Aarwangen

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde im Kanton Bern. Weitere Bedeutungen siehe Aarwangen (Begriffsklärung).
Aarwangen
Wappen von Aarwangen
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Oberaargauw
BFS-Nr.: 0321i1f3f4
Postleitzahl: 4912
Koordinaten: 625062 / 232187Koordinaten: 47° 14′ 24″ N, 7° 46′ 11″ O; CH1903: 625062 / 232187
Höhe: 436 m ü. M.
Fläche: 9,90 km²
Einwohner: 4518 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 456 Einw. pro km²
Website: www.aarwangen.ch
Aarwangen

Aarwangen

Karte
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Aarwangen (im einheimischen Dialekt: [ɑrˈʋɑŋːgə])[2] ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aarwangen liegt im Oberaargau im Schweizer Mittelland an beiden Aareufern, wobei der weitaus grösste Teil der Gemeinde auf das südliche Ufer entfällt. Die Siedlungsstruktur besteht aus der Ortschaft Aarwangen mit den Quartieren Bleuerain, Riedgass, Hard, Farnere, Hof und Mumenthal sowie dem Weiler Meiniswil. Am nördlichen Aareufer liegt im Ortsteil Schürhof ein kleiner Brückenkopf auf Aarwanger Gebiet. Südlich der Brücke steht das Schloss Aarwangen.

Die Nachbargemeinden sind Bannwil, Schwarzhäusern, Wynau, Roggwil, Langenthal und Thunstetten. Aarwangen entwickelte sich neben Langenthal und der Gemeinde Herzogenbuchsee zur drittgrössten Gemeinde im Oberaargau. Die Agrar- und Siedlungsfläche der Gemeinde Aarwangen umfasst 599 Hektaren. Die Agrarfläche wird heute noch von 29 Landwirtschaftsbetrieben bewirtschaftet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuell (Stand 2017) setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:[3]

  • Kurt Bläuenstein, Gemeinde-/Gemeinderatspräsident, FDP
  • Thomas Beutler, Gemeinde-/Gemeinderatsvizepräsident, SVP
  • Daniel Bader, SP
  • Martin Huggenberger, FDP
  • Remo Schär, FDP
  • Gabriela Seiler, SVP
  • Martin Winkelmann, SVP

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aarwangen ist verkehrstechnisch gesehen gut erschlossen. Durch Aarwangen verläuft die meterspurige Bahnstrecke der ehemaligen Langenthal-Jura-Bahn, die inzwischen von der Aare Seeland mobil (ASm) betrieben wird und über mehrere Haltestellen im Dorf verfügt. Im Halbstundentakt werden zu Stosszeiten, sonst stündlich, folgende Linien befahren:

  • Aarwangen–Langenthal–St. Urban; mit Anschluss nach Bern/Zürich in Langenthal
  • Aarwangen–Niederbipp–Solothurn; mit Anschluss nach Biel in Niederbipp und Solothurn

In gut 10 Autominuten erreicht man den Autobahnanschluss 43 der A1 in Niederbipp.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Aarwangen

Aarwangen entstand am rechten Ufer der Aare beim Flussübergange auf dem Wege von Langenthal über Balsthal nach Basel. Der Ortsname ist 1251 und in späteren Abschriften von zweien Dokumenten aus der Zeit um 1200/’25 als Arwangen bezeugt. Es handelt sich dabei ursprünglich um einen zusammengesetzten Flurnamen mit ahd. wang ‚sanft geneigte Wiese, Au, Halde, Feld, Ebene, Land‘ als Hinterglied.[2]

Bis im 18. Jahrhundert die Kunststrassen und im 19. Jahrhundert die Eisenbahn gebaut wurden, war der Aare-Fluss ein rege benützter Handelsweg. Aarwangen war der Umschlagplatz für Waren aus der Westschweiz und der Ostschweiz. Schon im 16. Jahrhundert verfügte Aarwangen über eine gedeckte Holzbrücke. Gesichert wurde der Übergang durch die Burg und finanziert durch eine Zollstation. Bei Aarwangen lag im Hochmittelalter die Grenze zwischen Burgundern (in der Westschweiz) und Alemannen (in der Ostschweiz).

Das Gemeindewappen ist in Schwarz und Silber gehalten. Es entspricht dem Siegel der Herren von Aarwangen. Mit deren Aussterben im Jahre 1341 gingen Dorf und Herrschaft an die Freiherren von Grünenberg (siehe Ruine Grünenberg in Melchnau), die ebenfalls Ministeriale der Habsburger waren. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt Bern zur regionalen Grossmacht. Als 1415 die Eidgenossen den Habsburgern den Aargau entrissen, mussten sich die Grünenberger neu orientieren und verkauften schliesslich 1432 die Herrschaft Aarwangen an Bern.

Damit war der Grundstein der Landvogtei im Schloss Aarwangen gelegt. Sie blieb bis zum Ende des Bernischen Stadtstaates im Frühjahr 1798 bestehen. Insgesamt residierten 75 Landvögte im Schloss Aarwangen, wo ihre Wappen noch heute eine Wand zieren.

Im Jahre 1803 wurde der Kanton Bern in Amtsbezirke aufgeteilt. Aarwangen wurde Bezirkshauptort. Heute hat das Kreisgericht Aarwangen-Wangen seinen Sitz im Schloss.

Impressionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fauna und Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Aarwangen ist Lebensraum der in der Schweiz sehr seltenen Libellenart Helm-Azurjungfer. Dieser Standort gehört zum europäischen Naturnetzwerk Smaragd. Dieses erstreckt sich über die zahlreichen kleinen Bäche, welche in der Gemeinde noch vorkommen. Diese verlaufen u. a. in den Feldern zwischen Aarwangen und Meiniswil sowie von dort in Richtung Aare.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aarwangen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. a b Gabrielle Schmid/Andres Kristol: Aarwangen BE (Aarwangen) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 74.
  3. Gemeinderat. In: aarwangen.ch. Gemeindeverwaltung Aarwangen, abgerufen am 19. März 2017.