak Paşa Sarayı nahe Doğubeyazıt

Neben dem Ararat sind der armenische Klosterkomplex Bagavan und der İshak-Paşa-Palast die größte Attraktion der Provinz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 hatte die Provinz Ağrı eine Bevölkerung von 542.255 Einwohnern. Bis zum Völkermord an den Armeniern ab 1915 und zum Völkermord an den Aramäern 1916 lebten in Ağrı viele Armenier und Aramäer. Die heutige Bevölkerung besteht aus Kurden, Türken, Aseris und Tscherkessen.

Landkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ağrı besteht aus den Landkreisen:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Provinz Ağrı – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik abgerufen 23. Dezember 2017
  2. Provinzwebseite