Abigail Adams

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Abigail Adams ca. 1812, Gemälde von Gilbert Stuart

Abigail Smith Adams (* 11. November 1744 in Weymouth, Massachusetts, Britische Kolonie, heute Vereinigte Staaten; † 28. Oktober 1818 in Quincy, Massachusetts) war die Ehefrau des zweiten US-Präsidenten John Adams und wird heutzutage demnach als zweite US-amerikanische First Lady betrachtet, obgleich dieser Begriff erst nach ihrem Tode geprägt wurde, außerdem war sie die Mutter des US-Präsidenten John Quincy Adams. Zu ihren Lebzeiten wurde sie als „Lady Adams“ bezeichnet.[1] Sie hatte, indem sie ihren Mann häufig beriet, großen Einfluss auf die Politik und setzte sich sehr für Frauenrechte ein.

Leben[Bearbeiten]

Familie und Jugend[Bearbeiten]

Durch ihre Mutter, Elizabeth Quincy (1721–1775), stammte Abigail Adams von den Quincys ab, einer angesehenen Familie der Kolonie Massachusetts. Elizabeth und Abigails Vater, Reverend William Smith (1706–1783), heirateten 1740. Williams Vorfahren waren aus Dartmouth, England, nach Massachusetts ausgewandert. Abigail Adams war das zweite Kind ihrer Eltern.

Abigail wurde zum Kongregationalismus erzogen. Aufgrund ihrer schwachen Gesundheit besuchte sie nie eine Schule, sodass sie zu Hause im Lesen und Schreiben unterrichtet wurde. In jungen Jahren las sie durch den Druck ihres Vaters sehr viel, wobei ihr dessen umfangreiche Bibliothek von Nutzen war. Abigail entwickelte ein spezielles Interesse für unter anderem Philosophie, Shakespeare und die Regierung.

Heirat mit John Adams[Bearbeiten]

Innenansicht eines Zimmers des Hauses von John und Abigail Adams in Quincy; 1961

1764 heiratete Abigail Smith den Anwalt John Adams (1735–1826); sie wurden von ihrem Vater William Smith getraut. Das Paar verbrachte seine ersten Jahre in Johns Geburtshaus bei Braintree, Massachusetts, das 1792 in Quincy umbenannt wurde. Später, als Johns Anwaltspraxis wuchs, zogen sie nach Boston. 1787 erwarben sie die Farm „Peacefield“.

Innerhalb von zehn Jahren gebar sie fünf Kinder: Abigail Amelia (1765–1813), den zukünftigen US-Präsidenten John Quincy Adams (1767–1848), Susanna (1768–1770), Charles (1770–1800) und Thomas Boylston Adams (1772–1832).

Einfluss auf die Politik[Bearbeiten]

Abigail Adams ist berühmt für ihre Briefe, die sie an ihren Mann schrieb, der viel unterwegs war, zuerst als Bezirksrichter (circuit judge) in Massachusetts und später ging er nach Philadelphia, um dort am Kontinentalkongress 1774 teilzunehmen. Als Delegierter des Staates Massachusetts arbeitete er Philadelphia Convention im Mai 1787 an der Verfassungsänderung mit. Diese Trennungen waren der Auslöser für die briefliche Korrespondenz der beiden, sodass ein reiches Archiv entstanden ist. Viele betrachten sie als unschätzbare Augenzeugin der Heimatfront im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, wie auch als exzellente Quelle politischer Kommentare. Neben ihrer Familie korrespondierte sie auch mit Mercy Otis Warren[2] und Thomas Jefferson

John Adams suchte oft den Rat seiner Frau; der Briefwechsel war voller intellektueller Diskussionen über Regierung und Politik. Ausschnitte aus diesen Briefen werden an wichtiger Stelle in dem Broadway-Musical „1776“ und in der betreffenden Verfilmung von 1972 dargestellt.

1788 kehrten sie auf das Haus Peacefield zurück, das heute als „Old House“ bekannt ist und das sie mit großer Energie vergrößern und umbauen ließ. Es steht noch heute und ist der Öffentlichkeit wie das Geburtshaus von John Adams als Teil des Adams National Historical Park zugänglich.

Als Ehefrau des ersten Vizepräsident der Vereinigten Staaten wurde Abigail Adams eine gute Freundin von Martha Washington und half bei offiziellen Auftritten, aus ihren Erfahrungen am englischen Hof und in der franzöischen Gesellschaft Nutzen ziehend. Nach 1791 verschlechterte sich ihre Gesundheit, wodurch sie ihre Tätigkeiten reduzieren musste.

Als First Lady und danach[Bearbeiten]

Abigail Adams mit 56 Jahren nach einem Gemälde von Gilbert Stuart

Abigail Adams war vom 4. März 1797 bis zum 4. März 1801 First Lady. Ihre formellen Auftritte setzte sie fort und wurde die erste Gastgeberin im noch unfertigen Weißen Haus, welches sie im November 1800 das erste Mal betrat.

Abigail Adams hatte am Anfang ein angespanntes Verhältnisein zu ihrer Schwiegertochter Louisa Catherine Johnson, die ihr Sohn John Quincy 1794 in London kennengelernt und 1797 geheiratet hatte und die 1801 zum ersten Mal amerikanischen Boden betrat.

Die Adams zogen sich 1801 nach Quincy zurück. Abigail Adams starb 1818 an Typhus und ist neben ihrem Ehemann in der First Unitarian Church in Quincy begraben.

Am 19. Juni 2007 gab die United States Mint eine Gedenkmünzen-Serie der Ehefrauen ("First Spouses") der amerikanischen Präsidenten heraus. Abigail Adams war die zweite Münze nach Martha Washington.[3]

Ausschnitt aus den Briefen[Bearbeiten]

Dies ist ein Ausschnitt aus einem Brief von Abigail Adams an ihren Ehemann vom 31. März 1776.

“Remember, all men would be tyrants if they could. If particular care and attention is not paid to the ladies, we are determined to foment a rebellion, and will not hold ourselves bound by any laws in which we have no voice or representation.”
„Vergiss nicht, dass alle Männer Tyrannen wären, wenn sie es könnten. Wenn den Damen nicht besondere Sorge und Aufmerksamkeit zuteilwird, sind wir gezwungen, die Rebellion anzufachen, und wir werden uns nicht durch irgendwelche Gesetze bändigen lassen, bei denen wir kein Mitspracherecht haben und nicht vertreten sind.“[4]

Als man Abigail einmal um die Erlaubnis für die Veröffentlichung einiger ihrer politischen Briefe bat, lehnte sie ab. Dennoch arrangierte einer ihrer Enkel im Jahr 1848 das Erscheinen eines die Briefe beinhaltenden Buches, welches das erste von einer First Lady stammende Buch war.

Werke[Bearbeiten]

  • Abigail Adams: The Adams Family in Auteuil, 1784–1785, As Told in the Letters of Abigail Adams. Massachusetts Historical Society, Boston 1956[5]
  • My Dearest Friend: Letters of Abigail and John Adams First edition 1840. Margaret A. Hogan (Editor), C. James Taylor (Editor), Joseph J. Ellis (Foreword) Publisher: Belknap Press 2010 ISBN 978-0-6740-5705-0

Literatur[Bearbeiten]

  • Laura E. Richards: Abigail Adams and Her Times. Publisher D. Appleton and Company, Year 1917 - Im Internet - online
  • Susan Provost Beller: Woman of Independence: The Life of Abigail Adams. Publisher: Universe, September 2000, ISBN 978-0-5950-0789-9
  • Phyllis Lee Levin: Abigail Adams. Publisher: St. Martin's Griffin; 2nd edition (November 5, 2001). ISBN 978-0-3122-9168-6
  • Lynne Withey: Dearest Friend: A Life of Abigail Adams. Touchstone Books 2002. ISBN 978-0-7432-3443-6.
  • Charles W. Akers: Abigail Adams: A Revolutionary American Woman. Mark C. Carnes (Editor). (Library of American Biography Series) (3rd Edition) Longman Publishing Group, 2006, ISBN 978-0-3214-4501-8
  • Natalie S. Bober: Abigail Adams: Witness to a Revolution. Publisher: Simon Pulse; 1st Aladdin Paperback Ed.: Feb. 1998, ISBN 978-0-6898-1916-2
  • Irving Stone Das Leben gehört den Liebenden, Drömer, Knaur 1967 (Originaltitel: Those who Love 1965, Übersetzung: Ulla de Herrera) – historischer Roman
  • Joseph J. Ellis: First Family: Abigail and John Adams. Publisher: Knopf 2010 ISBN 978-0-3072-6962-1
  • David McCullough: John Adams. Publisher: Simon & Schuster, 2001 ISBN 978-0-7432-2313-3
  • Cokie Roberts: Founding Mothers: The Women Who Raised Our Nation. Publisher: Harper Perennial, Reprint 2005 ISBN 978-0-0600-9026-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. National First Ladies' Library
  2. Mercy Otis Warren Biography (englisch)
  3. Abigail Adams First Spouse Gold Coins
  4. Letters Between Abigail Adams and Her Husband John Adams
  5. Bibliographie, Seite 2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abigail Adams – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien