Abstürzende Brieftauben

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Abstürzende Brieftauben
Allgemeine Informationen
Genre(s) Fun-Punk
Gründung 1983, 2013
Auflösung 1997
Website www.abstuerzendebrieftauben.de
Gründungsmitglieder
Konrad Kittner († 2006)
Gesang, Gitarre, Schlagzeug
Mirco „Micro“ Bogumil
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Mirco „Micro“ Bogumil
Gesang, Schlagzeug
Oliver Sauerland (auch: Jonny Bockmist)
Ehemalige Mitglieder
Gesang, Gitarre, Bass
Konrad Kittner († 2006)
Gesang, Schlagzeug
Oliver Rosthal (ab 1993)

Die Abstürzenden Brieftauben sind eine Punkband aus Hannover.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band wurde 1983 gegründet und bestand aus Konrad Kittner (Gesang, Gitarre, Schlagzeug) und Mirco „Micro“ Bogumil (* 16. Juli 1967 in Hannover; Gesang, Gitarre, Schlagzeug). Stilistisch sind sie dem Fun-Punk zuzuordnen, der Bandname ist eine offensichtliche Verballhornung des Namens der Industrial-Band Einstürzende Neubauten. Die Brieftauben wurden durch Tourneen und zahlreiche Berichte in der Zeitschrift Bravo deutschlandweit bekannt. Bei ihren Konzerten wechselten sie häufig die Instrumente und animierten die Konzertbesucher zum Stagediving. In Hape Kerkelings Film Kein Pardon (1993) spielten sie in einer Gastrolle zwei punkige Kabelträger.

1993 stieg Oliver Rosthal (Gesang, Schlagzeug) als dritter Mann in die Band ein, und so konnten Konrad und Micro sowohl Gitarre als auch E-Bass einsetzen. 1997 löste sich die Band offiziell auf, fand aber 2002 noch einmal zusammen, um beim 30-Jahresfest des UJZ Glocksee in Hannover ein letztes Mal in der Urbesetzung aufzutreten.[1]

Am 11. Mai 2006 starb Gründungsmitglied Konrad Carls (geb. Kittner) im Alter von 44 Jahren an Herzstillstand. Sein Grab befindet sich auf dem Engesohder Friedhof in Hannover. 2009 erschien als Resümee der Bandgeschichte die Doppel-DVD 25 Jahre sind genug, die Konrad Carls initiiert und an der er noch maßgeblich mitgearbeitet hatte.[2][3] Die DVD enthält mit Punkrockrente die letzte gemeinsame Studioaufnahme des Duos, die kurz vor Carls' Tod entstand.

Mirco „Micro“ Bogumil spielte nach der Auflösung der Band bei Narbengesicht und bis Ende 2008 als Gitarrist bei den Smelly Caps.[2] Mitte 2013 reaktivierte er die Abstürzenden Brieftauben. Neue Bandmitglieder waren der Bassist Tim und der Schlagzeuger Oliver Sauerland (beide von Okli Polki und No ass bueno). Erste Konzerte gab es im Juni 2013 in Peine und im August im Musiktheater Bad bei Hannover.[4][1] Seit Ende 2013 spielen Micro und Olli wieder zu zweit.

Am 16. März 2016 veröffentlichte die Band mit Nie wieder Pegida das erste neue Lied seit 23 Jahren.[5][6] Am 23. September 2016 erschien das Album Doofgesagte leben länger. In der FanBox gibt es eine CD-Version der ersten Demokassette Ein Blödman kommt selten allein mit einer Neuauflage des damals beiliegenden Malbuchs.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[7]
Im Zeichen des Blöden
  DE 39 05.03.1990 (11 Wo.)
Der Letzte macht die Tür zu
  DE 43 04.03.1991 (10 Wo.)
Krieg und Spiele
  DE 84 10.05.1993 (4 Wo.)
Doofgesagte leben länger
  DE 16 30.09.2016 (1 Wo.)

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984: Ein Blödmann Kommt Selten Allein (Demo) (MC)
  • 1986: Das kriegen wir schon hin (LP/CD)
  • 1987: We Break Together!!! (LP)
  • 1988: Entschuldigen Sie bitte (LP)
  • 1989: Im Zeichen des Blöden (LP/CD/MC)
  • 1990: Der Letzte macht die Tür zu (LP/CD/MC)
  • 1992: Ausser Kontrolle (Live) (LP/CD/MC)
  • 1993: Krieg & Spiele (LP/CD/MC)
  • 1994: Wer hat an der Uhr gedreht...? (CD/MC)
  • 2016: Doofgesagte leben länger/ Ein Blödmann kommt selten allein (CD-Version) (LP/CD)

Tribut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994: ... Ist es wirklich schon so spät? (CD)

Von jeder verkauften CD gingen 5 DM an die Aids-Hilfe Hamburg e.V. Auf der CD werden die Brieftauben von Bands wie Razzia, Slime, Rubbermaids, Heiter bis Wolkig und vielen anderen Bands gecovert.

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Nicht zu fassen (7″)
  • 1989: Das Grauen kehrt zurück (12″)
  • 1989: Twist als „Aufquellende Brieftaschen“ (12″ /MCD)
  • 1990: Im Strandbad (7″/12″/MCD)
  • 1991: Konrad K. (7″/12″/MCD)
  • 1992: Eine Muh, eine Mäh, eine Tätärätätä (7″/MCD)
  • 1993: Krieg in den Städten (7″) (Cover der Band Klischee)
  • 1993: Pa-Pa-Paderborn (7″/MCD)
  • 1993: Frank II (Split mit der Crossover-Gruppe Krombacher MC) (SCD)
  • 1994: Das Karussell (MCD)
  • 1994: Das Herz eines Boxers (MCD)
  • 2016: Frauke halts Maul (7″)

Samplerbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1989: „Die Kuh“ auf „Wir warten auf die Lindenstraße“ (Vielklang) (Cover der „Mini Pigs“)
  • 1991: „Du brauchst es“ auf „Festival der Volxmusik“
  • 1995: „Frau Meier“ auf „Jung Kaputt Spart Altersheime – Hannover Punk 78–84“ (Nasty Vinyl)
  • 2003: „EMI“ auf „Berenstark X Sampler“
  • 2004: „Tanzen“ auf „Berenstark XI Sampler“

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Außer Kontrolle (VHS)
  • 2009: 25 Jahre sind genug (Doppel-DVD)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Blazek: Das niedersächsische Bandkompendium 1963–2003 – Daten und Fakten von 100 Rockgruppen aus Niedersachsen. Celle 2006, ISBN 978-3-00-018947-0, S. 157.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Abstürzende Brieftauben wieder da, Musikmagazin Rockszene.de, 14. September 2013
  2. a b Abstürzende Brieftauben, Interview mit Micro, Ox-Fanzine #85, August/September 2009
  3. Udo Gröbbels: Abstürzende Brieftauben: 25 Jahre sind genug, Rezension in Rocktimes, 28. Juli 2009
  4. Interview mit Micro, Olli & Tim, UglyPunk.de, abgerufen am 19. Juni 2013
  5. Klares politisches Statement: Abstürzende Brieftauben mit neuer Single, rockszene.de, 17. März 2016
  6. Nie wieder Pegida auf YouTube.
  7. Chartquellen: [1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]