A-68

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Riss im Bereich C des Larsen-Schelfeises im November 2016

A-68 (auch A68) ist die Bezeichnung eines Eisbergs, der sich im Zeitraum zwischen dem 10. und 12. Juli 2017 vom Bereich C des Larsen-Schelfeises an der Ostküste der Antarktischen Halbinsel gelöst hat.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vier Bereiche A bis D des Larsen-Schelfeises.
Aufnahme des ESA-Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-1 von Larsen C am 12. Juli 2017

Schon im Jahre 2014 fiel den Forschern ein Riss in der großen Eisfläche auf, der über Jahre hinweg wuchs. Zum Schluss hielt eine 20 Kilometer lange Brücke die Fläche zusammen, die dann aber ebenfalls brach. Von Januar 2017 an war aufgrund der Instabilität damit gerechnet worden, dass sich die Fläche lösen könnte.[1] Zwischen dem 10. und 12. Juli 2017 löste sich der Eisberg schließlich vom Larsen-Schelfeis im Bereich C.[2][3] Der Eisberg ist in den letzten drei Jahrzehnten einer der Größten seiner Art[2][3] und der drittgrößte jemals mit Satellit beobachtete Eisberg[4].

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Eisberg treibt mit einer Länge von 175 Kilometern und einer Breite von 50 Kilometern sowie einer geschätzten Masse von etwa einer Billion Tonnen im Meer vor der Westantarktis.[2] Forscher erwarten, dass der 5800 km² große Eisberg (entspricht knapp der Fläche des Kantons Bern) Kurs in Richtung Nordosten bis zur Inselgruppe Südgeorgien aufnehmen und dann schmelzen wird; diese Inselgruppe liegt etwa 1400 Kilometer östlich von der argentinischen Küste entfernt.[2]

Bis Anfang August 2017 hatte sich der Eisberg noch nicht weit bewegt und lag noch in derselben Bucht. Noch halte der Druck von Meereis den Eisberg auf der Stelle. Lediglich der Abstand zum Schelfeis hatte sich an der Südseite leicht verändert und beträgt dort bis zu 5 Kilometer. Es wird erwartet, dass eine Fortbewegung erst ein halbes Jahr später im antarktischen Sommer zu erwarten sei.[4][5]

Satellitenaufnahmen wenige Tage nach seiner Entstehung deuteten bereits ein Auseinanderbrechen des Eisbergs an.[2][3][6] Anfang August 2017 wurde bekannt, dass bereits kleinere Eisberge von A-68 abgebrochen sind.[5]

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Abbruch des mehr als 100 Meter dicken Eisbergs ist die Fläche des Bereichs C des Schelfeises um ein Zehntel geschrumpft. Die ursprüngliche Fläche betrug etwa 50.000 km².[2]

Es wird befürchtet, dass der Bereich C des Larsen-Schelfeises sich destabilisieren werde.[5] Anfang August 2017 waren bereits weitere kleinere Eisberge abgebrochen.[5]

Der Meeresspiegel wird sich aufgrund des nun schmelzenden Eisbergs nicht direkt erhöhen, da ein Eisberg auf dem Wasser schwimmt und nach dem Schmelzen genau die Wassermasse ergibt, die er zuvor verdrängt hat. Der Meeresspiegel könnte allerdings geringfügig ansteigen, weil nun Schmelzwasser von an Land liegenden Gletschern schneller ins Meer gelangen kann.[7] Würden alle Gletscher abschmelzen, die bisher von Larsen C am Abfließen ins Meer gehindert werden, würde der Meeresspiegel ca. 10 cm ansteigen.[8]

Für die Schifffahrt stellt er keine Gefahr dar, da er aufgrund seiner Größe und Masse frühzeitig durch Radar entdeckt werden kann.[2][3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Was den Riesen-Eisberg A68 so unheimlich macht. In: n-tv, 13. Juli 2017. Abgerufen am 13. Juli 2017.
  2. a b c d e f g Gigantischer Eisberg treibt Richtung Nordosten. In: Norddeutscher Rundfunk, 12. Juli 2017. Abgerufen am 13. Juli 2017.
  3. a b c d Gigantischer Eisberg in der Antarktis abgebrochen. In: Westdeutscher Rundfunk, 12. Juli 2017. Abgerufen am 13. Juli 2017.
  4. a b Drittgrößter je per Satellit beobachteter Eisberg steckt am Schelfeis fest in: Der Standard Onlineausgabe, Stand: 10. August 2017, 09:41, abgerufen am 10. August 2017.
  5. a b c d Rieseneisberg von kilometerlangen "Zwergen" begleitet in: Der Standard Onlineausgabe, Stand: 02.08.2017, 12:17, abgerufen am 10. August 2017.
  6. Bryan Kahn: The Larsen C Iceberg Is Already Cracking Up.. In: Climate Central, 19. Juli 2017. Abgerufen am 22. Juli 2017.
  7. Gigantischer Eisberg treibt in der Antarktis. In: welt.de. 12. Juli 2017, abgerufen am 14. Juli 2017.
  8. Riesiger Eisberg hat sich von der Antarktis gelöst. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Juli 2017. Abgerufen am 14. Juli 2017.