Abdullah Karaca

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Abdullah Kenan Karaca (September 2015)

Abdullah Kenan Karaca (* 1989 in Garmisch-Partenkirchen) ist ein deutscher Theaterregisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karaca wuchs in Oberammergau als Sohn türkischer Einwanderer auf. Sein Vater hatte in der Türkei Werkzeugmacher gelernt, die Mutter arbeitete als Schneiderin.[1] Als Elfjähriger wirkte Abdullah Karaca unter der Leitung von Christian Stückl bei den Oberammergauer Passionsspielen mit. Mit 16 Jahren zog er mit seinem älteren Bruder nach München, wo er sein Abitur machte.[2]

Nach einem Semester Germanistik und Literaturwissenschaft in Ankara kehrte er nach München zurück und kam 2009 als Regieassistent an das Münchner Volkstheater, wo er vornehmlich unter Christian Stückl arbeitete. Er war unter Stückl auch Regieassistent bei den Salzburger Festspielen (Jedermann). 2011 arbeitete er außerhalb des Volkstheaters bei der Thomas-Mann-Adaption Joseph und seine Brüder am Oberammergauer Passionstheater. Im selben Jahr wurde Karaca Leiter des Jugendclubs am Münchner Volkstheater.

2012 bis 2015 studierte Karaca an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Regie[3] und schloss das Studium mit einer Inszenierung von Rainer Werner Fassbinders Theaterstück Katzelmacher ab, das er erneut 2016 in der Spielstätte Kampnagel inszenierte.[4]

Mit der Inszenierung von Arabboy nach Güner Yasemin Balcı folgte 2013 das Regiedebüt Karacas am Volkstheater.[5]

Im Juni 2015 wurde Karaca vom Oberammergauer Gemeinderat zum zweiten Leiter der Oberammergauer Passionsspiele 2020 bestimmt. Im Rahmen des Theatersommers in Oberammergau zeigte er 2015 Romeo und Julia von William Shakespeare in einem Zirkuszelt neben dem Passionstheater und 2017 Die Geierwally von Wilhelmine von Hillern auf einer Freilichtbühne am Laberberg.[6]

Seit 2015 ist er Hausregisseur am Münchner Volkstheater, wo er seine Tätigkeit im Oktober mit einer Inszenierung von Werner Schwabs Präsidentinnen eröffnete. 2016 folgten Fassbenders Katzelmacher und Medea von Euripides, 2017 Verstehen Sie den Dschihadismus in acht Schritten! von Sasha Marianna Salzmann und Volpone von Stefan Zweig nach Ben Jonson sowie 2018 Das Bildnis des Dorian Gray nach Oscar Wilde und Der haarige Affe von Eugene O’Neill 2019.[7]

Inszenierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016: Förderpreis Theater der Landeshauptstadt München[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abdullah Karaca. Vom Hauptschüler zum Shootingstar des Theaters, Die Welt, 2. Juni 2013
  2. Egbert Tholl: Abdullah Karaca im Porträt. Wer die Passionsspiele leiten soll. Süddeutsche Zeitung, 12. Juni 2015
  3. Backstageproduktion auf die Bühne: Katholizismus und Testosteron, taz, 24. April 2013
  4. Fassbinders "Katzelmacher" auf Kampnagel, Hamburger Abendblatt, 7. März 2016
  5. Abdullah: Erst 23 Jahre und schon Regisseur
  6. Abdullah Kenan Karaca | Münchner Volkstheater. Abgerufen am 15. November 2019.
  7. Abdullah Kenan Karaca | Münchner Volkstheater. Abgerufen am 15. November 2019.
  8. Kenan Karaca erhält Münchner Förderpreis. Ein Glücksfall, nachtkritik.de, 4. Juni 2016