ARMIGER

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ARMIGER (englisch Anti Radiation Missile with Intelligent Guidance & Extended Range für Anti-Radarrakete mit intelligenter Lenkung und vergrößerter Reichweite) war die Bezeichnung für eine Luft-Boden-Rakete zur Bekämpfung von Radaranlagen, speziell von Flugabwehrraketensystemen. Auf Basis der Luft-Luft-Rakete Meteor sollte diese Rakete, unter anderem als ein potenzieller Nachfolger für die AGM-88 HARM, vom deutschen Rüstungshersteller Diehl BGT Defence entwickelt werden. Durch das niedrigere Gewicht der ARMIGER im Vergleich zur HARM können die Trägerflugzeuge (Tornado ECR) maximal 4 ARMIGER (anstatt 2 HARM) mitführen.

Wie die Meteor hätte die ARMIGER eine Kombination aus Raketen- und Feststoff-Staustrahlantrieb genutzt, um bei hohen Geschwindigkeiten eine große Reichweite zu erzielen. Zur Steuerung war ein bei der EADS entwickelter Suchkopf mit einem Breitband-Radarempfänger und einem Infrarot-Sensorkopf geplant. Ein GPS/INS-Navigationssystem hätte die Bestimmung der eigenen Position im Raum, die Ausstattung mit einem Passiv-Radar-Sensor und der IR-Endanflugsteuerung eine Bekämpfung des Ziels ohne Radarstrahlung ermöglichen sollen. Die ARMIGER weist eine Trefferabweichung von ca. 1 m auf, wobei die Munition mit kombinierter Wirkung (CEM) erheblich zur erreichten Trefferabweichung beiträgt. Dadurch ist der ARMIGER anderen ANTI-Radarlenkflugkörper technisch weit voraus, vor allem weil auch der Einsatz im bebauten Gebiet erstmals möglich ist, ohne Kollateralschäden auszulösen.

Die Entwicklung der ARMIGER erfolgte aus dem deutsch-französischen Entwicklungsprogramm Aramis, bis Frankreich aus dem Projekt ausstieg.

Das Projekt befand sich zuletzt in einem Technologie-Demonstrationsprogramm und wurde dann eingestellt.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten
Hauptfunktion    Taktische Luft-Boden-Rakete mittlerer Reichweite
Hersteller    Diehl BGT Defence
Länge    4000 mm
Durchmesser    200 mm
Startgewicht    220 kg
Geschwindigkeit    Mach 3 (3675 km/h)
Reichweite    bis zu 200 km
Antrieb    Raketentriebwerk bei Start, ab Mach 2 mittels Staustrahltriebwerk
Lenkung    Breitband-Radarempfänger, IR-Sucher, GPS/INS
Gefechtskopf    20 kg
Status    Programm eingestellt
Plattformen    Tornado ECR

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]