Aldi

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Aldi
Logo ALDI Sü Logo ALDI Nord
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1913 (unter dem Namen ALDI seit 1962)[1]
Sitz Mülheim an der Ruhr (Aldi Süd),
Essen (Aldi Nord)
Leitung Norbert Podschlapp (Aldi Süd),[2] Marc Heußinger (Aldi Nord)[3]
Mitarbeiter 40.100 in Deutschland,124.000 weltweit (Aldi Süd – 2016)[4]

58.179 (Aldi Nord – 2015)[5]

Umsatz 45,5 Mrd. Euro (Aldi Süd – 2015)[4]

21,8 Mrd. Euro (Aldi Nord – 2015)[5]

Branche Lebensmitteleinzelhandel
Website www.aldi.com

Ursprungs-Aldi in der Huestraße 89 in Essen-Schonnebeck (2006)
Albrecht-Filiale (1958)

Aldi ist der Kurzname der beiden Discounter Aldi Nord und Aldi Süd. Der Name Aldi ist ein Akronym und steht für Albrecht Diskont.[6] Aldi Nord und Aldi Süd sind zusammen nach Bruttoumsatz (Stand 2017) die erfolgreichsten Discounter-Konzerne weltweit.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge 1913–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Albrecht sen. (1886–1943), der Vater von Theo (1922–2010) und Karl Albrecht (1920–2014), war ein gelernter Bäcker, bis er aus gesundheitlichen Gründen (Bäckerasthma) diese Arbeit aufgeben musste. Im Frühjahr 1913 machte er sich als Brothändler selbständig, und seine Frau Anna Albrecht (geb. Siepmann) eröffnete unter dem Namen ihres Mannes am 10. April 1913 einen Tante-Emma-Laden in Essen-Schonnebeck (Huestraße 89). Wein wurde in den Anfangsjahren noch aus Fässern in Flaschen abgefüllt, Zucker und Mehl gab es aus Säcken. Die Kunden wurden noch persönlich von Verkäuferinnen bedient. Selbstbedienung war zu dieser Zeit noch völlig unüblich.

Nachkriegszeit 1945–1961[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen Karl und Theo 1945 den elterlichen Tante-Emma-Laden und gründeten die Albrecht KG.[8] Das Warenangebot zu dieser Zeit bestand hauptsächlich aus Lebensmitteln. Aktionsware wurde nicht angeboten. Die Albrecht-Brüder expandierten immer mehr und eröffneten 1953 das erste Regionallager mit eigenem Bürogebäude in Essen-Schonnebeck. 1955 hatte die damalige Albrecht KG schon 100 Filialen (alle in Nordrhein-Westfalen).[8]

Aufteilung in Nord und Süd 1961[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht-Filiale in Memmingen (ca. 1968)

Angeblich wegen des Streites, Zigaretten ins Sortiment aufzunehmen, beschlossen 1961 die Gebrüder Albrecht, fortan getrennte Wege zu gehen, sie teilten das Unternehmen Albrecht KG in Aldi Nord und Aldi Süd auf. Die nördlichen Filialen übernahm Theo Albrecht und verkaufte fortan auch Zigaretten, die südlichen Karl Albrecht[8] (erst seit 2003 gibt es Zigaretten bei Aldi Süd zu kaufen). 1961 (im Jahr der Aufteilung) betrieben Karl und Theo Albrecht schon 300 Filialen in West-Deutschland[8] mit einem Umsatz von ca. 90 Mio. DM. Zu dieser Zeit existierten bereits zwei getrennte Verwaltungen und Regionallager (von Theo Albrecht in Herten, von Karl Albrecht in Mülheim an der Ruhr), im selben Jahr schied Anna Albrecht, die Mutter der Gebrüder Albrecht, als Gesellschafterin aus.

Expansion als reine Discounter ab 1962[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die in Westdeutschland aufkommende Selbstbedienung im Lebensmitteleinzelhandel stagnierten Anfang der 1960er Jahre bei den Albrecht-Brüdern die Umsätze in den etwa 300 sehr kleinen Bedienungsläden (auch Stubenläden genannt). Dieser Vertriebstyp hatte keine Zukunft mehr und verlor Umsätze an die großen Supermarktketten wie Edeka und Rewe. Karl und Theo Albrecht wandten sich ab 1960 ebenfalls dem Vertriebstyp Supermarkt zu und experimentierten mit etwa 20 bis 30 Albrecht-Supermärkten. Die Läden hatten eine Verkaufsfläche von etwa 150 bis 200 m² und führten neben einem mittelgroßen Sortiment von Trockenwaren auch Frischwaren wie Obst und Gemüse, Molkereiprodukte, Wurstwaren und Frischfleisch (bei Frischfleisch stützten sich die Albrecht-Brüder auf die Großfleischerei RUOS aus Essen als Partner). Der Test mit diesen Albrecht-Supermärkten scheiterte, da er weder in den Ladengrößen noch in der Sortimentsvielfalt der inzwischen davongeeilten Vollsortimenter-Konkurrenz ebenbürtig war. Diese noch unter dem roten Albrecht-Logo getesteten Märkte wurden bald wieder geschlossen bzw. konnten kurze Zeit später nach Umgestaltung auf Aldi-Discount genutzt werden.

Ein weiterer, ebenfalls nicht erfolgreicher Ausweg wurde 1961 durch einen Test mit dem aus den USA kommenden Vertriebstyp Cash & Carry an den Standorten Neuss und Mülheim/Ruhr unter dem Logo ALIO gestartet. Dieser Test erscheint aus heutiger Sicht ebenfalls als eher halbherzig, denn mit nur etwa 2000 bis 3000 m² Verkaufsfläche konnte sich Alio nicht gegen die bereits etablierte C&C-Konkurrenz, wie z. B. gegen die Märkte des damaligen Marktführers und Hauptkonkurrenten RATIO in Bochum und Münster, durchsetzen, die etwa zehnfache Fläche und viel größeres Sortiment hatten. Die Albrecht Lebensmittelmärkte befanden sich in den frühen 60er in einer Krise, aus der die Tests mit Supermärkten und Cash & Carry-Märkten keinen Ausweg gebracht hatten. Unter dem Zwang zur Neuorientierung entwickelten Karl und Theo Albrecht die Idee Lebensmittel-Discount; sie gaben ihren Läden dieser für Europa völlig neuen Vertriebsform den Namen ALDI (AL-brecht DI-scount).[8]

Der betriebswirtschaftliche Grundgedanke zu diesem neuen Vertriebstyp lässt sich mit dem Satz „Discount ist die Kunst des Weglassens“ umschreiben. Im Vergleich zu den damals marktführenden Supermärkten ließen die Brüder Albrecht eine ganze Reihe der damals üblichen Dienstleistungs-Funktionen der Einzelhandels-Distribution einfach weg. Aldi-Fazit: Keine breiten und tiefgestaffelten Sortimente (nur schnelldrehende Grundnahrungsmittel, keine Doubletten), keine leicht verderblichen Frischwaren (damit keine kostenintensive Warenpflege, keine Bedienung, keine teuren Kühlmöbel, geringer Energieverbrauch), kein Preisetikett auf jedem Artikel (die Kassiererinnen hatten die Preise, zusammengefasst in relativ wenigen Preisgruppen, auswendig zu lernen, später über PLU-Nummern aufzurufen), kein Auspacken der Ware (verkauft wurde aus den aufgeschnittenen Versandkartons), keine teure Ladeneinrichtung (verkauft wurde von Paletten oder selbstgefertigten Holzregalen), keine Ladendekoration und Werbung, kein Kreditverkauf, keine damals üblichen Rabattmarken. Das knapp bemessene Filial-Personal wurde für alle anfallenden Arbeiten ausgebildet, so dass es bei hoher Arbeitsdichte ständig ausgelastet war. Dieses Weglassen von wesentlichen Einzelhandelsfunktionen brachte den Aldi-Märkten große Kostenvorteile gegenüber der Supermarkt-Konkurrenz. Diese Kostenvorteile ermöglichten es Aldi, trotz eines von Anfang an gut kalkulierten Gewinns den Verbrauchern große Preisvorteile zu bieten.

Die ersten Versuche mit solchen Discount-Läden fanden 1961 im Raum Dortmund und Bochum statt. In Serie ging der Vertriebstyp „Discount“ bei Aldi Süd (Leitung Horst Steinfeld, Geschäftsführer Aldi Mülheim). Die Organisation der Eröffnungen und die Führung dieser ersten Aldi-Filialen verantwortete Walter Vieth (damals Leiter des Bezirks westliches Ruhrgebiet/Niederrhein). Unter Verwertung ehemaliger Albrecht-Supermärkte wurden ab Juni 1962 im Wochenrhythmus und in dieser Reihenfolge die ersten ALDI-Discountmärkte eröffnet: Dinslaken (Neustraße), Walsum (Friedrich-Ebert-Straße), Bocholt (Nordstraße) und Wesel (Hohe Straße).

Die Verbraucher nahmen die neuen, sehr preiswerten Aldi-Märkte in kürzester Zeit an. Die Umsatzleistung pro Mitarbeiter war fast zehnmal höher als in den Albrecht-Supermärkten. Die Umsatz- und Renditewerte der ersten Serienmärkte und die schnelle Akzeptanz dieser Läden bei den Verbrauchern waren so überzeugend, dass die Albrecht-Brüder wenige Monate nach Eröffnung dieser ersten Märkte in die überregionale Multiplikation gehen konnten. Das für diese wohl einmalige Expansion notwendige Kapital erwirtschaftete das Discount-System selbst. Durch den raschen Warenumschlag (circa 10 Tage – „Schnelldreher“), die Barzahlung in den Läden und das übliche Zahlungsziel bei den Herstellern (30 Tage) war stets genügend Liquidität vorhanden, die Expansion ohne Bankkredite zu finanzieren. Die Einführung einer neuen Logistikstruktur zur schnellen Versorgung der Märkte mit einem großen Lager in Eichenau förderte die Entwicklung.[9] Die Zentrale in Eichenau wurde dann auch Sitz der Familienstiftungen.

Karl und Theo Albrecht gelang mit der Idee Aldi die wohl erfolgreichste Einzelhandels-Innovation des 20. Jahrhunderts. Aldi ist bis heute (2014) Marktführer in Deutschland und weiteren Ländern. Sortiment und Filialgröße wurden vorsichtig erweitert; das Prinzip „Discount ist die Kunst des Weglassens“ gilt nach wie vor.[10]

Aldi Süd begann 2016, seine deutschen Filialen mit einer hochwertigeren Ausstattung und verbesserter Aufenthaltsqualität auszustatten. Solche „Luxus-Filialen“ werden bereits in Amerika und Australien betrieben, in Deutschland entstand die erste Filiale dieser Art in Unterhaching.[11] Bis 2019 sollen alle Filialen entsprechend umgebaut werden.[12]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

typischer Gang einer Filiale, 2015

Eigentümerstruktur und Anteilseigner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aldi Nord und Aldi Süd sind im vollständigen Besitz von Familienstiftungen.

Karl Albrecht gründete 1973 die Siepmann-Stiftung, die 100 % an Aldi Süd hält. Haupt-Destinatäre (Begünstigte) der Siepmann-Stiftung sind Familienangehörige von Beate Heister (Tochter von Aldi Süd Gründer Karl Albrecht).

Im selben Jahr wurde für Aldi Nord die Markus-Stiftung durch Theodor Paul Albrecht und später die Lukas- und Jakobus-Stiftung, alle mit Sitz in Nortorf, gegründet.[13] Diese halten die Anteile der Unternehmen Aldi Nord und Trader Joe’s. Destinatäre der Aldi-Nord-Stiftungen sind die Mitglieder des Familienstamms von Theodor Paul Albrecht. Sie erhalten Zuwendungen seitens der Stiftungen, die sich wiederum aus den Aldi Nord-Erträgen speisen.[14] Laut einem Bericht des manager Magazins sind die Aldi Nord-Anteile der Stiftungen und ihre Destinatäre wie folgt:[15]

Stiftung Destinatäre Anteil Aldi-Nord Inland Anteil Aldi-Nord Ausland
Jakobus Babette Albrecht und ihre fünf Kinder 19,5 50%
Lukas Theo Albrecht junior sowie seine Ehefrau und Tochter 19,5% 50%
Markus Cäcilie Albrecht (Witwe von Theodor Paul Albrecht), Theo Albrecht junior und Tochter, fünf Kinder von Babette Albrecht 61,0% 0%

Unternehmensführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1961 trennten Karl und Theo Albrecht das Stammhaus Albrecht KG in die bis heute aktuellen Unternehmen Aldi Nord und Aldi Süd. Theo Albrecht junior ist das einzige Mitglied der Familie Albrecht, das noch aktiv im Discounter-Konzern Aldi tätig ist. Aldi-Nord und Aldi-Süd werden ausschließlich von familienfremden Managern geführt. Die operative Konzernführung von Aldi Nord besteht aus einem Verwaltungsrat mit Sitz in Essen. Aldi Süd wird von einem Koordinierungsrat aus Mülheim an der Ruhr geleitet.

  • Der Koordinierungsrat von Aldi Süd wird geführt von: Norbert Podschlapp, Michael Kloeters und Thomas Ziegler.[16]
  • Der Verwaltungsrat von Aldi Nord besteht aus: Theo Albrecht junior, Marc Heußinger, Oliver Elsner, Marcus Brose und Torsten Hufnagel.[17]

Wichtige Entscheidungen bei Aldi Nord müssen durch die Stiftungsvorstände einstimmig getroffen werden. Der Vorstand der Markus-Stiftung ist auch das Kontrollgremium für den Verwaltungsrat, der die Geschäftsführung von Aldi Nord bildet. Die Markus-Stiftung wird im Vorstand von Cäcilie Albrecht (Witwe von Theo Albrecht sen.) und ihrem Sohn Theo Albrecht jun. geleitet. Zum Vorstand gehören auch Marc Heußinger (Aldi-Nord Geschäftsführer) und der Anwalt Emil Huber.

Die beiden Konzerne sind freundschaftlich verbunden und koordinieren im Aldi-Unternehmensausschuss gemeinsam ihre Geschäftspolitik. Das Bundeskartellamt[18] betrachtet Aldi Nord und Aldi Süd als „faktischen Gleichordnungskonzern“ im Sinne von § 18 Abs. 2 Aktiengesetz (Deutschland). Rechtlich, organisatorisch und seit 1966 auch finanziell sind beide Konzerne völlig unabhängig voneinander. In Deutschland betreiben Aldi Nord und Aldi Süd zusammen 66 Regionalgesellschaften, die wiederum ca. 4250 Aldi-Filialen kontrollieren (Stand April 2015). Die Regionalgesellschaften haben ihren Sitz oft außerhalb der größeren Ballungszentren; sie liegen meist nahe einem Autobahnanschluss, um die Effizienz der Belieferung der Filialen per Lkw zu erhöhen. Den Regionalgesellschaften, die als Kommanditgesellschaften (GmbH & Co. KG) geführt werden, steht jeweils ein Regionalgeschäftsführer vor. Dieser legt dem Verwaltungsrat (Aldi Nord) bzw. dem Koordinierungsrat (Aldi Süd), welcher als Kommanditist auftritt, Rechenschaft ab. Der Regionalgeschäftsführer wird unterstützt durch die unter ihm stehenden Abteilungsleiter. In jeder Regionalgesellschaft gibt es verschiedene Abteilungen, zum Beispiel Logistik, Verwaltung und IT. Den Abteilungsleitern unterstehen mehrere Verkaufsleiter (offiziell Regionalverkaufsleiter), die je einen Verkaufsbezirk von fünf bis sieben Filialen verantworten. Ein Verkaufsleiter ist auch gleichzeitig Disziplinarvorgesetzter und führt bis zu 100 Mitarbeiter. In jeder Aldi-Filiale gibt es einen Filialverantwortlichen, der für die Einteilung und Führung des Filialpersonals sowie für die Warendisposition, Abrechnung und vor allem für das Erreichen der entsprechenden Filialkennzahlen verantwortlich ist.

Eine flache Organisationshierarchie und einfache Unternehmensgrundsätze bilden das Unternehmensleitbild.

Die oft günstigen Preise bei Aldi sind auf eine effiziente Struktur, basierend auf rigoroser Mitarbeiterführung (bei allerdings meist überdurchschnittlicher Bezahlung), straffer Logistik, einer starken Position (durch einen hohen Grad an Marktmacht) gegenüber Lieferanten und spartanischer Präsentation der Waren (unter anderem lange Zeit Verzicht auf Fernsehwerbung[19]), zurückzuführen.

Im Jahr 2016 haben Aldi Nord und Aldi Süd erstmals jeweils einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, um über ihre soziale und ökologische Verantwortung Rechenschaft abzulegen.[20]

Struktur Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sogenannte „Aldi-Äquator“

Die Grenze zwischen Aldi Nord und Aldi Süd (auch Aldi-Äquator genannt) verläuft vom Westmünsterland über Mülheim an der Ruhr, Wermelskirchen, Gummersbach (in Gummersbach gibt es Nord- und Süd-Filialen),[21] Siegen (in Siegen gibt es Nord- und Süd-Filialen, weil die Autobahn 45 die Grenze bildet), Marburg, nach Osten bis nördlich von Fulda. Die neuen Bundesländer sind (bis auf eine Filiale im thüringischen Sonneberg, die aus Bayern beliefert wird) vollständig Aldi-Nord-Gebiet.

Es gibt mehrere Tochtergesellschaften der beiden Aldi-Konzerne, die zentrale Aufgaben wie Einkauf und Immobilienverwaltung übernehmen, beispielsweise die Aldi Einkauf GmbH & Co. oHG. Daneben besitzt Aldi auch eigene Kaffeeröstereien. Aldi Nord betreibt diese in Weyhe und Herten; die Röstereien von Aldi Süd sind in Mülheim an der Ruhr und in Ketsch.

Im Jahr 2017 gründete Aldi Süd das Tochterunternehmen NewCoffee, unter dem die Kaffeeröstereien in Mülheim an der Ruhr und Ketsch als eigenständiges Tochterunternehmen der Unternehmensgruppe Aldi Süd firmieren.[22]

Struktur international[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aldi weltweit: Aldi Nord (blau), Aldi Süd (orange)
Aufteilung von Aldi in Europa:
  • Aldi Nord
  • Aldi Süd
  • Aldi-Filiale in London im Vereinigten Königreich
    Aldi-Schild in Baltimore, USA

    Aldi Nord und Aldi Süd haben sich international wie folgt aufgeteilt:

    Land Aldi-Konzern seit Anzahl der Filialen
    Deutschland (Nord) Nord 1961 ca. 2.400[23]
    Polen Nord 2008 105[23]
    Dänemark Nord 1977 220[23]
    Niederlande Nord 1975 498[23]
    Belgien/Luxemburg Nord 1973/1990 461[23]
    Frankreich Nord 1988 899[23]
    Spanien Nord 2002 260[23]
    Portugal Nord 2006 47[23]
    (USA) Trader Joe’s (Nord) 1979 ca. 460[24]
    Deutschland (Süd) Süd 1962 ca. 1.880[25]
    Schweiz Süd 2005 190[25]
    Österreich Hofer (Süd) 1968 470[25]
    Italien Süd Eröffnung geplant ...[25]
    Slowenien Hofer (Süd) 2005 80[25]
    Ungarn Süd 2008 130[25]
    Vereinigtes Königreich Süd 1990 740[25]
    Irland Süd 1998 130[25]
    China Süd 2017 Nur Online-Handel[25]
    Australien Süd 2001 480[25]
    USA Süd 1976 1.670[25]

    *Stand 2015, Daten laut dem CR-Bericht 2015 (Unternehmensgruppen Aldi Nord[23] und Aldi Süd[25])

    Aldi kündigt im Mai 2017 an, mit der Investition von 1,5 Mrd. Euro 400 Filialen in den USA neu zu eröffnen und die Mehrzahl der bestehenden auszuweiten. Analysten sehen, zusammen mit dem Auftreten von Lidl, der Reaktion von Walmart und Plänen von Amazon große Veränderungen der Branche Lebensmittelhandel. Seit 2014 sind schon 20 Lebensmittelhändler im Preiskrieg insolvent gegangen.[26]

    Aldi Süd/Hofer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Hauptartikel: Hofer KG

    Die von Helmut Hofer im Jahre 1962 gegründete Filialkette Hofer wurde 1967 von Aldi Süd übernommen.[27] Da der Name Aldi in Österreich nicht nutzbar ist (er gehört der Firma Adel Lebensmittel Diskont), firmiert sie seitdem als Hofer KG. Das Aldi-Süd-Konzept wurde nach und nach umgesetzt. Das Hofer-Logo – ursprünglich ein weißer Schriftzug "Hofer" auf blauem Balken – wurde später um die zwei Linienscharen des Aldi-"A"s ergänzt und gleicht heute (abgesehen vom Schriftzug HOFER) dem Logo von Aldi-Süd (siehe Bild).

    Aldi Suisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die ALDI SUISSE AG ist ein Schweizer Unternehmen mit Hauptsitz in Schwarzenbach SG und gehört zur Unternehmensgruppe Aldi Süd.[28]

    Aldi ist nach Migros, Coop, Denner und Manor der fünftgrößte Detailhändler der Schweiz und beschäftigt inzwischen 3000 Mitarbeiter. Aldi zahlt einen deutlich höheren Mindestlohn als Migros und Coop. 2015 erwirtschaftete Aldi Suisse 1,42 Milliarden Euro (umgerechnet 1,52 Milliarden Franken) Nettoumsatz. Das macht im Durchschnitt 8,4 Millionen Franken pro Filiale.[29] Die ersten vier Filialen wurden am 27. Oktober 2005 in Weinfelden, Amriswil, Altenrhein SG und Gebenstorf eröffnet.[30]

    Markteintritt von Aldi Süd nach China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Frühjahr 2017 erfolgte der Markteintritt von Aldi Süd nach China. Der Handel ausgewählter Produkte erfolgt hier ausschließlich online über die Plattform Tmall Global, einem Online-Marktplatz, der von der chinesischen Alibaba Group betrieben wird. In dem Online-Shop sollen demnach vor allem Weine und ungekühlte Lebensmittel angeboten werden. Australische Lieferanten würden einen Großteil des Sortiments für den Online-Shop stellen und bekommen so Zugang zum weltgrößten Markt mit 1,4 Milliarden Kunden, teilte Aldi Süd mit.[31]

    ALDI-Logos (1945 bis heute)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Historisches Logo der damaligen Albrecht KG (1945–1961)

    Aldi Süd hat seit Juni 2017 ein neues Logo. Das Emblem wirkt weniger kantig als sein Vorgänger.[32][33]

    Sonstige Konzepte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Tausendundeine Gelegenheit in Mannheim

    Im Mannheimer Stadtteil Waldhof erprobte Aldi Süd ein neues Marktkonzept mit dem Namen Tausendundeine Gelegenheit. In dem am 4. April 2005 eröffneten Laden wurden nicht abgesetzte Schnäppchenprodukte (Aldi-Aktionsware) zu nochmals stark ermäßigten Preisen verkauft. Da sich das Konzept jedoch nicht bewährte, wurde der Laden am 30. Juni 2007 wieder geschlossen.

    Aldi-Bistro in Köln, 2017

    Ende April 2017 eröffnete Aldi-Süd im Kölner Mediapark als Pilotprojekt ein „Aldi Bistro“. Als Pop-Up-Konzept wurde das Bistro aus Schiffscontainern am Teich des Mediaparks errichtet, wo es für drei Monate betrieben wurde. Die als dreigängiges Menü oder einzeln erhältlichen Gerichte werden aus Produkten der Discounterkette hergestellt. Das Bistro verfügt auf 90 Quadratmetern Fläche über 50 Plätze, dazu kommen weitere 20 auf der Dachterrasse.[34] Täglich gibt es ein Menü aus Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch zum Einheitspreis von 7,99 Euro.[35] Im Anschluss an die Station in Köln zog das Aldi Bistro nach München, wo es im Oktober 2017 eröffnet wurde und ebenfalls für drei Monate betrieben wird.[36]

    Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Umsätze und Erträge der Gruppe wurden bis zum Jahr 2000 nicht veröffentlicht. Seit dem Jahr 2001 werden die Zahlen zumindest für die Gesellschaften Nord im Bundesanzeiger veröffentlicht.

    Der neue Obst- und Gemüse-Stand von Aldi Süd, 2017

    Der Umsatz 2010 in Deutschland betrug 22,5 Mrd. € (Aldi Nord 9,95 Mrd. €, Aldi Süd 12,5 Mrd. €), der weltweite Umsatz betrug 52,8 Mrd. €. Die Umsatzrendite betrug 2010 in Deutschland 3,0 % (Aldi Nord) bzw. 3,7 % (Aldi Süd).[37]

    Aldi Nord und Aldi Süd sind vollständig in Familienbesitz. Die Kapitalausstattung wird als sehr solide bezeichnet, nach eigenen Angaben hat Aldi keine Verbindlichkeiten. Soweit bekannt, ist Aldi Nord über seine Immobilientochter Eigentümer sämtlicher Logistikzentren. Der Filialbestand ist ebenfalls größtenteils Eigentum, gemietete Objekte werden im Zuge des Flächentausches und der Vergrößerung verstärkt durch eigene Objekte ersetzt. Aldi Süd ist ebenfalls Eigentümer fast aller Gebäude (Märkte, Logistikzentren) und Grundstücke, hat aber auch Fremdkapital aufgenommen, um die weitere Immobilienexpansion zu finanzieren. Damit verließ Aldi Süd den bisherigen Weg der totalen Unabhängigkeit von Kreditgebern durch das Vermeiden von Fremdkapital.

    Kundenprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Bis etwa Anfang der 1980er Jahre hatte Aldi das Image eines Arme-Leute-Ladens;[38] Aldi-Produkte galten zwar als qualitativ hinreichend solide, aber ohne Prestige. Auch heute sind arme Bevölkerungsschichten eine wichtige Zielgruppe von Aldi,[39] jedoch gilt das nicht mehr als negativ für Aldis Image. Von Aldi vertriebene Produkte erhielten vielfach sehr gute Testergebnisse (z. B. bei Stiftung Warentest[40][41] und bei Öko-Test[42][43]). 2006 kauften drei Viertel der Haushalte regelmäßig bei Aldi ein. Im Fünfjahresrückblick der Stiftung Warentest waren 2004–2009 rund 40 % der angebotenen Aktionsprodukte ein Schnäppchen, 45 % waren von angemessenem Preis; die übrigen 15 % erschienen den Testern als zu teuer.[44][45]

    Sortiment[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.
    Innenansicht eines Aldi-Nord-Marktes, 2006
    Backwaren
    Kühlwaren
    Tiefkühlwaren
    Eier, Milch und Fahrräder

    Die Grundidee ist, nur Produkte im Sortiment zu führen, die bei einem gewissen Mindestumsatz eine hohe Warenumschlagshäufigkeit aufweisen, sogenannte Schnelldreher. Das Sortiment ist somit verhältnismäßig schmal und besteht aus rund 1360 Basisartikeln, 170 Bioartikeln im Standard-, Saison- und Aktionsartikelsortiment und pro Woche etwa 80 Aktionsartikeln.[46]

    Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die früher bei allen Markenartikeln übliche Bindung der Verbraucherpreise (Preisbindung der zweiten Hand) gab den Albrecht-Brüdern keine Möglichkeit, Markenartikel günstiger anzubieten. Deshalb blieb Aldi nur der Ausweg über markenfreie Produkte, die sogenannten No-Name-Produkte. Es galt, Hersteller zu finden, die Produkte speziell für Aldi mit Fantasie-Namen abpackten, die keiner Preisbindung unterlagen. Viele Markenartikler waren anfangs dazu nicht bereit, weil sie negative Reaktionen ihrer Bestandskunden befürchteten und auch tatsächlich erlebten. Aufgrund der raschen Expansion von Aldi und wegen ihrer von Anfang an guten Qualität erreichten diese Aldi-Eigenmarken schnell die Bekanntheit und den Distributionsgrad bekannter Markenartikel.[10] Für Aldi hat dieses Konzept den zusätzlichen Nutzen, dass der Verbraucher nicht eine bekannte Marke kauft, die er genauso gut in jedem anderen Supermarkt erhalten kann, sondern eingestellt wird auf eine Meinung wie beispielsweise „Die Schokolade von Aldi ist gut“.[21]

    Als Markenware hat Aldi Produkte von Haribo, Ferrero, Coca Cola, Freixenet, Gerolsteiner, Red Bull und der Beiersdorf AG im Sortiment.

    Lebensmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Aldi Nord verkauft erst seit 2004 loses Obst und Gemüse, das an der Kasse abgewogen wird. In österreichischen Hofer-Filialen wird seit Anfang 2008 ebenfalls loses Obst und Gemüse angeboten, welches an der Kasse abgewogen wird. Seit 2016 ist auch bei Aldi Süd loses Obst und Gemüse erhältlich.[47]

    Seit 1998 werden bei Aldi Süd Tiefkühltruhen eingesetzt.

    Sehr erfolgreich sind Nord und Süd im Kaffeegeschäft: Der gesamte Röstkaffee wird in eigenen Röstereien hergestellt. Aldi Nord lässt Markus Kaffee bei der Markus Kaffee GmbH & Co. KG in Weyhe und Herten rösten. Das Aldi Süd Tochterunternehmen „NewCoffee“ lässt Amaroy Kaffee in Röstereien in Mülheim an der Ruhr und in Ketsch produzieren. Aldi hat auch den größten Weinabsatz in Deutschland[48] und ist in vielen anderen Warengruppen ebenfalls Marktführer.

    Backautomat bei Aldi Süd im Jahr 2010

    Die Filialen von Aldi Süd sind mit Backautomaten ausgerüstet. Der Brotbackautomat gibt Brotprodukte per Knopfdruck heraus.[49] Im Juli 2010 erhob der Zentralverband des Bäckerhandwerks Klage gegen Aldi wegen irreführender Werbung. Kritisiert wurde die Werbung: „Ab sofort backen wir den ganzen Tag Brot und Brötchen für Sie – frisch aus dem Ofen.“[50][51]

    Aldi Nord und Aldi Süd führen eigene Biomarken, welche die Anforderungen des deutschen staatlichen Bio-Siegels erfüllen.

    Der Gebrauchsgüterbereich und der Aldi-PC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der steigende Anteil an Gebrauchsgütern zieht sich seit Anfang der 1990er Jahre wie ein roter Faden durch die Firmengeschichte nicht nur von Aldi, sondern auch von anderen Lebensmittel-Discountern. Im Unterschied zu Lebensmitteln haben Gebrauchsgüter den Charakter kurzzeitiger Aktionsangebote. Mitunter wird im Rahmen einer Themenwoche ein Sortiment artverwandter Artikel angeboten, z. B. ein breites Sortiment an Campingprodukten.

    Während sich in der Frühzeit der Gebrauchsgüterbereich auf Textilien und Haushaltsgegenstände beschränkte, erweiterte sich das Angebot im Laufe der 1990er Jahre auf Unterhaltungselektronik. Einen Höhepunkt erreichte die Gebrauchsgütersparte durch den sogenannten Aldi-PC, einen in großen Zeitabständen für den Massenmarkt eigens von Aldi in Auftrag gegebenen Personal Computer.

    Als erster Computer bei Aldi kam der „Aldi-C16“ im Frühjahr 1986 als Set zum Preis von 149 DM in den Handel, wobei das zuerst lediglich ein Abverkauf von Restbeständen von Commodore war, der aber einen Nachfrageboom auslöste.[52] Der erste „Aldi-PC“ wurde 1995 auf den Markt gebracht, zur Zeit des beginnenden Internet-Booms. Auf die ersten Aldi-PCs gab es einen regelrechten Ansturm, da der Bedarf an Consumer-PCs auf dem Markt nicht sofort von den bisher den PC-Markt dominierenden Handelsketten gedeckt werden konnte und der Aldi-PC dank enorm hoher Absatzzahlen preisgünstig verkauft werden konnte. Besonders angesprochen waren dabei in erster Linie Familien mit unterem und mittlerem Einkommen.

    Der seit Jahren selbe Handelspartner und Hersteller der meisten technischen Geräte, die es bei Aldi gibt, ist Medion.

    In den Aldi-Süd-Filialen wurden seit Anfang der 2000er-Jahre bis ca. 2014 Produkte der Firma Medion vielfach unter der Pseudonym-Marke Tevion angeboten, die eine Eigenmarke von Aldi Süd ist[53] und auch Produkte anderer Hersteller umfasst.

    Die Aldi-Gruppe ist der achtgrößte Textilvermarkter in Deutschland; in diesem Segment setzt der Discounter – allgemein stagnierenden Verkaufszahlen im Textilbereich zum Trotz – über 1,095 Mrd. € pro Jahr um (2005).[54]

    Seit 2003/04 bietet auch Aldi Süd in Deutschland Tabakwaren an. Aldi bezieht seine Tabakwaren bei Austria Tabak.

    Aldi bietet in Deutschland seit Juli 2005 einen Online-Fotoservice, bei dem Papierabzüge von Digitalbildern nach Hause bestellt werden können.

    Am 7. Dezember 2005 stieg Aldi nach guten Erfahrungen bei Hofer in Österreich auch in Deutschland ins Mobilfunkgeschäft ein. Sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd bieten den Kunden in Kooperation mit der Medion-Telefoniesparte MedionMobile den Prepaid-Tarif Aldi Talk an. In der Schweiz wird seit 2006 unter Aldi Suisse mobile ebenfalls ein No frills-Angebot für Mobiltelefonie angeboten.

    Seit Januar 2007 vermitteln Aldi Nord und Aldi Süd auch in Deutschland und der Schweiz Pauschalreisen. Der ausführende Partner ist das Unternehmen Berge & Meer, eine TUI-Tochter. Von 19. April 2013 bis Februar 2014[55] vermittelte Aldi Nord und Süd in Kooperation mit dem Bonner Busunternehmen Univers auf dem Internetportal Aldi Reisen auch Fernbusfahrten.

    Seit Februar 2008 vertreibt Aldi Nord ein Sortiment von circa 70 Zeitschriften (Tageszeitungen und Illustrierte).

    Seit April 2008 wird ein Onlinebestellservice von Schnittblumen angeboten, wobei Aldi nur als Vermittler auftritt, den Auftrag wickelt das Unternehmen fleurfrisch ab, eine Tochtergesellschaft von Landgard, dem langjährigen Vertragslieferanten der Pflanzenangebote bei Aldi.[56] Die eigentliche Zusammenstellung der Sträuße übernimmt ein von fleurfrisch beauftragter Bündelservice, der dafür fast ausschließlich Werkvertrags-Mitarbeiter beschäftigt.

    Für das Jahr 2008 war auch der Vertrieb von Versicherungen in Kooperation mit Signal Iduna geplant. Nach Protesten des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute zog sich Aldi aus der Kooperation zurück.[57]

    Über die Plattform Aldi life können Kunden seit 2015 Musik streamen. 2016 kamen E-Books und 2017 Computerspiele hinzu.[58]

    Im Jahr 2016 führte Aldi zum elften Geburtstag der Marke Aldi Talk einen eigenen Onlineshop auf Ihrer Website ein. Neben den Tarifen wurde dieser um Smartphones oder Tablets zum Verkauf erweitert.[59]

    Aldi Süd bietet seit November 2016 zertifizierten Grünstrom an.[60]

    Seit Juni 2017 bietet Aldi Süd über den Service "Aldi liefert" ausgewählte Aktionsartikel an, die nicht in der Filiale erhältlich sind, sondern in der Filiale bezahlt und dann nach Hause geliefert werden.[61]

    Vermarktung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Modell-Lkw

    Aldi Nord/Aldi Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Aldi gab in der gesamten Unternehmensgeschichte bis 2016 zu keinem Zeitpunkt Geld für externe Marketingagenturen aus. (Karl Albrecht, 1953: „Unsere Werbung liegt im billigen Preis.“)[62]

    Bis zu den Jahren 2007 (Aldi Nord) und 2008 (Aldi Süd) verzichteten beide Unternehmen auf eigenen Pressestellen. Mittlerweile verfügen Aldi Nord und Aldi Süd über jeweils eigenen Kommunikationsabteilungen[63][64]. Aldi Süd ist auch in den Sozialen Medien Facebook, Instagram und Pinterest vertreten.

    Die wöchentlichen Anzeigen in lokalen Zeitungen sehen seit Jahren gleich aus; sie zeigen die aktuellen Angebote ohne Werbeslogans unter dem Motto „Aldi informiert“. Die Zeitungsanzeigen lösten vorher regelmäßig erscheinende vierseitige Preislisten ab, die teilweise auch an die Haushalte verteilt wurden.

    Die Zeitungsanzeigen von Nord und Süd wurden größer (seitdem 1/1 Seite) und farbig. Zudem liegen in den Märkten Flugblätter mit den Angeboten der nächsten Woche aus. Sowohl Aldi Süd als auch Aldi Nord haben ganzjährig drei Aktionen pro Woche, die zu einem mehrseitigen Prospekt zusammengefasst werden. Aldi Nord lässt Prospekte, Flugblätter und Zeitungsanzeigen von einer konzerneigenen Werbeagentur vorbereiten und schalten, die für den Konzern europaweit tätig ist.

    Anfang der 2000er Jahre versuchte sich Aldi Nord in Sachen Merchandising und bot Aldi-Markt-Bausätze, Lkw-Modelle (siehe Foto) und Badetücher in den Aldi-Farben an. Der Aldi-Markt ist im Standardprogramm der Firma Faller.

    2010 verzichtete Aldi in einigen Regionen auf Anzeigen in Tageszeitungen[65] und ließ stattdessen die zweiwöchentlich erscheinende Werbebroschüre kostenlos an alle Haushalte verteilten (Sonntags)zeitungen beilegen.

    Aldi Nord und Aldi Süd haben seit 2010 bzw. 2011 jeweils eine Aldi-App für Apple iOS und Android im Angebot. Darüber lassen sich die aktuellen Kundenprospekte aufrufen und Artikel aus dem Angebot in eine Einkaufsliste eintragen.

    2016 haben Aldi Nord und Aldi Süd erstmals in der Unternehmensgeschichte Werbespots im deutschen Fernsehen und online geschaltet. Zum Wahlspruch „Einfach ist mehr“ wurde zudem eine Internetseite online gestellt.[66] Aldi Süd wirbt zudem seit Herbst 2016 mit einem Blog um Kunden.[67]

    Hofer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Hofer in Österreich bringt seit 2010 Werbespots in österreichischen Privatsendern. Zur Ausgabe Mai 2012 der Zeitschrift Universum ließ Hofer einen Extra-Teil Zurück zum Ursprung drucken,[68] die Zeitschrift lag in den Filialen zur freien Entnahme aus.

    Aldi Suisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Aldi Suisse wirbt wöchentlich in größeren Tageszeitungen mit farbigen Inseraten. Daneben wird im Einzugsgebiet auch wöchentlich ein rund 16-seitiges Reklameheft verteilt, das fast ausschließlich für Non-Food-Produkte wirbt.

    Kassensystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Vor der Verbreitung von Scannerkassen war es im Lebensmitteleinzelhandel üblich, jeden Artikel einzeln mit einem Preisetikett auszuzeichnen; dieses wurde von den Kassierern abgelesen und eingegeben. Bei Aldi gab es keine Preisetiketten: Bei Aldi Nord erfolgte die Registrierung der verkauften Artikel früher durch Eingabe einer dreistelligen PLU-Nummer. Bei Aldi Süd wurden die DM-Preise direkt eingegeben; lange Kassenbons ohne Artikelbezeichnung waren für den Kunden schlecht zu kontrollieren. Die Kassierer mussten damals die Preise aller Produkte bzw. die PLU-Nummern mithilfe von bebilderten Sortimentslisten auswendig lernen.

    Im Laufe der Zeit wurde das Produktsortiment auch bei Aldi größer. Durch die Euro-Bargeldeinführung (Ende 2001/Anfang 2002) änderten sich sämtliche Preise. Aldi Süd stellte 2000 endgültig komplett auf Scannerkassen um, Aldi Nord Ende 2002.[69][70] Ein Grund für die späte Einführung war, dass das Eintippen schneller ging als das Scannen mit den Geräten der ersten Generationen ohne omnidirektionalen Laser.

    Da Aldi größtenteils Eigenmarken vertreibt, war es relativ einfach, den Strichcode auf den Produktverpackungen in unüblichen und teilweise ungenormten Größen sowie in größerer Anzahl auf verschiedenen Seiten der Verpackung zu platzieren. Die meisten Aldi-Verpackungen besitzen daher den EAN-Strichcode (unternehmensinterner verkürzter EAN-8-Code)[71] auf mindestens drei Seiten, als lange Streifen oder als Banderole um die ganze Verpackung herum, wohingegen die Produkte in anderen Supermärkten einen genormten kleineren Strichcode an nur einer Stelle besitzen. Die Kassierer müssen daher Aldi-Artikel viel seltener drehen und wenden, um sie vom Scanner zu erfassen, was den Kassiervorgang beschleunigt.

    In Deutschland erfolgten Tests mit der Bezahlung per EC-Karte 2004 in Filialen von Aldi Nord. Ab April 2005 folgte die flächendeckende Einführung der Zahlung per EC-Karte bei Aldi Nord und Süd, die bis Ende Oktober 2005 abgeschlossen wurde. Die Umstellung wurde durch das Unternehmen NCR durchgeführt.[72] Aldi Suisse bot das bargeldlose Bezahlen seit ihrem Markteintritt Oktober 2005 in der Schweiz an.

    Im Mai 2014 wurden in allen Filialen von Aldi Suisse NFC-fähige Kassenterminals eingeführt,[73] im Juni 2015 zogen Aldi Süd und Nord in Deutschland und Dänemark nach. Diese ermöglichen kontaktloses Bezahlen per NFC-fähiger Debitkarte (Maestro, V Pay, PostFinance Card usw.) oder Kreditkarte oder einem NFC-fähigen Smartphone. Für das mobile Bezahlen wird eine sogenannte Mobile-Payment-App wie beispielsweise Apple Pay benötigt.[74][75]

    Seit Ende 2016 können Kunden bei Aldi Süd, die einen Einkauf von mindestens 20 Euro mit der EC-Karte bezahlen, kostenlos bis zu 200 Euro Bargeld abheben.[76]

    Leergutrücknahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Aldi Nord/Aldi Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Wincor-Nixdorf-Leergutautomat
    Tomra-Leergutautomat

    In der zweiten Jahreshälfte 2005 führte Aldi Nord als Rationalisierungsmaßnahme testweise Leergutautomaten ein. Aldi Süd übernahm dieses System im ersten Quartal 2006. Beide schlossen sich im Zuge dieser Maßnahme dem ILN-System an. Auch die neue Pfandregelung, die am 1. Mai 2006 in Kraft trat, zwang das Unternehmen zu diesem Schritt, da die sogenannten „Insellösungen“ beendet wurden.[77]

    Nach ausgiebigen Tests hat sich Aldi Nord für ein Rücknahmesystem des Herstellers Wincor Nixdorf entschieden, während Aldi Süd eine Entwicklung des Herstellers Tomra Systems vorzog. Bei beiden Geräten kommt ein System zur Anwendung, bei dem die PET-Flaschen unmittelbar nach der Abgabe gepresst werden. Seit Dezember 2014 nimmt die Unternehmensgruppe Aldi Süd Dosengebinde zurück. Die Unternehmensgruppe Aldi Nord nimmt sie erst seit dem 22. März 2015 zurück.

    Hofer Österreich, Aldi Suisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Bei Hofer in Österreich und Aldi Suisse werden keine Produkte mit Pfandgebinde verkauft, daher gibt es auch keine Rücknahme. Aldi Suisse hat alle Filialen mit Sammelstellen für Getränkekartons, Plastikflaschen, PET-Flaschen, Batterien, Leuchtmittel, CDs, DVDs, elektrische und elektronische Geräte ausgestattet. Aldi Suisse ist der einzige Lebensmitteleinzelhändler welcher Getränkekartons schweizweit in allen Filialen zurücknimmt.[78]

    Tax Free Shopping[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Seit 2006 bietet Aldi Süd in den an der Grenze zur Schweiz gelegenen Filialen ein System zur Rückerstattung der Umsatzsteuerdifferenz für die dort überproportional stark vertretenen Schweizer Kunden an. Jedoch erfolgt keine Barauszahlung, sondern über eine eigens geschaffene Aldi-Süd-Tax-Free-Karte eine bargeldlose Überweisung durch die Firma Global Refund. Sie gilt nur für Kunden über 18 Jahren. Anfangs war ein Mindesteinkauf von 40 € obligatorisch. Erstattet (wie bei allen Unternehmen, die sich dem Tax-Free-System angeschlossen haben) wurde aber nur ein Teil der USt. Bei Aldi waren das 75 % (25 % wurden zur Finanzierung des Systems einbehalten). Aldi sah sich jedoch dazu gezwungen (da der konkurrierende Einzelhandel in diesem Gebiet den Schweizer Kunden schon seit Jahren beinahe flächendeckend eine volle Rückerstattung anbietet und der Anteil dieser Kunden in den regionalen Filialen etwa 30 %, an manchen Wochentagen über 50 % beträgt), die 75-%-/40-€-Regelung Ende 2011 aufzuheben. Mittlerweile wird die volle USt. (100 %) erstattet und der Mindesteinkaufsbetrag wurde aufgehoben.

    Ladenöffnungszeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Aldi Nord/Aldi Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Aldi befolgt bei den Ladenöffnungszeiten die in der Branche üblichen Gepflogenheiten. Manchmal werden Anpassungen vorgenommen. Aldi-Filialen in großen Einkaufszentren haben in der Regel so lange wie die anderen Läden im Zentrum geöffnet.

    Seit 1. September 2007 schließt Aldi Nord die Filialen samstags um 20 Uhr. Aldi Nord und Süd verlängern seit Herbst 2015 die Öffnungszeiten montags bis samstags teilweise bis 21:00 Uhr.[79]

    Aldi Suisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Grundsätzlich orientiert sich Aldi Suisse an den umliegenden Supermärkten – die sich diesbezüglich oft auf kommunaler oder regionaler Ebene zusammenschließen – im Rahmen der üblichen kantonalen Ladenöffnungszeiten. Aldi Suisse-Märkte in Bahnhofsgebäuden haben auf Grund von entsprechenden Ausnahmeregelungen zusätzlich am Sonntag geöffnet.

    Aktuelle Marktposition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im gesamten Lebensmitteleinzelhandel belegt ALDI in Deutschland den vierten Platz nach Umsatz hinter den Unternehmen Edeka, Rewe, der Schwarz-Gruppe und vor der Metro-Gruppe (2010).[80] Mit einem Umsatz im Textilbereich von rund 1,071 Mrd. € (2009) liegt ALDI hier derzeit auf Platz 8 der größten Textileinzelhändler Deutschlands.[81] Im Bereich Gesundheitsprodukte außerhalb der Apotheke hatte Aldi im Jahr 2005 einen Marktanteil von rund 18 %.[82] Laut einer Forsa-Umfrage sind 95 % der Arbeiter, 88 % der Angestellten, 84 % der Beamten und 80 % der Selbständigen Kunden bei Aldi. Nach Informationen der Gesellschaft für Konsumforschung ging der Umsatz im Jahr 2007 erstmals um 1,5 % zurück und lag bei brutto 27 Mrd €. Der Marktanteil unter den Discountern ging dadurch um 0,6 Prozentpunkte auf 18,9 % zurück.[83]

    Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    In der Schweiz belegte Aldi Suisse im Detailhandelsmarkt gemäß dem Umsatz 2012 den 5. Platz hinter der Migros, Coop, Denner sowie dem Manor. Der Umsatz betrug geschätzt 1,65 Milliarden Franken.[84]

    Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

    Das Schwarzbuch Markenfirmen wirft Aldi Süd vor, dass eine gewerkschaftliche Organisierung weitgehend vermieden werde,[85] so gebe es keinen Gesamtbetriebsrat.

    Im April 2004 kündigte Aldi mit sofortiger Wirkung seine bisher wöchentlich erscheinende, ganzseitige Anzeige in der Süddeutschen Zeitung, nachdem diese in einem kleinen Artikel am 7. April 2004 über „schikanöse Arbeitsbedingungen“ und „massive Wahlbehinderungen“ bei der versuchten Gründung der ersten Aldi-Betriebsräte in München berichtet hatte.[86] Durch diesen Boykott entgingen der Zeitung Anzeigen im Gesamtwert von rund 1,5 Millionen Euro.[87]

    In einer Studie hat das Südwind-Institut Arbeitsrechtsverletzungen in chinesischen und indonesischen Zuliefererbetrieben von Aldi nachgewiesen. Dazu zählen unter anderem eine monatelange Zurückhaltung von Löhnen, Kautionszahlungen von Beschäftigten für Fabrikjobs und Kinderarbeit.[88] Im Februar 2008 trat die Aldi-Gruppe der Business Social Compliance Initiative (BSCI) bei,[89] nachdem für März 2008 die „Kampagne für Saubere Kleidung“ Aktionen in Deutschland für bessere Produktionsbedingungen der Aldi-Textilien in China und Indonesien organisiert hatte.[90] Die Kampagne kritisierte jedoch, dass die BSCI keine unabhängige Verifizierungseinrichtung sei, in der Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen an führender Stelle vertreten seien.[91] Im Jahr 2009 wies das Südwind-Institut erneut auf unwürdige Arbeitsbedingungen in Aldi-Zuliefererbetrieben hin. Die Arbeitnehmerinnen müssten bis zu 90 Stunden pro Woche arbeiten, Fehler würden mit Geldstrafen geahndet. Die Beschäftigten erhielten keinen Mutterschutz und die Bildung von Gewerkschaften sei ihnen verboten.[92] Auch 2010 wies das Südwind-Institut in einer neu veröffentlichten Studie[93] auf Arbeitsrechtsverletzungen bei Aldi-Zulieferern in China hin.[94] Im April 2008 stand Aldi Nord in der Kritik, weil jährlich 120.000 Euro an die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) geflossen sind. Der Konzern räumte diese Zahlungen ein. Die Betriebsräte vieler Aldi Nord-Regionalgesellschaften sind Mitglied in der AUB, diese selbst steht den Arbeitgebern nahe.

    Anfang Januar 2013 wurde bekannt, dass Aldi Süd offenbar Mitarbeiter mit versteckten Kameras überwachen lasse. Ein früherer Detektiv des Konzerns berichtete im Nachrichtenmagazin Der Spiegel, er habe auch über private Angelegenheiten der Beschäftigten Bericht erstatten sollen, insbesondere auch die finanzielle Situation und die Arbeitsgeschwindigkeit. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück.[95]

    Mitarbeiter in einem Warenlager in Baden-Württemberg misshandelten 2013 Auszubildende.[96] Missliebige Azubis von Aldi Süd seien im Zentrallager Mahlberg vom stellvertretenden Bereichsleiter und anderen Beschäftigten mit Frischhaltefolie an Pfosten gefesselt worden. Die Aldi-Mitarbeiter hätten dann die Gesichter der Auszubildenden mit Filzstiften beschmiert. Die Folie sei beim Fesseln derart stark gespannt gewesen, dass einer der gefesselten kaum noch atmen konnte. Vorgesetzte hätten die Schikanen beobachtet und gebilligt. Einige mit Smartphones aufgenommene Ausschnitte der Misshandlungen seien auch auf Seiten im Online-Netzwerk Facebook veröffentlicht worden. Dem Auszubildenden sei außerdem angedroht worden, bei weiterem Fehlverhalten in das Tiefkühlabteil des Zentrallagers gesperrt zu werden.[97]

    Zulieferer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Aldi nutzt seine Marktmacht bei Verhandlungen mit Zulieferern. Aldi erwartet von seinen Lieferanten hingegen keine Zugeständnisse bei sinkenden Verkaufspreisen oder Werbekostenzuschüsse, Jubiläums-Rabatte oder Logistik-Optimierungsrabatte.

    Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Schwarzbuch Markenfirmen werden Ausbeutung in der Rohstoffgewinnung und Umweltzerstörung als Kritik genannt.[98]

    Aldi wurde wegen seines unökologischen Angebots billiger Garnelen auf Kosten der Mangrovenwälder kritisiert.[99] 2010 warf die Umweltschutzorganisation Robin Wood der Handelskette vor, dass auch zwei Bücher ihres Angebotes Fasern aus Mangrovenholz enthielten.[100] Im Mai 2004 verkaufte Aldi in einer Sonderaktion Gartenmöbel aus indonesischem Meranti-Holz.[101] Aufgrund von Protesten von Umweltorganisationen und einzelnen Aktivisten, die Aldi aufforderten, sich nicht an der Zerstörung der letzten indonesischen Tropenwälder zu bereichern, erklärte Aldi, in Zukunft nur noch Artikel aus Holz mit FSC-Siegel vermarkten zu wollen.[102]

    Aldi Süd hat rund 1.250 Filialen und seine Logistikzentren mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet. An 50 Filialen gibt es für den Nutzer kostenfreie Stromtankstellen für Elektroautos und Elektrofahrräder. Nutzer können kostenfrei und ohne Registrierung ihre Elektrofahrzeuge aufladen. Die Reichweite eines Elektroautos soll so innerhalb von 30 Minuten um bis zu 80 Kilometer verlängert werden, die Reichweite eines Elektrofahrrades um acht Kilometern.[103]

    Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Angeblich teilten die Gebrüder Albrecht 1961 das Unternehmen in die eigenständigen Konzerne Aldi Nord und Aldi Süd auf, weil sie sich nicht über die Aufnahme von Tabakwaren in das Sortiment einigen konnten.[62] Ob das wirklich ausschlaggebend für die geschäftliche Trennung des Unternehmens gewesen ist, bleibt ungeklärt.
    • 1966 wurde in Mülheim am Heifeskamp eine eigene Kaffeerösterei eröffnet (die noch heute existiert). Der Kaffee der Aldi-Marke Markus wird dort geröstet.
    • Aldi-Süd besitzt die Namensrechte des größten Hörsaals der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Seit Beginn des Wintersemesters 2006 trägt er den Namen „Aldi-Süd-Hörsaal“.[104] Außerdem gibt es einen „Aldi-Süd-Hörsaal“ in der Wiesbaden Business School der Hochschule RheinMain, an der ESB Business School in Reutlingen sowie an der Fachhochschule Düsseldorf.[105][106][107][108]
    • Das Schlagwort „Aldisierung“ wurde zum Wort des Jahres 2005 der Schweiz gewählt. Das bezeichnete Phänomen ist mittlerweile im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich Untersuchungsgegenstand. Es wird definiert als „die zunehmende Suche auch besser verdienender Konsumenten nach dem günstigsten Angebot in immer mehr Konsumbereichen“. Weiterhin „charakterisiert die Aldisierung den sich intensivierenden Preis- und Sonderangebotswettbewerb im Einzelhandel, der das preisorientierte Konsumentenverhalten verstärkt. Darüber hinaus werden der Aldisierung auch verschiedene gesellschaftliche Auswirkungen problematischer Art zugeschrieben, etwa die Verödung von Innenstädten sowie die Beeinträchtigung der Beschäftigungs- und der Konsumkultur“ (Wolfgang Fritz: Die Aldisierung der Gesellschaft, 2005, ISBN 978-3-933628-60-2).
    • Die Gestaltung der Aldi-Nord-Einkaufstüte übernahm Günter Fruhtrunk, Maler und Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München.[109]
    • In den Jahren 1996 bis 2005 hat der Eichborn Verlag die Buchreihe Aldidente herausgegeben, eine Sammlung von Koch-, Wein- sowie Cocktailrezeptbüchern, deren Produkte zum größten Teil aus von Aldi vertriebener Ware erzeugt wurden.
    • Am 6. Januar 2014 wurden in einigen Aldi-Märkten in Berlin und Velten in Bananenkisten bei Zufallsfunden insgesamt 140 kg Kokain gefunden.[110]

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    -- alphabetisch --

    Dokumentarfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Supermarkt – die umworbene Kundschaft. Dokumentarfilm, Schweiz, 2005, 30:24 Min., Buch und Regie: Ursula Bischof Scherer, Produktion: NZZ Format, Erstsendung: 24. April 2005 bei SRF 1, Inhaltsangabe von NZZ, (Memento vom 22. Juni 2015 im Internet Archive), online-Video von NZZ Format.
    • Aldi – Mutter aller Discounter. Dokumentation, Deutschland, 2009, 83 Min., Buch und Regie: Rasmus Gerlach, Produktion: NDR, Erstsendung: 2. November 2009, Inhaltsangabe von NDR, online-Video.
    • Der Aldi-Check. Dokumentation, Deutschland, 2011, 44:38 Min., Buch und Regie: Nicole Kohnert und Herbert Kordes, Produktion: WDR, Erstsendung: 22. August 2011, Reihe: Der Markencheck, Aldi-Check-Liste von Das Erste, online-Video.
    • Die Aldi-Story – Karl und Theo Albrecht. Dokumentation, Deutschland, 2014, 43:20 Min., Buch und Regie: Sebastian Dehnhardt und Manfred Oldenburg, Produktion: ZDF, Erstsendung: 9. Dezember 2014, Reihe: ZDFzeit, online-Video.
    • Wie Aldi in den Osten kam. Dokumentation, Deutschland, 2015, 29:45 Min., Buch und Regie: Joachim Förster und Caspar Kaltofen, Produktion: Maximus Film, MDR, Reihe: Umschau extra, Erstsendung: 19. Mai 2015, online-Video.[112]

    Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     Commons: ALDI – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. ALDI Nord – Über uns. In: aldi-nord.de.
    2. Pressemitteilung: ALDI Süd: Koordinierungsrat wechselt in den Stiftungsvorstand. In: unternehmen.aldi-sued.de, 18. März 2016.
    3. Presseportal: Aldi Nord: Heußinger folgt auf Wiesemann. In: Lebensmittel Zeitung, 14. Januar 2011.
    4. a b https://unternehmen.aldi-sued.de/de/ueber-aldi-sued/unser-unternehmen/
    5. a b Kennzahlen – Nachhaltigkeitsbericht 2015. In: Unternehmensgruppe ALDI Nord.
    6. 100 Jahre Kaufmannstradition. Aus Albrecht wird ALDI. In: aldi-nord.de.
    7. Henryk Hielscher: Lidl auf Abstand gehalten. Aldi verteidigt Position als weltweiter Discountkönig. In: WirtschaftsWoche, 14. April 2017.
    8. a b c d e na: Ruhr-Familien: Die Brüder Albrecht. In: WAZ / Ruhr Revue. 12. September 2009; abgerufen am 28. Februar 2017.
    9. akw: Geld für Auslandsexpansion. Aldi Süd verkauft Filialen und Logistikzentrum Eichenau. In: logistik-heute.de, 2. September 2010, aufgerufen am 20. September 2017.
    10. a b Dieter Brandes: Konsequent einfach: die ALDI-Erfolgsstory. Campus, Frankfurt 1999, ISBN 3-593-35904-9.
    11. Gerhard Hegmann: So edel sehen die neuen Langsam-Filialen von Aldi aus. In: Die Welt. 11. Mai 2016; abgerufen am 20. September 2017.
    12. Holzoptik, Sitzgelegenheiten, Kaffeeautomaten. Aldi stellt neue Luxus-Filiale in Unterhaching vor. In: Abendzeitung. 11. Mai 2016; abgerufen am 20. September 2017.
    13. Verwaltungsgericht Schleswig, Urteil vom 21.01.2016, 6 A 12/15. 21. Januar 2016; abgerufen am 18. Juni 2017.
    14. Verwaltungsgericht Schleswig, Urteil vom 21.01.2016, 6 A 12/15. 21. Januar 2016; abgerufen am 18. Juni 2017.
    15. Sören Jensen, Ursula Schwarzer: Die Rebellin. In: Manager Magazin. 1. Mai 2017; abgerufen am 20. September 2017 (nur Artikelanfang).
    16. Pressemitteilung: Aldi Süd Koordinierungsrat wechselt in den Stiftungsvorstand. In: Aldi Süd. 18. März 2016; abgerufen am 20. September 2017.
    17. Oberstes Führungsgremium Aldi Nord erweitert den Verwaltungsrat. In: Lebensmittel Zeitung, 12. März 2015.
    18. Beschluss B2 – 359/07. (Memento vom 17. August 2011 im Internet Archive) In: Bundeskartellamt, 2. Juli 2008, S. 23, Fn. 20, (PDF; 248 kB).
    19. Werben & Verkaufen: Aldi schaltet ersten gemeinsamen TV-Spot | W&V. (wuv.de [abgerufen am 23. November 2017]).
    20. ALDI SÜD: ALDI SÜD - Nachhaltigkeitsberichte. Abgerufen am 22. November 2017.
    21. a b Der Aldi-Check. (Memento vom 1. Oktober 2011 im Internet Archive) In: WDR, 22. August 2011.
    22. ALDI SÜD: ALDI SÜD - Pressemitteilung - Gründung ALDI SÜD Tochterunternehmen NewCoffee. Abgerufen am 22. November 2017.
    23. a b c d e f g h i Unternehmensgruppe ALDI Nord Nachhaltigkeitsbericht 2015 – Kennzahlen & Standards. Abgerufen am 17. Juli 2016.
    24. Stores by state. In: Trader Joe’s, (PDF; 637 kB), 11. September 2017, aufgerufen am 20. September 2017.
    25. a b c d e f g h i j k l Unternehmenskennzahlen Aldi-Süd 2017, PDF, aufgerufen am 22. November 2017.
    26. Aldi investiert 1,5 Mrd. Euro in USA. In: ORF, 11. Mai 2017, aufgerufen am 20. September 2017.
    27. Daten und Fakten von Hofer. In: hofer.at.
    28. Eintrag der «ALDI SUISSE AG» im Handelsregister des Kantons St. Gallen, abgerufen am 7. November 2017.
    29. Aldi-Angestellte kriegen (noch) mehr Lohn In: blickamabend.ch, 1. Dezember 2017, abgerufen am 2. Dezember 2017.
    30. Aldi eröffnet Ende Monat die ersten vier Schweizer Filialen In: Neue Zürcher Zeitung, 14. Oktober 2005, abgerufen am 15. Oktober 2017.
    31. Discounter: Aldi Süd startet in China. In: Handelsblatt, 18. November 2016.
    32. https://www.rga.de/wirtschaft/aldi-sued-hat-ein-neues-logo-bekommen-und-sorgt-damit-fuer-diskussionen-im-netz-zr-9037872.html
    33. Neues Aldi-Süd-Logo: Nach über 10 Jahren sieht es 2017 so aus. In: wunderweib.de, 3. März 2017.
    34. Tobias Brunner: Aldi Süd eröffnet Bistro: Mittagspause beim Discounter. In: Handelsblatt, 24. April 2017.
    35. Frauke Schobelt: Konzept von Ogilvy & Mather. Aldi Süd eröffnet Pop-up-Bistro in Köln. In: Werben & Verkaufen, 10. April 2017.
    36. Werben & Verkaufen: Das Bistro von Aldi Süd in München ist eröffnet | W&V. (wuv.de [abgerufen am 22. November 2017]).
    37. Aldi-Bilanz 2010: Gewinnsprung im Norden. In: mediatribune.de, 26. Juni 2012.
    38. Juliane Meyer: Discounter als Ausdruck der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes, GRIN Verlag, ISBN 978-3-640-21998-8; zitiert aus: Reiner Mihr, Markus Oess: Aldi: Verkaufsmaschine Aldi – der Triumph des Schlichten, Europäische Verlagsanstalt, 2006, ISBN 3-434-46812-9.
    39. Waltraud Schwab: Arme Discounterkunden – Kasse dank Masse. In: die tageszeitung, 19. Juni 2009.
    40. Stiftung Warentest: Orangensaft – Fast jeder zweite ist „mangelhaft“. In: test, 2006, Nr. 7.
    41. Stiftung Warentest: Sonnencreme: Der Adel geht baden. In: test, 2009, Nr. 7.
    42. Aldi-Produkte: Nicht immer gut und günstig. (Memento vom 12. September 2012 im Webarchiv archive.is). In: Öko-Test, Dezember 2003.
    43. Einzelhandel: Gute Noten für Lebensmittel von Aldi, Lidl & Co. In: WAZ, 5. Januar 2010.
    44. Stiftung Warentest: Aktionsware: Schnäppchen sind selten. In: test, 2008, Nr. 11.
    45. Stiftung Warentest: Aldi bleibt Schnäppchenkönig in der Fünfjahresbilanz. In: test, 2009, Nr. 11.
    46. ALDI SÜD: ALDI SÜD – Unser Unternehmen. Abgerufen am 22. November 2017.
    47. www.againstinterpretation.com: Lose Früchte: Aldi Süd verändert Sortiment bis Ende des Jahres 2016. In: Fruchthandel Newsnet. (fruchthandel.de [abgerufen am 22. November 2017]).
    48. Aldi ist der mit Abstand größte Weinhändler Deutschlands Bericht in der Tageszeitung DIE WELT vom 20. März 2017, abgerufen am 11. Dezember 2017
    49. AP/dma: Aldi steigt groß ins Bäckerei-Geschäft ein. In: Die Welt vom 21. Dezember 2010.
    50. Brötchen weder frisch noch Vollkorn: Bäcker klagen gegen Aldi. In: n-tv, 19. Juli 2010.
    51. AFP/stl/pak: Bäcker verklagen Aldi: Das Brötchen des Anstoßes. In: Süddeutsche Zeitung, 19. Juli 2010.
    52. Commodore über Aldi-Theken. In: Computerwoche, 4. April 1986, abgerufen am 7. Januar 2013.
    53. Registerauskunft: Tevion. In: Deutsches Patent- und Markenamt, Stand am 20. September 2017.
    54. Die Größten im deutschen Textileinzelhandel. (Memento vom 2. Dezember 2007 im Internet Archive). In: IHK-Hannover, 26. September 2006.
    55. Aldi Reisen. In: fernbusse.de, aufgerufen am 20. September 2017.
    56. Aldi: Startet Blumenservice. (Memento vom 10. Juli 2012 im Webarchiv archive.is). In: Lebensmittel Zeitung, 23. April 2008.
    57. Pressemitteilung: Discounter gibt auf – Protest des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute erfolgreich. In: BDV, 21. April 2008.
    58. ALDI SÜD: ALDI SÜD - Pressemitteilung - ALDI life Games. Abgerufen am 22. November 2017.
    59. Presseportal: ALDI erweitert ALDI TALK um einen Onlineshop, aufgerufen am 20. September 2017.
    60. ALDI SÜD: ALDI SÜD – Pressemitteilung ALDI SÜD Grünstrom. Abgerufen am 22. November 2017.
    61. ALDI SÜD: ALDI SÜD – Pressemitteilung – ALDI liefert. Abgerufen am 22. November 2017.
    62. a b Susanne Amann und Janko Tietz: Handel: Geheimnisse eines Clans. In: Der Spiegel, 2. August 2010, Nr. 31, S. 66.
    63. Presse bei ALDI Nord – Stets aktuell informiert! Abgerufen am 22. November 2017.
    64. ALDI SÜD: ALDI SÜD - ALDI SÜD – Presse. Abgerufen am 22. November 2017.
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         Kathrin König: Nach kritischen Berichten schaltet Aldi in der SZ keine Anzeigen mehr: Hauptsache billig. In: Berliner Zeitung, 22. Juni 2004.
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    99. Gerrit Anfang: Untergang der Mangroven: Garnelenzucht bedroht unersetzliche Ökosysteme. (Memento vom 17. Oktober 2009 im Internet Archive). In: Robin Wood-Magazin, 1997, Nr. 1, S. 28, nach unten scrollen;
        Inge Altemeier und Beate Greindl: Hormone, Antibiotika, radioaktive Strahlen – Wie asiatische Shrimps für den deutschen Markt gezüchtet werden. In: Panorama vom 1. August 1996, mit Video, 10:33 Min.
    100. Dr. Rudolf Fenner, Waldreferat: Offener Brief: Mangrovenholzfasern in Büchern des Tandem-Verlags. In: Robin Wood, 16. November 2010, (PDF; 2 S., 26 kB).
    101. Stephan Zimprich: Umwelt: Aldi auf dem Holzweg. In: Spiegel Online, 20. Mai 2004.
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    104. Romy Richter, ddp: Unis in Finanznöten: Hörsaal sponsored by Aldi. In: Der Spiegel, 27. Oktober 2006.
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    106. Moritz Honert: Uni-Sponsoring: Ab in die Marken-Uni! In: Zeit Campus, 6. November 2006.
    107. Neuer Hörsaal am Fachbereich Wirtschaft der FH Düsseldorf. In: Fachhochschule Düsseldorf, 11. September 2007.
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    109. Florian Illies: Aufstieg und Fall des Günter F. (Memento vom 27. November 2012 im Internet Archive). In: Monopol, 1. Juli 2009.
    110. Kokain landete offenbar zufällig in Berlin. In: rbb24. 7. Januar 2014; abgerufen am 20. September 2017.
    111. Kirsten Ludowig: Ex-Geschäftsführer berichtet. Wie Aldi-Gründer Theo sein Imperium regierte. (Memento vom 21. Dezember 2014 im Internet Archive). In: Handelsblatt, 5. Dezember 2011.
    112. Wie Aldi in den Osten kam. In: MDR. Archiviert vom Original am 21. Januar 2016; abgerufen am 28. Februar 2017.
    113. Julia Voss: Wer auf den Quatsch hereinfällt. In: FAZ, 27. November 2011; Hans-Dieter Franz: „I love Aldi“: Über die Wonnen der Fülle. In: Badische Zeitung, 3. Januar 2012.