Abbehausen

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Abbehausen - Ellwürden
Stadt Nordenham
Wappen von Abbehausen - Ellwürden
Koordinaten: 53° 28′ 55″ N, 8° 26′ 44″ O
Höhe: 2 m ü. NN
Fläche: 29,5 km²
Einwohner: 3500
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 26954
Vorwahl: 04731
Abbehausen - Ellwürden (Niedersachsen)
Abbehausen - Ellwürden

Lage von Abbehausen - Ellwürden in Niedersachsen

Abbehausen (links von der Bildmitte) zwischen Nordenham im Vordergrund und dem Jadebusen im Hintergrund

Abbehausen ist eine ehemalige eigenständige Arbeiterwohngemeinde und seit 1974 Stadtteil der Stadt Nordenham an der Unterweser im Landkreis Wesermarsch in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abbehausen liegt etwa drei Kilometer Luftlinie westlich des Stadtzentrums von Nordenham. Die Weser verläuft etwa drei Kilometer östlich des Ortskerns, der früher zu Abbehausen gehörende Hafen Großensiel liegt direkt an der Weser, der Jadebusen ist etwa acht Kilometer westlich vom Ort entfernt. Abbehausen liegt zwei Meter über NN und hat 3.500 Einwohner auf 29,5 Quadratkilometer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Nennung des Ortes erfolgte im Jahre 1312. Als Abbahuasne galt das Dorf als eine Art „Vorort“ für das mittelalterliche Butjadingen-Stadland, doch ist dieses urkundlich nicht mehr nachzuweisen, ebenso wie die Existenz der so genannten „Rüstringer Bundeslade“ in Abbehausen.

Von 1334 bis 1450 lag Abbehausen, zeitweise auch ‚Obbehusen‘ geschrieben, zwischen der Ahne als erstem und der Heete als zweitem Grenzfluss zwischen Stadland und Butjadingen. Im 17. Jahrhundert war es Sitz einer oldenburgischen Vogtei. Im 19. Jahrhundert trat an ihre Stelle Ellwürden als Sitz des Amtes Abbehausen, dann des Amtes Stollhamm und schließlich bis 1933 des Amtes Butjadingen.

Am 1. März 1974 erfolgte die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde Abbehausen mit den 14 Bauerschaften in das Stadtgebiet von Nordenham.[1]

Der am 5. Mai 2001 eingeweihte internationale Nordseeküsten-Radweg (Großbritannien, Niederlande, Deutschland, Dänemark und Norwegen) verläuft durch den Ort.

In Abbehausen befindet sich das Historische Kaufhaus, das am 12. Mai 1853 von Johann Hermann Büsing als Gemischtwarenhandlung im ehemaligen Posthaltereigebäude an der Postroute Ovelgönne–Abbehausen–Stollhamm gegründet wurde. Während in den oberen Stockwerken museale Ausstellungsstücke präsentiert werden, wird im Erdgeschoss immer noch ein Laden mit über 3.000 Artikeln des täglichen Bedarfs betrieben.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einziger Stadtteil der Stadt Nordenham besitzt Abbehausen heute noch einen Ortsrat.[2] Dieser umfasst 15 Sitze. Bei der letzten Ortsratswahl 2016 wurden 6 Sitze von der CDU, 5 von der SPD und 2 von der FDP gewonnen. Einen Sitz bekamen die WIN (Wählerinitiative Nordenham) und ein Einzelratsherr. Ortsbürgermeister ist Tobias Thormählen von der CDU.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Laurentius[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die St.-Laurentius Kirche zu Abbehausen wurde zwischen 1858 und 1862 auf den Grundmauern des Vorgängerbaus aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet.

Den Taufstein der Kirche signierte Ludwig Münstermann um 1628 als sein Werk. Dabei verwandte der Bildhauer die Cuppa eines vermutlich am Ort vorhandenen, romanischen Taufsteins als Sockel und drehte somit das Taufbecken um. Das hatte Münstermann bereits 1616 in Eckwarden getan.

Viel Pech hatte die Kirchengemeinde zu Abbehausen im 17. Jahrhundert mit der Beschaffung einer neuen Glocke. Dreimal missglückte es dem Stückgießer Peter Vielters aus Bremen, die Marienglocke umzugießen, nachdem diese im Jahr 1670 gesprungen war. Der erste Versuch misslang direkt, weil das flüssige Metall nicht ausreichte, die Form zu füllen. Daraufhin wurde in der Gemeinde gesammelt. Fast 1000 Pfund Metall kamen zusammen aus „Kessel, Pott und Zinnen Gut“. Aber auch der zweite Versuch ging daneben. Die Schmelzmasse durchbrach die Form. Im dritten Anlauf brachte er endliche eine Glocke zustande – mit einem Klang, der nicht anders als erbärmlich bezeichnet werden konnte. Der sich anschließende Prozess der Kirchengemeinde gegen Vielters dauerte 22 Jahre. Dann misslang zweimal dem Rotgießer Ditmar Ramien aus Oldenburg der Guss der Glocke. Erst der Glockengießer Otto Struwe (auch Strufe) aus Hamburg lieferte 1695 die noch heute erklingende Marienglocke.

Arp Schnitger baute für die Kirchengemeinde 1713 die Orgel. In den Chroniken ist überliefert, dass er daran nicht wirklich verdient hat, sondern aus Verbundenheit mit der Gemeinde seine Kunstfertigkeit in ihren Dienst stellte. Denn Schnittger heiratete im selben Jahr in zweiter Ehe die Witwe des Küsters.

Am 29. Juli 1951 übergab der damalige Bischof der Oldenburgischen Kirche Wilhelm Stählin der Gemeinde in einem Festgottesdienst ihren Flügelaltar. Es ist eine Besonderheit dieses Retabels, dass es drei verschiedene Ansichten zeigen kann – sogenannte Wandlungen. Es war eine Schenkung im Andenken des letzten Ministerpräsidenten des Freistaat Oldenburg Theodor Tantzen, der in der Abbehauser Kirchengemeinde beheimatet war. Das Werk stammt von dem Maler Erich Klahn. Der Korpus, die Flügel und ihre plastischen Darstellungen – sämtlich aus Holz – wurden in den Werkstätten des Lübecker Bildhauers Heinrich Dose gefertigt. Klahn erstellte die Vorlagen dazu, sowie die Malereien der Innenansicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Abbehausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 276.
  2. {{Webarchiv|url=http://www.nordenham.de/new/servicecenter/downloads/doc_details/5-hauptsatzung-der-stadt-nordenham.html |wayback=20151212103306 |text=— |archiv-bot=2018-08-21 19:45:42 InternetArchiveBot }} (Link nicht abrufbar)