ALD-52

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Strukturformel
Strukturformel von ALD-52
Allgemeines
Name ALD-52
Andere Namen
  • (6aR,9R)-4-Acetyl-N,N-diethyl-7-methyl-4,6,6a,7,8,9-hexahydroindolo[4,3-fg]chinolin-9-carbonsäureamid
  • 1-Acetyl-D-lysergsäurediethylamid
Summenformel C22H27N3O2
CAS-Nummer 3270-02-8
PubChem 201111
Arzneistoffangaben
Wirkmechanismus

partieller Agonist an Serotonin-(5-HT2A)-Rezeptoren

Eigenschaften
Molare Masse 365,47 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

ALD-52 (1-Acetyl-D-lysergsäurediethylamid) ist eine psychedelisch wirkende psychotrope Substanz und Forschungschemikalie. ALD-52 ist ein Derivat der Lysergsäure, die als Mutterkornalkaloid natürlich vorkommt, sowie ein Analogon von LSD und ein Homolog von 1P-LSD. ALD-52 war Gegenstand der Ergolin- und Psychedelikaforschung in den 1960er Jahren und zeigt die gleichen Effekte wie LSD.[2][3]

Chemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chemisch gehört ALD-52 zur Strukturklasse der Ergoline. Charakteristisch für die chemische Struktur der Mutterkornalkaloide ist das tetracyclische Ergolin. ALD-52 besitzt im Gegensatz zu LSD eine zusätzliche N1-Acetylgruppe. Chemische Modifikationen in N1-Position zählen zu den häufigsten durchgeführten Veränderungen am Ergolinsystem, da der indolische Stickstoff für Alkylierungen, Acylierungen, Mannich-Reaktionen und Michael-Additionen leicht zugänglich ist.[4]

Rechtsstatus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ALD-52 unterliegt in Deutschland nicht dem Betäubungsmittelgesetz. Im Juli 2014 urteilte der EuGH, dass nicht als Betäubungsmittel eingestufte, zum Berauschen verwendete Stoffe und Zubereitungen nicht als Arzneimittel anzusehen seien,[5] das Herstellen und Inverkehrbringen zu diesem Zweck könne daher nicht nach dem Arzneimittelgesetz verboten werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. ISBELL, E. J. MINER, C. R. LOGAN: Relationships of psychotomimetic to anti-serotonin potencies of congeners of lysergic acid diethylamide (LSD-25). In: Psychopharmacologia. Band 1, 1959, S. 20–28, PMID 14405872.
  • Berde, B., Doepfner, W., Cerletti, A.: Über die Wirkungsdauer einiger Serotoninantagonisten. Helv. physiol. pharmacol. Acta 18, 537–544 (1960)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. H. A. Abramson: Lysergic Acid Diethylamide (LSD-25): XXXI. Comparison by Questionnaire of Psychotomimetic Activity of Congeners on Normal Subjects and Drug Addicts. In: The British Journal of Psychiatry. 106, 1960, S. 1120, doi:10.1192/bjp.106.444.1120 PMID 13681136.
  3. Abram Hoffer, Humphry Osmond: The hallucinogens. Academic Press, 1967 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Petr Bulej, Ladislav Cvak: Chemical modifications of ergot alkaloids. In: Vladimir Kren, Ladislav Cvak (Hrsg.): Ergot: The Genus Claviceps. Medicinal and Aromatic Plants - Industrial Profiles. CRC Press, 2004, ISBN 0203304195, S. 202-230.
  5. „Demnach ist der Begriff des Arzneimittels in Art. 1 Nr. 2 Buchst. b der Richtlinie 2001/83 dahin auszulegen, dass er keine Stoffe erfasst, deren Wirkungen sich auf eine schlichte Beeinflussung der physiologischen Funktionen beschränken, ohne dass sie geeignet wären, der menschlichen Gesundheit unmittelbar oder mittelbar zuträglich zu sein.“CURIA - Documents
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