AIDA Cruises

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AIDA Cruises
Besitzer/Verwender

Carnival Corporation & plc

Einführungsjahr 1996
Produkte Touristik, Kreuzfahrten
Märkte D-A-CH
Website www.aida.de
AIDAcara, das älteste Schiff der Marke in Helsinki, 2005
Das Logo: Der Kussmund

AIDA Cruises ist eine Marke des britisch-amerikanischen Kreuzfahrtunternehmens Carnival Corporation & plc für den deutschsprachigen Markt. Als Logo dient ein „Kussmund“ mit Schriftzug AIDA aus Buchstaben in vier verschiedenen Farben, nach einem Entwurf des Grafikers Feliks Büttner aus dem Jahr 1996. Nach Konzernangaben ist die Marke in Deutschland Marktführer.

Eigentümer der Schiffe ist Costa Crociere, die Südeuropa-Tochter des Konzerns mit Sitz in Genua. Für den Betrieb der unter italienischer Flagge fahrenden Flotte der Marken Aida Cruises, Costa Crociere und Costa Asia ist die im Februar 2015 gegründete Carnival Maritime GmbH in Hamburg verantwortlich.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Seereederei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Seereederei (DSR) mit Sitz in Rostock war schon als Volkseigener Betrieb im „Feriendienst“ der DDR mit der Völkerfreundschaft ab 1960 und mit der Arkona ab 1985 als Kreuzfahrtveranstalter tätig. Im Jahr 1993 wurde das Unternehmen privatisiert, an die Investorengruppe Horst Rahe und Nikolaus H. Schües aus Hamburg verkauft und mit der F. Laeisz Schiffahrtsgesellschaft zur Reederei F. Laeisz verschmolzen.[2]

Noch im gleichen Jahr beschloss das neue Management, das Kreuzfahrtgeschäft mit der Arkona durch einen Neubau zu erweitern. Erstmals am deutschen Markt sollte dabei nach amerikanischem Vorbild der „Fun Ships“ (deutsch: „Spaßschiffe“) von Carnival Cruise Lines das Konzept eines Cluburlaubs auf Schiffsreisen übertragen werden. Der Neubau wurde im Juni 1996 unter dem Namen AIDA (heute AIDAcara) in Dienst gestellt und unter der Marketingbezeichnung „Das Clubschiff“ intensiv beworben. Man wollte mit dem Namen an die anderen Schiffe der Reederei anknüpfen, deren Namen ebenfalls mit dem Buchstaben A begannen und endeten. Die Wahl fiel auf Aida, nach einer nubischen Prinzessin im alten Ägypten und einer Oper von Giuseppe Verdi, die fälschlicherweise oft mit der Eröffnung des Sueskanals in Verbindung gebracht wird, so dass ein Bezug zur Schifffahrt hergestellt war. Der Grafiker Feliks Büttner entwarf das Markenzeichen im Jahr 1996. Der „Kussmund“ mit großen Augen und blauem Lidstrich als Rumpflackierung kennzeichnet seither alle AIDA-Schiffe.

Trotz guter Buchungszahlen erzielte das Unternehmen mit der AIDA keinen Gewinn. Im Gegenteil kostete auch die Vermarktung der Kabinen durch den für diesen Zweck gegründeten eigenen Veranstalter Arkona Reisen zunächst viel Geld.[3] Um die Liquidität des Unternehmens zu stärken, verkaufte man im August 1997 das Schiff für 324 Millionen DM an den Wettbewerber Norwegian Cruise Line (NCL).[4] Durch einen gleichzeitig vereinbarten Charter-Vertrag blieb die AIDA jedoch im Betrieb der DSR-Tochter Deutsche Seetouristik, die ihren Namen im Jahr 1998 in Arkona Touristik änderte.

P&O[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1999 überließ Arkona Touristik sein Kreuzfahrtgeschäft der britischen Reederei P&O, zu diesem Zeitpunkt weltweit die Nr. 3 im Kreuzfahrtgeschäft. Der Verkauf erfolgte durch Übertragung der Tochtergesellschaft Seetours International, die man im Oktober 1997 selbst erst von der TUI erworben und der man im Anschluss das operative Kreuzfahrtgeschäft und alle Rechte an der Marke AIDA anvertraut hatte. Arkona Touristik blieb mit einem 49-%-Minderheitsanteil an dem in London neu gegründeten Joint-Venture AIDA Cruises Ltd. nur noch finanziell beteiligt. Da Seetours ein für Schiffsreisen gut eingeführter Name war, ergänzte ihn P&O als Namensbestandteil der deutschen Niederlassung zu Seetours – German Branch of Aida Cruises. P&O kaufte sofort das erste AIDA-Clubschiff von NCL zurück und gab zwei weitere Schiffe zur Auslieferung in den Jahren 2002 und 2003 bei der Aker MTW Werft in Wismar in Auftrag. Im Jahr 2000 tauschte Arkona Touristik vereinbarungsgemäß seinen Joint-Venture-Anteil gegen Aktien der P&O Princess Cruises International, in die P&O gerade sein gesamtes Kreuzfahrtgeschäft ausgegliedert hatte. Daraufhin änderte sich der Name der deutschen Niederlassung in Seetours – German Branch of P&O Princess Cruises International Ltd.

Carnival Corporation & plc[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AIDAbella auf der Werft in Papenburg, 2008

Seit Zusammenschluss der in Carnival plc. umfirmierten P&O Princess Cruises International mit der amerikanischen Carnival Corp. im April 2003 gehört auch die Marke AIDA Cruises zum neu entstandenen Weltmarktführer für Kreuzfahrten Carnival Corporation & plc.

Noch im Verlauf des Jahres 2004 übertrug der Konzern den Betrieb der AIDA-Marke von seinem britischen Unternehmensteil auf die italienische Konzerntochter Costa Crociere in Genua, eine bereits 1997 durch Carnival Corp. übernommene italienische Reederei. Das Eigentum an den Schiffen ging zunächst an die Società di Crociere Mercurio, ebenfalls in Genua, mit deutscher Niederlassung AIDA Cruises – German Branch of Società di Crociere Mercurio S.r.l., ab Juli 2010 dann direkt zur Costa Crociere, weshalb die deutsche Niederlassung seither als AIDA Cruises – German Branch of Costa Crociere S.p.A. firmiert. Ihre Geschäftsräume befinden sich in wiederaufgebauten alten Speicherhäusern am Rostocker Stadthafen.

Zwischen 2007 und 2013 investierte Carnival mehr als zwei Milliarden Euro in den Ausbau der AIDA-Flotte.[5] In diesem Zeitraum wurde jedes Jahr ein neues Schiff in Dienst gestellt. Insgesamt wurden sieben Schiffe, die alle auf der Meyer-Werft in Papenburg im Emsland gebaut wurden, in Dienst gestellt.

Anfang August 2011 gab das Unternehmen die Bestellung zweier Neubauten bei Mitsubishi Heavy Industries in Japan bekannt. Die mit etwa 125.000 BRZ vermessenen und für 3250 Passagiere ausgelegten Schiffe sollten jeweils im März der Jahre 2015 und 2016 abgeliefert werden.[6] Ihre Motoren ermöglichen auch den Betrieb mit umweltfreundlichem Flüssiggas[7] und die Rümpfe verfügen über ein spezielles System zur Luftschmierung, was bis zu sieben Prozent Antriebsenergie einsparen soll. Beim ersten Neubau, der am 30. Juni 2013 auf Kiel gelegten AIDAprima, kam es zu Verzögerungen beim Bau. Die angekündigte 50-tägige Jungfernfahrt von Japan nach Dubai und Hamburg musste von März zunächst auf den 1. Oktober 2015 verschoben und am 4. August 2015 schließlich abgesagt werden.[8]

Die Schiffstaufe erfolgte am 7. Mai 2016 in Hamburg.[9] Auch die Auslieferung der AIDAperla, des zweiten Neubaus verzögerte sich um mehr als ein Jahr bis Mitte 2017.

Im Februar 2015 gründete Costa Crociere die Tochtergesellschaft Carnival Maritime GmbH in Hamburg. Als neue Betreibergesellschaft übernahm diese unter Leitung von Jens Lassen das Management der bis dahin von Genua und Rostock betriebenen Kreuzfahrtschiffe der Marken AIDA Cruises, Costa Crociere und Costa Asia.[1] Am 1. September 2015 ernannte die Costa-Gruppe Felix Eichhorn zum neuen „Präsidenten“ der AIDA Cruises. Michael Ungerer, der diese Position als Nachfolger von Michael Thamm seit 2012 innehatte, wechselte innerhalb des Unternehmens zu Carnival Asia.[10]

Eine im März 2015 geschlossene Vorvereinbarung zwischen Mutterkonzern Carnival Corporation & plc und der Meyer Werft über den Bau von vier neuen Schiffen bis 2022 wurde drei Monate später in eine Festbestellung umgewandelt. Zwei der Schiffe sollen für AIDA Cruises in Fahrt kommen. Die Ablieferung der ersten zwei Schiffe war bereits für 2019 und 2020 geplant.[11] Die Schiffe sollen mit 183.900 BRZ vermessen, 337 Meter lang und 42 Meter breit sein.[12] Ende Februar 2018 gab der Konzern bekannt, dass für die AIDAnova, das erste Schiff der neuen Bauklasse mit rund 2.700 Kabinen, der 15. November des gleichen Jahres als Ablieferungstermin geplant sei. Das zweite soll im Frühjahr 2021 abgeliefert werden. 2018 wurde ein drittes Schiff mit Ablieferung im Jahr 2023 bestellt.[13]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlen und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweigniederlassung im Rostocker Stadthafen, 2011

AIDA Cruises ist nach eigenen Angaben seit einigen Jahren Marktführer in Deutschland. Nach Angaben der Markenwebsite lag die Bettenkapazität im Jahr 2017 auf zwölf Schiffen bei 25.208.[14] Im gleichen Zeitraum beschäftigte der Unternehmensbereich um die Marke AIDA Cruises etwa 11.400 Mitarbeiter aus 40 Ländern, davon rund 10.000 Personen an Bord der Schiffe und 1.400 an Land.[14] Der Umsatz betrug nach Informationen des Statistik-Portal Statista im Jahr 2016 etwa 1,5 Mrd. Euro.[15] In Geschäftsberichten des Carnival-Konzern werden Umsätze der einzelnen Marken oder Tochterlinien aber nicht separat ausgewiesen.[16]

Die Erträge aus dem Betrieb der Schiffe unterliegen der in Italien auch für Kreuzfahrtschiffe zulässigen Tonnagebesteuerung.[17] Eine Analyse der New York Times im Jahre 2011 ergab, dass die Carnival Corporation in den vorangegangenen fünf Jahren auf ihre Erträge durch die Nutzung von Steuersparmodellen – unter anderem ist die Carnival Corporation in Panama beheimatet – einen durchschnittlichen Steuersatz von 1,1 % zahlte.[17]

Marketing und Vertrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit März 2013 wird als Vertriebsmarke wieder der Name Seetours eingesetzt. Über einen gleichnamigen Webauftritt können Sonderangebote unter den Kreuzfahrt-Marken der Costa Crociere gebucht werden.

Anfang September 2013 kündigte das Unternehmen an, auf den Zusatz „Das Clubschiff“ zu verzichten und diesen durch „Einmalig. Immer wieder“ zu ersetzen.[18] Darüber hinaus war geplant, die AIDA-Website für internationale Vertriebspartner auch in englischer Sprache anzubieten.

Joint Ventures und Servicegesellschaften für die AIDA-Marke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Produktion der Shows und anderer Entertainment-Aktivitäten an Bord der Schiffe wurde zusammen mit Schmidts TIVOLI GmbH im Jahre 2001 das Joint-Venture SeeLive – Tivoli Entertainment & Consulting GmbH gegründet.[19] Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg, zu dem auch die 2004 gegründete Hamburg School of Entertainment GmbH gehörte, änderte im Jahr 2011 seinen Namen in AIDA Entertainment GmbH. Ab 1. September 2011 wurde sie von Borris Brandt geführt, dem ehemaligen Geschäftsführer von Endemol Deutschland.[20] Nachfolgegesellschaft war ab November 2012 die AIDA Entertainment GmbH & Co. OHG, die im Februar 2013 erloschen ist.[21] Als Leiter des AIDA-Entertainment-Bereich ist Brandt aber bis heute (Stand: 2018) für den Carnival-Konzern tätig.

Im Jahr 2004 wurde in Rostock die Call4Cruise GmbH gegründet, die das Reservierungs- und Buchungszentrum für die bis dahin bereits auf vier Schiffe angewachsene AIDA-Flotte übernahm. Im August 2011 änderte sie ihren Namen in AIDA Kundencenter GmbH.

Logo (2009 bis 2012)

Im Sommer 2008 entstand als Öffentlich-private Partnerschaft mit der Hochschule Wismar die European Cruise Academy als Bildungsakademie für Nachwuchskräfte im nautisch-technischen Bereich. Deren Leitung übernahm Tino Hensel, der bei Costa Crociere für den Unternehmensbereich um die Marke AIDA zuständige Personalleiter. Im Wintersemester 2008/2009 startete ein Masterstudiengang mit besonderem Zuschnitt auf die Kreuzfahrtindustrie, drei Bachelorstudiengänge sollten ein Jahr später folgen.[22] Anfang 2012 wurde sie jedoch mit dem unternehmenseigenen Ausbildungs- und Trainingszentrum AIDA Academy zusammengelegt und die Betreibergesellschaft European Cruise Academy GmbH noch im gleichen Jahr im Handelsregister gelöscht.

LNG-Hybrid-Barge Hummel am 29. Mai 2015

Zusammen mit Becker Marine Systems wurde in Hamburg die HPE Hybrid Port Energy GmbH & Co. KG gegründet, die seit Mitte 2014 eine LNG-Hybrid-Barge zur Stromversorgung von Kreuzfahrtschiffen am Kreuzfahrtterminal im Hamburger Hafen betreibt. Auf der 74 m langen, „Hummel“ genannten Barge wird mit Hilfe von mit LNG betriebenen besonderen Caterpillar-Motoren und fünf Generatoren von Zeppelin Power Systems Strom mit einer Leistung von 7,5 MW (50/60 Hz) erzeugt[23] und über ein Kabel auf der Wasserseite zum Kreuzfahrtschiff geleitet. Den ersten für die AIDAsol erzeugten Strom feierte das Unternehmen am 29. Mai 2015 als Weltpremiere.

Umweltschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umweltengagement des Unternehmens wird im jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht AIDA cares dokumentiert.[24] Hier stellt das Unternehmen verschiedene Maßnahmen vor, um die Schiffe umweltfreundlicher zu machen, wie beispielsweise durch optimierte Rumpfgestaltung, reibungsarme Unterwasseranstriche und moderne Motorentechnik.[24] Die Kreuzfahrtreederei engagiert sich an dem von der Bundesregierung initiierten Projekt e4ships zur Entwicklung von Brennstoffzellen für die Energieversorgung auf Kreuzfahrtschiffen in Hafennähe.[25] Für die Motoren der zwei Neubauten der Hyperion-Klasse aus Japan erklärte man die Abkehr vom Schweröl zugunsten von Dieselöl als Schiffstreibstoff.[26] Mitte Juni 2015 kündigte man an, die neuen bei der Meyer-Werft zur Auslieferung ab 2019 geplanten Schiffe würden ausschließlich von flüssigem Erdgas (LNG) angetrieben werden.[27]

Umweltschützer kritisieren jahrelang das Fehlen von Abgastechnik auf AIDA-Schiffen. Im Dezember 2011 wurde Michael Thamm, dem damaligen „Präsidenten“ von AIDA Cruises, neben Richard Vogel von TUI Cruises der Negativpreis Dinosaurier des Jahres verliehen.[28]

„Ihre angeblich ‚Weißen Flotten‘ sind in Wahrheit dreckige Rußschleudern, denn die Kreuzfahrtschiffe fahren auf hoher See immer noch mit giftigem Schweröl. Damit stößt ein einziger Ozeanriese auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf der gleichen Strecke. Die Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen ließen sich leicht vermeiden, aber aus Profitgier verweigern die deutschen Reeder bislang die Verwendung von Schiffsdiesel und den Einbau von Abgastechnik wie etwa Rußpartikelfilter.“

Olaf Tschimpke, Vorsitzender des Naturschutzbunds Deutschland

Holger Watter, Experte für nachhaltige Energiesysteme am Maritimen Zentrum der Hochschule Flensburg, widersprach der Rechnung des NABU. Nach seinen Berechnungen sei der Schadstoffausstoss eines Kreuzfahrtschiffs je nach Schadstoffparameter wie Rußpartikel, Kohlenstoffdioxid oder Schwefeloxide nur mit etwa 0,6 bis 1000 Kleinwagen zu vergleichen.[29]

„Ein Auto, das fast den ganzen Tag parkt, wird einem 24 Stunden operierenden Schiff gegenübergestellt. Das ist Äpfel mit Birnen vergleichen.“

Holger Watter, Professor am Fachbereich Energie und Biotechnologie der Hochschule Flensburg

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bezeichnete AIDA als klaren Verlierer seines Kreuzfahrt-Check von 2013. Nach Ansicht des NABU klafften beim Branchenführer Anspruch und Wirklichkeit am weitesten auseinander.[30] Im August 2013 kündigte das Unternehmen an, 100 Millionen Euro bis 2016 für den Umweltschutz zu investieren. Mit diesen Mitteln sollten die Neubauten aus Japan ein umfassendes Filtersystem zur Reduzierung der Abgase erhalten, die bereits im Dienst befindlichen Schiffe sollten nachgerüstet werden. Der Ausstoß von Rußpartikeln, Stick- und Schwefeloxiden gefiltert und zwischen 90 und 99 % reduziert werden. Laut Kritik des NABU im Mai 2017 war bis zu diesem Zeitpunkt aber noch immer keines des AIDA-Schiffe, einschließlich der neu in Dienst gestellten AIDAprima mit einem Rußpartikelfilter ausgerüstet.[31]

Ein weiterer Teil des Investitionsprogrammes war die Installation einer LNG-Hybrid-Barge im Hamburger Hafen für die Stromversorgung der Schiffe am Liegeplatz. Am 18. Oktober 2014 war sie unter dem Namen Hummel erstmals in Betrieb[32] und nahm Ende Mai 2015 den Regelbetrieb auf. Der Ausstoß von Schwefeloxiden und Rußpartikeln soll im Hamburger Hafen gänzlich vermieden werden, Stickoxide um bis zu 80 % und Kohlendioxid um 30 % im Vergleich zum Betrieb mit Schiffsmotoren verringert werden.[7]

Im August 2015 wurden Anlandungen auf den Färöer-Inseln durch Schiffe der Marke AIDA Cruises bis auf weiteres storniert, um Missbilligung der Treibjagd auf Delfine und Wale auszudrücken.[33] Zuvor hatte das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) darauf aufmerksam gemacht, dass die Färöer im Juni 2015 ein Gesetz verabschiedet haben, das Einheimische wie Touristen dazu verpflichtet, den Inselbehörden jede Sichtung von Meeressäugern innerhalb der Zwölf-Meilen-Zone zu melden. Deren Information würde der als Grindadráp bekannten, von den Inseln traditionell unternommenen Treibjagd auf Meeressäuger dienen. Nachdem sich auch der Hapag-Lloyd-Kreuzfahrtbereich mit Stornierungen angeschlossen hatte, sprach die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd von einem „verheerenden Schlag für die Tourismusindustrie der Färöer-Inseln“ als Antwort auf deren fortwährende Treibjagd.[34]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Ablieferung Vermessung Bauklasse Bauwerft Status/Verbleib
Ehemalige Schiffe
Von 2004 bis März 2007 gehörte bereits eine erste AIDAblu zur Flotte.
AIDAblu 1990 70.310 BRZ Fincantieri, Monfalcone bis 2004 als A'Rosa Blu in Fahrt
ab 2007 als Ocean Village Two in Fahrt
12 aktuelle AIDA-Schiffe
Die Schiffe der Marke AIDA Cruises fahren unter italienischer Flagge, ihr Heimathafen ist Genua.
AIDAcara 1996 38.557 BRZ Kvaerner Masa Yards, Turku in Dienst seit 1996, bis 2001 als AIDA
AIDAvita 2002 42.289 BRZ Aker MTW Werft, Wismar in Dienst seit Mai 2002
AIDAaura 2003 in Dienst seit April 2003
AIDAdiva 2007 69.203 BRZ Sphinx-Klasse Meyer Werft, Papenburg in Dienst seit April 2007
AIDAbella 2008 in Dienst seit April 2008
AIDAluna 2009 in Dienst seit April 2009
AIDAblu 2010 71.304 BRZ in Dienst seit Februar 2010
AIDAsol 2011 in Dienst seit April 2011
AIDAmar 2012 in Dienst seit Mai 2012
AIDAstella 2013 in Dienst seit März 2013
AIDAprima 2016 125.572 BRZ Hyperion-Klasse Mitsubishi Heavy Industries, Nagasaki in Dienst seit April 2016
AIDAperla 2017 in Dienst seit Juni 2017
Zukünftige Schiffe
AIDAmira[35] 1999 48.200 BRZ Chantiers de l'Atlantique, Saint-Nazaire Übernahme von Costa Crociere im Dezember 2019 geplant
AIDAnova[36][37] 2018 [38] 183.900 BRZ Helios-Klasse Meyer Werft, Papenburg Indienststellung geplant 2018
N. N.[37] 2021Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren (geplant)[39] Indienststellung geplant 2021
N. N.[13] 2023Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren (geplant) Indienststellung geplant 2023

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf Schröder, Michael Thamm: AIDA – Die Erfolgsstory. Delius Klasing, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-7688-1900-8
  • Peter Tönnishoff: Aida – eine starke Marke hat sich durchgesetzt. In: Hans J. Witthöft: Köhlers Flottenkalender 2008. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2007, ISBN 978-3-7822-0963-2, S. 148–155

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: AIDA Cruises – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b About us, auf der Website der Carnival Maritime GmbH, abgerufen am 18. September 2015.
  2. Historie, auf der Website der Reederei F. Laeisz GmbH, abgerufen am 27. Februar 2018.
  3. Harry Weiland: Aida: Verluste trotz guter Buchungslage. In: Die Zeit, Ausgabe 23/1997, 30. Mai 1997, abgerufen am 18. Februar 2018.
  4. Willi Bremkes: "Aida" wird skandinavisch. In: Die Zeit, Ausgabe 35/1997, 22. August 1997, abgerufen am 28. Februar 2018.
  5. AIDA: Schiffsneubau für das Jahr 2010 heißt AIDAblu. Pressemitteilung vom 22. Juli 2008. In: aida.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  6. AIDA Cruises auf Wachstumskurs: AIDA Cruises lässt zwei neue Kreuzfahrtschiffe in Japan bauen. Pressemitteilung vom 2. August 2011. In: aida.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  7. a b AIDA Cruises investiert 100 Millionen Euro für Umweltschutz. Pressemitteilung vom 30 August 2013. In: aida.de. Abgerufen am 27. Februar 2018
  8. Jungfernfahrt abgesagt: Mitsubishi-Werft kann "Aida Prima" nicht fristgerecht ausliefern. In: Spiegel Online, 4. August 2015, abgerufen am 27. Februar 2018.
  9. Spektakuläre Taufe der AIDAprima. Pressemitteilung vom 8. Mai 2016. In: aida.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  10. Yvonne Wodzak: Felix Eichhorn wird Präsident von AIDA Cruises. In: new-business.de. 10. August 2015, abgerufen am 2. September 2015.
  11. AIDA Cruises vergibt Milliardenauftrag an die Meyer Werft in Papenburg. Pressemitteilung vom 15 Juni 2015. In: aida.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  12. Technische Daten und Infos der Helios Klasse. In: schiffe-und-Kreuzfahrten.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  13. a b AIDA Cruises setzt erfolgreichen Wachstumskurs fort und bestellt drittes Kreuzfahrtschiff bei der Meyer Werft. Pressemitteilung vom 27. Februar 2018. In: aida.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  14. a b AIDA Cruises Zahlen & Fakten. In: aida.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  15. Umsatz von AIDA Cruises von 2005 bis 2016 (in Millionen Euro). In: Statista, abgerufen am 28. Februar 2018
  16. Sabine Reifenberger: Aida-CFO Paul Soulsby: „Mich fasziniert der Beyond-Budget-Ansatz“. In: finance-magazin.de. 2. Juli 2013, abgerufen am 27. Februar 2018.
  17. a b Felix Rohrbeck: Carnival Cruises: On the Rocks. In: Die Zeit, Ausgabe 32/2014, 31. Juli 2014, abgerufen am 27. Februar 2018
  18. Das AIDA Gefühl: Neue Markenkampagne von AIDA Cruises macht Lust auf Kreuzfahrten. Pressemitteilung vom 3. September 2013. In: aida.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  19. Historie. In: aida.de. Abgerufen am 16. September 2011.
  20. Borris Brandt neuer Geschäftsführer von AIDA Entertainment. Pressemitteilung vom 24. August 2011. In: aida.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  21. AIDA Entertainment GmbH & Co. OHG. In: online-handelsregister.de, abgerufen am 27. Februar 2018
  22. AIDA gründet European Cruise Academy. Pressemitteilung vom 15. Februar 2008. In: aida de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  23. Kraftmeier. In: HafenCity-Zeitung, Nr. 2/2014, S. 24, Hamburg 2014
  24. a b Umwelt. In: aida.de. Abgerufen am 20. Februar 2012.
  25. Forschung. In: e4ships. Abgerufen am 20. Februar 2012.
  26. AIDA Neubauten für Ganzjahres-Einsatz im Norden konzipiert. Pressemitteilung vom 7. März 2012. In: aida.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  27. Frank Behling: Aida holt Klimaforscher an Bord. In: Kieler Nachrichten. 24. Juli 2015, abgerufen am 27. Februar 2018.
  28. NABU vergibt „Dinosaurier des Jahres“ 2011 an Chefs von AIDA und TUI Cruises. In: Website des Naturschutzbund Deutschland. Abgerufen am 29. Dezember 2011.
  29. Susanne Hamann: Öko-Gewissen auf hoher See. In: Abendzeitung. 19. Juni 2012, abgerufen am 27. Februar 2018.
  30. Kein Kreuzfahrtschiff empfehlenswert: Fast alle Schiffe fallen bei NABU-Kreuzfahrt-Check durch. In: Website des Naturschutzbund Deutschland. 6. August 2013, abgerufen am 27. Februar 2018.
  31. Erneuter Beleg für hohe Abgasbelastung bei Kreuzfahrtschiffen: Alarmierende Luftschadstoffmessungen des ZDF-Magazins „WISO“ an Bord der AIDA Sol. In: Website des Naturschutzbund Deutschland, 1. Mai 2017, abgerufen am 28. Februar 2018
  32. Eckhard-Herbert Arndt: Hummel erzeugt jetzt sauberen Strom. In: Täglicher Hafenbericht vom 21. Oktober 2014, S. 4
  33. Aida meidet Färöer-Inseln wegen Delfinjagden. In: Ostsee-Zeitung. 10. August 2015, abgerufen am 27. Februar 2018.
  34. Färöischer Tourismus erleidet Rückschlag. Sea Shepherd Deutschland e.V., 10. August 2015, abgerufen am 27. Februar 2018.
  35. Flottenzuwachs bei AIDA Cruises: AIDAmira verstärkt ab 2019 Selection Programm. 25. Mai 2018, abgerufen am 25. Mai 2018.
  36. AIDAnova heißt das neue Schiff der nächsten AIDA Generation. Pressemitteilung vom 31. Mai 2017. In: aida.de. Abgerufen am 31. Mai 2017.
  37. a b AIDA Cruises vergibt Milliardenauftrag an die Meyer Werft in Papenburg. In: kreuzfahrt-fieber.de. Abgerufen am 18. Juni 2015.
  38. AIDAnova heißt das erste Schiff der Helios-Klasse. Pressemitteilung. In: Website der Meyer Werft. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  39. Das zweite Schiff der neuen Helios-Klasse von AIDA wird 2021 an die Reederei übergeben. Pressemitteilung. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Website der Meyer Werft. Ehemals im Original; abgerufen am 5. März 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.meyerwerft.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.