Aarbergen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aarbergen
Aarbergen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aarbergen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 15′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Rheingau-Taunus-Kreis
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 33,94 km²
Einwohner: 5959 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65326
Vorwahlen: 06120
Rückershausen: 06430Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: RÜD, SWA
Gemeindeschlüssel: 06 4 39 001
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
65326 Aarbergen
Webpräsenz: www.aarbergen.de
Bürgermeister: Udo Scheliga (CDU)
Lage der Gemeinde Aarbergen im Rheingau-Taunus-Kreis
Lorch (Rheingau) Rüdesheim am Rhein Geisenheim Oestrich-Winkel Kiedrich Eltville am Rhein Walluf Schlangenbad Bad Schwalbach Heidenrod Aarbergen Hohenstein (Untertaunus) Taunusstein Hünstetten Idstein Niedernhausen Waldems Rheinland-Pfalz Wiesbaden Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Aarbergen ist eine Untertaunusgemeinde im Rheingau-Taunus-Kreis im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Kettenbach.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aarbergen liegt nördlich der Kreisstadt Bad Schwalbach und südlich von Limburg an der Lahn im westlichen Hintertaunus, der die vom Taunushauptkamm ausgehende Nordabdachung des Taunus bildet.

Das Gebiet der Gemeinde wird landschaftlich durch das mittlere Aartal mit seinen Seitentälern geprägt, die im Quartär die ausgeprägten Rumpf- und Trogflächen des Taunus stark zertalt haben. Der Aubach als größter Zufluss der Aar mündet auf dem Gemeindegebiet, ebenso der Battenbach. Oligozäne Brandungsgerölle (Vallendar Fazies) liegen den Altflächen bei Kettenbach und Hausen über Aar auf. In der Fachwelt bekannt sind die Erosionsschluchten (Runsen) in weiten Teilen der Gemeinde, die aus historischer Zeit stammen.

Der überwiegende Teil der Gemeindefläche ist bewaldet. Hauptnutzungsart im Offenland ist der Ackerbau. In den Tälern befinden sich Dauergrünlandflächen, z.T. mit landschaftlich wertvollen Streuobstwiesen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aarbergen grenzt im Norden an die Gemeinden Mudershausen, Schiesheim, Burgschwalbach und Kaltenholzhausen (alle Rhein-Lahn-Kreis, Rheinland-Pfalz) und Hünfelden (Landkreis Limburg-Weilburg), im Osten an die Gemeinde Hünstetten, im Süden an die Gemeinde Hohenstein, im Südwesten an die Gemeinde Heidenrod (alle Rheingau-Taunus-Kreis) sowie im Westen an die Gemeinden Reckenroth, Eisighofen, Dörsdorf und Berghausen (alle Rhein-Lahn-Kreis).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Aarbergen gliedert sich in folgende Ortsteile (Einwohnerzahlen ohne Nebenwohnsitz; Stand 30. Juni 2015):[2]

Ortsteil Einwohner Ersterwähnung
Daisbach 490 879
Hausen über Aar 682 879
Kettenbach 1.524 845
Michelbach 2.279 1184
Panrod 693 888
Rückershausen 843 879

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der Gebietsreform in Hessen schlossen sich die bis dahin eigenständigen Gemeinden Daisbach, Hausen über Aar, Kettenbach, Michelbach, Panrod und Rückershausen am 31. Dezember 1970 freiwillig zur neuen Gemeinde Aarbergen zusammen.[3] Für jeden Ortsteil wurde durch die Hauptsatzung ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1970¹ 6.505
1981¹ 6.524
31. Dezember 2014 5.959

¹ Zahlen aus: „Aarbergen, Rheingau-Taunus-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 1. April 2014). Abgerufen am 18. Juli 2016

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Von 31 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 41,4 13 40,1 12 41,8 13 34,9 11
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,9 9 35,4 11 41,2 13 45,0 14
BL Bürgerliste Aarbergen 15,9 5 8,4 3 9,0 3 14,2 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 12,8 4 16,0 5 7,9 2 5,9 2
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 55,9 57,9 58,1 71,7

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse[7]:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2013 Udo Scheliga CDU 86,9
Wahlbeteiligung in % 43,6
2007 Udo Scheliga CDU 50,5
Hartmut Bopp SPD 49,5
Wahlbeteiligung in % 69,7
2001(1) Hartmut Bopp SPD 50,9
Rolf-Dieter Finkler CDU 49,1
Wahlbeteiligung in % 71,1
Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2001 Hartmut Bopp SPD 38,9
Monika Baumgartl BL 22,3
Rolf-Dieter Finkler CDU 38,8
Wahlbeteiligung in % 65,6
1995 Wolf Schrader SPD 74,2
Rolf-Dieter Finkler CDU 25,8
Wahlbeteiligung in % 77,9

(1)Stichwahl

Bei der letzten Wahl am 24. Februar 2013 gewann Udo Scheliga mit 86,9 %. Andere Parteien nominierten keine Kandidaten und auch parteilose Kandidaten traten nicht an. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,6 %.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche aus dem 11. Jahrhundert in Michelbach

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kettenbach

  • Ev. Kirche - 1752 Die barocke Orgel ("Schölerorgel") von 1763 steht unter Denkmalschutz, letzte große Renovierung 1969/1970.

Michelbach

  • Wehrkirche auf dem Friedhof - 11. Jahrhundert oder früher (Hochmittelalterlicher Chorturm, Kreuzgewölbe, achteckiger Spitzhelm, runder Chorbogen). 1908 entweiht wegen Kirchenneubau. Seit 1958 wird die Kirche als vermutlich ältestes Gebäude Aarbergens als Trauerhalle genutzt.
  • Spätgründerzeitliche evangelische Kirche von 1908.
  • Unter Naturschutz stehende ca. 450 Jahre alte Linde auf dem Friedhof ("Apostellinde")
  • "Rahnstätter Hof" (ehemaliges Hofgut), wieder aufgemauerter Brunnen mit einer Tafel, auf der die Geschichte in Kurzfassung zu lesen ist, unterhalb des Segelflugplatzes (erstmals 1194-98 erwähnt, 1870 wurde der Hof zur Auflösung freigegeben). [8]

Rückershausen

  • Ev. Kirche - um 1326 erbaut, im 18. Jh. umgestaltet Orgel von 1755
  • Sauerbrunnen "Antonius-Sprudel", bekannt seit 1779 Kohlensäure-Sprudel-Säuerling, Tafel- und Heilwasser, (Gicht, Diabetes, Magen- und Darmkatarrh, Nierenspülung, Stoffwechselkrankheit)

Hausen über Aar

  • Malerische Aarbrücke aus Bruchsteinmauerwerk und mit gusseisernem Geländer von 1863.
  • Denkmalgeschütztes Ehrenmal von 1926 mit den Namen der Gefallenen aus beiden Weltkriegen.

Panrod

  • Ev. Kirche - um 1321 (spätromanischer Chorturm, gutes barockes Kruzifix)
  • Ringwall Altschloss - Ringwallanlage, vermutlich 8. bis 10. Jahrhundert

Daisbach

  • Kath. Kirche - erbaut 1690–1709 (Stiftung des Freiherrn von Galen, Erbkämmerei). Das Gotteshaus wird von katholischen und evangelischen Christen gleichermaßen genutzt.

Michelbach, Kettenbach, Hausen über Aar, Rückershausen

  • Durch die Gemeinde verläuft die 1894 eröffnete und denkmalgeschützte Aartalbahn, die Hessens längstes Baudenkmal ist und als herausragendes Beispiel einer aufwendig konzipierten deutschen Nebenbahn gilt. Im Sommerhalbjahr finden auf den Gleisen Draisinenfahrten des länderübergreifenden "Aarbeitskreis Aartalbahn" statt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jedes Jahr findet im Herbst in allen Ortsteilen die traditionelle Kerb statt, die meist seit mehreren Generationen von Jugendlichen organisiert wird. In Michelbach heißt das Fest "Hammelkerb", in Daisbach "Klaa Frankfurter Kerb", in Hausen über Aar "Häuser Kerb", in Panrod "Panröder Kerb" und in Kettenbach seit 1927 "Schulweihkerb".
  • In Rückershausen findet jährlich am letzten Dienstag im Oktober seit 1532 der "Rückershäuser Markt" statt. Er ist eines der ältesten Feste der ganzen Region.
  • Der Gebirgstrachten-Erhaltungsverein Huiberg Weiß-Blau e.V.(GTEV) veranstaltet jährlich am zweiten Wochenende im Juni sein großes bayerisches Zeltfest im Michelbacher Brühl.
  • Während der Großveranstaltung "Fahr zur Aar" ist die Aarstraße (Bundesstraße 54) von Taunusstein nach Diez alljährlich im Sommer für den Autoverkehr komplett gesperrt.
  • Michelbacher Weihnachtsmarkt, jährlich am zweiten Advent. Er findet seit 2006 im Brühl (vormals auf der Hauptstraße) statt.
  • Der MSC Michelbacher Hütte richtet jährlich überregionale Wettbewerbe auf dem Motocrossgelände in Aarbergen-Kettenbach aus.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolf Schrader (verstorben), ehemaliger Bürgermeister.
  • Karl Löhr (verstorben), Heimathistoriker.
  • Gerhard Bruch, Rechtsanwalt und Notar, zugleich Ehrenvorsitzender der Gemeindevertretung

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolph Samuel Passavant (1841–1926), Industrieller (Begründer der Passavant-Werke).
  • Wilhelm Passavant (7. April 1886–31. März 1959), Industrieller.
  • Melchior Christian (von 1564 bis 1595 Pfarrer in Michelbach), ein Schüler des bedeutenden Wittenberger Reformators Philipp Melanchthon.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rückershausener Apfelweinspezialitäten der Kelterei Geier.
  • Kettenbacher Branntweine der Brennerei Höhler.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Astrid-Lindgren-Schule (Grundschule Kettenbach).
  • Aartalschule Aarbergen (kooperative Gesamtschule Aarbergen-Michelbach)
  • Freie Schule Untertaunus (Aarbergen-Kettenbach)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen ähnlichen Namen trägt das Schweizer Städtchen Aarberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aarbergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Informationen über unsere Ortsteile auf www.aarbergen.de
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 377.
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  7. Bürgermeisterwahl in Aarbergen am 24.02.2013. In: www.statistik-hessen.de. Abgerufen am 28. April 2016.
  8. Stolz, C. (2011): Spatiotemporal budgeting of soil erosion in the abandoned fields area of the Rahnstätter Hof near Michelbach (Taunus Mts., Western Germany). - Erdkunde 65, 4: 355-370. PDF-Datei, 10,5 MB