AKG Acoustics

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AKG Acoustics GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1947
Sitz Wien, Österreich
Mitarbeiter circa 170
Branche Gerätehersteller Audiotechnik
Website www.akg.com

AKG Acoustics ist ein österreichischer Hersteller von Mikrofonen und Kopfhörern für professionelle Anwender (Bühnen- und Studiotechnik) und den Heimbereich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1947 als Akustische und Kino-Geräte Gesellschaft m.b.H. von Ernst Pless und Rudolf Görike in der Nobilegasse in Wien gegründet. Zunächst bestand das Kerngeschäft aus 16-mm-Filmprojektoren, Lautsprechern, Verzögerungsgeräten und Mikrofonen.

Im Jahr 1963 wurde dem Unternehmen die Staatliche Auszeichnung verliehen, womit das Österreichische Staatswappen im Geschäftsverkehr geführt werden darf.[1]

In den 1970er Jahren verkaufte Pless seinen Anteil an den niederländischen Philips-Konzern, der ihn in den 1980er Jahren an die Holdinggesellschaft des Industriellen Josef Taus weiterverkaufte. Während dieser Zeit war AKG der österreichische Distributor für viele namhafte Hifi-Marken wie etwa Marantz oder Revox.

1991 kamen im Rahmen des Austromir-Forschungsprojektes AKG-Produkte im Weltall zum Einsatz. Der österreichische Astronaut Franz Viehböck arbeitete am Experiment Audimir zur Erforschung des Orientierungsvermögens durch Klänge.

Mit einer aggressiven Expansionspolitik und dem Neubau der Konzernzentrale in Wien kam die Firma in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Viele Mitarbeiter wurden gekündigt. Die Insolvenz konnte aber im letzten Moment durch das Interesse an AKG von Sidney Harman, dem Gründer der Harman-Gruppe, abgewendet werden. 1993 wurde AKG Acoustics als Teilunternehmen von der Harman-International-Gruppe zum symbolischen Wert von einem Schilling übernommen.

AKG fertigte ab der Unternehmensgründung traditionell in Österreich. Mittlerweile werden wegen der niedrigeren Produktionskosten die High-End Produkte in der Slowakei und alle anderen Produkte in China gefertigt.

Im September 2016 gab der Mutterkonzern Harmann bekannt, die AKG-Standorte in Österreich, insbesondere das Werk in der Laxenburgerstraße mit ca. 130 Mitarbeitern voraussichtlich bis Mitte 2017 komplett zu schließen und zu verlagern. Einigen Mitarbeitern wurde angeboten in Werke in andere Länder, etwa nach Deutschland oder Ungarn zu gehen.[2] Das 8.600 m2 große Werk in der Laxenburgerstraße 254 (gegenüber des Großgrünmarktes) war bis 16. Dezember 2013 von Büro, Entwicklung, Produktion und Lager bezogen worden, zuvor war AKG 20 Jahre in der Lemböckgasse 21–25,[3] ebenfalls im 23. Wiener Bezirk.[4] September 2009 wurde die Kündigung von 100 Mitarbeitern in Wien als Folge der Verlagerung von niedrigpreisigen Volums-Produktion in die Niedriglohn-Region Asien angekündigt, über 170 Mitarbeiter verbleiben in Wien für Forschung&Entwicklung, Steuerung, Marketing, Verkauf und die Fertigung von Premium-Produkten. Die Verlagerung war Teil einer Gesamtstrategie im Harmann-Konzern mit weltweit 11.000 Mitarbeitern (September 2009).

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AKG C12VR und C414 ULS
AKG C214

Im Jahr 1953 wurde das Röhren-Großmembran-Kondensatormikrofon C12 vorgestellt. Mit einer anfänglichen Auflage von 50 Stück pro Monat etablierte sich dieses Modell schnell zu einem beliebten Studiomikrofon seiner Zeit. Aufnahmen der BBC London und auch der Beatles im Abbey Road Studio von EMI wurden mit dem C12 gemacht, das bis 1962 gebaut wurde.

Ebenfalls im Jahr 1953 brachte AKG das Tauchspulenmikrofon D12, auf den Markt. Es war das erste dynamische Mikrofon mit Nierencharakteristik. Auch dieses Mikrofon wird noch heute als ein effizientes Kick-Drum- und (E-)Gitarrenverstärker-Mikrofon eingesetzt.

Zu den heutigen AKG-Produkten zählen neben professionellen Mikrofonen für Studio- und Bühnenverwendung, Schwanenhals- und Grenzflächenmikrofonen, In-Ear-Monitoring und drahtgebundenen Studiokopfhörern auch digitale Raumklang-Funk-Kopfhörer.

Im professionellen Tonstudio findet das C414, ein Großmembranmikrofon in Kondensatortechnik, häufig Anwendung. Vor allem aufgrund seiner vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten ist es unter Tontechnikern sehr beliebt. Seit dem Erscheinungsjahr 1971 wurde es ständig verbessert und liegt mittlerweile in der siebten Generation vor.[5] Es bietet herausragende technische Eigenschaften und kann beispielsweise Schalldruckpegel von bis zu 158 dB verarbeiten.[6]

AKG kommt weltweit auch bei führenden Künstlern zum Einsatz. Frank Sinatra setzte ebenso auf AKG-Produkte wie Musiker unserer Zeit, darunter Eric Clapton, Peter Gabriel oder Stevie Wonder, Stars wie ABBA auf Tour 1979 mit D330BT und 1975 mit D1000E, den Rolling Stones oder Rod Stewart und Pop-Stars wie Anastacia, Eros Ramazzotti, Kanye West oder Simply Red. Österreichs berühmtester Popstar Falco sang mit AKG-Mikrofonen – ebenso wie Christina Stürmer.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderner AKG Kopfhörer

1955 werden bei den ersten Salzburger Festspielen, die nach dem Zweiten Weltkrieg ausgetragen werden, ausschließlich Mikrofone von AKG eingesetzt. Ein Mikrofon wird eigens für Herbert von Karajan gestaltet.

Ebenfalls 1955 verwendet der Tauchpionier Hans Hass AKG-Produkte für seinen Unterwasser-Tonfilm Abenteuer im Roten Meer. Der Film gewinnt den ersten Preis bei der Biennale di Venezia.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der britischen Rundfunkanstalt BBC legt die britische Post 1972 eine Briefmarke im Wert von 3 Pence auf, die die BBC-Standard-Mikrofone, in diesem Fall ausschließlich AKG-Produkte, zeigt.

Bei der Entwicklung des AKG AV100 Aviation Headset war der Kunstflieger Hannes Arch eingebunden. Es weist Noise Cancelling, BlueTooth-Konnektivität und LEMO-6-Pin-Stecker,[10] Priorisierbarkeit von Flugfunk und zwei LED-Leselampen auf.[11][12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: AKG Acoustics – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Staatswappen-Verzeichnis abgerufen am 6. Februar 2012
  2. Kopfhörer-Spezialist AKG sperrt zu ORF.at, 28. September 2016, abgerufen am 28. September 2016.
  3. Strategische Neuausrichtung bei AKG: Produktionsverlagerung von Massenfertigung nach Asien bringt Personalabbau mit sich apa.at, OTS0279, 29. September 2009, abgerufen 30. September 2016.
  4. Rudolf Felser: Neuer Firmenstandort für AKG Acoustics in Wien computerwelt.at, 6. Dezember 2013, abgerufen 28. September 2016.
  5. Artikel auf bonedo.de. Abgerufen am 6. Februar 2012.
  6. Technische Daten auf der Website des Herstellers AKG. Abgerufen am 6. Februar 2012.
  7. Website von AKG. Abgerufen am 8. Februar 2012.
  8. Website der Wirtschaftskammer Österreich. Abgerufen am 6. Februar 2012.
  9. Sechs Grammys für Beyonce, drei Grammys für Österreich in OÖ Nachrichten abgerufen am 1. Februar 2010
  10. https://en.wikipedia.org/wiki/LEMO
  11. The Loss of a Legend AKG Life, abgerufen 28. September 2016.
  12. The Most Quiet, Comfortabel and Reliable Headset Available hannesarch.com, abgerufen 28. September 2016.