Abtei St. Lazarus

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Abtei St. Lazarus, Seedorf

Die Abtei St. Lazarus ist ein Kloster der Benediktinerinnen in Seedorf UR, Kanton Uri in der Schweiz. Das Kloster gehört zur Schweizer Benediktinerkongregation.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria Anna Eberlin (Äbtissin 1700–1727)
Klosterkirche St. Lazarus
Blick zum Hochaltar
Vierungskuppel
Blick Richtung Orgelempore

Das Kloster in Seedorf ist das älteste Kloster im Kanton Uri und zudem das einzige, dessen Ursprünge ins Mittelalter zurückgehen.

1197 wurde in Seedorf das Lazariterhaus erbaut. Gründungen des Lazarus-Ordens, eines Spitalordens und später auch Ritterordens, bildeten in der Regel Doppelklöster mit einem Brüder- und einem Schwesternhaus, so auch in Seedorf.

Mit dem Ende der Kreuzzüge und einem Rückgang der Betreuung von Aussätzigen verloren die Lazariter an Bedeutung. 1413 wurde das Männerkloster aufgehoben, während das Nonnenkloster weiterbestand, bis es in der allgemeinen Klösterkrise des 16. Jahrhunderts, nachdem 1518 viele Nonnen der Pest erlegen waren, um 1526 endgültig erlosch. Die Gebäude und der Grundbesitz fielen nach damaligem Recht an das Land Uri.

Im Zeichen der Gegenreformation wurden 1559 Benediktinerinnen aus dem Kloster Claro, Kanton Tessin, nach Seedorf entsandt. Geistlich betreut wurde das neue Kloster zuerst vom Konstanzer Bischof, dann von den Stiften Einsiedeln und Muri, ab 1642 bis heute vom Stift Einsiedeln.

Da die ungenutzten Gebäude der Lazariter (bestehend aus einer kleinen Kirche, einem Spital, einem Schwesternhaus und einem Brüderhaus) verfallen waren, wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts mit einem Neubau der heutigen Klosteranlage begonnen.1700 wurde die Klosterkirche eingeweiht, 1727 der gesamte Bau fertiggestellt.

Die 11 Schwestern verdienen ihren Lebensunterhalt u. a. durch Kunsthandwerk, Landwirtschaft und die Aufnahme von Gästen. Im Jahr 2009 konnte das Kloster sein 450-jähriges Jubiläum feiern.

Äbtissinnen[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1559–1583 Sr. Anna Margareta von Locarno aus dem Kloster Claro
  2. 1592–1626 Sr. Katharina Arnold
  3. 1603–1611 Sr. Anna Gimmer +1632
  4. 1611–1617 Sr. Helena Styger, +1626
  5. 1617–1634 Sr. Scholastica Kempf
  6. 1612–1617 Sr. Martha Püntener (ev. bis 1624) +1619
  7. 1624–1634 Sr. Clara Gruner (Abdankung) +1644 im Kloster Hermetswil
  8. 1635–1645 Sr. Johanna Caecilia Zumbach +1670 (Berufung nach Kloster Frauenalb im Badischen)
  9. 1645–1661 Sr. Maria Elisabeth Renner
  10. 1661–1681 Sr. Maria Kunigunde Schmid
  11. 1681–1700 Sr. Maria Ursula Püntener von Brunberg
  12. 1700–1727 Sr. Maria Anna Eberlin
  13. 1727–1754 Sr. Maria Anna Tanner
  14. 1754–1782 Sr. Maria Johanna Regina Elisabetha Helbling
  15. 1782–1797 Sr. Maria Josepha Francisca Salesia Reding von Biberegg
  16. 1797–1818 Sr. Maria Josepha Clara Isabella Fornaro
  17. 1818–1842 Sr. Maria Josepha Schmid
  18. 1842–1871 Sr. Maria Constantia Vinzentia Gerig
  19. 1871–1883 Sr. Maria Josepha Gertrud Widmer
  20. 1883–1918 Sr. Maria Bernarda Sax
  21. 1918–1943 Sr. Basilia Würsch
  22. 1943–1947 Sr. Maria Josepha Lichtsteiner (Amtsverzicht 1942)
  23. 1947–1993 Sr. M. Gertrudis Käslin
  24. 1993–2002 Sr. M. Josefa Dreier
  25. 2002–2013 Sr. M. Veronika Bernet
  26. 2014- Sr. M. Imelda Zehnder

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer Hugener: Seedorf (UR, Kloster). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Johannes M. Mühllechner [Hrsg.]: Das Kloster Sankt Lazarus Seedorf und die Lazariterregeln von 1314: ein Beitrag zum 450 Jahr Jubiläum. J.M. Mühllechner, Linz 2009, ISBN 978-3-200-01620-0.
  • Helmi Gasser: Das Kloster St. Lazarus in Seedorf, UR. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1987, ISBN 3-85782-404-2. (Reihe Schweizerische Kunstführer, Nr. 404).
  • Rudolf Henggeler: Das Benediktinerinnenkloster zu St. Lazarus in Seedorf. Frauenkloster St. Lazarus, Seedorf 1959.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. nach Rudolf Henggeler: Das Benediktinerinnenkloster zu St. Lazarus in Seedorf. Frauenkloster St. Lazarus, Seedorf 1959.

Koordinaten: 46° 52′ 55,6″ N, 8° 36′ 44,2″ O; CH1903: 689456 / 193002