Abwerfen

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Als abwerfen bezeichnet man in der Bergbausprache die völlige Betriebsaufgabe eines Schachtes, Stollens oder Grubenbaues bei gleichzeitigem Weiterbestand des übrigen Bergwerks.

Im Ruhrbergbau des 18./19. Jahrhunderts war das „Abwerfen“ gängige Praxis: Viele Bergwerke haben auf ihre immer länger werdenden Stollen einen Stollenschacht niedergebracht, um so kürzere Einfahrt- und Transportwege zu haben. Mit der Zeit rückte der Abbau immer weiter fort und nach einer gewissen Zeit wurde ein neuer Schacht niedergebracht. Der alte Schacht wurde nun nicht mehr benötigt und „abgeworfen“, das heißt meistens wieder zugeschüttet. Paradebeispiel für ein solches Vorgehen ist die Zeche Vereinigte General & Erbstollen.

„Abgeworfene“ Grubenbauten wurden in der Regel vom übrigen Bergwerk abgesperrt und in der Bergmannssprache als „Alter Mann“ bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1988, ISBN 3-7739-0501-7