Abraham Isacks op den Graeff

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Inschrifttafel des Denkmals im Vernon Park, Philadelphia, zur Erinnerung an Pastorius und die ersten Siedler

Abraham Isacks op den Graeff (* 1649 in Krefeld; † 25. März 1731 in Perkiomen, heutzutage der Gemeinde Montgomery zugehörig) entstammte einer mennonitischen Familie.

Er gehörte zu den sogenannten „Original 13“, der ersten geschlossenen Gruppe deutscher Auswanderer nach Amerika, und initiierte am 18. Februar 1688 gemeinsam mit seinem Bruder Derrick, Franz Daniel Pastorius sowie Gerrit Henderich den ersten Protest gegen die Sklaverei in Amerika.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abraham op den Graeff war der Sohn von Isaac Hermans op den Graeff (1616–1679) und Margaret 'Grietgen' Peters Doors († 1679), welche beide zum Quäkertum konvertierten. Dessen Bruder Abraham op den Graeff (~1610–1656) heiratete Eva von der Leyen (~1619-1678), eine Schwester des Adolf von der Leyen, dem Begründer der Krefelder Seidenindustrie.[1] Abrahams Großeltern väterlicherseits waren Hermann op den Graeff (1585-1642), eine führende Figur der Krefelder Mennoniten, und Greitgen (Greitje) Pletjes (1588–1643). Ihre Schwester Alet Pletjes (* 1583), welche mit John Jasper verheiratet war, hatte Margaret Jasper (1624-1682) zur Tochter, welche in Rotterdam wohnte; sie ehelichte in zweiter Ehe den englischen Admiral Sir William Penn (1621–1670). Jener war der Vater von Gouverneur William Penn (1644–1718), dem Begründer von Pennsylvania; somit war die Familie Op den Graeff Cousins zu William Penn.[2][3]

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petition zur Abschaffung der Sklaverei (Abraham op de(n) Graeffs Unterschrift befindet sich auf der rechten Seite)

Abraham war als Leinenweber und -händler in seiner Heimatstadt Krefeld tätig, wo Agenten des Quäkers William Penn Siedler für die neu gegründete nordamerikanische Kolonie Pennsylvania suchten. Vier Mitglieder der Familie Op den Graeff ließen sich überzeugen und brachen an Bord des Schiffes Concord am 6. Oktober 1683 mit zehn anderen Krefelder Familien nach Britisch Nordamerika auf: die Brüder Derick (Dirk) Isaacs, Herman Isaacs, Abraham Isaacs sowie ihre Schwester Margrit. Noch im Jahr der Ankunft 1683 wurde die Siedlung Germantown (Deitscheschteddel) gegründet, die erste deutsche Ansiedlung in Nordamerika.

Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Herman und Derrick erwarb Abraham 2000 Hektar Grund und Boden in der Umgebung der neugegründeten Gemeinde Germantown und etablierte dort eine Leinenweberei. Am 18. Februar 1688 initiierte Abraham gemeinsam mit seinem Bruder Derrick, Franz Daniel Pastorius sowie Gerrit Henderich den ersten Protest gegen die Sklaverei in Amerika.[4][5][6]

Nach 1708 konvertierte er als einziger seiner Familie zurück zum Mennonitischen Glauben. Als Abraham Isacks op den Graeff im Jahre 1731 starb, wurde sein Grundbesitz an seine vier Kinder aufgeteilt; an Isaac Updegraff, Jacob Up de Graeff, Margaret und ihren Ehemann Thomas Howe sowie Anne und Herman in de Hofen. Abrahams zahlreiche Nachkommenschaft ist noch heute unter verschiedenen Schreibweisen wie Opdegraf(f), Updegrave, Updegrove etc. sowie unter dem Namen Updegraf in Pennsylvania zu finden.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Google Buchsuche: Taufgesinnte und grosses Kapital. Von Peter Kriedte. S. 185
  2. "History of the Op Den Graeff/Updegraff family", June Shaull Lutz, 1988, S. 1
  3. Mennonite World Review - More than our family tree
  4. (en) Google Buchsuche: "Across the Atlantic and beyond: the migration of German and Swiss immigrants ...", von Charles R. Haller
  5. (en) First Protest Against Slavery
  6. (En) Google Buchsuche: Slavery in the United States: a social, political, and historical ..., Band 2. Von Junius P. Rodriguez
  7. (En) Google: Across the Atlantic and beyond: the migration of German and Swiss immigrants ... Von Charles R. Haller. Seiten 129/130

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert F. Ulle: The Original Germantown Families. In: Mennonite Family History. Bd. 2, Nr. 2, April 1983, ISSN 0730-5214, S. 48–51.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]