Abschlag (Numismatik)

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Erzbistum Mainz, Friedrich Karl Joseph von Erthal, ½ Dukat 1795, Goldabschlag von den Stempeln für den Billon-Kreuzer
Hessen-Kassel, Wilhelm V., Goldabschlag von den Doppeltalerstempeln von 1634 zu 10 Dukaten

Ein Abschlag ist besonders eine Prägung in einem Metall, für das der betreffende Münzstempel nicht bestimmt ist,[1] zum Beispiel Prägung mit einem Kreuzerstempel in Gold statt in Billon.

Erläuterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abschläge sind Gepräge, die unter Verwendung von Originalstempeln in einem nicht zu den Normalausführungen passenden Währungsmetall hergestellt sind.[2] Oft wurden die ersten Münzen einer neu eingeführten Prägung aus Silber in Gold, oder aus Kupfer in Gold oder Silber geprägt.[3] Die Probestücke aus Edelmetall, auch Erstabschläge genannt, erhielt der Münzherr bzw. Landesfürst. Sie wurden auch als Spekulationsprägungen des Münzmeisters geschlagen.[4]

Die mit Talerstempeln geprägten Mehrfachdukaten (Goldabschläge) waren als Kurantmünzen umlauffähig. Sie waren aber in der Regel Donative. Das sind Münzen, die als Geschenk verwendet wurden.[5] Personen geringeren Standes erhielten Geschenkmünzen, die als Silberabschläge von Dukatenstempeln geprägt wurden.[6]

Probeabschläge oder auch nur als Probe oder Probeprägung bezeichnete Gepräge sind Versuchsprägungen. Die Probeprägung dient der Erprobung eines Münzentwurfs, eines Münzstempels oder einer Prägemaschine.[7] Probeabschläge sind oft in einem anderen Metall und Gewicht hergestellt, als die endgültigen Münzen und wurden auch in unedlen Metallen ausgeführt.[8] Es kommen u. a. Probeabschläge mit größeren oder klippenförmigen Schrötlingen vor, sowie einseitige Proben eines Vorder- oder Rückseitenstempels.[9]

Mitunter werden auch Nachprägungen von seltenen Münzen und Medaillen mit Originalstempeln als späterer Abschlag bezeichnet. Siehe zum Beispiel: Schmetterlingstaler / Nachprägung und Schmalkaldischer Bundestaler / Schautaler mit Herzog Moritz.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Fengler, Gerd Gierow, Willy Unger: transpress Lexikon Numismatik, Berlin 1976
  • Friedrich von Schrötter, N. Bauer, K. Regling, A. Suhle, R. Vasmer, J. Wilcke: Wörterbuch der Münzkunde, Berlin 1970 (Nachdruck der Originalausgabe von 1930)
  • Paul Arnold, Harald Küthmann, Dirk Steinhilber: Großer Deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute. Augsburg 1997

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Arnold, …: Großer Deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute, Numismatische Begriffe: Abschlag.
  2. Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, 1885–1890.
  3. acsearch: Braunschweig-Wolfenbüttel, Ludwig Rudolph, Abschlag vom Stempel des Kupferpfennigs von 1734 in Gold.
  4. Friedrich von Schrötter, …: Wörterbuch der Münzkunde, S. 4.
  5. Friedrich von Schrötter, …: Wörterbuch der Münzkunde, S. 221.
  6. Heinz Fengler, …: transpress Lexikon Numismatik, S. 114.
  7. Paul Arnold, …: Großer Deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute, Numismatische Begriffe: Probe.
  8. acsearch: Deutsche Demokratische Republik, 20 Mark (1968), Karl Marx, Abschlag der Vorderseite in Aluminium.
  9. acsearch: Bundesrepublik Deutschland, Klippenförmige Abschläge der Vorder- und Rückseite der 2 Deutsche Mark 1951 F.