Abu Kamil

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Abu Kamil (arabisch: ابو كامل), mit vollständigem Namen Abu Kamil Shuja ibn Aslam ibn Muhammad ibn Shuja, war ein arabischer Mathematiker. Er lebte von ca. 850 bis 930 n. Chr. und stammte wahrscheinlich aus Ägypten, weitere biographische Angaben sind nicht bekannt. Er wurde al-Hasib al-Misri, „der ägyptische Rechner“, genannt.

Wurzelterme[Bearbeiten]

Er hat allgemeine Beziehungen zwischen Wurzelausdrücken gefunden, die unter anderem in folgenden Gleichungen stecken, die von ihm aufgestellt und mithilfe der binomischen Formeln bestätigt wurden.

\sqrt{18}+\sqrt{8}=\sqrt{50}

oder

\sqrt{18}-\sqrt{8}=\sqrt{2}

Algebra[Bearbeiten]

Abu Kamil verfasste mehrere mathematische Werke. In seiner Algebra (Al-Kitab al-jabr wa’l-muqabala) führte er die Algebra Al-Chwarizmis weiter. Er war bekannt für seinen Umgang mit Wurzeltermen. Das Buch ist nur in lateinischer und hebräischer Übersetzung erhalten, das arabische Original ist verloren. Die Algebra wurde von Fibonacci und Al-Karagi benutzt.

Weitere Werke[Bearbeiten]

„Das Buch der Seltenheiten der Rechenkunst“ enthält sechs verschieden Aufgaben, die zu linearen Gleichungssystemen führen und ganzzahlige oder gebrochene Lösungen erfordern, so genannte Vogelaufgaben.

Außerdem ist ein Werk über Landvermessung von Abu Kamil erhalten. Weitere mathematische Werke sind zwar dem Titel nach bekannt, aber nicht erhalten.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Martin Levey : The algebra of Abū Kāmil: Kitāb fī al-Jabr wa'l-muqābala / in a commentary by Mordecai Finzi (Hebräisch mit englischer Übersetzung), Madison: University of Wisconsin Press, 1966.
  • L.C. Karpinski: Das Buch der Seltenheiten der Rechenkunst von Abu Kamil al Misri, (Deutsche Übersetzung) in: Bibl. math. 12 (1911)/12 S. 40-55.

Weblinks[Bearbeiten]