Abbévillers

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Abbévillers
Wappen von Abbévillers
Abbévillers (Frankreich)
Abbévillers
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Doubs
Arrondissement Montbéliard
Kanton Maîche
Koordinaten 47° 26′ N, 6° 55′ OKoordinaten: 47° 26′ N, 6° 55′ O
Höhe 427–612 m
Fläche 11,18 km2
Einwohner 1.029 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 92 Einw./km2
Postleitzahl 25310
INSEE-Code
Website Abbévillers

Abbévillers ist eine Gemeinde im französischen Département Doubs in der Region Bourgogne-Franche-Comté.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abbévillers liegt auf 575 m, etwa 13 Kilometer südöstlich der Stadt Montbéliard (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im nördlichen Jura, auf der weiten Hochfläche des Tafeljuras östlich des Taleinschnitts des Gland, nahe der Grenze zur Schweiz.

Die Fläche des 11,18 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des nördlichen französischen Juras. Der Hauptteil des Gebietes wird von der nur leicht gewellten Tafeljurahochfläche, bestehend aus Sequan- und Kimmeridgekalken, die durchschnittlich auf 560 bis 580 m liegt, eingenommen. Einige Anhöhen reichen knapp über 600 m, darunter Sur le Seux, La Craye und Les Hautes Bornes, welche mit 612 m die höchste Erhebung von Abbévillers darstellt. Das Hochplateau ist überwiegend von Acker- und Wiesland bestanden, zeigt aber auch einige Waldflächen. Es gibt hier keine oberirdischen Fließgewässer, weil das Niederschlagswasser im verkarsteten Untergrund versickert. Nach Osten geht das Hochplateau in die Hochfläche von Fahy (Schweiz) über.

In den Randbereichen hat Abbévillers Anteil an Erosionstälern, die zu den umliegenden Talsystemen hinunterführen. Nach Südosten erstreckt sich das Gemeindeareal in den bewaldeten Abschnitt der Combotte Roussot, die mit ihren Seitentälern (unter anderem der Combe aux Enfers) fast 100 Meter in das Plateau eingeschnitten ist. Die südliche Grenze verläuft bei der Karstquelle der Doue, die ihr Wasser dem Gland zuführt.

Zu Abbévillers gehören neben dem eigentlichen Ort auch der Weiler La Chaifferie (569 m) am Rand der Hochfläche von Fahy sowie mehrere Gehöfte und Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Abbévillers sind Glay und Meslières im Südwesten, Hérimoncourt im Westen, Vandoncourt im Norden, Croix im Nordosten sowie die schweizerischen Gemeinden Fahy im Osten und Grandfontaine im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Abbévillers erfolgte im Jahr 1140 unter dem Namen Albervillers. Im Lauf der Zeit wandelte sich die Schreibweise über Albervillars (1147), Albrechzviler (1300), Azberveler (1306), Aubeveler (1331), Abeviler (1443) und Abelviller (1480) zum heutigen Namen.

Seit dem Mittelalter gehörte Abbévillers einer ortsansässigen Adelsfamilie, die hier ein Schloss besaß und als Vasallen der Grafen von Montbéliard fungierte. Über die Herren von Rocourt, Rieschach und Wandelincourt gelangte Abbévillers 1579 unter direkten Einfluss der Grafen von Montbéliard. In der Folgezeit wurde das Dorf beim Einfall der Guisen (1587) und im Dreißigjährigen Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen. Mit der Annexion der Grafschaft Württemberg-Mömpelgard (Montbéliard) gelangte das Dorf 1793 endgültig in französische Hand. Im 19. Jahrhundert siedelten sich in Abbévillers eine Feilenfabrik und eine Ziegelei an, doch blieb das Dorf stets vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Heute gehört Abbévillers zum Gemeindeverband der Communauté de communes des Balcons du Lomont.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die lutherische Kirche von Abbévillers (Temple luthérien) wurde 1850 bis 1853 an der Stelle eines Gotteshauses aus dem 17. Jahrhundert neu errichtet.[1] Von 1877 stammt die Mairie (Gemeindehaus).

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 342
1968 405
1975 570
1982 760
1990 817
1999 877

Mit 1029 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) gehört Abbévillers zu den kleinen Gemeinden des Département Doubs. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts leicht abgenommen hatte (1901 wurden noch 485 Personen gezählt), wurde seit Beginn der 1960er Jahre ein markantes Bevölkerungswachstum verzeichnet. Seither hat sich die Einwohnerzahl fast verdreifacht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abbévillers war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft (Ackerbau, Obstbau und Viehzucht) geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute einige Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf dank seiner attraktiven Lage zu einer Wohngemeinde gewandelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die in der Agglomeration Montbéliard ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstraße D34, die von Audincourt nach Porrentruy führt. Der nächste Anschluss an die Autobahn A36 befindet sich in einer Entfernung von ungefähr 14 km. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Croix, Montbouton und Meslières.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. „Abbévillers : le temple luthérien“, auf: Les temples ou églises luthériennes de France - [Recherche alphabétique: A], abgerufen am 23. Januar 2016.