Abiturientenquote und Studienanfängerquote

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Mit der Abiturientenquote bzw. der Studienberechtigtenquote wird der Anteil der Hochschulzugangsberechtigten an einem Geburtsjahrgang angegeben.

Die Studienanfängerquote gibt an, wie viel Prozent eines Geburtsjahrgangs tatsächlich ein Studium aufnehmen.

Die Studienabsolventenquote gibt an, wie viel Prozent eines Geburtsjahrgangs ihr Studium erfolgreich beenden. Sie errechnet sich aus Studienanfängerquote, Studienabbrecherquote und der Quote der Studierenden mit Studienfachwechsel.

Die Promotionsquote gibt an, wie viel Prozent eines Geburtsjahrgangs eine Promotion (Doktor) erfolgreich abschließen.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[1][2][3][4]
Jahr Quote der Studien- Promo-
tions-
quote
Quelle
Berechtigten Anfänger Absol-
venten

(Uni+FH)

West Ost Ges.
1950 5 5
1960 7 6
1970 11 12 (mit FH) 8
1972 15 18 (mit FH)
1980 22 19,5 13
1985 27,9 19,3
1990 31,4 30,4 14
1992 33,1 22,9 31
1995 35,5 37 36,4 26,8
1996 36 36,1 36
1997 36,9 35 36,5
1998 37,5 34,1 36,7 29,2
1999 38,7 34 37,5 31,3
2000 38 34 37,2 33,5 16,9 2,0
2001 38,7 28,1 36,1 36,1
2002 39,4 34,2 38,2 37,1
2003 39,2 38,9
2004 41,5 37,1
2005 42,5 37 21,1
2006 43,4 35,7 22,2
2007 44,5 37,1 24,1
2008 45,1 40,3 26,2 2,2
2009 46,5 43,0 29,2 [5]
2010 49,0 45,2 29,9 [5]

Studienberechtigte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland kommen die Studienberechtigten zu etwa 70 Prozent aus den allgemeinbildenden Schulen und zu 30 Prozent aus den Beruflichen Schulen, wo jeweils sowohl die Allgemeine als auch die Fachhochschulreife erworben werden können. Die überwiegende Zahl der Abgänger mit Fachhochschulreife kommt aus den Fachoberschulen der Beruflichen Schulen. Die Berechnung der Studienberechtigtenquote durch das Statistische Bundesamt erfolgt nach der Bildung des Durchschnittswertes der Zahl von in Deutschland gemeldeten Personen zwischen 18 und 20 Jahren (drei Altersjahrgänge) für ein Jahr (Methodik).[6]

Studienberechtigten-Quote in Prozent, Deutschland 2006, alphabetisch nach Bundesländern[7][8]
Bundesland BW BY BE BB HB HH HE MV NI NW RP SL SN ST SH TH Bund Ø
Allgemeine Hochschulreife 33,6 22,1 36,9 32,5 35,4 35,2 30,9 27,6 27,8 32 28,7 26 30 25,8 30 32 29,9
Fachhochschulreife 12,2 12,4 9 7,4 11,5 11,4 18,1 4,6 13,6 21,4 9,4 22,1 7,1 8,2 10,8 8,4 13,6
Gesamtquote 45,8 34,5 45,9 40 47 46,6 49,1 32,2 41,4 53,4 38 48,1 37,1 34 40,9 40,3 43,4
Studienberechtigten-Quote in Prozent, Deutschland 2003, geordnet nach Rangfolge [7][8]
Bundesland NW HH HB HE SL BW BE NI RP TH BB SH SN ST BY MV Bund Ø
Allgemeine Hochschulreife 28,5 31,8 31,7 29,3 23,2 31,2 32,8 25,3 25,2 29,3 29,9 26,2 27,5 26,8 20,0 24,0 27,1
Fachhochschulreife 19,6 12,6 12,5 14,6 20,2 9,8 7,5 12,9 12,4 7,5 6,4 9,5 5,9 6,1 11,1 4,0 12,1
Gesamtquote 48,1 44,4 44,2 44,0 43,4 41,0 40,3 38,1 37,6 36,8 36,3 35,7 33,4 32,9 31,2 28,0 39,2

Studienanfänger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland gab es 2009 422.705 Studienanfänger. Die Studienanfängerquote lag damit bei 43,3 Prozent (vgl. Tabelle)[9] und damit wieder über der von 2003, als vor Einführung der Studiengebühren 38,3 Prozent erreicht wurden.

Studienabsolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland gab es 2008 (2007/2006) 260.498 (239.877/220.782) Absolventen, damit lag die Studienabsolventenquote 2008 bei 26,2 Prozent eines Jahrgangs (2007/2006 bei 24,1/22,2).[10] Sie steigt langsam an und ist entscheidend für die Zahl der hochqualifizierten Fachkräfte, die einer Gesellschaft zur Verfügung stehen.

Promotionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland lag die Promotionsquote 2001 bei Frauen bei 1,4 %, bei Männern bei 2,4 %. Das Durchschnittsalter bei Promotion lag 2001 in Deutschland bei 32,8 Jahren.[11]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1975 und 1994 stagnierte die westdeutsche Universitätsabsolventenquote zwischen 8 und 9 Prozent trotz steigender Abiturientenquote, weil nur ein kleinerer Teil der Abiturienten tatsächlich studierten, und weil viele Studenten das Studium abbrachen. Ähnliches gilt mit Bezug auf die Fachhochschulen. Der Expansionsertrag "versickerte".[12]

In den ersten zwanzig Jahren der DDR (also bis etwa 1970) lag die Abiturientenquote leicht über der bundesdeutschen (1970: 13 zu 11 Prozent). Dann wurde die Bildungsexpansion politisch blockiert, die Abiturientenquote (aus zweijähriger EOS und dreijähriger Berufsausbildung mit Abitur) und die Studienanfängerquote lagen 1989 bei 14 Prozent, in der BRD bei 24 Prozent bzw. 20 Prozent. Die akademische Absolventenquote der DDR kam aber trotz geringerer Abiturientenquote der westdeutschen nahe, weil fast alle Studenten einen Abschluss erhielten. 1988/1989 hatten jeweils 8 Prozent der Erwerbstätigen in Ost und West einen Universitätsabschluss (incl. Lehrerausbildung).[12]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz lernen alle Schüler sechs Jahre gemeinsam. Etwa 19 % aller Schüler machen Matura. Betriebliche Berufslehre und staatliche Berufsschule sind eng verzahnt ("duales Bildungssystem"). Anders als in Deutschland hat die Schweiz eine zentrale Qualitätssteuerung in der Berufsbildung, die sich gleichwohl stark an den Bedürfnissen der Betriebe orientiert.[13]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quoten im Tertiärbereich A[14]
Land Studien-
berechtigten-
quote
Studien-
anfänger-
quote
2001 2007 2001 2007
OECD 56 61 48 56
Australien 68 65 86
Belgien 61 32 30
Dänemark 55 54 57
Deutschland 41 32 34
Finnland 91 97 72 71
Frankreich 52 52 37
Großbritannien 46 55
Irland 91 38 44
Italien 69 77 44 53
Japan 69 70 41 46
Niederlande 62 60 54 60
Österreich 34 42
Schweden 71 74 69 73
Schweiz 26 33 39
Spanien 52 45 47 41
USA 42 65
Struktur der formalen Bildung der 25- bis 64-jährigen Wohnbevölkerung in ausgewählten Ländern Europas, in % (nach ISCED-Level)
Land ISCED 1–3 ohne Zuordnung ISCED 3B, 3C lang, 4 ISCED 3A ISCED 5B ISCED 5A, 6
(formal gering Qualifizierte) (Berufs-
abschluss
)
(allgemein-
bildender A.
)
(Berufs-
qualifikation
)(1)
(Hochschul-
abschluss
)
BelgienBelgien Belgien 35 10 24 17 13
DanemarkDänemark Dänemark 18 45 05 08 20
DeutschlandDeutschland Deutschland 16 56 02 10 15
FrankreichFrankreich Frankreich 35 31 10 10 14
FinnlandFinnland Finnland 23 00 43 17 17
IrlandIrland Irland 37 10 24 11 17
ItalienItalien Italien 52 09 28 11
LuxemburgLuxemburg Luxemburg 37 24 15 09 13
NiederlandeNiederlande Niederlande 29 20 22 02 26
NorwegenNorwegen Norwegen 11 44 12 02 30
OsterreichÖsterreich Österreich 20 56 06 09 09
PolenPolen Polen 50 04 31 16
PortugalPortugal Portugal 75 01 12 13
SchweizSchweiz Schweiz 17 48 06 10 18
SlowakeiSlowakei Slowakei 16 36 36 01 12
SpanienSpanien Spanien 55 06 12 07 19
SchwedenSchweden Schweden 17 00 48 15 19
TschechienTschechien Tschechien 11 43 33 12
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Kgr. 35 21 15 09 20
Quelle: OECD, Stand 2004.[15]
(1) tertiäre, nicht hochschulische Bildung
Nicht erfasst sind in solchen ISCED-Beurteilungen über die Berufsqualifikation Personen, die sich innerberuflich weiterbilden (On-the-job-Bildung), sie stellen nur die Rolle des Schulsystems in der Bildungsqualifikation dar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oskar Anweiler u.a.: Bildungspolitik in Deutschland 1945-1990, Ein historisch-vergleichender Quellenband, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1992
  • Kai S. Cortina, Jürgen Baumert, Achim Leschinsky, Karl Ulrich Mayer: Das Bildungswesen in der Bundesrepublik Deutschland. Strukturen und Entwicklungen im Überblick. Rowohlt Taschenbücher, Reinbek 2003; vollständig überarbeitete Neuauflage, Reinbek 2008 ISBN 9783499623394
  • Rainer Geißler: Die Sozialstruktur Deutschlands, Die gesellschaftliche Entwicklung vor und nach der Vereinigung, Westdeutscher Verlag, 3. Aufl., Wiesbaden 2002 (zur Bildung S. 333-371); 4., überarb. und aktual. Auflage, Wiesbaden 2006 (zur Bildung S. 273-300) ISBN 353142923X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Destatis, Nichtmonetäre hochschulstatistische Kennzahlen - Fachserie 11 Reihe 4.3.1 1980 - 2013 letzte Spalte Absolventenquoten von Seite 138
  2. 1950-1990, Amtliche Statistik, zitiert in Vortrag von Andrä Wolter (PDF; 436 kB); bis 1989 westdeutsche Daten
  3. Statistisches Bundesamt - Fachserie 11 Reihe 4.2 - Prüfungen an Hochschulen - 2003 Übersicht für 1982 bis 2003
  4. Statistisches Bundesamt - Fachserie 11 Reihe 4.2 - 2008 - Prüfungen an Hochschulen zufolge waren 2008 unter den 309.364 Hochschulabschlüssen 25.190 Promotionen.
  5. a b Nichtmonetäre hochschulstatistische Kennzahlen Fachserie 11 Reihe 4.3.1 - 1980 - 2010
  6. Statistische Berechnung von Quoten (Memento vom 26. Juni 2007 im Internet Archive)
  7. a b Statistische Veröffentlichungen der Kultusministerkonferenz Nr. 173 und Statistisches Bundesamt
  8. a b Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 1, 2003/04 und folgende Jahre, und Nutzung der Berechnungen von Marianne Demmer, GEW, Kennzahlen aus dem Bildungsbereich (Vollversion)Kennzahlen aus Bildungsbereich (Memento vom 26. Juni 2007 im Internet Archive)
  9. Vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes 2008 (Memento vom 22. Februar 2011 im Internet Archive) und Zahlen aus: Bildung in Deutschland 2010, Bielefeld 2010, S. 292
  10. Zahlen aus: Bildung in Deutschland 2010, Bielefeld 2010, S. 299
  11. http://www.gew.de/Binaries/Binary24824/bildungsbiographie_juni_04.pdf Seite 14 bis 16
  12. a b Daten aus R. Geißler: Die Sozialstruktur Deutschlands, 4. überarb. Auflage 2006, S. 276-278
  13. zeit.de 10. Dezember 2008
  14. OECD: "Bildung auf einen Blick" OECD-Indikatoren, Paris 2009, deutsch BMBF 2009, S. 62 u. 66
  15. zitiert nach Arthur Schneeberger (ibw – Österreichisches Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft): Qualifikationsentwicklung und -forschung für die berufliche Bildung – EQF als Transparenzinstrument und Erfahrungen komparativer statistischer Bildungsforschung. In: bwp@. Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online. Nr. 11, November 2006, ISSN 1618-8543, Tabelle 1 (bwpat.de [abgerufen am 8. März 2012]).