Aaron ben Elia

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Aaron ben Elia (* um 1300 in Kairo[1]; † 1369 in Konstantinopel) war der bedeutendste Religionsphilosoph der Karäer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aaron ben Elia lebte lange Zeit in Nikomedia (Kleinasien) und ließ sich zum Ende seines Lebens hin in Konstantinopel nieder, wo sich eine bedeutende karäische Gemeinde befand.

Aaron ben Elia hielt die Lehre des Kalam (islamische Theologie) wegen ihrer Übereinstimmung mit der Bibel im Kern für jüdischen Ursprungs und stand ihr freundlicher gegenüber als dem aristotelischen System, das auf heidnischem Boden entstanden und daher mit dem Judentum nicht vereinbar sei. Er kritisierte und polemisierte vor allem gegen Maimonides.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aaron ben Elias Studien zu den Karäern sind in drei Schriften zusammengefasst. In seinem ersten Buch, Ez chajim (1346; „Baum des Lebens“), versucht Aaron ein karäisches Gegenstück zu Maimonides More Nevuchim (Führer der Unschlüssigen) zu schaffen, insbesondere lehnt er darin die schädlichen Einflüsse der als heidnisch angesehenen aristotelischen Philosophie ab. In Gan eden (1354; „Paradies“) versucht er den Ritualkodex der Karäer zu begründen. Das dritte Buch, Keter tora (1362; „Krone der Tora“), ist ein Kommentar zum Pentateuch, basierend auf einer wortgetreuen Auslegung der schriftlichen Überlieferungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kaufmann Kohler: Aaron ben Elijah. In: Jewish Encyclopedia, 1906.