Abbendorf (Diesdorf)

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Abbendorf
Flecken Diesdorf
Koordinaten: 52° 45′ 3″ N, 10° 54′ 13″ O
Höhe: 52 m
Fläche: 7,84 km²[1]
Einwohner: 168 (31. Dez. 2021)[2]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1991
Postleitzahl: 29413
Vorwahl: 03902
Abbendorf (Sachsen-Anhalt)

Lage von Abbendorf in Sachsen-Anhalt

Dorfkirche Abbendorf

Abbendorf ist ein Ortsteil des Fleckens Diesdorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abbendorf, ein Dorf mit Kirche, liegt zwei Kilometer östlich von Diesdorf in der Altmark. Im Süden von Abbendorf fließt der Nonnenbach, der im Osten in den Molmker Bach übergeht. Im Westen liegt das Landschaftsschutzgebiet Salzwedel-Diesdorf.

Durch den Ort führt die Landesstraße 11.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abbendorf, ursprünglich als Rundplatzdorf (Rundling) erbaut,[1] wurde erstmals im Jahre 1160 als Abbanthorp in einer Schenkung an das Kloster Diesdorf erwähnt.[3] Weitere Nennungen sind 1242 Abbenthorp, 1289 villa abbendorf und 1330 Abbendorpe.[1] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Appendorp aufgeführt, das mit der Mühle zum Kloster Diesdorf gehörte.[4]

Im Jahre 1687 heißt es Abbendorff[1] und schließlich 1804 Abbendorf, ein Dorf mit zwei Schmieden, zwei Rademachern, einer Wassermühle an der Molmke und Hopfenanbau.[5] Die Wassermühle am Molmker Bach befand sich am östlichen Dorfausgang.[6]

Die Wüstung Römke (auch Römbke) liegt zwei Kilometer nördlich von Abbendorf am Waldrand[6] und war ursprünglich eine Kolonie, die möglicherweise auf einer bestehenden Wüstung angelegt worden war.[7]

Im Jahre 1953 wurde eine erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ III „Ethel und Julius Rosenberg“ gegründet.[1]

In den Jahren 1981 bis 1987 wurde die alte Abbendorfer Dorfschmiede aus dem Jahr 1697 abgebaut, um sie in das Freilichtmuseum Diesdorf umzusetzen.[8] 1986 fand ein Museumsmitarbeiter ein Steinbeil aus grauem Felsgestein, das direkt an der Esse mit eingemauert worden war.[9]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Udolph führt den Ortsnamen auf den altsächsischen Personennamen „Abbo“ und einer altsächsischen Form für „Dorf“ zurück.[10]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Dankensen und Hohenböddenstedt aus dem Landkreis Salzwedel eingegliedert.[11] Am 1. Januar 1974 kam Peckensen aus dem Kreis Salzwedel hinzu. Am 1. Januar 1991 wurde Abbendorf zusammen mit Waddekath nach Diesdorf eingemeindet.[12]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 202
1774 230
1789 187
1798 191
1801 187
1818 227
Jahr Einwohner
1840 320
1864 356
1871 336
1885 338
1892 [00]355[13]
1895 315
Jahr Einwohner
1900 [00]304[13]
1905 306
1910 [00]346[13]
1925 337
1939 306
1946 513
Jahr Einwohner
1964 536
1971 489
1981 515
2015 [00]184[14]
2018 [00]175[14]
2020 [0]175[2]
Jahr Einwohner
2021 [0]168[2]

Quelle bis 1981, wenn nicht angegeben, bis 1981[1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Abbendorf, die früher zur Pfarrei Diesdorf gehörte,[15] wird heute betreut vom Pfarrbereich Diesdorf des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[16]

Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für die Pfarrei Diesdorf stammen aus dem Jahre 1815.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche Abbendorf ist ein stattlicher Backsteinsaal von 1875. Vom mittelalterlichen Vorgängerbau aus Feldstein wurde ein Teil des Chores übernommen.[18]
  • Das 1921 errichtete Kriegerdenkmal, ein großer Findling, wurde 2005 im Rahmen der Dorferneuerung saniert und um eine Gedenktafel für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges ergänzt.[19]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Betrieb im Ort ist die Agrarerzeuger-Gemeinschaft Abbendorf.[19]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Abbendorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 3–7, doi:10.35998/9783830522355.
  2. a b c Anke Pelczarski: Nur Wallstawe und Jübar legen zu. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau. 15. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 17.
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 16. Berlin 1859, S. 394 (Digitalisat).
  4. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 406 (uni-potsdam.de (Memento vom 22. März 2019 im Internet Archive)).
  5. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 365 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00387~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. a b Meßtischblatt 67, 1:25.000, Abbendorf. Reichsamt für Landesaufnahme, 1873, abgerufen am 3. Oktober 2021.
  7. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 1799, doi:10.35998/9783830522355.
  8. Freilichtmuseum Diesdorf: Schmiede aus Abbendorf. 31. Januar 2021, abgerufen am 3. Oktober 2021.
  9. Hartmut Bock: Hünengräber – Siedlungen – Gräberfelder. Archäologie in der Altmark. Band 1. Von der Altsteinzeit bis zum Frühmittelalter. „Donnerkeile“ als Blitzschutz. Vom Aberglauben um das Steinbeil. Hrsg.: Hartmut Bock. Band 7. dr. ziehten verlag, Oschersleben 2002, ISBN 978-3-935358-35-4, S. 76–77.
  10. Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der nordwestlichen Altmark (= Bernd Janowski und Dirk Schumann [Hrsg.]: Kirchen im ländlichen Raum. Band 9). Lukas, Berlin 2021, ISBN 978-3-86732-379-6, S. 35–38.
  11. Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF).
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 360–362.
  13. a b c Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 140 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  14. a b Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  15. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 97 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  16. Pfarrbereich Diesdorf. Abgerufen am 17. Februar 2018.
  17. Ernst Machholz: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen. In: Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft, 1925, ZDB-ID 504809-6, S. 13 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  18. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  19. a b Abbendorf. In: diesdorf.de. Abgerufen am 3. Dezember 2017.