AV Austria Innsbruck

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AV Austria Innsbruck

Wappen Zirkel
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Basisdaten
Hochschulort: Innsbruck
Hochschule/n: Universität Innsbruck
Gründung: 9. Juni 1864
Korporationsverband: ÖCV (1873)
Nummer im Verband: 1
Kürzel: AIn!
Farbenstatus: farbentragend
Farben: Weiß-Rot-Gold
Farben:
Fuchsenfarben: Weiß-Rot
Fuchsenfarben:
Mütze: Tellermütze oder Stürmer
Art des Bundes: Männerbund
Religion / Konfession: römisch katholisch
Stellung zur Mensur: nichtschlagend
Wahlspruch: In Veritate Libertas!
Feldgeschrei (Panier): Austria sei’s Panier
Mitglieder insgesamt: 807 (April 2014)
Website: www.av-austria.at

Die AV Austria Innsbruck (Abkürzung: AIn) ist eine katholische, farbentragende, nichtschlagende Studentenverbindung im ÖCV, die 1864 gegründet wurde. Sie ist damit die älteste Verbindung dieses Verbandes.

Die ersten Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindung wurde am 9. Juni 1864[1] von den Franz Xaver Schedle, Johann Liberat Wolf, Johann Heinz und dem Theologen Coffen zunächst unter dem Namen Alemannia gegründet[2]. Bereits bei der Alemannia waren die heutigen Farben und der Wahlspruch vorhanden[3]. Da verschiedene Gründe gegen den Abschluss eines Cartellverhältnisses mit der Aenania München sprachen, löste sich die Alemannia bereits am 4. Juni auf und wenige Tage später, am 9. Juni, wurde die Austria gegründet[4]. In dem Kriegsjahr 1866 (Deutscher Krieg) traten die beiden Innsbrucker Corps mit der Idee heran eine gemeinsame akademische "Legion" zu gründen, zu der Austria schlussendlich den III. Zug mit insgesamt 12 Austern stellt[5].

Sie ist damit die zweitälteste katholische Verbindung Österreichs (nach der ebenfalls in Innsbruck bestehenden, von Schweizer Studenten gegründeten Helvetia Oenipontana) und die vierte Verbindung, die 1864[6] dem damals noch Deutschland, Österreich und das heutige Tschechien umfassenden Cartellverband (CV) beitrat. Die Anfangsjahre waren von der liberalen und kirchenfeindlichen Denkweise vieler Professoren und Studenten an der Universität, speziell der schlagenden Corps, und den daraus resultierenden Anfeindungen bis hin zu tätlichen Übergriffen geprägt (siehe Kulturauseinandersetzungen in Österreich).

Die bestehende Corps stießen sich vor allem an der Ablehnung der Mensur, was zu vielen Provokationen und Ehrenbeleidigungen führte. Beispielsweise wurde ein in Couleurkreisen relativ bekannter Austrier – Josef Hinter, späterer Gründer der Carolina Graz – wegen der Ablehnung eines Duells mit einem Schlagenden unehrenhaft aus der kaiserlichen Armee entlassen, und dies war kein Einzelfall. Dennoch wuchs die Austria binnen sechs Jahren zur größten Verbindung Innsbrucks heran.

1903/04 wurde in der Nähe der Universität das Austria-Haus erbaut, welches im Ersten Weltkrieg von Alten Herrn der Austria als Lazarett geführt wurde.

Das 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erste Weltkrieg kostete 40 Austriern das Leben und machte eine Neudefinition des Begriffes Patria als Republik notwendig. Die Zwischenkriegszeit war für die Austria anfangs eine harte Bewährungsprobe, allein schon was die Erhaltung des Hauses anbelangte. Aber bereits 1927 hatten die Aufnahmegesuche, auch vieler deutscher Studenten, solche Ausmaße erreicht, dass eine Tochterverbindung, die KAV Rheno-Danubia Innsbruck, gegründet werden konnte. Austrier bestimmten maßgeblich die Politik des Austrofaschismus mit.[7]

Die Machtergreifung der NSDAP im Jahre 1933 und die bald darauf folgende „Gleichschaltung“ des CV führte zur Abspaltung des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV). 1933 gründete sich in Deutschland Austria Köln. Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen 1938 wurde die Austria verboten. Sieben Austrier wurden in Konzentrationslager eingesperrt, zwanzig mehr oder weniger lange inhaftiert. Fünf fanden ihren Tod im KZ. Nach der Befreiung konnte das Verbindungsleben wieder aufgenommen werden. 1946 konnte nach sieben Jahren Unterdrückung wieder das erste offizielle Stiftungsfest gefeiert werden.

1977 wurde innerhalb der Austria versucht, mithilfe eines ausgegliederten Vereins, die Aufnahme von Frauen zu ermöglichen, was 1983 jedoch aufgrund interner Spannungen scheiterte.[8]

Die Austria hat in den vergangenen Jahrzehnten die Geschichte und Entwicklung des ÖCV maßgeblich mitgeprägt – sei es in Form der beiden Rechtspfleger Grossmann und Karl Kohlegger oder als zwölfmaliger Vorort.

Couleur und Insignien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den ersten Tagen an trugen die Mitglieder die Farben weiß-rot-gold. Die Symbolik dieser Farben ist aber nach wie vor umstritten. Eine verbreitete Interpretationsmöglichkeit ist: weiß-rot stellen die Landesfarben von Tirol dar, während weiß-gold die Farben der katholischen Kirche sind.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wahlspruch wählte man im Jahre 1864 in veritate libertas (In der Wahrheit liegt die Freiheit).

Zirkel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zirkel der Austria Innsbruck

Couleurkarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründer der A. V. Austria
Wappen der A. V. Austria
Couleurkarte mit Goldenem Dachl

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Stitz: Der akademische Kulturkampf um die Daseinsberechtigung der katholischen Studentenkorporationen in Deutschland und in Österreich von 1903 bis 1908. Gesellschaft für CV Geschichte, München 1960 (Der Weisse Turm 3).
  • Gerhard Hartmann: Für Gott und Vaterland – Geschichte und Wirken des CV in Österreich. Lahn-Verlag, Wien 2006, ISBN 3-7840-3362-8.
  • Stephan Neuhäuser: Wer wenn nicht wir? – 1934 begann der Aufstieg des CV. In: Wir werden ganze Arbeit leisten – Der austrofaschistische Staatsstreich 1934. BoD, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-0873-1.
  • Siegfried Schieweck-Mauk: Lexikon der CV- und ÖCV-Verbindungen. Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte, Würzburg 1997, ISBN 3-89498-040-0.
  • Florian Werr: Geschichte des Cartell-Verbandes der katholischen deutschen Studenten-Verbindungen. Paderborn 1890.
  • Gerhard Popp: CV in Österreich 1864–1938. Hermann Böhlau, Wien 1984, ISBN 3-205-08831-X.
  • Österreichischer Verein für Studentengeschichte, Farben tragen – Farbe bekennen 1938–1945 – Katholische Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Wien 1988.
  • Siegfried Schieweck-Mauk: „Durchhalten, so lange es geht!“ – Der CV und seine Verbindungen in der NS-Zeit. In: Alcimonen-Blatt (Eichstätt) 17/1997, S. 56–75 [= Vortrag, gehalten am 12. Oktober 1997 bei der Studentenhistorikertagung in Würzburg]; ähnlich in: Globulus 5 (1997), S. 76–86 [abgeändert für eine koprationsfremde Leserschaft]; auch ähnlich: »Durchhalten, solange es geht!« – Ein katholischer Studentenverband im Dritten Reich: Der „CV“. In: GDS-Archiv 4 (1998), S. 53–67.
  • Gerhard Hartmann: Der CV in Österreich – Seine Entstehung, Geschichte und Bedeutung. Lahn-Verlag, Wien 2011 (4. Auflage), ISBN 3-7840-3498-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 172.
  2. Florian Werr: Geschichte des Cartell-Verbandes der katholischen deutschen Studenten-Verbindungen. Paderborn 1890. S. 117
  3. Florian Werr: Geschichte des Cartell-Verbandes der katholischen deutschen Studenten-Verbindungen. Paderborn 1890. S. 117
  4. Florian Werr: Geschichte des Cartell-Verbandes der katholischen deutschen Studenten-Verbindungen. Paderborn 1890. S. 117
  5. Florian Werr: Geschichte des Cartell-Verbandes der katholischen deutschen Studenten-Verbindungen. Paderborn 1890. S. 119
  6. Peter Krause: O alte Burschenherrlichkeit. Die Studenten und ihr Brauchtum. 5. Auflage. Graz, Wien, Köln 1997, S. 108.
  7. Das Aufgebot des ÖCV in den Februarunruhen. In: Mitteilungsblatt 5/1934. S. 12.
  8. Peter Krause: O alte Burschenherrlichkeit. Die Studenten und ihr Brauchtum. 5. Auflage. Graz, Wien, Köln 1997, S. 207.
  9. Rauch ist neuer Generalsekretär der ÖVP
  10. Andreas Bösche: Zwischen Franz Joseph I. und Schönerer: die Innsbrucker Universität und ihre Studentenverbindungen 1859 - 1918. Zugl. Diss. Univ. Innsbruck 2004, Studienverlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2008, ISBN 978-3-7065-4362-0, S. 92

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]