ATP Halle

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Koordinaten: 52° 3′ 48″ N, 8° 21′ 2″ O

Tennis Gerry Weber Open
Logo des Turniers „Gerry Weber Open“
ATP World Tour
Austragungsort Halle
DeutschlandDeutschland Deutschland
Erste Austragung 1993
Kategorie World Tour 500
Turnierart Freiplatzturnier
Spieloberfläche Rasen
Auslosung 32E/16Q/16D/4DQ
Preisgeld 2.116.915 
Center Court 11.500 Zuschauer
Website Offizielle Website
Stand: 29. Oktober 2018
Blick auf das Gerry Weber Stadion von Court 1 bei den 26. Gerry Weber Open
Die Sportfreunde Stiller traten 2017 beim Fitness Day der 25. Gerry Weber Open auf
Borna Ćorić gewann die 26. Ausgabe 2018 im Finale gegen Roger Federer

Das ATP-Turnier von Halle (offiziell Gerry Weber Open) ist ein Tennisturnier auf Rasen für Herren, das in Halle (Westf.) ausgetragen wird. Es findet jedes Jahr im Juni im Zeitraum zwischen den French Open und Wimbledon statt und ist nach dem Sponsor, dem Textilunternehmen Gerry Weber, benannt. Es ist neben dem Turnier im Londoner Queen’s Club, das zur selben Zeit stattfindet, das wichtigste Vorbereitungsturnier für das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres in Wimbledon.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1991 wurde auf der Anlage des TC Blau-Weiss Halle erstmals ein mit 50.000 US-Dollar dotiertes ATP-Challenger-Turnier, der sogenannte Taifun Cup, auf Sand ausgerichtet. Ein Jahr später erlebte der Taifun Cup mit 11.000 Besuchern eine Rekordzuschauerzahl für ein Turnier dieser Kategorie. Hieraus entstanden 1993 die Gerry Weber Open, die nicht nur erstmals auf Rasen ausgetragen wurden, sondern fortan Bestandteil der ATP World Series, der Vorgänger der ATP World Tour 250, waren. Seit 2015 gehört das Turnier zur ATP World Tour 500, nach den Grand-Slam- und Masters-Turnieren die dritthöchste Kategorie auf der Tour.[1]

Spielstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Center Court im Gerry-Weber-Stadion fasst 11.500 Zuschauer; der benachbarte, zweitgrößte Court 1 bietet 3500 Sitzplätze. Nachdem 1993 regenbedingt einen ganzen Tag nicht gespielt werden konnte, wurde mit dem Bau eines schließbaren Dachs begonnen. Die zweiteilige Konstruktion wurde innerhalb von drei Monaten fertiggestellt und lässt sich innerhalb von 88 Sekunden schließen. Seit 2008 sorgt ein eigens entwickeltes Rasenbelüftungssystem zudem für optimale Bedingungen auf dem Center-Court-Rasen. Zusätzlich stehen noch zwei weitere Matchcourts zur Verfügung sowie sechs weitere Trainingsplätze.

Zuschauerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gerry Weber Open sind das zuschauerstärkste ATP-Tennisevent in Deutschland mit insgesamt über 2,7 Millionen Zuschauern in 26 Turnierjahren. Beim Jubiläumsturnier 2017 verzeichnete das Turnier mit 116.200 Besuchern einen neuen Zuschauerrekord.[2] 2018 kamen 115.500 Besucher nach Halle. Überlegungen im Jahr 2014, ein kombiniertes Damen- und Herrenevent auszurichten, wurden indes wieder verworfen.[3]

Rahmenprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einem Unterhaltungsprogramm auf der Stadionanlage bietet die Gerry Weber Management & Event GmbH & Co. OHG den Turnierbesuchern auch Musikkonzerte. Unter anderem traten Sarah Connor, Revolverheld, Amy Macdonald, Lena Meyer-Landrut, die Sportfreunde Stiller und Tim Bendzko auf.

Rekordsieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekordsieger des Turniers ist im Einzel der Schweizer Roger Federer mit neun Erfolgen, zuletzt triumphierte er 2017 gegen Alexander Zverev. Insgesamt konnten sechs Deutsche den Titel gewinnen, darunter Tommy Haas als einziger zweimal (2009, 2012). Michael Stich (1994), Nicolas Kiefer (1999), David Prinosil (2000), Philipp Kohlschreiber (2011) und Florian Mayer (2016) waren jeweils einmal erfolgreich. Der einzige Spieler, der in einem Jahr sowohl im Einzel als auch im Doppel gewann, ist Roger Federer (2005, mit Yves Allegro). Ihren Titel im Doppel verteidigen konnten sowohl Raven Klaasen und Rajeev Ram (2015, 2016), sowie Łukasz Kubot und Marcelo Melo (2017, 2018).

Siegerliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Sieger Finalgegner Finalergebnis
2018 KroatienKroatien Borna Ćorić SchweizSchweiz Roger Federer 7:66, 3:6, 6:2
2017 SchweizSchweiz Roger Federer (9) DeutschlandDeutschland Alexander Zverev 6:1, 6:3
2016 DeutschlandDeutschland Florian Mayer DeutschlandDeutschland Alexander Zverev 6:2, 5:7, 6:3
2015 SchweizSchweiz Roger Federer (8) ItalienItalien Andreas Seppi 7:61, 6:4
2014 SchweizSchweiz Roger Federer (7) KolumbienKolumbien Alejandro Falla 7:62, 7:63
2013 SchweizSchweiz Roger Federer (6) RusslandRussland Michail Juschny 6:75, 6:3, 6:4
2012 DeutschlandDeutschland Tommy Haas (2) SchweizSchweiz Roger Federer 7:65, 6:4
2011 DeutschlandDeutschland Philipp Kohlschreiber DeutschlandDeutschland Philipp Petzschner 7:65, 2:0 Aufgabe
2010 AustralienAustralien Lleyton Hewitt SchweizSchweiz Roger Federer 3:6, 7:64, 6:4
2009 DeutschlandDeutschland Tommy Haas (1) SerbienSerbien Novak Đoković 6:3, 6:7, 6:1
2008 SchweizSchweiz Roger Federer (5) DeutschlandDeutschland Philipp Kohlschreiber 6:3, 6:4
2007 TschechienTschechien Tomáš Berdych Zypern RepublikZypern Marcos Baghdatis 7:5, 6:4
2006 SchweizSchweiz Roger Federer (4) TschechienTschechien Tomáš Berdych 6:0, 6:7, 6:2
2005 SchweizSchweiz Roger Federer (3) RusslandRussland Marat Safin 6:4, 6:7, 6:4
2004 SchweizSchweiz Roger Federer (2) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mardy Fish 6:0, 6:3
2003 SchweizSchweiz Roger Federer (1) DeutschlandDeutschland Nicolas Kiefer 6:1, 6:3
2002 RusslandRussland Jewgeni Kafelnikow (3) DeutschlandDeutschland Nicolas Kiefer 2:6, 6:4, 6:4
2001 SchwedenSchweden Thomas Johansson FrankreichFrankreich Fabrice Santoro 6:3, 6:7, 6:2
2000 DeutschlandDeutschland David Prinosil NiederlandeNiederlande Richard Krajicek 6:3, 6:2
1999 DeutschlandDeutschland Nicolas Kiefer SchwedenSchweden Nicklas Kulti 6:3, 6:2
1998 RusslandRussland Jewgeni Kafelnikow (2) SchwedenSchweden Magnus Larsson 6:4, 6:4
1997 RusslandRussland Jewgeni Kafelnikow (1) TschechienTschechien Petr Korda 7:6, 6:7, 7:6
1996 SchwedenSchweden Nicklas Kulti RusslandRussland Jewgeni Kafelnikow 6:7, 6:3, 6:4
1995 SchweizSchweiz Marc Rosset DeutschlandDeutschland Michael Stich 3:6, 7:6, 7:6
1994 DeutschlandDeutschland Michael Stich SchwedenSchweden Magnus Larsson 6:4, 4:6, 6:3
1993 FrankreichFrankreich Henri Leconte UkraineUkraine Andrij Medwedjew 6:2, 6:3

Doppel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Sieger Finalgegner Finalergebnis
2018 PolenPolen Łukasz Kubot (2)
BrasilienBrasilien Marcelo Melo (2)
DeutschlandDeutschland Alexander Zverev
DeutschlandDeutschland Mischa Zverev
7:61, 6:4
2017 PolenPolen Łukasz Kubot (1)
BrasilienBrasilien Marcelo Melo (1)
DeutschlandDeutschland Alexander Zverev
DeutschlandDeutschland Mischa Zverev
5:7, 6:3, [10:8]
2016 SudafrikaSüdafrika Raven Klaasen (2)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rajeev Ram (2)
PolenPolen Łukasz Kubot
OsterreichÖsterreich Alexander Peya
7:65, 6:2
2015 SudafrikaSüdafrika Raven Klaasen (1)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rajeev Ram (1)
IndienIndien Rohan Bopanna
RumänienRumänien Florin Mergea
7:65, 6:2
2014 DeutschlandDeutschland Andre Begemann
OsterreichÖsterreich Julian Knowle
(2)
SchweizSchweiz Marco Chiudinelli
SchweizSchweiz Roger Federer
1:6, 7:5, [12:10]
2013 MexikoMexiko Santiago González
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Lipsky
ItalienItalien Daniele Bracciali
IsraelIsrael Jonathan Erlich
6:2, 7:63
2012 PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi (2)
NiederlandeNiederlande Jean-Julien Rojer
PhilippinenPhilippinen Treat Conrad Huey
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Lipsky
6:3, 6:4
2011 IndienIndien Rohan Bopanna
PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi (1)
NiederlandeNiederlande Robin Haase
KanadaKanada Milos Raonic
7:68, 3:6, [11:9]
2010 UkraineUkraine Serhij Stachowskyj
RusslandRussland Michail Juschny (2)
TschechienTschechien Martin Damm
SlowakeiSlowakei Filip Polášek
4:6, 7:5, [10:7]
2009 DeutschlandDeutschland Christopher Kas
DeutschlandDeutschland Philipp Kohlschreiber
DeutschlandDeutschland Andreas Beck
SchweizSchweiz Marco Chiudinelli
6:3, 6:4
2008 RusslandRussland Michail Juschny (1)
DeutschlandDeutschland Mischa Zverev
TschechienTschechien Lukáš Dlouhý
IndienIndien Leander Paes
4:6, 6:3, [10:3]
2007 SchwedenSchweden Simon Aspelin
OsterreichÖsterreich Julian Knowle
(1)
FrankreichFrankreich Fabrice Santoro
SerbienSerbien Nenad Zimonjić
6:4, 7:65
2006 FrankreichFrankreich Fabrice Santoro
SerbienSerbien Nenad Zimonjić
DeutschlandDeutschland Michael Kohlmann
DeutschlandDeutschland Rainer Schüttler
6:0, 6:4
2005 SchweizSchweiz Roger Federer
SchweizSchweiz Yves Allegro
SchwedenSchweden Joachim Johansson
RusslandRussland Marat Safin
7:5, 6:76, 6:3
2004 IndienIndien Leander Paes
TschechienTschechien David Rikl
(2)
TschechienTschechien Tomáš Cibulec
TschechienTschechien Petr Pála
6:2, 7:5
2003 SchwedenSchweden Jonas Björkman (2)
AustralienAustralien Todd Woodbridge
TschechienTschechien Martin Damm
TschechienTschechien Cyril Suk
6:3, 6:4
2002 DeutschlandDeutschland David Prinosil
TschechienTschechien David Rikl
(1)
SchwedenSchweden Jonas Björkman
AustralienAustralien Todd Woodbridge
4:6, 7:65, 7:5
2001 KanadaKanada Daniel Nestor
AustralienAustralien Sandon Stolle
WeissrusslandWeißrussland Max Mirny
AustralienAustralien Patrick Rafter
6:4, 6:75, 6:1
2000 SchwedenSchweden Nicklas Kulti
SchwedenSchweden Mikael Tillström
IndienIndien Mahesh Bhupathi
DeutschlandDeutschland David Prinosil
7:64, 7:64
1999 SchwedenSchweden Jonas Björkman (1)
AustralienAustralien Patrick Rafter
NiederlandeNiederlande Paul Haarhuis
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jared Palmer
6:3, 7:5
1998 SudafrikaSüdafrika Ellis Ferreira
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rick Leach
SudafrikaSüdafrika John-Laffnie de Jager
DeutschlandDeutschland Marc-Kevin Goellner
4:6, 6:4, 7:6
1997 DeutschlandDeutschland Karsten Braasch
DeutschlandDeutschland Michael Stich
SudafrikaSüdafrika David Adams
SudafrikaSüdafrika Marius Barnard
7:6, 6:3
1996 SimbabweSimbabwe Byron Black
KanadaKanada Grant Connell
RusslandRussland Jewgeni Kafelnikow
TschechienTschechien Daniel Vacek
6:1, 7:5
1995 NiederlandeNiederlande Jacco Eltingh
NiederlandeNiederlande Paul Haarhuis
RusslandRussland Jewgeni Kafelnikow
RusslandRussland Andrei Olchowski
6:2, 3:6, 6:3
1994 FrankreichFrankreich Olivier Delaître
FrankreichFrankreich Guy Forget
FrankreichFrankreich Henri Leconte
Sudafrika 1961Südafrika Gary Muller
6:4, 6:7, 6:4
1993 TschechienTschechien Petr Korda
TschechienTschechien Cyril Suk
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mike Bauer
DeutschlandDeutschland Marc-Kevin Goellner
7:6, 5:7, 6:3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gerry Weber Open – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerry-Weber-Open: Ab 2015 mit 500er-Status. In: Tennismagazin. 8. November 2013, abgerufen am 29. Oktober 2018.
  2. Traumfinale krönt 25. Gerry Weber Open: Zverev gegen Federer. In: augsburger-allgemeine.de. 25. Juni 2017, abgerufen am 29. Oktober 2018.
  3. Weiter kein Damen-Turnier in Halle. In: sport1.de. 2. März 2015, abgerufen am 29. Oktober 2018.